Liebe Leserinnen und Leser,

 

wir möchten Sie mal wieder auf dem Laufenden halten.

Das Prostituierten-„Schutz“-Gesetz ist zwar seit Anfang des Monats in Kraft, es besteht aber noch absolut kein Grund zur Panik.

Bis zum 31.12.2017 gilt die Übergangsregelung, in dieser Zeit wird es auch noch keine Kontrollen geben. Auch die umsetzenden Behörden sind größtenteils noch nicht vollständig vorbereitet. Alle Kolleg*innen, die schon länger als diesen Monat in der Sexarbeit tätig sind, müssen sich eh erst ab 1.1.2018 angemeldet haben.

Informationen zum ProstSchG findesn Sie auf der Infoplattform und unter den FAQ; ein aktueller Überblick zu den Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern ist hier zu finden.

Kurz vor dem in Kraft treten des ProstSchG wurde Verfassungsbeschwerde eingereicht. Wir halten Sie über die Entwicklungen dazu auf dem Laufenden.

 

In diesem Newsletter findesn Sie neben Einblicken in die Arbeit des BesD e.V. auch aktuelle Themen & Veranstaltungen, einen Rückblick, sowie Leseempfehlungen zum Thema Sexarbeit ...

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Einblick - Was macht der BesD?

 

Ein Beschwerdeformular für das ProstSchG

Da die offizielle Evaluation des ProstSchG extrem unterfinanziert ist, werden die Auswirkungen des Gesetztes dadurch kaum zu erfassen sein. Dieses Defizit wollen wir mit dem Beschwerdeformular für Sexarbeiter*innen auffangen.

Unter www.beschwerdeformular-sexarbeit.de können alle Probleme, die im Zuge des ProstSchG auftauchen dokumentiert werden. Zusätzlich gibt es ein Dokument für Betreiber; so wollen wir erfassen, inwieweit gute Arbeitsplätze durch das Gesetz zerstört werden. Außerdem gibt es ein Formular, wo Kunden, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, eventuelle Probleme durch Kontrollen oder Sonstiges dokumentieren können.

 

Kampagne 'Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!'

Der BesD unterstützt die Kampagne und auch Cornelia Möhring von der Linken spricht sich für die Kampagne aus. Informationen zu aktuellen Aktionen und Veranstaltungen finden sich hier. Falls Sie die Kampagne unterstützen wollen, können Sie sich auf der Website als Unterstützer*in eintragen.

 

Neugestaltung der Webseite

Die Arbeit an der neuen Infoplattform und der Neustrukturierung der Webseite ist auf deutsch weitestgehend abgeschlossen.

Auf einer Deutschlandkarte sammeln wir alle Angebote für Sexarbeiter*innen; von Anwälten, Ärzten und Steuerberatern, die Sexarbeitenden gegenüber offen sind, über Beratungsstellen bis zu Bildungsangeboten. Sie können ihr Angebot auf der Webseite selbst eintragen.

Gesucht:

Wer über Sprachkenntnisse in rumänisch, bulgarisch, ungarisch, englisch, spanisch, portugiesisch, französisch, polnisch, thai, oder sonstigen Sprachen verfügt, und uns helfen möchte bei Textübersetzungen, darf sich gerne melden -> info@berufsverband-sexarbeit.de

Es gibt auch eine kleine Aufwandsentschädigung.

 

Wir suchen eine*n SocialMediaExpert*in, um uns ehrenamtlich zu beraten :-)

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Aktuelles

Jeden Donnerstag 18:00 - 21:00, Subway, Berlin

Trans*Diner

In der Nollendorferstraße 31 findet jeden Donnerstag ein gemeinsames Essen von, mit und für Trans*Sexarbeiterinnen statt. Das Essen ist vom Netzwerk Trans*Sexarbeit organisiert, Interessierte melden sich gerne unter sexworksberlin@gmail.com

 

Samstag, 9. September - Berlin, Gendarmenmarkt

Demonstration Freiheit 4.0 - Rettet die Grundrechte

Das Maß an Überwachung ist voll! Es ist Zeit für eine Demonstration für Freiheits- und Grundrechte! Zwischen 12:00 und 22:00 Uhr (Demozug: ca. 14:00-16:00 Uhr) wird im Vorfeld der Bundestagswahl gegen eine Überwachungsgesellschaft protestiert.

Als Betroffene des ProstSchG sind unsere Grund- und Freiheitsrechte besonders gefährdet, deshalb wollen wir in einem eigenen Block auf unsere Situation aufmerksam machen. Detailiere Informationen findest du zeitnah bei facebook und auf der Website der Kampagne 'Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!'.

 

Samstag, 16. September - Berlin

Gegen den Marsch für das Leben

Fundamentalistische ChristInnen planen mal wieder, mit weißen Holzkreuzen durch Berlin zu ziehen und unter anderem gegen Abtreibung mobil zu machen. Verschiedene feministische Bündnisse rufen zu Protesten auf – für radikalen Feminismus, sexuelle und körperliche Selbstbestimmung, gegen christliche Gehirnwäsche!

So wird das what the fuck!-Bündnis zur Blockade des Marsches auf und das feministische Netzwerk plant eine friedliche Gegenaktion, an der sich auch Sexarbeiter*innen beteiligen. Details zu den Gegenveranstaltungen findet ihr bald auf den Websites.

 

Montag, 23. Oktober – Berlin, Rotes Rathaus, Luise-Schröder-Saal
10:00 – 18/21:00 Uhr

2. Fachtagung Die Demokratisierung der Lust

Gelebte Sexualität als Menschenrecht und nicht als Privileg – das ist der Ansatz der Tagung.

Denn Lust ist mit Macht verbunden – mit Macht über sich selbst. Und sie stellt ein Privileg dar. So wird bestimmten Personengruppen die Respektierung ihres erotischen Wertes verweigert, die Ausübung ihrer Sexualität als schädlich definiert und reglementiert. Das wird zum Beispiel bei alten und behinderten Menschen deutlich und bei Prostituierten.

Emanzipatorische Bewegungen schufen in den letzten 50 Jahren neues Bewusstsein, andere Werte und entsprechendes politisches Handeln. Sie sind undenkbar ohne die sexuelle Befreiung, in deren Zuge auch über die Ermöglichung von Sexualität für alte und behinderte Menschen, u.a. auch durch Sexarbeit nachgedacht wird.

Eine Demokratisierung der Lust verteilt nicht nur Sexualität anders, es ergibt sich auch eine andere Verteilung von Macht.

Informationen und Anmeldung hier.

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Rückblick

15. Juli - Berlin

Hurenblock auf der Pride Parade

Die Pride Parade richtet sich nach dem Motto: "Viele Menschen denken, Behindert-Sein oder Verrückt-Sein ist schlecht. Sie denken: Das ist nicht normal! Aber wir sagen: Wir sind, wie wir sind, und das ist gut so!"

Da auch wir häufig für verrückt erklärt, oder als abnormal betrachtet werden, haben wir uns auf dieser Parade pudelwohl gefühlt und haben mit den anderen zusammen gefeiert und viele Flyer verteilt.

 

30. Juni - Deutschlandweit

Bundesweite Proteste des Bündnisses der Kampagne 'Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!'

Einen Tag vor dem in Kraft treten des ProstSchG prostestierten die Bündnispartnernder Kampagne in verschiedenen Städten mit großen Transparenten.

 

2. Juni

Aktionen zum Hurentag 2017

Hamburg: Registrierungsbehörde am Hauptbahnhof

„Achtung, Sie betreten nun einen Sexarbeitsplatz! Haben Sie denn auch Ihren Hurenausweis dabei?“

Auf der St. Georg-Seite des Hauptbahnhofes, haben Aktivist*innen eine „Registrierungsbehörde“ eingerichtet, stellten „Hurenausweise“ aus und stempelten interessierte Passanten als Hure oder Stricher ab.

Berlin: Vorstellung der Kampagne SEXARBEIT IST ARBEIT. RESPEKT!

Hier ein Bericht darüber.

Berlin: Launch des ICRSE-Papers zum ProstSchG, Filme und Party

Der ICRSE hat in Zusammenarbeit mit Hydra und dem BesD ein Briefingpaper zum ProstSchG entwickelt; es soll einen Überblick zum Gesetz liefern und beinhaltet neben einer umfassenden Kritik auf klare Forderungen. Das Paper kannst du hier in deutsch und englisch abrufen.

Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung wurde auch ein großartiges Interview von Emy mit Mel und Nikki für TransgenderEurope veröffeltlicht., es wurde vielfältig diskutiert und anschließend ordentlich gefeiert.

 

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Immer up to date sein: 

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