Mythos: „Das Schwedische Modell ist wichtig im Kampf gegen Menschenhandel.“

Fakt:

  • Kein Rückgang der Sexarbeit in Schweden, Verlagerung in den Untergrund
  • Kein Rückgang des Menschenhandels in Schweden
  • Erhöhte Gefahren für Sexarbeiter*innen
  • Verschlechterungen der Lebensbedingungen für Sexarbeiter*innen
  • Einschränkung der Grund- und Arbeitsrechte von Sexarbeiter*innen

Mythos: „Das Schwedische Modell hilft Prostituierten und schadet nur Freiern.“

Fakt:

  • Verstärkter Wettbewerb durch weniger Kunden führt zu niedrigeren Einkommen
  • Arbeiten unter riskanteren Bedingungen erhöht Gefahr von Gewalt und Ausbeutung
  • Angst vor Polizei und Verdrängung in die Illegalität behindern hilfesuchende Sexarbeitende.
  • Hilfeleistungen wie gegenseitiger Schutz oder gemeinsames Arbeiten unter Sexarbeitenden ist in Schweden illegal
  • Partner und erwachsene Kinder von Sexarbeitenden können mit dem Vorwurf der Zuhälterei belangt werden
  • Sexarbeiter*innen können das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren
  • Die Wohnungen und Grundstücke von Sexarbeiter*innen können zwangsgeräumt werden

Mythos: „Prostitution ist Gewalt gegen Frauen.“

Fakt:

  • Es besteht eine klare Trennung zwischen Sexarbeit und Menschenhandel / sexueller Ausbeutung / sexueller Gewalt
  • Sexuelle Handlungen ohne freiwillige Zustimmung stellen bereits heute eine Strafttat da, das Grundgesetz gilt auch für Sexarbeiter*innen
  • Die Handlungsfähigkeit und Kompetenz von Erwachsenen, die einvernehmliche Sexarbeit betreiben, muss anerkannt und respektiert werden
  • Auch negative Lebens-Umstände machen die Fähigkeit eines Menschen, Entscheidungen über sein eigenes Leben zu treffen, nicht zunichte
  • Die Zusammenführung von Menschenhandel und Sexarbeit wird durch eine moralische Agenda angetrieben, die mit vereinfachten Bildern und Narrativen, z.B. dem stereotypen Bild der Opfers, arbeitet und einfache Lösungen für komplexe Probleme anbietet
6 Kommentare
  1. Gerhard Schönborn
    Gerhard Schönborn sagte:

    Unter „Faktencheck“ stelle ich mir etwas anderes vor. Wo sind denn die Zahlen und Fakten? Das sind doch alles nur Behauptungen. Wie wäre es mit einem Vergleich Deutschland-Schweden zum Beispiel hinsichtlich der Gewalt gegen in der Prostitution Tätigen durch Freier und Zuhälter? Da sieht Deutschland ganz schön düster aus.

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  2. Christian
    Christian sagte:

    Leider haben wir in unserer Gesellschaft vergessen, was ein Mythos ist. Es ist eine Erzählung, die nie statt gefunden hat, aber etwas über unser Verhältnis zur Welt und Transzendenz erklärt. Ein Mythos erzählt etwas wahres. Im Gegensatz zur Lügengeschichte.

    Dass die Umsetzung einer guten Idee schief laufen kann, haben wir in Deutschland doch auch erlebt. Aber aus Fehlern kann man lernen. Weder das deutsche, noch das schwedische Modell scheinen in ihrer jetzigen Form sinnvoll zu sein (sofern die genannten Fakten stimmen; das nehme ich einfach mal so hin; Quellen wären aber sinnvoll). Also muss ein anderer Weg gegangen werden. Der ist meiner Meinung nach nur möglich, wenn sich die Prostituierten einig sind. Habt Ihr es mal versucht? Huschke Mau setzt sich ja für Solidarität mit allen Prostituierten ein. Ich denke nicht, dass das nur heiße Lust ist, wie seht Ihr das? Das lässt sich doch testen. Sich mal ein paar Tage zusammensetzen, mit einer neutralen Moderation, etwas Programm drumherum, dass man sich auch auf einer anderen Ebene kennen lernt und dann diskutieren, Pläne schmieden und aus der Sackgasse raus kommen. Wenn die Prostituierten mit einer Stimme sprechen, kann sich die Situation für alle verbessern, ansonsten bleibt Ihr der Spielball der verschiedenen Interessen.

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    • Johanna Weber
      Johanna Weber sagte:

      Hallo Christian,
      der BesD hat sich auch schon fruchtbar mit Huschke Mau unterhalten. Viele oft unschöne Dinge, die sie aus dem Arbeitsalltag in der Sexarbeit beschreibt, sind absolut richtig und kommen durchaus mal vor. Nur, dass wir daraus anders schlußfolgern als sie. Wir meinen, dass schlechte Arbeitsbedingungen und Abhänigkeitsverhältnisse sich durch das schwedische Modell nicht verbessern, sondern eher noch mehr verschlechtern.
      Gruß,
      Johanna Weber BesD

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      • Christian
        Christian sagte:

        Das größte Problem sehe ich in der finanziellen Ausbeutung. Mindestens 100 Euro für ein Zimmer am Tag, meistens deutlich mehr, Plus ca. 30 Euro für den Staat (also auch für mich). Gibt es da schon Modelle, wie man das reduzieren kann? Selbstverwaltete Bordelle oder Wohnungen? Denn diese Preise sind unverschämt und ausbeuterisch. Da muss sich auf alle Fälle was ändern. Ob Prostitution gut ist oder nicht ist eine Frage, dass einige Prostituierte mehreren Männer bedienen müssen, um erstmal die Kosten zu decken, ist kein akzeptabler Zustand.

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  3. Marilyn
    Marilyn sagte:

    Hallo,
    was nützen Vergleiche und was bringt das Prostituiertengesetz.
    Im Jahr 2002 legalisierte die Bundesregierung die Prostitution in Deutschland, jedoch was bedeutet in Deutschland?
    Schaut man sich die einzelnen Bundesländer an, jedes Bundesland hat ihre eigenen Gesetze und setzt Sperrbezirke!
    Einige Bundesländer machen es auch noch von der Größe der Städte abhängig. Warum legalisiert, wenn es mehr Einschränkungen als
    Freiheiten für die Sexarbeiter_innen gibt.
    Man sollte keine Sperrbezirke einrichten oder es von der Größe der Ortschaft abhängig machen wo man arbeiten kann und endlich die Prostitution zu einen regulären Arbeitsjob eingliedern. Meinerseits finde ich es für richtig, Arbeitsbereiche im Umkreis von mindestens 500 Meter von Kindergärten und Schulen fest zu legen.
    Es sollte mal eine Kampagne geben, um mehr Freiheiten für Sexarbeiter_innen zu erwirken mit der Abschaffung von Auflagen, wie Städtegrößen und sogenannte Sperrbezirke.
    Marilyn Sexarbeiterin

    Antworten

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