Der BesD sucht Menschen die Lust haben uns zu unterstützen, indem sie ehrenamtlich diverse Texte von uns in andere Sprachen übersetzen, so dass wir Informationen auch für Sexarbeiter_innen anderer Nationen bereit stellen können.

Gesucht werden vor allem Menschen, die folgende Sprachen beherrschen:

  • englisch
  • polnisch
  • ungarisch
  • bulgarisch
  • rumänisch
  • russich
  • französisch
  • spanisch
  • italienisch
  • etc

Wenn Sie sich angesprochen fühlen und gerne helfen möchten, wenden Sie sich bitte an tanja@berufsverband-sexarbeit.de

Berlin, 9. Juli 2014: Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD), die Interessenvertretung der Sexarbeiter_innen in Deutschland, begrüßt die Ablehnung der Freierbestrafung durch eine beratende Expertenkommisson des französischen Senats.

„Diese Entscheidung sendet eine wichtige Botschaft nach Europa: Eine Verfolgung unserer Kunden trägt nicht zur Besserung der Situation von Sexarbeiter_innen bei!“, kommentiert die Pressesprecherin des BesD, Undine de Rivière. Johanna Weber, politische Sprecherin des BesD: „Es ist noch nicht ganz ausgestanden. Ich hoffe, dass der französische Senat das geplante Gesetz nun gänzlich ablehnt, da es Sexarbeiter_innen fälschlicherweise pauschal zu Opfern deklarieren würde.“

Das Gesetzesvorhaben der französischen Nationalversammlung vom Dezember 2013, das unter anderen vorsah, Prostitutionskunden strafrechtlich zu belangen, wurde von der vom Senat eingesetzten Kommission, die erstmals auch Sexarbeiter_innen als Experten anhörte, als Verschwendung von Ressourcen abgelehnt. Das Gesetz wird nun ohne die beiden strittigen Paragraphen zur Abstimmung in den Senat gegeben. Ein Abstimmungstermin steht bisher noch nicht fest.

Die französische Sexarbeiterorganisation Strass hatte bereits im Vorfeld den prohibitionistischen Denkansatz des Gesetzentwurfes kritisiert und eindringlich die Teilnahme an jeglichen Vorhaben eingefordert, die sich auf die Arbeitsbedingungen von Prostituierten auswirken. Statt für Verbote setzt Strass sich für den menschenrechtsbasierten Ansatz der vollständigen Entkriminalisierung von Sexarbeit ein, für mehr Rechte für migrantische und transsexuelle Sexarbeiter_innen und für eine Aufhebung des Werbe- und Anbahnungsverbots in Frankreich. Dies seien wirkungsvollere Maßnahmen zur Verbesserung von prekären Lebensbedingungen als Kriminalisierung und Stigmatisierung von Huren und ihren Kunden.

Weitere Informationen auf der Website des ICRSE

Anhörung im BFMSFJ am 12.06.2014 – „Regulierung des Prostitutionsgewerbes“
Beteiligung der Betroffenen an der Festlegung von Arbeitsstandards

 

Sehr geehrte Frau Schwesig,
wir als Vertretung der in sexuellen Dienstleistungsbranche Tätigen freuen uns, dass eine
politische und juristische Trennung der Themenbereiche Menschenhandel und Prostitution
erfolgt ist. Auch sehen wir es als positive Entwicklung an, dass das BMFSFJ bestrebt ist,
seine Inhalts- und Entscheidungsfindung durch Anhörung staatlicher Institutionen und
zivilgesellschaftlicher Akteure auf eine breite Basis zu stellen. Gerade der partizipative
Ansatz, Sexarbeiter_innen und Betreiber_innen, mit einzubeziehen, macht die inhaltliche
Ausfüllung geplanter gesetzlicher Änderungen und Neuerungen praxisnah und objektiv.

 

Die in der Anhörung deutlich gewordene Komplexität und Verschiedenheit der einzelnen
Arbeitsplätze und Arbeitsfelder in der Sexarbeitsbranche sollte für die differenzierte
Erstellung von Out- und Indoor-Arbeitsstandards eine mit konkreten Ziel- und
Zeitvorgaben versehene AG gegründet werden. Die Beteiligung von Sexarbeitern und
Betreibern ist essentiell, aber auch Fachinstitutionen wie beispielsweise Gesundheitsämter
und Beratungsstellen in dieser AG ist obligat. Ihre Ergebnisse sollten die Grundlage für
verbindliche Richtlinien sein.
Diesem Prozess ist ein angemessenes Zeitfenster einzuräumen. Als Vertreter der in der
sexuellen Dienstleistungsbranche Tätigen möchten wir eindringlich davor warnen, durch
übereilte Entscheidungen lediglich einem politischen Terminkalender gerecht zu werden.
Dies führt gerade in unseren Themenfeld nicht zu effektiven und nachhaltigen Lösungen.

Wir streben Änderungen an, die Schutz und Arbeitsbedingungen der Sexarbeiter_innen
verbessern, und Rechts- und Planungssicherheit für Betreiber_innen gewährleisten.

Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. (BesD)
Johanna Weber
www.berufsverband-sexarbeit.de
Mail: johanna@berufsverband-sexarbeit.de
Tel: 0151 – 1751 9771

Unternehmerverband Erotik Gewerbe Deutschland e.V. (UEGD)
Holger Rettig
www.uegd.de
Mail: info@uegd.de
Tel.: 0511 – 866 799 1

 

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