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2. Juni: Hurentag

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Aktionswoche 2026

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Stellungnahme: BesD verurteilt Entfernung von trans* aus Stonewall-Geschichte

Stellungnahme: BesD verurteilt Entfernung von trans* aus Stonewall-Geschichte

Stellungnahme: BesD verurteilt Entfernung von trans* aus Stonewall-Geschichte
ver­fasst von BesD-Mit­glie­dern Alex King und Pal­las Athe­ne  Als Berufs­ver­band für Sex­ar­bei­ten­de sehen wir mit gro­ßer Besorg­nis die Ent­schei­dung des US Natio­nal Park Ser­vice, Ver­wei­se auf die trans* Com­mu­ni­ty im Zusam­men­hang mit der Stone­wall-Geschich­te zu ent­fer­nen. Kon­kret wur­den auf der offi­zi­el­len Web­sei­te der US-Natio­nal­parks Hin­wei­se auf die Rol­le von trans* Men­schen in den Stone­wall-Auf­stän­den gestri­chen. Dies geschieht im Kon­text einer poli­ti­schen Linie, die trans* Iden­ti­tä­ten zuneh­mend aus dem öffent­li­chen Dis­kurs ver­drän­gen will. Die­se Geschichts­re­vi­si­on ist nicht nur ein Angriff auf die trans* Com­mu­ni­ty, son­dern auch ein Ver­such, den Bei­trag mar­gi­na­li­sier­ter Grup­pen an der LGBTQIA+-Bewegung unsicht­bar zu machen. (Quel­le: The Hill) Die Stone­wall-Auf­stän­de waren ein zen­tra­ler Wen­de­punkt im Kampf für LGBTQIA+-Rechte. Ins­be­son­de­re trans* Per­so­nen und Sex­ar­bei­ten­de stan­den an vor­ders­ter Front für Gleich­be­rech­ti­gung. Am 28. Juni 1969 kam es in der Chris­to­pher Street in New York zu einem Auf­stand gegen anhal­ten­de Unter­drü­ckung durch die Poli­zei. Mit­ten­drin, sowohl an die­sem Tag als auch in den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren, war Mar­sha P. John­son – eine schwar­ze, trans* Sex­ar­bei­te­rin und Akti­vis­tin. Das „P“ in Mar­shas Namen stand für „pay it no mind“ – eine Auf­for­de­rung, sie nicht auf­grund ihrer Iden­ti­tät, ihrer Arbeit oder ihres ver­meint­li­chen „Anders­seins“ zu ver­ur­tei­len. Heu­te wird genau das infra­ge gestellt, wenn die Geschich­te von Men­schen wie Mar­sha und ihrem Bei­trag zur LGBTQIA+-Bewegung aus dem öffent­li­chen Bewusst­sein ent­fernt wird. Ver­ste­hen kann man den Satz als „küm­me­re Dich nicht drum“ – aber das tun wir! Der Auf­stand ent­fach­te sich an der anhal­ten­den sozia­len und poli­zei­li­chen Unter­drü­ckung der Zeit. Auch 55 Jah­re spä­ter wären Mar­sha P. John­son und vie­le ande­re noch immer Teil einer der am meis­ten unter­drück­ten Men­schen­grup­pen welt­weit. Statt „poli­tisch unbe­quem“ spre­chen wir von „poli­tisch uner­wünscht“. Es geht um die Exis­tenz von Men­schen, die ein­fach nur leben wol­len – das Pro­blem ist jedoch ein poli­ti­sches Sys­tem, das Viel­falt unter­drü­cken will. Nur durch Ent­kri­mi­na­li­sie­rung, Auf­klä­rungs­ar­beit und soli­da­ri­sches Han­deln kann Stig­ma abge­baut wer­den. Jede Per­son in unse­rer Gesell­schaft kann im All­tag dazu bei­tra­gen, dass Men­schen wie Mar­sha, Men­schen wie Du und ich, weni­ger Stig­ma und Gewalt erfah­ren. Das bewuss­te Ent­fer­nen die­ser his­to­ri­schen Refe­ren­zen ist ein alar­mie­ren­des Signal. Es beginnt oft damit, dass Men­schen aus der öffent­li­chen Wahr­neh­mung ver­schwin­den – und wir wis­sen aus der Geschich­te, wohin das füh­ren kann. Gera­de in Deutsch­land, wo „Nie wie­der“ ein zen­tra­les Ver­spre­chen unse­rer Geschich­te ist, dür­fen wir nicht schwei­gen, wenn Geschich­te umge­schrie­ben und mar­gi­na­li­sier­te Grup­pen unsicht­bar gemacht wer­den. „Nie wie­der ist jetzt“ – auch und gera­de, wenn es um die Rech­te und die Geschich­te von trans* Per­so­nen und Sex­ar­bei­ten­den geht. Als Ver­band, der vie­le trans* Kolleg*innen in sei­nen Rei­hen hat, sehen wir es als unse­re Pflicht, gegen die­se Form der Geschichts­re­vi­si­on Stel­lung zu bezie­hen. Wir for­dern Respekt und Aner­ken­nung für die Rol­le, die trans* Per­so­nen und Sex­ar­bei­ten­de in der LGBTQIA+-Bewegung gespielt haben und wei­ter­hin spie­len. Geschich­te darf nicht nach­träg­lich berei­nigt wer­den, um poli­tisch uner­wünsch­te Wahr­hei­ten zu ver­drän­gen. Moral­po­li­tik und Dis­kri­mi­nie­rung abzu­leh­nen und für­ein­an­der ein­zu­ste­hen, wenn es dar­auf ankommt – genau das ist jetzt wich­tig! Wir möch­ten in die­sem Zusam­men­hang auch auf die Unter­schrif­ten­ak­ti­on der Initia­ti­ve „Sowi­e­noch“ zur För­de­rung der trans* Gesund­heit hin­wei­sen. Sie for­dert, die Gesund­heits­ver­sor­gung für trans* Men­schen im Gesund­heits­we­sen zu belas­sen, anstatt sie poli­tisch zu instru­men­ta­li­sie­ren. Wir unter­stüt­zen das aus­drück­lich – mach auch Du mit! * Bild: Stone­wall Inn 2026 von Rho­do­den­dri­tes via Wiki­Com­mons