Durch die Corona-Krise ist deutlich geworden, dass Sexarbeit in Deutschland noch weit von einer breiten gesellschaftlichen und politischen Anerkennung entfernt ist. Nach beinahe 6 Monaten Arbeitsverbot, bleibt trotz Lockerungen ein bitterer Nachgeschmack von Ausgrenzung und Diskriminierung. Einige Bundesländer bestehen nach wie vor auf ein mit Corona begründetes Verbot. Gerade jetzt dürfen wir nicht müde werden, für die Rechte von Sexarbeitenden und die Anerkennung von Sexarbeit zu kämpfen.

Aktion 1: Mahnwache vor dem Tagungsort des „Bündnis Nordisches Modell“
Beginn: 26. September; 11:00 Uhr
Ort: Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn (vor Gustav Stresemann Institut)

Bereits im Mai versuchte eine kleine Gruppe aus Bundestagsabgeordneten auf dem Rücken der Corona-Maßnahmen ein dauerhaftes Sexkaufverbot zu forcieren. Wie so oft wurden die Stimmen von Sexarbeitenden dazu ignoriert oder gar nicht erst gehört. (—> siehe Stellungnahme)

Dieses Wochenende trifft sich das „Bündnis Nordisches Modell“ im GSI – der Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung von Prostitutionsgegner*innen, die gemeinsam auf „ein Umdenken in der deutschen Prostitutionspolitik“ hinwirken und „eine Welt ohne Prostitution“ durchsetzen wollen. Unter anderem nehmen mit Leni Breymaier und Elisabeth Winkelmeier-Becker zwei Mitglieder des deutschen Bundestags, die Vorständin von Terre des Femmes sowie die EMMA-Chefredakteurin Alice Schwarzer an der Veranstaltung teil.

Mit einer schweigenden Mahnwache und der Projektion von Videostatements von Sexarbeitenden protestieren wir gegen diese sexarbeitsfeindliche Veranstaltung, in der Nicht-Prostituierte sich über unsere Köpfe hinweg über unser Leben, unsere Arbeit und unsere Existenz zu entscheiden anmaßen.

–> Hier ist der persönliche Brief einer Sexarbeiterin an dass Gustav Stresemann Institut bezüglich der Veranstaltung zu lesen.

Aktion 2: Versammlung am Straßenstrich in der „Immenburg“
Beginn: 26. September; 14:00 Uhr
Ort: Ecke Immenburg Straße / Jonas-Cahn-Straße, 53121 Bonn

Neben einigen Redebeiträgen machen wir gemeinsam mit Mitarbeitenden von Beratungsstellen für Sexarbeitende und der Deutschen AIDS-Hilfe auf die Gefahren eines Sexkaufverbots aufmerksam.
Einzelne Statements aus verschiedenen Bereichen werden wir nach Form einer buddhistischen Gebetsflagge aufhängen und für Umstehende sichtbar machen.

Wir thematisieren die Arbeitsrealität, Bedürfnisse und Rechte von Sexarbeitenden – ob im Laufhaus oder auf dem Straßenstrich. Für Pressegespräche und Foto-Gelegenheiten stehen wir sowohl abseits der Mahnwache als auch bei der anschließenden Versammlung am Straßenstrich gerne zur Verfügung – bitte wenden Sie sich bei Fragen an unseren Presse-Ansprechpartner:

Andre Nolte 
+49 (0) 30 61 65 27 57
presse@besd-ev.de

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