Krankenversicherung

Seit 2009 gilt für alle Menschen, mit Wohnsitz in Deutschland die Krankenversicherungspflicht. Das bedeutet, man muss sich bei einem in Deutschland zugelassenen Krankenversicherer gegen Krankheitskosten versichern. Die Europäische Krankenversicherung wird dabei nicht anerkannt.
Wer nicht versicht ist, macht sich nicht strafbar. Falls man aber krank wird, oder einen Unfall hat, kann es sehr teuer werden.In Deutschland gibt es eine Krankenversicherungspflicht.

Möchte man sich irgendwann offiziell (wieder) Krankenversichern, muss man auch Beiträge für die Zeit bezahlen, in der man nicht versichert war.

Als Selbstständige*r hat man die Wahl, ob man sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert. Da der Wechsel von der privaten in eine gesetzliche Krankenkasse meist kaum möglich ist, sollte man hier eine gut überlegte Entscheidung treffen.

Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Die Beiträge zur GKV betragen zurzeit (Mai, 2017) 14,0% (bzw. 14,6% mit Krankengeldanspruch ab dem 43. Tag) des Einkommens. Zusätzlich erheben die verschiedenen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 0,3 und 1,7 Prozent. Bei hauptberuflich Selbstständigen wird von einem Mindesteinkommen von 2231,25€ ausgegangen, was einen Beitrag von ca. 325€ bedeutet. Es wird also einfach vermutet, dass man so viel verdient, um überleben zu können. Der Maximalbeitrag beträgt 635€.
Auf besonderen Antrag kann man einen geringeren Beitrag bezahlen.
Kann man ein Einkommen unter 1487,5€ monatlich nachweisen, ist es möglich den Härtefallbeitrag in Höhe von 217€ zu beantragen. Um sein Einkommen nachzuweisen benötigt man den Einkommenssteuerbescheid des Vorjahres, oder muss den Fragebogen der Krankenkasse ausfüllen.

Zusätzlich ist man bei der GKV gleichzeitig auch für 2,8% pflegeversichert (Versicherte mit Kindern 2,55%). Das bedeutet zusätzliche Beiträge zwischen 57€ – 122€ (bei Härtefall 42€).
Ein großer Vorteil der GKV ist, dass man seine Kinder und Ehe/Lebenspartner kostenlos mitversichern kann.

Die private Krankenversicherung (PKV)

Die privaten Krankenversicherungen berechnen ihre Beiträge nicht an der Höhe des Einkommens, sondern vor allem am Alter und am Gesundheitszustand. Achtung: Private Krankenversicherungen können sehr teuer werden!
Das bedeutet, dass sich die Beiträge einerseits mit steigendem Alter erhöhen, andererseits nicht steigen, wenn man ein höheres Einkommen erzielt hat. Die PKV sind verpflichtet Nicht-versicherte in ihren Basistarif aufzunehmen. In der Regal kann man sagen, dass die PKV günstig beginnt und dann sehr bald sehr teuer wird.

(Wieder-)Eintritt für Nicht-Versicherte

Um (wieder) den vollen Schutz der Krankenversicherung zu genießen, müssen Nicht-Versicherte die Beiträge & Säumniszuschläge für bis zu vier Jahre nachzahlen. Bis man seine Schulden abgetragen hat, ist man nur notfallversorgt. D.h. man wird bei z.B. nur bei einem Unfall oder akuten Schmerzen behandelt, darüber hinaus hat man aber keinen Anspruch auf Versorgung. Bei den GKV kann man eine Ermäßigung für die Beitragsschulden beantragen, wenn man mehr als drei Monate nicht versichert war und in dieser Zeit keine ärztlichen Leistungen in Anspruch genommen hat – es ist also äußerst wichtig den (Wieder)einstieg in die GKV nicht erst anzugehen, wenn man krank ist.