Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Nachruf auf zwei Kämpferinnen: Meine Erinnerungen an Emilja Mitrovic und Elisabeth von Dücker

Nachruf auf zwei Kämpferinnen: Meine Erinnerungen an Emilja Mitrovic und Elisabeth von Dücker

Nachruf auf zwei Kämpferinnen: Meine Erinnerungen an Emilja Mitrovic und Elisabeth von Dücker
Zwei Kämp­fe­rin­nen für Frau­en- und Sex­wor­ker-Rech­te ver­star­ben in die­sem Jahr uner­war­tet — wir trau­ern um Emil­ja Mit­ro­vic und Dr. Eli­sa­beth von Dücker. Dank und Ver­bun­den­heit gel­ten die­sen Frau­en, die­sen Mit-Strei­te­rin­nen, die­sen Ver­bün­de­ten aller Sexarbeiter:innen. Mit ihrer Arbeit bekämpf­ten sie Vor­ur­tei­le, tru­gen zur Ent­a­bui­sie­rung eines stig­ma­ti­sier­ten The­mas bei, enga­gier­ten sich gegen die Aus­gren­zung von Sex­ar­beit und setz­ten sich dafür ein, Deutsch­land zu einem bes­se­ren und gerech­te­rem Ort für alle zu machen. In Gedan­ken sind wir bei ihren Ange­hö­ri­gen, Freund:innen und allen Men­schen, die ihnen nahe­stan­den. Dr. Eli­sa­beth von Dücker war als Kura­to­rin und Kunst­wis­sen­schaft­le­rin im Muse­um der Arbeit in Barm­bek für den Bereich All­tags- und Frau­en-Geschich­te zustän­dig. Ihr Fokus lag dar­auf, die Arbeits­wel­ten von Frau­en sicht­bar zu machen — und dazu gehör­te auch die Sex­ar­beit. Sie besuch­te Sex­work Kon­fe­ren­zen in Nürn­berg und Ham­burg — dort traf ich sie zum ers­ten Mal. 2005 stell­te sie dann die kul­tur­ge­schicht­lich ein­ma­li­ge Aus­stel­lung “Sex­ar­beit” auf die Bei­ne, wel­che die Lebens- und Arbeits­welt von Sex­ar­bei­ten­den beschrieb. Als Ver­bün­de­te hat sie aus­ch­lag­ge­bend zur Ent­ta­bui­sie­rung des stig­ma­ti­sier­ten The­mas Sex­ar­beit bei­getra­gen und dazu auf­ge­for­dert, Vor­ur­tei­le zu hin­ter­fra­gen. In die­sem Por­trait von Julia­ne Brum­berg erfährt man mehr über die Arbeit von Eli­sa­beth von Dücker. Emi­li­ja Mit­ro­vic, in Ser­bi­en gebo­ren, war Mut­ter einer Toch­ter, Gewerk­schaf­te­rin und Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin. Jah­re­lang beglei­te­te und unter­stütz­te sie die Sex­wor­ker-Bewe­gung und mach­te sich poli­tisch für die Rech­te von Sex­ar­bei­ten­den stark. Oft traf ich sie in Ber­lin — bei Aus­stel­lun­gen, bei Per­for­man­ces, bei Sex­work Kon­fe­ren­zen. Gut kann ich mich an ihre Füh­rung durch Ham­burgs Rot­licht-Bezirk St. Georg erin­nern — in wel­cher wir Details aus der Sze­ne erfuh­ren, den Han­sa­platz und die Bera­tungs­stel­le Ragaz­za besuch­ten und die  Stun­den­ho­tels sahen, wo die Sex­wor­ker am Stras­sen­strich anschaf­fen. Emil­ja initi­ier­te die wich­ti­gen Netz­wer­ke “Rat­schlag Pro­sti­tu­ti­on Ham­burg” und “MigrAr — Anlauf­stel­le des DGB für Men­schen ohne Papie­re“. Mit ihrer Stu­die über den “Arbeits­platz Pro­sti­tu­ti­on” in 2004 unter­stütz­te sie maß­geb­lich die gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on von Sex­wor­kern bei Ver­di. Sie lei­te­te den Fach­be­reich 13 für “Beson­de­re Dienst­leis­tun­gen”, kämpf­te gegen Dis­kri­mi­nie­rung und Dop­pel­mo­ral und erhob ihre Stim­me für mar­gi­na­li­sier­te Sex­ar­bei­ten­de. Der taz-Redak­teur Kai von Appen schrieb die­sen Nach­ruf über Emi­li­ja und ihre uner­müd­li­che Arbeit.
Die­ser Text stammt von BesD-Vor­stän­din Susan­ne Blei­er-Wilp, ehe­ma­li­ge Sex­ar­bei­te­rin und lang­jäh­ri­ge Akti­vis­tin für die Rech­te von Sex­wor­kern.