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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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09.04. | Corona-Virus: Das sollten Sexarbeiter*innen (und alle anderen) jetzt beachten

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09.04. | Corona-Virus: Das sollten Sexarbeiter*innen (und alle anderen) jetzt beachten

A. Das Corona-Virus in Deutschland

  • Gefähr­dung für die Gesund­heit der all­ge­mei­nen Bevöl­ke­rung laut Robert-Koch-Insti­tut: hoch
  • Gefähr­dung für die Gesund­heit von Per­so­nen, die Risi­ko­grup­pen ange­hö­ren: sehr hoch
  • Zahl der bestä­tig­ten Infek­tio­nen in Deutsch­land: 108.202 Men­schen 
  • Bis­her bestä­tig­te Todes­fäl­le auf­grund von Coro­na in Deutsch­land: 2.107 Men­schen
—> Täg­lich aktua­li­sier­te Fall­zah­len in den Bun­des­län­dern und welt­weit. 

B. Die Lage für Sexarbeiter*innen in Deutschland

Mit­te März wur­den in Deutsch­land sämt­li­che Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten, Bor­del­le und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen geschlos­sen. Alle kör­per­na­hen, nicht medi­zi­nisch not­wen­di­gen Dienst­leis­tun­gen sind laut Vor­ga­be der Bun­des­re­gie­rung der­zeit unter­sagt. Vie­le Bun­des­län­der und Städ­te haben dar­über hin­aus expli­zit jede Art von Pro­sti­tu­ti­on ver­bo­ten. Bei unse­rer Arbeit kön­nen wir kei­nen Abstand zu den Gäs­ten hal­ten. Des­we­gen ist das Risi­ko für eine Anste­ckung für uns sehr hoch. Wir ver­ste­hen das der­zeit gel­ten­de Kon­takt­ver­bot so, dass deutsch­land­weit jeg­li­che Art der Sex­ar­beit mit Kun­den­kon­takt ver­bo­ten ist. Der Berufs­ver­band emp­fiehlt allen Sexarbeiter*innen in Deutsch­land kör­per­na­he sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen vor­über­ge­hend ein­zu­stel­len.
  • Im Fal­le eines Ver­sto­ßes gegen das der­zei­ti­ge Pro­sti­tu­ti­ons­ver­bot dro­hen Sexarbeiter*innen unver­hält­nis­mä­ßig hohe Buß­gel­der — der BesD spricht sich ent­schie­den dage­gen aus. Mehr hier­zu in —> unse­rer Stel­lung­nah­me.
  • Der BesD hat erfolg­reich eine Auf­he­bung des Über­nach­tungs­ver­bots in Bor­del­len wäh­rend der Coro­na-Zeit initi­iert. Mehr hier­zu in —> unse­rer Pres­se­mit­tei­lung.
  • Für Sexarbeiter*innen, die durch alle Net­ze fal­len und kei­nen Anspruch auf staat­li­che Hil­fen haben, haben wir den —> BesD Not­hil­fe Fonds ins Leben geru­fen — unter “D. Finan­zi­el­le Hil­fen” erfährst du mehr.
Wir wis­sen natür­lich, dass vie­le Kolleg*innen über kei­ne aus­rei­chen­den Rück­la­gen ver­fü­gen und auf die Ein­nah­men aus der Sex­ar­beit drin­gend ange­wie­sen sind. Lies mehr unter “D. Finan­zi­el­le Hil­fen”. Falls du trotz­dem kei­ne ande­re Mög­lich­keit siehst und wei­ter­hin Kund*innen per­sön­lich triffst, ist es wich­tig ein paar Tipps zu beach­ten um dein Risi­ko und das dei­ner Kund*innen zu ver­min­dern. Lies mehr unter “E. Vor­sichts­maß­nah­men”.

C. Was jetzt wichtig zu wissen ist

Wie auch ande­re Län­der, ver­su­chen wir in Deutsch­land der­zeit in einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Anstren­gung und mit aller Kraft die Aus­brei­tung des Virus zu ver­zö­gern. Dadurch sol­len einer­seits Men­schen, denen das Coro­na-Virus beson­ders scha­den kann, geschützt wer­den und ande­rer­seits eine Über­las­tung des Gesund­heits­sys­tems mög­lichst ver­mie­den wer­den. Es han­delt sich  um eine ernst zu neh­men­de Situa­ti­on. Die gewon­ne­ne Zeit wird für die Ent­wick­lung von Schutz­maß­nah­men für beson­ders gefähr­de­te Grup­pen, die Erhö­hung von Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten und die Ent­wick­lung von anti­vi­ra­len Medi­ka­men­ten und Impf­stof­fen genützt.
  • Wir wol­len selbst nicht krank wer­den.
  • Wir wol­len nicht, dass unse­re Kund*innen krank wer­den.
  • Wir wol­len gemein­sam Men­schen schüt­zen, für die eine Anste­ckung beson­ders gefähr­lich wer­den kann. Mit vie­len arbei­ten wir zusam­men, leben wir zusam­men, oder woh­nen wir zusam­men.
Ins­be­son­de­re gefähr­det sind Men­schen, die:
  • eine chro­ni­sche Krank­heit haben (zum Bei­spiel Herz­kreis­lauf­erkran­kun­gen, Dia­be­tes und Erkran­kun­gen des Atmungs­sys­tems, der Leber und der Nie­re sowie Krebs­er­kran­kun­gen)
  • über 55 Jah­re alt sind
Ach­te eben­falls beson­ders auf dich, wenn du:
  • mit Men­schen über 55 Jah­ren zusam­men­lebst
  • mit Men­schen, die an chro­ni­schen Krank­hei­ten lei­den, zusam­men­lebst
Falls du dich krank fühlst, oder ver­mu­test, dich ange­steckt zu haben: Wen­de dich tele­fo­nisch an ein Gesund­heits­amt in dei­ner Regi­on — egal ob du kran­ken­ver­si­chert bist, oder nicht. Die Adres­sen und Tele­fon­num­mern der Gesund­heits­äm­ter fin­dest du auf www.gesundheitsaemter-deutschland.de. Alter­na­tiv kannst du dich auch an die Hot­line der Unab­hän­gi­gen Pati­en­ten­be­ra­tung Deutsch­land, oder dei­ne loka­le Coro­na-Hot­line wen­den. Zur Reduk­ti­on sozia­ler Kon­tak­te: Im Rah­men der Maß­nah­men zur Beschrän­kung sozia­ler Kon­tak­te sind die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Deutsch­land dazu ange­hal­ten, die Kon­tak­te zu ande­ren Men­schen außer­halb der Ange­hö­ri­gen des eige­nen Haus­stands auf ein abso­lut nöti­ges Mini­mum zu redu­zie­ren. Hier fin­dest du die der­zeit gel­ten­den Leit­li­ni­en der Regie­rung. Blei­be nach Mög­lich­keit zuhau­se.  Hygie­ne: Es ist jetzt maß­geb­lich, eine gute Hän­de­hy­gie­ne zu prak­ti­zie­ren, eine Hus­ten- und Nies­eti­ket­te ein­zu­hal­ten und enge Kon­tak­te zu mei­den. Haupt­über­tra­gungs­weg der Viren ist die Tröpf­chen­in­fek­ti­on. Die­se kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleim­häu­te gesche­hen oder auch indi­rekt über Hän­de, die dann mit Mund- oder Nasen­schleim­haut oder Augen­bin­de­haut in Kon­takt gebracht wer­den. Zur Prä­ven­ti­on hilft es außer­dem, so wenig wie irgend­wie mög­lich ins eige­ne Gesicht zu fas­sen. In die­ser Info­gra­fik fin­den sich die wich­tigs­ten Hygie­ne­tipps.

D. Finanzielle Hilfen

Der BesD steht in engem Aus­tausch mit Bera­tungs­stel­len sowie kom­mu­na­len und lan­des­wei­ten Behör­den. HIER fin­dest du unse­re stän­dig aktua­li­sier­te Über­sicht zu den bun­des­wei­ten und bun­des­land­spe­zi­fi­schen finan­zi­el­len Hil­fen für Sexarbeiter*innen.
Falls du kei­nen Anspruch auf Grund­si­che­rung oder ande­re staat­li­che Hil­fen hast und dich in einer Not­si­tua­ti­on befin­dest:  Wen­de dich an eine Bera­tungs­stel­le für Sexarbeiter*innen in dei­ner Stadt oder Regi­on. Die­se kön­nen dich an die rich­ti­gen Stel­len wei­ter­ver­wei­sen. Adres­sen und Tele­fon­num­mern vie­ler die­ser Bera­tungs­stel­len fin­dest du auf www.bufas.net/mitglieder Sind sämt­li­che staat­li­chen Hil­fen aus­ge­schöpft, kön­nen die Berater*innen für dich einen Antrag beim BesD Not­hil­fe Fonds stel­len oder du kon­tak­tierst selbst unser Team unter . Es ist dabei egal, ob du ange­mel­det bist, oder wel­chen Auf­ent­halts­sta­tus du hast. Um Hil­fe bei unse­rem Fonds zu bean­tra­gen, sind weder ein “Huren­pass” noch eine Mit­glied­schaft beim BesD not­wen­dig.
Mit einem Anteil von nicht kran­ken­ver­si­cher­ten, nicht ange­mel­de­ten, bereits von Armut betrof­fe­nen Men­schen, trifft es Sex­ar­bei­ten­de in der jetz­ti­gen Kri­se beson­ders hart. Vie­le der nicht in Deutsch­land ansäs­si­gen Sex­ar­bei­te­rin­nen haben in Bor­del­len über­nach­tet — seit deren Schlie­ßung sit­zen sie von einem Tag auf den ande­ren auf der Stra­ße und sind teil­wei­se obdach­los. Sie kön­nen aktu­ell auch nicht in ihre Hei­mat­län­der zurück, es bestehen Ein­rei­se­stopps und in den meis­ten Fäl­len fehlt ohne­hin das Geld für eine unge­plan­te Rei­se. Wir haben einen hohen Anteil an Men­schen in der Sex­ar­beit, die von der Hand in den Mund leben. Es gibt einen Anteil an Beschaf­fungs- und Über­le­bens­pro­sti­tu­ti­on. Kom­plett feh­len­de Rück­la­gen und feh­len­der Anspruch auf staat­li­che Grund­si­che­rung füh­ren dazu, dass Men­schen auch jetzt, wäh­rend sich die Kri­se zuspitzt, wei­ter­hin der Sex­ar­beit nach­ge­hen müs­sen und auf der Stra­ße oder über das Inter­net nach Kun­den suchen. Die Ärms­ten der Armen kämp­fen um ihr Über­le­ben. Sie benö­ti­gen finan­zi­el­le Sofort­hil­fe, mit wel­cher Wohn­raum und Ernäh­rung sicher­ge­stellt wer­den kön­nen. In der jetz­ti­gen Lage darf kein Sex­wor­ker aus Geld­druck wei­ter arbei­ten (müs­sen) und damit sich und ande­re gefähr­den! Des­halb haben wir den BesD Not­hil­fe Fonds ins Leben geru­fen. Alle Spen­den gehen an Sex­ar­bei­ten­de, die nicht auf staat­li­che Hilfs­fonds oder –dar­le­hen Zugriff haben. Bit­te fol­ge DIESEM LINK oder kli­cke auf das Bild unten, um mehr zu erfah­ren oder zu unter­stüt­zen.

E. Vorsichtsmaßnahmen für Sexarbeiter*innen

Was Sexarbeiter*innen beach­ten soll­ten, die der­zeit trotz­dem kei­ne ande­re Mög­lich­keit sehen, als jetzt noch Kund*innen per­sön­lich zu tref­fen:
  • Nimm auf kei­nen Fall Kun­den mit Schnup­fen, Hus­ten und ande­ren Erkäl­tungs­sym­pto­men an. Wenn du bemerkst, dass ein Kun­de Sym­pto­me hat, wei­se ihn oder sie ab.
  • Wasche Dir öfters min­des­tens 30 Sekun­den gründ­lich die Hän­de mit Sei­fe oder benüt­ze not­falls ein anti­vi­ra­les Des­in­fek­ti­ons­spray auf dei­nen Hän­den.
  • Sor­ge dafür, dass jeder Gast sich als ers­tes min­des­tens 30 Sekun­den die Hän­de mit Sei­fe wäscht oder not­falls ein anti­vi­ra­les Des­in­fek­ti­ons­spray auf sei­nen Hän­den benützt.

F. Alternative Verdienstmöglichkeiten

Inner­halb der Bran­che bie­ten sich Web­camming, Pho­ne und Direct Chats sowie der Ver­kauf von Adult Con­tent (Fotos, Vide­os) auf Platt­for­men an, wo kein Kör­per­kon­takt statt­fin­det. Eine Aus­wahl von Platt­for­men sind zum Bei­spiel adult­work, strea­m­a­te, Big7, my dir­ty hob­by, only­me­vip oder cha­tur­ba­te, sex­pan­ther und adult­ti­me. In unse­rem Mit­glie­der­fo­rum tau­schen wir uns über alter­na­ti­ve Ver­dienst­mög­lich­kei­ten aus und unter­stüt­zen uns gegen­sei­tig. Hier kannst du den Mit­glieds­an­trag unkom­pli­ziert, anonym und online aus­fül­len – wir haben auch eine kos­ten­lo­se Schnup­per­mit­glied­schaft.

G. Mehr Information

Auf die­sen offi­zi­el­len Sei­ten fin­den sich die tages­ak­tu­el­len Infor­ma­tio­nen sowie alle der­zeit ver­füg­ba­ren Ant­wor­ten zu Fra­gen rund um das Coro­na­vi­rus und dem Umgang damit: Bun­des­re­gie­rung | Robert-Koch-Insti­tut | www.infektionsschutz.de. In die­sem Pod­cast infor­miert Chris­ti­an Dros­ten, Lei­ter der Viro­lo­gie in der Ber­li­ner Cha­ri­té, täg­lich über neue Ent­wick­lun­gen. Unter­schied zu Grip­pe und ande­ren Viren:
  • Im Gegen­satz zu den sai­so­na­len Grip­pe­vi­ren gibt es gegen das neue Coro­na-Virus noch kei­ne Grund­im­mu­ni­tät in der Bevöl­ke­rung.
  • Eine spe­zi­fi­sche, gegen das Coro­na-Virus gerich­te­te The­ra­pie oder Imp­fung steht der­zeit noch nicht zur Ver­fü­gung.
  • Mehr Men­schen kön­nen sich schnel­ler anste­cken.
  • Beson­ders gefähr­de­te Grup­pen sind weder durch Medi­ka­men­te noch durch Imp­fung geschützt. 
  • Abhän­gig von der Ver­brei­tung der Infek­ti­on, den vor­han­de­nen Kapa­zi­tä­ten und den ein­ge­lei­te­ten Gegen­maß­nah­men, kann es zu einer hohen Belas­tung des Gesund­heits­we­sen kom­men. 
Die Sym­pto­me des Coro­na­vi­rus unter­schei­den sich von einer Erkältung/Grippe inso­fern, als Coro­na­vi­rus oft mit Fie­ber und tro­cke­nem Hus­ten ein­her­geht, jedoch eher sel­ten mit trop­fen­der Nase. Auf Dau­er wird der Coro­na-Virus — so wie die bereits bekann­te Grip­pe —  welt­weit auf­tre­ten. Die indi­vi­du­el­le Gefahr, im Fal­le einer Infek­ti­on schlimm zu erkran­ken, scheint nach wie vor nied­rig zu sein. Doch wir wis­sen mitt­ler­wei­le, dass eine Infek­ti­on mit dem neu­en Virus beson­ders für alte Men­schen und Men­schen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen ein höhe­res Risi­ko dar­stellt und ver­mehrt zu schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen führt. Stand der For­schung: Die Gefahr einer Infek­ti­on zieht ihre Bedroh­lich­keit vor allem aus der Tat­sa­che, dass noch kei­ne Immu­ni­tät in unse­rer Spe­zi­es dage­gen exis­tiert. Eine spe­zi­fische, gegen das neu­ar­ti­ge Coro­na­vi­rus gerich­te­te The­ra­pie oder Schutz­imp­fung steht der­zeit nicht zur Ver­fü­gung, doch in der inter­na­tio­na­len For­schung – unter ande­rem zwi­schen Health Secu­ri­ty Com­mit­tee der EU, Glo­bal Health Secu­ri­ty Initia­ti­ve der G7 und CEPI (Coali­ti­on for Epi­de­mic Pre­pared­ness Inno­va­tions) — wird mit aller Kraft an der Ent­wick­lung eines Impffstoffs und an der Erfor­schung des Virus gear­bei­tet.