Termin: 3.Juli – 8:30 Uhr – Bundesrat, Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin – ACHTUNG geänderte Uhrzeit


Am 03.07. ist der letzte Sitzungstag des Bundesrates vor der Sommerpause. Die Sexarbeitsbranche steht immer noch unter Arbeitsverbot und braucht eine Perspektive. Deshalb protestiert der Berufsverband für Sexarbeiter*innen (BesD e.V.) gemeinsam mit dem Bundesverbands für Betreiber*innen (BSD e.V.) vor dem Deutschen Bundesrat.

In Deutschland profitieren bereits nahezu alle Branchen von Corona-Lockerungen. Unter anderem durften Friseurläden, Massagesalons, Kosmetikstudios, Tantrainstitute, Fitnessstudios, Tattooläden, Saunen, Gaststätten und Hotels wieder öffnen und je nach Bundesland sind Veranstaltungen mit mehr als 50/100/300 Personen wieder erlaubt. Ungeachtet dessen, dauert die Schließung der Prostitutionsstätten deutschlandweit weiter an.

Dieser fortwährende Lock-Down erscheint angesichts der Entwicklungen in anderen Branchen unverständlich:

  • Sexarbeit findet in der Regel in einem 1:1 Kontakt zwischen Sexarbeiter*innen und Kund*innen statt. Sowohl der BesD e.V. als auch der BSD e.V. haben in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern Hygienekonzepte für die Sexarbeit innerhalb (z.B. Apartmenthaus, Bordell, Laufhaus) und außerhalb (z.B. Escort, Straßenstrich) von Prostitutionsstätten erarbeitet.
  • Es ist nicht nachvollziehbar, dass Corona-Schutzmaßnahmen zwar in einem Massagesalon, aber nicht in einem Bordell umsetzbar sein sollen. Prostitutionsstätten
    unterliegen besonders rigiden Auflagen und sind verpflichtet, den bei ihnen tätigen Sexarbeiter*innen ein geschütztes, hygienisches Arbeitsumfeld zu bieten.

Während Nachbarländer wie die Schweiz, Belgien, Österreich, Tschechien und die Niederlande Sexarbeit bereits insgesamt wieder erlaubt haben, bietet die hiesige Politik keine Perspektiven für die Wiedereröffnung von Prostitutionsstätten und beraubt damit den Großteil der Sexarbeitenden ihrer Arbeitsplätze.

Entgegen der Behauptungen von Prostitutionsgegner*innen ist die Corona-Krise keine „Chance“ für die Einführung eines Sexkaufverbots und damit die Illegalisierung einer gesamten Branche. Sondern vielmehr eine Gelegenheit die Gemeinsamkeiten von Sexarbeit mit anderen Branchen zu erkennen und stigmatisierende und ineffektive Sondergesetze wie das ProstituiertenSchutzGesetz abzuschaffen.

Kontakt und Nachfragen:

Johanna Weber, politische Sprecherin | johanna@besd-ev.de | 0151 – 1751 9771
Lilli Erdbeermund, Pressebüro | presse@besd-ev.de oder → Presseanfrage über Website

4 Kommentare
  1. Bizarr Studio Schwarz
    Bizarr Studio Schwarz sagte:

    Es kann nicht sein das alle die Chance zu arbeiten haben und wir nicht. Außerdem kann es nicht sein das viele schon Lockerungen haben und wir im absoluten Parkverbot stehen. Es muss für uns auch eine Möglichkeit geben zu überleben unser Beruf schadet nämlich niemanden

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  2. Melanie
    Melanie sagte:

    Hallo guten tag zu zeit bin ich hier in kolumbiem ich habe keine arbeiten ich bkn schon 20 jahre in Deutschland aber jetz in kolumbien ich weiß nicht was soll ich machen. Danke L.G Melanie

    Antworten
  3. Elke's Kuschel WG
    Elke's Kuschel WG sagte:

    Hallo alle zusammen, wir von der Elke’s Kuschel WG schliessen uns der Meinung des Studio Schwarz an.
    Was denken die Herren und Damen, die diese Verordnungen zu rechtfertigen haben? Was wird aus den Dienstleisterinnen und Dienstleistern? die Coronahilfe hat mehr, oder weniger den Immobilienbesitzern geholfen und die laufen jetzt aus, wie wollen die Politiker uns am Leben halten? An die Politik…hört mit diesen Hype Corona auf, ihr treibt mit den Medien den Menschen beträchtlich Angst ein, dazu kommt, das gesunde Menschen jetzt auch krank werden, aber aus Angst, ihre Existenz zu verlieren. Werte Politiker, nicht Corona ist das Problem, ihr seit das Problem. Laßt uns wieder arbeiten und unsere Lebenshaltungskosten selbst bestreiten.

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  1. […] 03.07. | Berlin | ab 11:00 Uhr | Protest gegen Arbeitsverbot: Sexarbeiter*innen protestieren gemeinsam mit Betreiber*innen vor dem Bundesrat in Berlin für eine Aufhebung des Arbeitsverbots -> hier geht es zu unserer Pressemeldung. […]

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