Freierbestrafung nimmt uns unsere Kunden und somit die Arbeitsgrundlage

WANN?      15.10.2019, 18:00 Uhr

WO?            Bundestag „Paul-Löbe-Haus“, Paul-Löbe-Allee, 10557 Berlin

WER?         Alle Sexarbeitenden und Unterstützer

WARUM?
An diesem Dienstag findet im Bundestag die erste Sitzung des parlamentarischen Arbeitskreises zum Thema Prostitution statt. Einberufen von der Bundestagsabgeordneten Leni Breymaier (SPD). Sie engagiert sich auch in der Organisation ‚Sisters‘ für das Verbot von Sexarbeit. Auch andere teilnehmende Politiker*innen der CDU/CSU und der SPD haben sich bereits positioniert: Sie wollen das „nordische Modell“ das sogenannte „Sexkaufverbot“ einführen.

Intitiert wurde diese Aktion von der Initiative „Sexarbeit ist Arbeit“.
Hier deren Aufruf

Der BesD schließt sich an deren Aktion an.
Stellungnahme des Berufsverbandes zu den Bestrebungen der oben genannten Politker*innen.

Die Justizministerin, Christine Lambrecht, hat sich allerdings schon gegen die Strafregelung im Sinne der Freierbestrafung ausgesprochen.
„Da, wo man das nordische Modell gewählt hat, hat dies nicht etwa zu einem Rückgang der Prostitution geführt, auch nicht zu mehr Rechten und mehr Sicherheit für die Prostituierten. Im Gegenteil: Sie sind mehr Gewalt und größeren Gefahren ausgesetzt.“ 1)

Der Name „nordisches Modell“ ist irreführend,
denn es handelt sich um das schwedische Modell
.
In Schweden geht man davon aus, dass Prostitution nur unter Zwang erfolgen kann. Die Frau wird als Opfer gesehen und soll geschützt werden, während der Mann pauschal als Täter veruteilt wird. Der Kauf sexueller Dienstleistungen steht unter Strafe, während Prostituierte ihre Dienstleistungen legal anbieten dürfen.
Was nicht gesagt wird ist, dass jegliche Unterstützung von Sexarbeitenden illegal ist. So z.B. Fahrservice zu einem Escort-Date ins Hotel und wenn Kolleginnen sich gegenseitig Schutz bieten wollen. Auch Bordellbetriebe sind verboten, und Arbeiten in Privatwohnungen ist sehr schwierig, denn es darf nicht an Sexarbeitende vermietet werden. Es gibt Fälle, dass Sexarbeitenden das Sorgerecht für ihre Kinder aberkannt wurde. Es gibt Fälle, dass Kinder der Zuhälterei angeklagt wurden, weil sie vom „Hurenlohn“ ihrer Eltern leben. In Irland sitzen zwei Sexarbeiterinnen im Gefängnis, weil sie sich zum Schutz eine Arbeitswohnung teilten und dies als illegales Bordell gewertet wurde.
Daß der Straßenstrich kaum noch existiert wird als Erfolg des schwedischen Modells verkauft, ist aber eine natürliche Folge, wenn Sexkauf unter Strafe steht. Um überhaupt noch Kunden zu erreichen weichen die Sexarbeitenden aus an verlassene Plätze und Orte außerhalb der dichtbevölkerten Städte.
Die Arbeitsbedingungen in den Ländern mit Schwedischem Modell sind schlecht. Die Gewalt nimmt zu 2). Es gibt keine wissenschaftlich haltbaren Zahlen, dass der Menschenhandel in den Ländern zurückgegangen ist. Die Sexarbeit insgesamt verlagert sich in den Untergrund und in das Internet.
Infos dazu liefert die Schwedische Sexarbeits-Organisation Fuckförbundet: www.fuckforbundet.com

„Die guten Kunden sind weg, und die schlechten sind geblieben!“

r
esignierte Aussage einer schwedischen Sexarbeiterin einige Jahre nach der Einführung der Freierbestrafung.

Bei den Bestrebungen diese gesetzlichen Regelungen auch in Deutschland einzuführen, geht es nicht darum den Sexarbeitenden zu helfen, sondern die Prostitution soll abgeschafft werden – unter dem Deckmantel des Schutzes.
Den Sexarbeitenden sollen „Ausstiegs-Programme“ angeboten werden. Ein Jahr nach der Einführung der Freierbestrafung in Frankreich ermittelte eine Untersuchung  nur eine verschwindend kleine Zahl an erfolgreichen Umsteigerinnen 3)
Die angebliche Zielgruppe wird nicht erreicht, denn ein großer Teil der Sexarbeitenden möchte ihre Tätigkeit gar nicht beenden.
„Meine Arbeit ist nicht mein Problem, sondern wie die Gesellschaft damit umgeht.“

Deshalb kommt alle am Dienstag zur Protestaktion vor dem Abgeordnetenhaus.

FLUGBLATT Download

Hier eine Erklärung von Sexarbeit-ist-Arbeit,
warum der Ausschuss nicht ergebnisoffen ist, sondern die Ziele schon klar auf dem Tisch liegen.
Ziel: 1. Schwedisches Modell
2. Abschaffung Prostitution

 

Fragen zur Aktion: www.sexarbeit-ist-arbeit.de

Fragen allgemein: Johanna Weber, politische Sprecherin des BesD
0151-1751 9771 oder johanna@besd-ev.de

 


1) Justizministerin, Christine Lambrecht, gegen das nordische Modell:
https://www.maz-online.de/Nachrichten/Politik/Bundesjustizministerin-warnt-vor-Prostitution-in-dunklen-Ecken

2) Extreme Zunahme von Gewalt an Sexarbeitenden nach Einführung des schwedischen Modells in Irland:
https://www.belfasttelegraph.co.uk/news/republic-of-ireland/crime-against-sex-workers-almost-doubles-since-law-change-37957334.html

3) wenig erfolgreiches Exit-Programm für Sexarbeitende in Frankreich
https://twnews.co.uk/gb-news/searching-for-the-entrance-to-france-s-prostitution-exit-programme

 


 

Hintergrundinformationen:

Fakten und Hintergründe über das Schwedische Modell:
https://menschenhandelheute.net/2014/07/01/prostitution-und-menschenhandel-1-die-wahrheit-uber-das-nordische-und-schwedische-modell/

Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Schwedischen Modell (S.Dodillet,P.Östergren)
http://www.petraostergren.com/upl/files/54259.pdf

Bundeszentrale für politische Bildung: Vergleich zwischen der deutschen und der schwedischen Prostitutionsdebatte
http://www.bpb.de/apuz/155371/deutschland-schweden-unterschiedliche-ideologische-hintergruende-in-der-prostitutionsgesetzgebung?p=all

Sexarbeit in der EU und Auswirkungen für Deutschland
https://berufsverband-sexarbeit.de/wp-content/uploads/2017/11/SPEICHERN-Workshop-Sexarbiet-in-Europa-und-Schwedisches-Modell.pdf

Warum das Sexkaufverbot vor allem migrantischen Sexarbeitenden schadet
https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/2019/09/04/strategien-gegen-ausbeutung-und-gewalt-warum-ein-sexkaufverbot-vor-allem-migrantischen-sexarbeiterinnen-schadet/

Auf der World of Whorecraft-Messe am 17. August in Berlin sind neben den Teilnehmer*innen des vorangehenden Hurenkongresses auch Nicht-Sexarbeiter*innen und generell die interessierte Öffentlichkeit willkommen. HIER FINDEN SIE DAS MESSE-PROGRAMM, sowie den Lageplan innerhalb der Location.

Wann startet die Messe und wie komme ich dort hin?

Die World of Whorecraft-Messe läuft von 11:00 bis 18:00 Uhr und findet in der Eventlocation „SUPERMARKT“ in der Holzmarktstraße 66, 10179 Berlin statt. Sie erreichen uns am einfachsten über die direkt gegenüberliegenden S-Bahn Station Jannowitzbrücke.

Ist meine Anwesenheit als Journalist*in, Blogger*in, Vlogger*in auf der Messe überhaupt erlaubt?

Nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht! Medienschaffende haben am Messetag eine einmalige Gelegenheit, mehr zu dem Berufsfeld der Sexarbeit direkt von den darin tätigen Menschen zu erfahren, Hintergrundrecherche zu betreiben und mit Sexarbeiter*innen direkt ins Gespräch zu kommen. Kommen Sie einfach zu Beginn beim Presse-CheckIn vorbei (siehe nächste Frage). Sie können als Berichterstatter*in im übrigen wie alle anderen Besucher*innen an der Messe teilnehmen und sämtlichen Programmpunkten beiwohnen.

Gibt es die Möglichkeit, sich für die Messe als Journalist*in akkreditieren zu lassen?

Bitte wenden Sie sich bei Ankunft an den Presse-CheckIn am Eingang – Sie erhalten nach Vorlage ihres Presseausweises kostenfreien Eintritt sowie einen Stempel. Falls Sie über die Messe berichten wollen, aber keinen Presseausweis besitzen, wenden Sie sich zur Klärung an die Betreuerin oder den Betreuer des Presse-CheckIns. Diese oder dieser hilft Ihnen auch gerne mit grundlegenden Informationen zur Veranstaltung einen Überblick zu gewinnen und steht Ihnen, soweit möglich, auch bei der Vermittlung eines Interviewpartners oder einer Interviewpartnerin bei.

Darf ich einen Fotografen/eine Fotografin mitbringen, oder selbst Fotos machen?

Bitte beachten Sie dabei unsere Fotorichtlinien: Auf der Messe herrscht generelles Fotoverbot. Ausnahmen müssen persönlich mit Interviewpartner*innen besprochen werden und keine Fotos dürfen Personen beinhalten (auch nicht im Hintergrund), die dazu nicht ihr ausdrückliches Einverständnis gegeben haben. Über solche persönlichen Vereinbarungen hinausgehend, stehen Ihnen von 11:00 bis 12:00 an einer vor Ort ausgewiesenen Stelle mit entsprechendem Hintergrund Messe-Teilnehmer*innen für Fotos zur Verfügung.

Sie haben noch Rückfragen?

Bitte schreiben Sie uns per E-Mail an presse@besd-ev.de oder melden Sie sich telefonisch bei unseren Messe-Organisatorinnen Charlie Hansen (0152 – 0461 7464) oder Tamara (0179 41 67883).

In aller Kürze: Falls du als aktive*r oder ehemalige*r Sexarbeiter*in am Kongress (15.+16.08.2019) teilnehmen willst – hier geht’s zu den Tickets. Falls du als Sexarbeiter*in/Unterstützer*in/Organisation  zur Messe (17.08.2019) beitragen möchtest – […]

TLDR:

A safe space for exchanging experiences and learning from each other

In general society and the media, sex work and those associated with the industry often have a „dirty“, „perverted“ or even dangerous reputation. A lot of sex workers* therefore struggle with prejudices and stigma and many feel they have to conceal their choice of work from friends or family. From the 15th to 17th of August the BesD e.V. – the sexworker-led Association for Sexual and Erotik Services based in Germany – invites collegues* of all working fields, genders and nations to the German capital to celebrate the annual Whore Congress and the brand-new Sex Work Fair together.

The first two days are strictly sex worker only – only those who are or were active in erotic or sexual services are welcome to participate in the Congress. With the workshops on the 15th and a barcamp on the 16th we strive to offer plenty of space for spontaneous content, for getting to know each other and for strenghtening our personal and professional networks.

A unique opportunity for networking among sex workers*

Our workshop leaders* are all sex workers* themselves and will share tricks, tips and experiences of all kinds. Some of the workshops will be in German, some in English, some bilingual – as last year, many international colleagues are expected to join in at the Congress. Whether it is „Professional BDSM for beginners” by London dominatrix Cass Traitor, „Cyber-Security for Sex Workers“ by activist Lara, „Fighting Burn-Out through Self Love“ by body-worker Dion de Rossi or „Intimate Massage“ by tantra professional Flora – all our workshop topics explicitly address people working in sex work and their specific needs.

The congress is also an opportunity to discuss and educate yourself about complex topics: For example there will be a special workspace for discussing the needs of transgender/transsexual/non-binary/genderqueer people in sex work and TAMPEP- coordinator Anastacia Ryan will lead a discussion on the impact of anti-trafficking measures on migrant sex workers.

Nothing About Us Without Us

The World of Whorecraft – Sex Work Fair on the 17th of August is open to the public. Interested visitors have the opportunity to inform themselves beyond media reports – about the industry, the Whores‘ Rights Movement and the needs and issues of sex workers*.

Sex workers* and their supporters will be introducing the relevant issues in and different aspects of their work at information stands, workshops, readings and keynote lectures. In addition to the BesD, other sex work associations, counseling centers and networks will be informing about the political and social challenges sex workers are facing in Germany and internationally.

Solidarity: Connecting, uniting, taking action together

The Sex Work Fair will be joined by collegues* and allies from all over the world – for example the sexworker movement SWARM from London, the Black Sex Worker Collective from New York, Wild Thing from Amsterdam and the europe-wide ICRSE network.

Additionally you can look forward to various performances, spaces devoted to art, film, academical research and much more. Industry-relevant suppliers, such as the queer sex shop Other Nature, will also be found at the fair.

Since some sex workers* unfortunately cannot afford travel, ticket costs or a loss of earnings, we are still looking for event sponsors* who would like to enable marginalised colleagues* to participate in the congress and the Sex Work Fair. Click here for more information on sponsoring possibilities.

The final programme will be published on the website www.worldofwhorecraft.de.

Wer immer schon mehr über Sexarbeit und die darin tätigen Menschen erfahren wollte, sollte sich den 17. August rot im Kalender anstreichen: Denn nächsten Monat lädt der Berufsverband für sexuelle und erotische Dienstleistungen Sexarbeiter*innen zum jährlichen „Hurenkongress“ in die Hauptstadt ein. Die Teilnahme am Kongress steht wie schon letztes Jahr ausschließlich aktiven und ehemaligen Sexworkern offen, doch am anschließenden Messetag sind alle Interessierten willkommen.

In der Gesellschaft und den Medien haftet der Sexarbeit oft ein „schmuddeliger“, „perverser“ oder gar gefährlicher Ruf an. Kein Wunder also, dass Menschen, die aktiv im Erotikgewerbe tätig sind oder waren, sich oft mit jeder Menge Vorurteilen herumschlagen müssen. Mit dem Hurenkongress bietet der Berufsverband Sexarbeiter*innen eine in Deutschland einmalige Gelegenheit für Austausch, Netzwerken und Weiterbildung. Auf der World of Whorecraft-Messe am 17. August haben dann auch alle interessierten Besucher*innen die Gelegenheit, Sexworker aus allen möglichen Bereichen der Branche selbst zum Thema sprechen zu hören und sich eine eigene Meinung zu dem umstrittenen Berufsfeld und den den darin tätigen Menschen zu bilden.

Da sich einige Sexarbeiter*innen leider keine Reise- oder Ticketkosten, beziehungsweise einen Verdienstausfall leisten können, sucht der Berufsverband noch nach Veranstaltungssponsor*innen, die die Teilnahme marginalisierter Kolleg*innen am Kongress ermöglichen und die Messe-Veranstaltung unterstützen wollen (mehr Infos hier). Zu den bisherigen Sponsor*innen zählen unter anderem die Deutsche Aids-Hilfe, die Autorin Anna Basener sowie das Dienstleistungsportal kaufmich.com.

Besucher*innen der World of Whorecraft-Messe erwartet ein buntes Programm: Sexworker und ihre Unterstützer*innen zeigen im Rahmen von Infoständen, Workshops, Filmen, Lesungen und Keynote-Vorträgen die vielfältige Welt der Sexarbeit. Neben dem BesD informieren auf der Messe auch andere Sexarbeits-Vereinigungen und Netzwerke über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen für Sexarbeitende in Deutschland. Zum Beispiel die Aktivist*innen von Sexarbeit ist Arbeit, die mit ihrem aktuellem Projekt „Strich/Code/Move“ eine Brücke zwischen Politik und Kunst schlagen.

Viele internationale Kolleg*innen, zum Beispiel von der Sexworker-Bewegung SWARM aus London oder dem Black Sex Worker Collective aus New York, werden auf dem Berliner Event erwartet. Unterschiedlichste Beratungs- und Anlaufstellen (unter anderem bufas e.V., Hydra, smartberlin und ragazza) sind mit eigenen Messeständen vertreten.

Auch branchenrelevante Anbieter, wie beispielsweise der queere Sexshop Other Nature, sind vor Ort zu finden. Des Weiteren geplant sind Performances, ein Kino&Film-Bereich, ein eigener Kunst-Bereich u.a. in Kooperation mit der Ausstellung „Objects of Desire“, ein Space für Forscher*innen (einige davon Teil des europaweiten ICRSE-Netzwerk) und vieles mehr – das finale Programm wird in Kürze auf der Website www.worldofwhorecraft.de veröffentlicht.Pressekontakt:

messe@worldofwhorecraft.de | +49 152 04617 464 (Charlie Hansen, Messe & Kongress) | presse@besd-ev.de (Lilli Erdbeermund, Redaktion)

Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen ist ein Verein von Sexworkern für Sexworker. Wir wollen ein realistisches Bild der Sexarbeit in Deutschland vermitteln und der gesellschaftlichen und rechtlichen Diskrimierung von Menschen in der Sexarbeit entgegenwirken. Nach langer und guter Zusammenarbeit mit unserer bisherigen IT-Expertin, suchen wir ab sofort eine neue Person für dieses wichtige Amt.

Dein Profil:

– Du bist derzeit oder warst schon einmal als Sexarbeiter*in tätig
– Du bist bereits Mitglied beim BesD oder kannst Dich mit den Zielen des Vereins identifizieren
– Erfahrung im IT-Bereich
– Du kannst eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten
– Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
– Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift von Vorteil

Deine Aufgaben:

– Ansprechpartner*in für IT-Fragen der Mitglieder und Mitarbeiter*innen
– Betreuung und Wartung unserer Websites (WordPress)
– Betreuung und Verwaltung des Mitgliederforums (MyBB)
– Betreuung und Anlegen von Email-Accounts

Wenn möglich:

– Organisation von regelmäßigen Teamtreffen zur Aktualisierung von Websites
– Bei Bedarf: Umstrukturierung von Forum und Websites

Arbeitszeit:

– nach Bedarf
– völlig freie Zeiteinteilung

Der regelmäßige Zeitaufwand beträgt je nach Aktivität der Mitglieder ca. 4-6 Stunden/Monat für Wartung und Betreuung (Back-Ups, Updates, Fragen beantworten, Forum, etc.). Falls möglich, soll es regelmäßige Webwochenenden geben. Dabei kannst du zusätzlich mit circa 4 Stunden Vorbereitung rechnen. Für Webseitenbau bzw. Umstellungen können mehrmals pro Jahr einige Stunden anfallen.

Die Arbeit kann per Homeoffice bundesweit ausgeübt werden. Teamtreffen können vorzugsweise in Berlin oder Hamburg, aber natürlich auch per Videokonferenz o.ä. stattfinden.

Bezahlung:

Der BesD wird vorwiegend von ehrenamtlich Tätigen am Laufen gehalten, unser Gesamt-Budget hängt daher stark von Förderungen ab. Die  monatliche Aufwandsentschädigung für den beschriebenen IT-Support liegt derzeit bei 100 €.

Formlose Bewerbungen bitte bis 31.08.2019 an Johanna Weber unter johanna@besd-ev.de. Du erreichst uns bei Fragen auch telefonisch unter 0152 – 0461 7464 (Charlie Hansen)

Am 2. Juni 1975 besetzten über hundert Prostituierte in der französischen Stadt Lyon eine Kirche, um auf ihre untragbaren Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Seit der Ermordung zweier Kolleginnen im vorangegangenen Jahr fürchteten die Frauen um ihr Leben und hatten die Regierung mehrfach erfolglos um Hilfe gebeten. Die Anliegen der Protestierenden von damals sind heute auch in Deutschland dringlicher denn je. Neben anderen Aktionen zum Internationalen Hurentag findet am 01. Juni in Berlin die „Whores‘ Parade“ statt. Ab 13:00 Uhr marschieren Sexarbeitende und ihre Unterstützer*innen von der Großgörschenstraße 12 in Schöneberg gemeinsam los, um gegen die Stigmatisierung von Sexarbeit und gegen sexuelle Gewalt zu protestieren – nach der Parade geht die Aktion mit einer Soli-Party in der Berliner Eventlocation „Father Graham“ weiter.

Der globale Trend hin zu politischem Konservatismus und postfaktischer Politik führt in den vergangenen Jahren dazu, dass Machthaber in Europa übermäßig auf das Strafgesetz zur Lösung sozialer und gesellschaftlicher Probleme setzen. Das Nordische Modell kriminalisiert einvernehmlichen Sex gegen Geld und wird von der mächtigen Lobby der Prostitutionsgegner*innen europaweit als Methode zur Verhinderung des Menschenhandels angepriesen. Während Belege für eine verbesserte Strafverfolgung von Menschenhandel innerhalb oder außerhalb der Sexarbeitsbranche fehlen, zeigen Studien, Evaluationen und Community Reports sehr deutlich die negativen Auswirkungen für Menschen in der Sexarbeit.

Seit 2017 ist auch Deutschland von dem Kriminalisierungs-Trend betroffen: Das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz verschärft die Stigmatisierung und Diskriminierung von Sexarbeiter*innen und erschwert menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Zwei Jahre nach der Einführung fällt auch die Bilanz der Evaluation des Gesetzes in NRW dementsprechend negativ aus.

Akademiker*innen, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, LGBTI+-Organisationen, Sexworker-Verbände, Organisationen zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie Kooperationen der Vereinten Nationen wie WHO und UNAIDS dokumentieren bereits seit Jahren die negativen Auswirkungen der Kriminalisierung von Sexarbeit. In Ländern wie Schweden, Norwegen und Frankreich kämpfen Sexarbeiter*innen unermüdlich um ihre Persönlichkeitsrechte, Arbeitsrechte und ihre Sicherheit. Während Verfechter*innen das Nordische Modell als Methode zum „Schutz der Schwächsten“ inszenieren, zeigen die repressiven Gesetzgebungen in Wirklichkeit besonders fatale Folgen für die große Gruppe der in der Sexarbeit tätigen Migrant*innen.

Die Geschichte wiederholt sich: Nachdem Frankreich 1960 die UN-Konvention zur „Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer“ unterzeichnet hatte, gerieten Sexarbeiter*innen zunehmend unter Druck. Die Strafmaßnahmen des Staates und die gesellschaftliche Diskriminierung erreichten in den 70er Jahren einen damaligen Höhepunkt. Sexarbeiter*innen mussten aus berechtigter Angst vor Verhaftung ihre Arbeit im Verborgenen ausüben und damit das erhöhte Risiko von Gewalttaten in Kauf nehmen. Das gemeinsame Anmieten von Wohnungen konnte die Verurteilung wegen Kuppelei oder Zuhälterei nach sich ziehen. In Folge prägten Gewalt, Polizei-Schikanen und die damit verbundene massive Verdrängung von Sexarbeit aus dem öffentlichem Raum den Alltag von Sexarbeiter*innen in Frankreich.

Die Signalwirkung der Proteste in Lyon bleibt desweilen bestehen – der französische „Hurenstreik“ gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Bewegung für Rechte von Sexarbeiter*innen, deren Engagement auch heute mehr als nötig ist.

Von 15. – 17. August findet der Hurenkongress in Berlin statt – in diesen drei Tage kommen Sexarbeitende aus der ganzen Welt und aus allen Bereichen für Workshops, Vorträge und Netzwerken zusammen. Die Veranstaltung war letztes Jahr ein Riesen-Erfolg, deshalb planen wir dieses Mal eine Wiederholung im größeren Stil. Heißt: Mehr Sexarbeitende sollen eingebunden, mehr Dinge müssen organisiert, und mehr Aufgabenbereiche verteilt werden …

Wir suchen daher eine Allround-Kraft, die uns – in enger Zusammenarbeit mit unser Hauptorganisatorin Charlie – bei der Organisation des Hurenkongress 2019 tatkräftig unterstützen will. 

Arbeitszeit:

  • Die Stelle ist von April oder Mai bis September 2019 befristet, Weiterbeschäftigung nicht ausgeschlossen
  • 10 Stunden/Woche, die flexibel gestaltet werden können

Arbeitsort:

  • Bevorzugt Berlin, ein Großteil der Arbeit kann aber per Homeoffice bundesweit ausgeübt werden
  • Zum Veranstaltungstermin 15.-17. 08. ist die Anwesenheit vor Ort notwendig

Gehalt:

  • 700 Euro brutto / Monat
  • Alternativ nach Absprache als freie Honorarkraft

Aufgaben:

  • Organisation und Betreuung des Anmeldeverfahrens (u.a. Abrechnung Tickets, Betreuung Buchungssystem, Versand von Infomaterial)
  • Koordination der Unterbringung von Teilnehmer*innen
  • Vollständige Übernahme der Organisation des Messe-Tags (17. August)
  • weitere Aufgaben in Absprache

Anforderungen:

  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Ausreichend sichere PC-Kenntnisse
  • Teamfähigkeit – neben den eigenständigen Aufgabenbereichen arbeitest du im Team mit freiwilligen Helfern und unserer Hauptorganisatorin
  • Eigenverantwortliche und selbstständige Arbeitsweise
  • Flexibilität und Koordinationsfähigkeit
  • Hohes Maß an Zuverlässigkeit
  • Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind von Vorteil
  • Erfahrung mit (Event-) Organisation oder anderen „Allround-Jobs” sind von Vorteil

Formlose Bewerbungen bitte bis 15.03.19 an Johanna Weber – johanna@besd-ev.de
Fragen an kongress@besd-ev.de oder telefonisch 0152 – 0461 7464 (Charlie Hansen)

Wo: Berlin, 15. August 2019
Deadline: 20. Mai 2019
Kontakt: workshop@hurenkongress.de

Du bist oder warst in der Sexarbeit tätig und hast Lust, dein Wissen mit interessierten Kolleg*innen zu teilen? Dann ist der diesjährige Kongress die perfekte Gelegenheit, um aktiv die Vernetzung, Solidarisierung und den praktischen Wissensaustausch in unserer Branche zu stärken. Im Rahmen von jeweils ungefähr 1,5 – 2 Stunden langen Workshops wollen wir Tricks, Tipps und Skills aller Art untereinander teilen.

Welche Art von Workshops stellt ihr euch vor?

Du …
… hast bereits wertvolle Erfahrung in verschiedenen Branchensegmenten gesammelt?
… bist nach Jahren der Selbstständigkeit ein*e Meister*in Sachen steuerliche Absetzung?
… hast gute Tipps für die Verhandlung mit knallhartem Laufhaus-Management?
… hast dir Gedanken gemacht, wie du langfristig gesund in der Branche arbeitest?
… bringst Kindererziehung und die Arbeit im BDSM-Studio unter einen Hut?
… hast dir schon Gedanken über deine Absicherung und Finanzierung im Alter gemacht?
… weißt genau, wie du deine Werbetexte auf dein Zielpublikum ausrichten kannst?
… hast Erfahrungen zum Thema Outing in Freundeskreis, Familie oder Partnerschaft?
… hast Strategien, wie man aus Neu-Kund*innen Stammgäste macht?
… kennst dich mit bestimmten erotischen Techniken besonders gut aus?

Unsere Branche ist so vielseitig und umfasst so viele verschiedene Arbeitsorte und Arbeitsweisen, dass es auch viele verschiedene Probleme, Lösungsansätze, Strategien und Denkweisen gibt. Entsprechend bunt dürfen auch unsere Workshops sein!

Welchen Mehrwert bieten die Workshops?

Viele Kolleg*innen können von DEINEN Erfahrungen profitieren und sich innerhalb kurzer Zeit wertvolles Wissen aneignen, das ihnen in dieser Form nirgendwo sonst zur Verfügung steht. Sich zu Neuem inspirieren lassen. Einfach etwas Interessantes dazulernen. Oder vielleicht bestimmte teure oder schmerzhafte Fehler selbst vermeiden. Und natürlich bietet ein Workshop auch wieder eine der wichtigsten Gelegenheiten: Um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit anderen Sexarbeiter*innen zu vernetzen.

Wie sieht es mit Bezahlung aus?

Insbesondere für Workshops mit Bezug zum Thema Gesundheit, haben wir dank der Unterstützung der Deutschen AIDS-Hilfe die Möglichkeit, euch ca. 220 Euro Honorar + freien Eintritt für die anderen beiden Tage. (evtl. sind Fahrtkosten bis 110 Euro möglich).

Gut, ich bin dabei – und jetzt?

Wir sind offen für deine Ideen und freuen uns über jede*n motivierte*n Workshop-Leiter*in! Schick uns einfach bis spätestens 20.05.2019 eine Nachricht mit einer kurzen Beschreibung deiner Workshop-Idee an workshop@hurenkongress.de und wir setzen uns mit dir für die weitere Planung in Verbindung.

Wir sind sehr froh darüber, dass wir mit Hilfe der Fördermittel des RedUmbrellaFunds eine zweite halbe Stelle finanzieren können.

Ab Mitte Januar oder Februar 2018 suchen wir eine schreiberfahrene Person für Texte- und Pressearbeit.

 

Anforderungen:

  • eigene Erfahrung in der Sexarbeit sind sehr erwünscht
  • Erfahrung in Schreib- oder Pressearbeit
  • Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten und eigenständig Entscheidungen treffen
  • Teamfähigkeit – regelmäßige Abstimmung mit zuständigen anderen BesD-Mitgliedern
  • Bereitschaft zum kritischen Hinterfragen der eigenen Arbeit
  • Lust sich in neue Themengebiete eigenständig einzuarbeiten
  • Geschick, um die verschiedenen Meinungen innerhalb des BesD zusammenzufassen
  • Bereitschaft Pressekontakte zu knüpfen und zu pflegen
  • Englisch-Kenntnisse in Sprache und Schrift sind von Vorteil

 

Aufgaben:

  • Überarbeitung und Pflege der Texte auf der Berufsverbands-Webseite
  • Mitgliederblog auf der Webseite mit Leben füllen (Interviews)
  • WordPress-Webseite pflegen (interner Kursus dazu)
  • Socialmedia-Kanäle des BesD betreuen
  • BesD-Newsletter verfassen
  • Koordination der internen Pressegruppe
  • Beobachten der Presselandschaft zum Thema Sexarbeit
  • Richtigstellungen und Kommentare verfassen und publik machen
  • Pressemitteilungen zu relevanten Themen vorbereiten und publik machen
  • Text- und Gestaltungsarbeit bei Flyern, Infomaterial usw. des BesD
  • Ideen für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit entwickeln

 

Arbeitsalltag:

  • Es handelt sich um eine Stelle im Homeoffice. Arbeitsmittel können gestellt werden.
  • Die Arbeit wird für alle BesD-Mitglieder im Forum transparent gemacht.
  • Regelmäßige Personalgespräche und Abstimmungen finden in Hamburg und/oder Berlin statt.

 

Bezahlung:

  • 21 Stunden pro Woche
  • 20 Tage Urlaub
  • 1350 butto (BesD-Einheitsgehalt)
  • nebenberufliche Tätigkeiten jeder Art auch Sexarbeit sind erlaubt

 

Aussagefähige Bewerbungen bitte bis 10.01.2019
an Johanna Weber – johanna@besd-ev.de
Fragen 0151 – 1751 9771 (Johanna Weber) oder 0152 – 0461 7464 (Charlie Hansen)