Liebe Leserinnen und Leser,


wir möchten Sie mal wieder auf dem Laufenden halten.

Seit unserem letzten Newsletter hat sich auf politischer Ebene einiges getan, das neue Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) wurde am 07.07.2016 vom Bundestag verabschiedet.

Die endgültige Fassung des "Prostituiertenschutzgesetzes" (pdf) liegt vor; zur Übersicht hat hydra e.V. ein tolles Infoblatt über die Auswirkungen des Gesetzes für Sexworker (pdf) zusammengestellt.

Hier sind unter Anderen die Stellungnahmen des BesD und des deutschen Juristinnenbundes zum ProstSchG, zusätzlich hat sich auch Cornelia Möhring (Die Linke) geäußert.

Passend zu den aktuellen gesetzlichen Entwicklungen in Deutschland hat amnesty international ein Positionspapier zur Entkriminalisierung von Sexarbeit veröffentlicht und zur Verabschiedung des neuen ProstSchG eine Pressemitteilung herausgegeben.

 

In diesem Newsletter findest du neben Informationen und Kritik am neuen Gesetz auch einen

Rückblick zu Aktionen und Veranstaltungen, aktuelle Themen & Veranstaltungen, sowie

Leseempfehlungen zum Thema Sexarbeit ...

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Rückblick

2. – 4. März 2016

Sexarbeitskongress in Hamburg

Drei Tage lang widmete sich der Kongress an der HAW-Hamburg der Sexarbeit im Zeichen des Prostituierten-Schutz-Gesetzes.

Eine gelungene Übersicht dazu ist bei N24 zu finden. 

Neben Vorträgen aus unterschiedlichen Perspektiven gab es eine Vielzahl an Workshops und abschließend eine Mitgliederversammlung des BesD.

Die Inhalte des Kongresses sind bald unter http://sexarbeits-kongress.de/ im Archiv zu finden, vorab finden Sie unter den Leseempfehlungen den sehr gelungenen Vortrag von Prof. Dr. Kathrin Schrader zu Sexarbeit und Feminismus.

Die Planung für einen weiteren Kongress 2018 ist bereits in Arbeit.

 

13. Mai 2016

ProstSchG im Bundesrat

Im Bundesrat wurde über das 'Prostituiertenschutzgesetz' diskutiert und über die Empfehlungen der Ausschüsse abgestimmt; dabei wurden lediglich verwaltungstechnische Änderungesvorschläge berücksichtigt - jegliche Kritik von Sexarbeitern und Beratungsstellen wurde ignoriert.

 

2. Juni 2016

Internationaler Hurentag

Proteste und Aktionen fanden statt in:

Berlin: Demonstration "Mein Körper. Mein Bettlaken. Mein Arbeitsplatz!" vor dem Bundestag.

Hamburg: Aktion „Registrierungsbehörde mit Hurenausweisen“ am Hans Albers-Platz. Filmvorführung „Sexarbeiterin“ im B-Movie & anschließender Publikumsdiskussion/ Fragerunde mit mehreren Sexarbeiterinnen.

Hannover: Aktion „Registrierungsbehörde mit Hurenausweisen“ am Kröpke.

Rostock: Unter dem Titel "Meine Nachbarin ist Sexarbeiterin!" veranstaltete Frauen helfen Frauen e.V. Rostock eine Filmvorführung von „Sexarbeiterin“, auch hier gab es anschließend ein Publikumsgespräch mit Sexarbeiterinnen und Experten aus Fachberatungsstellen.

Interessant sind auch die historischen Hintergründe des internationalen Hurentages.

Ausgerechnet am diesem Tag wurde im Bundestag das "Prostituiertenschutzgesetz" (ProstSchG) besprochen.

Hier eine Playlist mit den verschiedenen Beiträgen der Abgeordneten und der Gesetzesentwurf.

 

 5. Juni 2016

Gottesdienst zum Internationalen Hurentag

In der Pauluskirche in Bochum wurde in Kooperation von Madonna e.V. und dem Frauenreferat im evangelischen Kirchenkreis Bochum ein Gottesdienst unter dem Motto "She works hard for the money" gefeiert.

  

6. Juni 2016

Familienausschusssitzung des Bundestages

Bei der Familienausschusssitzung des Bundestages zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes war auch eine Delegierte des BesD als Sachverständige beteiligt.

Eine knappe Zusammenfassung der Sitzung ist hier zu finden, außerdem gibt es einen Videolink zu der gesamten Sitzung.

 

7. Juli 2016

Protest & Verabschiedung des neuen ProstSchG im Bundestag

Zur Verabschiedung des neuen ProstSchG protestierten Sexworker und Unterstützer mit roten Regenschirmen, Bettlaken und Bannern unter dem Motto "Zwangsregistrierung heißt Illegalisierung" und forderten Entkriminalisierung und Rechte an Stelle von Kontrolle. Es wurde der Kontext zu den Kämpfen und Forderungen der internationalen Sex Workers Rights Movement geknüpft. Das Aktionsbündnis gegen das ProstSchG freute sich außerdem über die schöne solidarische Zusammenarbeit mit der Kundgebung der Kampagne #NeinheißtNein.

Trotz anhaltender und umfassender Kritik hat der Bundestag des neue ProstSchG verabschiedet, mehere zivilgesellschaftliche Organisationen haben mit dem BesD zusammen eine Pressemitteilung dazu verfasst. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll im Juli 2017 in Kraft treten.

Hier die Redebeiträge der Abgeordneten:
Pro: Manual Schwesig, Nadine Schöne, Marcus Weinberg, Ulrike Bahr, Paul Lehrieder
Contra: Cornelia Möhring, Ulle Schauws

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Aktuelles

 

Veranstaltungsreihe: Vielfalt der Sexarbeit in Berlin

Unter der Überschrift „Zwischen Respekt und Schutz – Vielfalt der Sexarbeit in Berlin“ gibt es bis Dezember 2016 monatliche Veranstaltungen zu verschiedenen Aspekten der gesellschaftlichen Diskussion um Sexarbeit in Berlin. Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von den Beratungsstellen Hydra, Subway und dem Frauentreff Olga.
Da noch einige Veranstaltungen in der Vorbereitung sind, besuchen Sie bitte die Website für aktuelle Termine.

 

Kinofilm Sexarbeiterin von Lena Morgenroth

Dokumentarfilm über eine Sexarbeiterin, die diese Tätigkeit ohne Zwang ausübt und als gewöhnlichen Beruf betrachtet. Über mehrere Monate begleiteten die Filmemacher die Sexarbeiterin Lena Morgenroth bei der Arbeit und in ihrem privaten Alltag. Die studierte Informatikerin lebt in Berlin, hat Familie, einen Partner und ein normales Sozialleben. Der Film zeigt auch die Konflikte, die der Beruf mit sich bringt. Dennoch fühlt Morgenroth sich in ihrem Job keineswegs als "Opfer", vielmehr übt sie ihren Beruf nach eigenem Bekunden mit Freude aus. Aus diesem Grund engagiert sie sich auch politisch und versucht, ihren Berufsstand vom Schmuddelimage zu befreien.

8.-13.7.2016           Cinémathèque Leipzig

10.07.2016 - 11°°    BundesplatzkinoBerlin

19.10.2016             Queerfilm Kassel

27.-29.10.2016        Fetisch Filmfestival Kiel

 

Feministisches Manifest zur Unterstützung der Rechte von Sexworkern

Jeder kann dieses Manifest unterzeichnen um seine Unterstützung für die Selbstbestimmungsrecht von Sexarbeitern und die Anerkennung von Sexarbeit zu bekunden: https://feministsforsexworkers.com/

 

Anonyme Kundenbefragung zum Thema erotische und sexuelle Dienstleistung

Was sind die Motive von Freiern, was suchen sie bei Prostituierten und wie ist die Haltung ihnen gegenüber - Sind Freier per se Unmenschen?

Diese Umfrage wird gerade in diversen Foren durchgeführt und anschließend mit Unterstützung von Harriet Langanke wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht - natürlich auch im nächsten Newsletter...

 

Spenden für unser Allroundtalent

Spenden für unser Allroundtalent

Alle Arbeit des Berufsverbandes läuft ehrenamtlich. Wir sind am Limit und brauchen dringend eine bezahlte Stelle. Die Finanzierung dafür wollen wir für mindestens ein Jahr sichern.

Ziel: 19.200€ (1.600€/Monat)

Daher starten wir einen Spendenaufruf.

Helfen Sie uns und zahlen Sie einmalig oder besser regelmäßig eine kleinere oder größere zweckgebundene Spende auf unser Vereinskonte ein. Der Betreff für diese Aktion lautet #Allroundtalent

DE49-1005-0000-0190-2908-62 BELADEBEXXX Landesbank Berlin - Berliner Sparkasse

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Johanna Weber (johanna@berufsverband-sexarbeit.de).

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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#NeinheißtNein; wir unterstützen diese Kampagne und erklären uns mit Gina Lisa Lohfink solidarisch

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Immer up to date sein: 

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