Der BesD hat gemeinsam mit verschiedenen Gesundheitsämtern ein Hygienekonzept für erotische Dienstleistungen im Rahmen der Corona-Krise entwickelt.


Viele Branchen sind vom Lockdown schwer betroffen – doch gerade in der Sexarbeit lebt ein hoher Anteil von der Hand in den Mund und hat wenig bis keine Rücklagen. Besonders im Bereich Straßen-Sexarbeit sind viele Beschäftigte zusätzlich nicht krankenversichert und bereits von Armut betroffen.

Wir fordern die Gleichbehandlung von Sexarbeit mit vergleichbaren körpernahen Dienstleistungen. Im Sinne der Übertragung und Bekämpfung des Corona-Virus besteht kein Unterschied zwischen einer nichtmedizinischen Massage und einer erotischen Massage. Im zweiten Schritt plädieren wir für eine geordnete Öffnung aller Bereiche der Sexarbeit unter Anwendung entsprechender Hygiene-Konzepte für den Schutz von Dienstleister*innen und Kund*innen sowie die Vorbeugung von Neu-Ansteckungen.

Mit unserem Anliegen haben wir uns an die Bundesländer und die zuständigen Behörden gewendet: —> Unsere Pressemitteilung zum Download 

Sexarbeiter*innen hoffen auf Lockerung des Arbeitsverbots

„Auch unsere Branche möchte Licht am Ende des Tunnels sehen. Seit der Einführung des Prostitutionsgesetzes gehört es zu den erklärten Zielen der Regierung, auf die Entstigmatisierung von Sexarbeiter*innen hinzuwirken – hier besteht die Chance, für Gleichberechtigung zu sorgen.“ (Zitat Johanna Weber, politische Sprecherin BesD)

Das Hygiene-Konzept des BesD umfasst Regelungen für Arbeiten in Terminwohnungen/eigener Wohnung/Wohnwagen, Haus- und Hotelbesuche (Escort) sowie Hygiene-Regeln für die Arbeit auf Straßenstrichen.


–> HIER LESEN: Hygiene-Konzept für Sexarbeit während Corona


Vorbeugende Maßnahmen gehören zu unserem Arbeitsalltag – schon vor der Krise

Konkrete Konzeptvorschläge für alle Arten von Prostitutionsstätten sind Aufgabe der zuständigen Betreiberverbänden und -zusammenschlüsse. Diese sind aufgrund des
Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) und ganz unabhängig von Corona bereits zu passgenauen Hygiene-Konzepten und der Hinwirkung auf die Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten jeder Art verpflichtet.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, die nun erst einen verstärkten Umgang mit Hygiene erlernen müssen, gehören vorbeugende Maßnahmen gegen Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu unserem Arbeitsalltag. Sexarbeitende sind gewohnt und in der Lage, mit dem Thema Infektionsschutz verantwortungsvoll umzugehen.“ (Zitat Undine de Rivière, BesD-Mitglied)

Hilfe durch Gleichbehandlung bei Corona-Lockerungen

Der Fakt bleibt: Ein Großteil der Sexarbeiter*innen kann kein Geld verdienen, solange unsere Arbeitsplätze geschlossen sind. Der Berufsverband hat für jene Sexarbeitende, die keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben, den –> Nothilfe Fonds ins Leben gerufen und bis dato bereits über 200 notleidenden Sexarbeitenden geholfen. Doch die Mittel unseres Verbands sind bald erschöpft. Hier sollte der Staat einspringen. Noch besser wäre es wenn wir uns selber helfen können, indem wir wieder unserer Arbeit nachgehen können.


Hygienekonzepte für Prostitutionsstätten:

UEGD
-> Hygienekonzept mit Stufenplan -> https://uegd.de/uegd-fordert-wiedereroeffnung-der-branche/

BSD
-> Hygienekonzept mit schrittweiser Öffnung -> https://bsd-ev.info/corona-hygienekonzept/

Zusammenschluss der Laufhäuser Stuttgart
-> Laufhäuser Stuttgart – Anschreiben Ministerpraes. Lucha wegen Hygienekonzept

4 Kommentare
  1. Kawasaki
    Kawasaki sagte:

    Die Argumente der Verbotswütigen sind aus meiner Sicht Unsinn. Die größte Verbreitung der Viren geschah auf Partys, in Diskotheken und bei Chorproben. Von der Sexarbeit ist kein einziger Fall bekannt geworden, da sind Schulen oder Innenräume von Kneipen riskanter, von den oben genannten gar nicht erst zu reden.

    Ответить
  2. Klaus
    Klaus sagte:

    Abgesehen davon: Welcher Mann will schon Name und Adresse bei einer Dienstleisterin hinterlassen, wo es doch gerade um die Anonymität geht? Und warum erhält der Mann nicht die echten Kontaktdaten der Frau? Die hat nach einer Woche die Wohnung in Düsseldorf verlassen und ist für eine Woche in Koblenz, danach in Hamburg usw. Wie soll diese Frau gefunden werden, wenn der Mann infiziert ist und sie sich bei ihm angesteckt hat?

    Ответить
    • Johanna Weber
      Johanna Weber sagte:

      Lieber Klaus,
      die Damen sind in den Prostitutionsstätten registriert. Die Betreibenden müssen diese Daten laut ProstSchG (ProstituiertenSchutzGesetz) 2 Jahre aufbewahren. Es muss täglich alles aufgeschrieben werden. Die Rekontruktion der Dame ist überhaupt kein Problem.
      Unser Verband lehnt das ProstSchG jedoch ab.
      Auch ohne die Auflagen dieses Gesetzes hätte jede Dame einen Mietvertrag mit ihrem Bordell.
      Im Sinne von Corona-Prävention wird jede*r Betreiber*in dafür sorgen, dass eine Rückverfolgung möglich ist. Optimalerweise kümmert sich die selbstständige Sexarbeiter*in selber darum. So sehen wir es in unserem Konzpet auch vor.
      Johanna
      vom BesD

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  3. Selly
    Selly sagte:

    Hallo Kawasaki, deiner Darstellung des obigen Textes kann ich nur zustimmen. Nicht ein einziger Ansteckungsfall bezüglich Corona in irgendeinem Sex anbietenden Betrieb’s egal wie diese sich auch namentlich nennen. Der Staat hat hier im Grunde genommen ein allumfassendes Berufsverbot für diese Dienstleister ( Bar’s, Club’s. usw. ) erteilt. Was meines er achtens nicht rechtens ist. Ich bin selbst in diesem Bereich tätig ( Escort ) und Inhaber eines Club’s der schon seit mehr als 30 Jahre hier in 57319 Bad Berleburg ansäßig ist. Bei mir Arbeiten auch Damen im Club, ( Jetzt nur noch 2 ) sonst in der Regel 3 bis 4 Damen. Nach Äusserungen der Damen waren diese froh endlich Legal Arbeiten zu dürfen, Geschützt in einem Club, wo Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit gegeben sind. Nun haben alle Frauen Angst wieder auf der Strasse Arbeiten zu müssen. Und nein keine der Frauen die ich persönlich kenne möchte vom Staat umerzogen werden um in einem anderen Berufsbereich integriert zu werden. Auch dann nicht wenn der Staat diesen Frauen Geld an bietet. Denn dann müsste der Staat auch ihre Familien in zb: Rumänien geben damit. diese vernünftig Leben und wohnen können. Diese Frauen Arbeiten im Rotlicht Bereich gerade weil sie ihre Familien unterstützen wollen. Ich bin auch strickt gegen Zwangsprostitution und wenn ich es irgendwo mitbekommen würde, würde ich einschreiten und es beenden. Alle Frauen in meinem Club Arbeiten in einem Sicheren, Sauberen, Geschützten Haus sind angemeldet und für ihre Familien zu jeder Zeit erreichbar egal wie auch immer, sie haben jede ihr eigenes Privat Zimmer und auch ein separates Arbeits Zimmer. Es gibt Ruheräume für jede Dame. Wir haben einen Ruhetag und in meinem Club darf maximal nur 8 Stunden pro Nacht gearbeitet werden. Wir öffnen immer gegen 20:00 Uhr und schließen spätestens um 04:00 Uhr in der Früh. Der Rest ist Freizeit und dergleichen. Unsere Kunden wissen das auch und Respektieren dies auch. Des Weiteren ein großer Garten mit Wirlpool usw. Was der Staat da jetzt Diskutiert ist erstens Diskriminierend gegenüber der Branche und Bevormundung jeden einzelnen, ob nun Betreiber oder Dienstleister’in. Ich unterstütze die Damen so gut es eben geht. Wünsche uns allen einen guten Ausgang damit die Damen erstens weiterhin Legal Arbeiten können und dadurch auch die Betreiber nicht in den Konkurs gehen müssen. In diesem Falle werde ich den Staat auf Entschädigung verklagen, denn ich habe nachdem alles Legal wurde 2017 den Club gekauft und bedingt dadurch auch Schulden machen müssen. Geschrieben von Inh: Juergen Struth Night Club L“amour.

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