Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. sucht ab sofort eine Verwaltungskraft für das Projekt “Roter Stöckelschuh”. Das Modellprojekt startet im Juli 2020 in Berlin, hat eine Laufzeit von 18 Monaten und wird durch Zuwendungen des Berliner Senats für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gefördert. Die Besetzung der Stelle erfolgt vorbehaltlich der Mittelzusage.

Das Projekt hat zum Ziel, ein Netzwerk von Anlaufstellen aus verschiedenen Dienstleistungsbereichen zu etablieren und bekannt zu machen, wo Sexarbeiter*innen:

  • sich bei Bedarf ohne Angst outen können
  • professionell behandelt und beraten werden
  • keine negativen Reaktionen aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit befürchten müssen

Hintergrund: 

Wenn Sexarbeiter*innen als Kund*innen oder Patient*innen Dienstleistungen wahrnehmen, kommt es leider viel zu oft vor, dass sie aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit diskriminiert oder verurteilt werden. Die meisten Kolleg*innen outen sich daher nur äußerst ungern – auch wenn es zu Nachteilen für sie führt. Sie verschweigen zum Beispiel beim Arztbesuch ihren Beruf, fühlen sich gedrängt zu lügen oder lassen wichtige Fragen, die im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen, unter den Tisch fallen.

Mit dem Antidiskriminierungslabel rund um das Netzwerk “Roter Stöckelschuh” wollen wir diesen Umstand ändern und Sexarbeitende dabei unterstützen, sich zu professionalisieren. Zu Beginn konzentrieren wir uns auf Angebote der medizinischen Versorgung (Gynäkologie, Urologie, Allgemeinmedizin, Psychotherapie etc.), die im Zusammenhang mit der Tätigkeit in der Sexarbeit stehen können. Bei Fortführung des Projekts ist eine Ausweitung auf weitere professionelle Angebote Dritter (z.B. Steuerberatung, Anwält*innen etc.) geplant.

Arbeitszeit:

  • 20 Stunden/Woche, die flexibel gestaltet werden können
  • die Stelle ist auf die Projektlaufzeit von Juli 2020 bis Dezember 2021 befristet
  • im Falle einer Projektverlängerung wird eine Weiterbeschäftigung angestrebt

Arbeitsort:

  • Bevorzugt in Berlin, ein Großteil der Arbeit kann aber per Homeoffice bundesweit ausgeübt werden
  • Bei Veranstaltungen im Rahmen des Projekts kann eine Anwesenheit vor Ort notwendig werden

Gehalt:

  • Gehalt je nach Qualifikation und Vorkenntnissen entsprechend TV-L Berlin

Aufgaben:

  • Kassen- und Buchführung des Projekts, Budgetkontrolle
  • Verwaltung des Rechnungs- und Zahlungsverkehrs
  • Erstellung von Leistungs- und Verwendungsnachweisen
  • Mitarbeit an der Projektevaluation
  • Unterstützung bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Projekt-Veranstaltungen
  • weitere Aufgaben in Absprache

Anforderungen:

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Anwendungssichere PC-Kenntnisse im MS-Office-Paket
  • Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit
  • Eigenverantwortliche und selbstständige Arbeitsweise
  • Flexibilität und Koordinationsfähigkeit
  • Hohes Maß an Zuverlässigkeit
  • Kenntnisse in Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung
  • Erfahrungen mit Projektverwaltung oder -management, insbesondere der Projektfinanzierung durch staatliche Zuwendungen sowie durch Drittmittel
  • Bereitschaft für Veranstaltungen anzureisen, falls Wohnsitz nicht in Berlin ist
  • Eigene Erfahrungen in der Sexarbeit sind sehr willkommen; eine akzeptierende Haltung Sexarbeitenden und ihren Lebenslagen gegenüber wird vorausgesetzt.

Vollständige Bewerbungsunterlagen und Fragen bitte bis 30.06.2020 an Maia Ceres unter: roterstoeckelschuh@besd-ev.de.

Fußbereich

For English Version please click here.

Unter dem roten Regenschirm – News vom BesD e.V. | 8. April 2020

Hallo zusammen,

was für eine Zeit! Seit Anfang März beherrscht das Corona-Virus unser aller Alltag, die Medien und auch die Arbeit des Berufsverbands.

Kaum zu glauben, aber es gab ein Leben davor: Wir sind auf den Protestaktionen zum Tag für die Rechte von Sexarbeitenden zusammen gekommen, waren mitten in der Vorbereitung der World of Whorecraft und des nächsten Hurenkongress,  haben uns auf Frauentag-Demos für Sexarbeitende stark gemacht, und so vieles mehr.

Seit Beginn der Krise arbeiten wir unter Einsatz aller Kräfte daran zu informieren, Hilfestellung zu leisten und die Not der Menschen in der Sexarbeit den Behörden und Medien zu kommunizieren.

Bleibt gesund und passt auf euch auf,

Euer BesD-Team

—> hier geht es zum englischen Artikel

  •  Unbürokratische Hilfe für Sexarbeiter*innen, die durch alle Netze fallen
  • Für einen Antrag ist weder ein „Hurenpass“, noch eine Aufenthaltsberechtigung in Deutschland, noch eine Mitgliedschaft beim BesD nötig
  • Sämtliche Spenden an den Fonds gehen an Sexarbeitende in Notsituationen
  • Mitarbeiterin Tamara und Nicole Schulze – BesD Vorständin und Beirätin der Straßen-Sexarbeit – betreuen die Anträge und sind unter notfallfonds@besd-ev.de erreichbar. Sie arbeiten mit Fachberatungsstellen zusammen und werden in Kürze von einer Kommission unterstützt.

---Wissenswertes

---#Lobbyhuren

  • Bordellübernachtungen erlaubt: Mit unserer Anfrage an das Familienministerium konnten wir eine Aussetzung des Übernachtungsverbots in Bordellen in der Krisenzeit erreichen. —> Hier liest Du mehr.
  • Gleiches Recht für alle: Wir haben wir das unfaire Zeitfenster des Prostitutionsverbots in Karlsruhe angeprangert. Mehr —> liest Du hier.
  • Weg mit unfairen Bußgeldern: Verzweifelte Sexarbeitende brauchen Hilfe und Beratung, keine drakonischen Strafen. Unsere Stellungnahme –> liest Du hier. 
  • BesD Notfall Fonds: Um Sexarbeiter*innen finanziell zu unterstützen, die durch alle Netze fallen und keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben, haben wir einen Fonds gegründet und arbeiten mit aller Kraft an dessen Organisation und Verwaltung —> hier liest Du mehr!
  • Leetchi-Aktion für Straßensexarbeiter*innen in Trier: Unsere Vorständin Nicole Schulze hat —> diese Spendenaktion aus dem Boden gestampft und kann damit direkt und unbürokratisch vor Ort helfen. Bravo!

---#Neues aus unserem Blog

Spaltung, Angriff, Spott: Strategien der Prostitutionsgegner­*­innen

Gerade habe ich den Artikel “Corona: Chance zum Ausstieg?” aus der EMMA gelesen. Und sehr lange darüber nachgedacht, ob ich bei Twitter darauf … Mehr…

Sexarbeit in Corona-Zeiten: Die Krise aus der Perspektive von Selbstständigen

Seit Ende letzter Woche habe ich Arbeitsverbot in meinem Job, um die Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus gering zu … Mehr…

Frauen*Kampftag in Rostock: Rede einer Sexarbeiterin zum Frauentag 2020

Wow. Ich bin echt aufgeregt. Ich bin immer aufgeregt, wenn ich vor großen Gruppen sprechen soll. Warum? Weil ich als … Mehr…

---Berichterstattung

Um es im Newsletter etwas knapper zu halten, erhältst Du hier nur einen kleinen Eindruck der “Stimmen aus der Sexarbeit” -> Hier im Medienspiegel findest Du eine komplette Übersicht der Medienberichterstattung und unserer Pressearbeit im März.

• 200406_tagespiegel.de | “Auf der Straße gibt’s keinen Shutdown”

• 200405_tag24.de | “Ohne Sex kein Geld! Corona-Krise macht Erotikbranche schwer zu schaffen” 

• 200404_zeit.de | “Nach Vögeln ist gerade den wenigstens zumute”

• 200404_svz.de | “Prostitution in der Corona-Krise: Regierung hat die Ärmsten der Armen vergessen” 

• 200404_taz.de  “Bedrohte Kultur der Berührung”

• 200403_reuters.com | “Sex workers stranded in Germany as coronavirus shuts brothels”

• 200403_rp-online.de | “Manche Kunden wollen die Not der Prostituierten ausnutzen”

• 200403_sputniknews.com | “Wegen Corona: Tausende ausländische Sexarbeiterinnen in Deutschland obdachlos”

• 200328_donaukurier-digital.de | “Aus Verzweiflung gehen viele auf den Straßenstrich”

• 200327_swr.de | AUDIO ab 01:15 | “Corona-Spätfolgen: Wo die Epidemie die Gesellschaft nachhaltig verändert”

• 200327_abendblatt.de | “Hamburger Bordell-Manager: Es rufen immer noch Freier an”

• 200327_buzzfeed.com | “Anfragen zum halben Preis: Wie Corona die Sexarbeit in Deutschland verändert”

• 200326_ardmediathek.de | VIDEO ab 03:26 | “Existenzen vernichtet: Die sozialen Opfer”

•  200326_deutschlandfunkkultur.de | “Am härtesten trifft es den Straßenstrich”

• 200326_latimes.com | “Corona forces adjustments for sex workers in Germany, where prostitution is legal”

• 200324_refinery29.com | “Ich bin Sexarbeiterin & das Coronavirus ruiniert mein Business”

• 200320_rnd.de | “Sowas in zehn Jahren nie erlebt: Sexarbeiterin Salomé Balthus im Interview über Corona-Auswirkungen”

• 200317_apnews.com | “Sex workers face ruin amid virus fears, brothel closures”

• 200317_plurapolit.de | AUDIO| “Welchen Einfluss hat das Coronavirus auf Ihr Berufsleben?”

• 200316_taz.de | “Große Sorgen in der Sexarbeit”

---

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Um auch weiterhin die Rechte von Sexarbeitenden zu stärken, bewerben wir uns als Verein um Fördergelder und suchen stetig nach Verbündeten, die bereit sind uns finanziell den Rücken zu stärken.

Du kannst die Arbeit des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen sowohl mit einer einmaligen als auch einer regelmäßigen Spende unterstützen:

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BIC:BELADEBEXXX

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Nach dem Besuch der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen fasste unsere politische Sprecherin Johanna Weber auf der Heimreise ihre Eindrücke in Worte. Danke dafür! 

Ich sitze im ICE auf dem Rückweg von der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes nach Hause. Ich habe lange einfach nur aus dem Fenster geschaut. Und langsam dämmert es mir, was wir in den letzten drei Tagen Großartiges erreicht haben.

Nie waren wir so breit aufgestellt.

Wir waren so viele Teilnehmende, dass unsere Unterkunft für die Letzten nur noch Matratzenlager in der Scheune einrichten konnte. Aber das spielte keine Rolle. Es war überwältigend, wie sachlich und konzentriert alle gearbeitet haben.

Damit dieser Schwung dann auch wirklich umgesetzt und vorangebracht werden kann, braucht es Menschen, die das nicht ehrenamtlich, sondern beruflich machen.

Ohne Geld läuft nichts. Und daran wollen wir nicht scheitern. Wir haben eine neue Angestellte, die sich auch um Mittelbeschaffung und Finanzen kümmert. Tamara aus Leipzig hatte uns schon beim letzten Hurenkongress unterstützt, und die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Angestellten klappt hervorragend.

Undine de Rivière aus Hamburg wird auch weiterhin für den BesD vor Kameras und Micro treten. Und wir haben für die aktive Pressearbeit Verstärkung bekommen.  Susanne alias Hauptstadtdiva aus Berlin bringt sehr viel Erfahrung mit und betreut bei einer großen Werbeplattform für Sexarbeitende das Online-Magazin.

Politische Sprecherin bin ich selber. Ich sehe mich dabei zum größten Teil als Koordinatorin für die ganzen Einzelaktionen, die von anderen Mitgliedern gemacht werden. In den einzelnen Bundesländern bilden sich gerade sehr aktive politische Keimzellen. Auch sehe ich mich als Motor, Kolleginnen zum Aktivwerden zu motivieren und die passenden Personen für die verschiedenen Anfragen oder Aktionen zu finden.

Der Vorstand wurde von drei auf fünf Personen aufgestockt. Noch nie gab es im BesD auch nur einen ansatzweise so starken und breit gefächerten Vorstand wie jetzt.

Lucy aus Frankfurt – 30 Jahre Sexarbeit jeder Art.
Michael aus Freiburg – 10 Jahre Sexarbeit, Tantra-Massage.
Susanne aus Berlin – 10 Jahre Sexarbeit jeder Art.
Nicole aus Trier – 18 Jahre Sexarbeit, Straße und Wohnwagen.
Johanna aus Berlin – 15 Jahre Sexarbeit, Bordell und Bizarrstudio.

Auch im Bereich Kommunikation beim BesD passiert einiges. Wir haben einen neuen Zuständigen für die IT. Martin aus Köln – ich soll ihn ja nicht Webmaster nennen – etabliert dort gerade einen Sexarbeits-Stammtisch. (Edit: 02.06.2020 – aka Sarah Blume … transgender female)

Es gibt nun zwei Zuständige für Mediation. Interne Unstimmigkeiten innerhalb des immer größer werdenden Verbands sollen in Zukunft professionell angegangen werden – und uns nicht schwächen.

Die anderen Positionen bleiben wie gehabt – Motto: Never change a winning team. Ich freue mich und fühle mich stark!

Nie war alles so klar.

Das schwedische Modell ist kein Erfolgsmodell. Und nie war so klar, dass wir – trotz aller Verschiedenheiten – nur gemeinsam gegen die Überlegungen zur Einführung des Schwedischen Modells in Deutschland antreten können.

Wir waren nie so stark wie jetzt.

Fußbereich

Unter dem roten Regenschirm – News vom BesD e.V. | Februar 2020

Hallo zusammen,

für eine bessere Übersicht haben wir unseren Newsletter optisch verschlankt und einige Kategorien überarbeitet. Du erfährst hier einmal pro Quartal alle wissenswerten Infos vom Berufsverband, erhältst einen Überblick über die Medienberichterstattung zum Thema Sexarbeit und kannst Dir interessante Termine bereits jetzt rot im Kalender anstreichen.

Viel Spaß beim Lesen!

Dein BesD-Team

---Save the Date: Termine

  • 08.03. | Internationaler Frauentag: Wir sind dabei, uns einen Überblick über alle Aktionen, an denen sich der BesD beteiligen könnte, zu verschaffen: Du weißt von Veranstaltungen und Demos, bist vielleicht schon wo vor Ort beteiligt oder hast Pläne? Bitte schick uns Deine Infos an charlie@besd-ev.de.
  • 20.03. | Berlin | Seminar “Mein Erwin gehört mir!”: In den Räumen der Aidshilfe treffen sich hier an gleich 3 Tagen politisch aktive Sexarbeiter*innen und Allies, um die derzeitige Sexdienstleistungs-Politik und Gesellschaftstendenzen dazu konstruktiv zu diskutieren und mögliche Lösungsansätze herauszuarbeiten. Hier findest Du das Seminarprogramm als pdf.
  • 21.03. | Hamburg | World of Whorecraft Workshops & Soliparty: Wir bringen die MS Stubnitz zum Schaukeln – neben einer Reihe von Workshops zu Sex- und Erotikthemen wird es wieder eine Ask-A-Sexworker-Runde und eine anschließende gemeinsame Party geben. Wir freuen uns auf Deine Teilnahme! Hier geht es zum Facebook-Event.
  • 27.03. | Hannover | Seminar “HIV/STI-Prävention in der Beratung für Sexarbeiterinnen”: Die deutsche AIDS-Hilfe bietet in Hannover ein mehrtägiges Seminar für Menschen an, die sich mit Sexarbeit und Sexarbeitenden befassen. Hier gibt es mehr Info dazu.
  • Du hast noch mehr Termine? Diese kannst Du direkt hier eintragen: https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/service/termine/

---Wissenswertes

  • Fundraising für den BesD: Unsere Aktion auf Leetchi hat bereits unsere Erwartungen übertroffen – umso mehr sind wir motiviert, uns auf den letzten Metern weiter ins Zeug zu legen. Jeder Extra-Euro hilft der Schlagkraft unseres Verbands und hält uns am Laufen – bitte teile den Link weiter und spende selbst, falls Du kannst – Tausend Dank!
  • Postkarten & Sticker: Wer will, wer braucht, wer hat noch nicht? Wir haben jede Menge tolle BesD-Materialien, die wir gerne zum Auslegen oder Verteilen an Dich verschicken. Schreib einfach eine kurze Mail mit der gewünschten Menge und Adresse an info@besd-ev.de.
  • Datenleak bei Pornowebsites: Anfang des Monats wurde bekannt, dass hundertausende sensible Dateien von Sexarbeiter*innen frei zugänglich im Netz “aufbewahrt wurden”. Hier liest du mehr: “Eimerweise hochsensible Daten: Schwerschwiegender Leak bei LiveCam-Pornowebsites”
  • Schnüffelei bei AirBnB: Die Plattform durchleuchtet seit kurzem potentielle Gäste. Wer “mit Alkohol, Drogen oder Sex” zu tun hat, will das Service vielleicht in Zukunft meiden. Hier liest du mehr: Party-Fotos online? Airbnb will auf Facebook schnüffeln”
  • Klage gegen französisches Prostitutionsgesetz 2016: 250 SW klagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die repressive Gesetzgebung (hier geht es zur Pressemitteilung)
  • Weniger Steuern in 2020: Geht es nach der Bundesregierung, wird die Grenze von umsatzsteuerpflichtigen Vorjahresumsatz von 17.500 auf 22.000 Euro angehoben – eine wesentliche Information für alle Selbstständigen.
  • Lesetipps: Im September erschienen: “Sexarbeit – Feministische Perspektiven” (Auch SW selbst kommen zu Wort, unterschiedliche Zugänge) Im Oktober erschienen: “20 Years of Failing Sexworkers” (beeindruckender Community Report von schwedischer SW-Orga Fuckförbundet)

---#Lobbyhuren

  • 28.01. 1LIVE Podcastfestival: Sexarbeiterin und BesD-MitgliedMadame Kali war gemeinsam mit dem Sexualpädagogen Jo Hamburger zu Gast beim Podcast “Fuck Forward”. Es ging um Freier, offene Beziehungen, schmutzigen Sex und vieles mehr … Hier geht es zur Audioaufnahme Teil 1, hier zum zweiten Teil.
  • 28.01. Amnesty-Podiumsdiskussion “Prostitution – legal, illegal, egal?”: Kristina Marlen und Susanne traten für den BesD gegen gleich drei Sexarbeits-Gegner*innen an.
  • 28.01. Their Bodies – Your Business: Der Ratschlag Prostitution beleuchtete mit  verschiedenen Parteiabgeordneten die Lage für Sexarbeitende in Deutschland und die möglichen Folgen eines Sexkaufverbots. Kurzfilme der Wissen.Macht.Sex-Videojournalistin und Sexarbeiterin Josefa wurden gezeigt, Undine de Rivière diskutierte am Podium mit Vertreter*innen der Grünen, SPD und LINKEN.
  • 17.12. Zum Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen gab es in den sozialen Medien viele schöne Beiträge – zum Beispiel diesen klugen Text auf der Facebookseite von Emma Madlen oder dieses Gedicht in unserem Blog. Außerdem einige Veranstaltung, wie zum Beispiel hier in Rostock.
  • 16.12. Bei dem sexarbeitsfeindlichen Vortrag “Zur Kritik der Prostitution” der Universität Frankfurt sorgten BesD-Mitglieder für Gegenwind.
  • 14.12. Sexworker Unconference: Eine von BesD und Hydra unterstützte Veranstaltung in einem queeren Safespace in Berlin – mit praktischen Workshops, wichtige Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Netzwerken in der Community.
  • 12.12. Terre de Femmes Berlin zeigte den umstrittenen Film “Bordell Deutschland” – bei der Filmvorführung und anschließenden Diskussion waren auch mehrere BesD-Mitglieder zu Gast und meldeten sich zu Wort.
  • 5.12. Ein erstes Treffen des Runden Tisch zur Prostitution in Baden-Württemberg fand statt. Unter anderem waren BesD-Mitglied Isabelle Fuhrmann und Stephanie Klee Teil des Gremiums.
  • 4.12. Die Fachberatungsstelle für Sexarbeitende in Leipzig veranstaltete eine Filmvorführung sowie ein Podiumsgespräch. Sexarbeiter und BesD-Mitglied Lucien aus Berlin war auf dem Podium zu Gast.
  • 1.12. Josefa Nereus veröffentlichte die 100. Folge ihres Podcasts “Wissen.Macht.Sex.” und redet darin über Breymeier, SPD & Sexkaufverbot.
  • 2.11. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Neumünster/Schleswig-Holstein stimmte bei der Vollversammlung geschlossen gegen das Schwedische Modell. Und das sicher nicht zuletzt aufgrund des Redebeitrags von Josefa Nereus, die der Einladung dorthin folgte und die Positionen und Forderungen des BesD vertrat.
  • 08.11. Aya Velázquez und Salomé Balthus organisierten ein Fotoshooting um die gesellschaftliche Präsenz von Sexarbeiter*innen in all ihren Facetten voranzutreiben. Die Fotos werden nach und nach in unseren sozialen Netzwerken veröffentlicht.
  • 15.11. Bei der Fachtagung SexArbeitGesundheit in Köln nahm Maia als Vertretung des BesD und Mitglied der Steuerungsgruppe teil. Im Vorfeld der Tagung fand eine Befragung von Gesundheitsämtern und Sexarbeitenden zu ersten Erfahrungen mit dem ProstSchG statt – hier geht es zu den Ergebnissen sowie weiteren Präsentationen des Fachtags.
  • 25.11. Am Aktionstag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen setzten wir in den sozialen Medien einen starken Kontrapunkt zur #SexIstUnbezahlbar-Kampagne von Terre des Femmes – hier geht es zu unserem Blogbeitrag “Warum Sexarbeit nicht mit Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt werden kann”.
  • 15.09. 200 Sexarbeiter*innen aus ganz Deutschland und aller Welt kamen für 3 Tage zur größten Veranstaltung des BesD zusammen – dem Hurenkongress sowie der öffentlich zugänglichen Sexwork-Messe “World of Whorecraft” in Berlin! Die Veranstaltung war ein voller Erfolg – einen ausführlichen Bericht dazu liest Du bei uns im Blog.

---#Neues aus unserem Blog

Der BesD zum Fall in Lippstadt-Eickelborn: Der Berufsverband setzt sich für die Stärkung der Rechte von Sexarbeiter*innen ein –  die angemessenen Rechte beziehungsweise Verbote des Alltags für Straftäter im Maßregelvollzug fallen hingegen nicht in unsere Expertise – egal, ob es sich nun um Fragen des Wohnsitzes, der Arbeitserlaubnis oder den Besuch von Bordellen … MEHR

“Am Anfang hatte ich Angst, mich politisch zu engagieren und sichtbar zu sein”, berichtet eine Teilnehmerin auf dem Hurenkongress, der im vergangenen August bereits zum zweiten Mal Sexarbeitende aus Deutschland, Europa und der Welt in Berlin zusammenbrachte. “Aber dadurch, dass ich Sexarbeitende mit anderen Erfahrungen und Biografien getroffen habe, wurde mir klar, dass ich Privilegien habe, die ich … MEHR

Dieser sehr persönliche Blogbeitrag wurde uns von einer Berliner Kollegin zur Verfügung gestellt.  Als ich im vierzigsten Lebensjahr wieder angefangen habe mit der Sexarbeit, las ich überall die Berichte in den Zeitungen von den ganzen Menschenhandelsopfern in Deutschland. Das verunsicherte mich sehr. Ich saß zwar selber im Bordell und habe dort gearbeitet, aber ich dachte, dass diese schlimmen Sachen ja … MEHR

Weitere neue Blog-Beiträge findest Du hier. 

Du magst lieber Videos? BesD-Mitglied und Sexarbeiterin Josefa Nereus postet wöchentlich auf ihrem YouTube-Kanal “Wissen.Macht.Sex!” über Sexualität, Lifestyle und ihren Alltag als Sexworkerin – dabei interviewt sie auch viele Kolleg*innen. Hier findest du ihren Channel!

---So kannst Du uns unterstützen

AKTUELL – Fundraising für den BesD: Unsere Aktion auf Leetchi hat bereits unsere Erwartungen übertroffen – umso mehr sind wir motiviert, uns auf den letzten Metern weiter ins Zeug zu legen. Jeder Extra-Euro hilft der Schlagkraft unseres Verbands und hält uns am Laufen – bitte teile den Link weiter und spende selbst, falls Du kannst – Tausend Dank!

Stärke uns mit einer Spende.

Der absolute Großteil der Arbeit des BesD wird von ehrenamtlichen Helfer*innen in ihrer Freizeit geleistet.

Um auch weiterhin die Rechte von Sexarbeitenden zu stärken, bewerben wir uns als Verein um Fördergelder und suchen stetig nach Verbündeten, die bereit sind uns finanziell den Rücken zu stärken.

Du kannst die Arbeit des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen sowohl mit einer einmaligen als auch einer regelmäßigen Spende unterstützen:

Kontoverbindung des BesD e.V.

IBAN:DE49100500000190290862

BIC:BELADEBEXXX

Paypal:In deinem PayPal Konto gibt es den Reiter “Geld senden”. Um zu spenden, gib einfach unsere Adresse zahlung@besd-ev.de und den gewünschten Betrag ein.

Hilf uns dabei, bekannter zu werden.

Wir haben jede Menge tolle Sticker und Postkarten, die wir gerne zum Auslegen oder Verteilen an dich verschicken. Schreib einfach eine kurze Mail mit der gewünschten Menge und Adresse an info@besd-ev.de.

Sprich über uns.

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FacebookBesD – Berufsverband

Öffentliche Aufmerksamkeit hilft uns dabei, unsere Ziele besser durchzusetzen. Wir freuen uns daher sehr, wenn du unsere Beiträge kommentierst, retweetest, teilst oder auf „Gefällt mir” klickst. Vielen Dank!

---Berichterstattung

---Schlagzeilen---

Zoff in der ZEIT: BesD-Mitglied Kristina Marlen trat in der renommierten Wochenzeitung gegen die bekannte Sexarbeitsgegnerin Leni Breymaier an.

Straßenstrich Trier: Vorständin und Straßen-Beirätin Nicole treibt die Berichterstattung um die Sicherheit für Sexarbeiter*innen in Trier weiter voran.

Am 26.11. veröffentlichte das Statistische Bundesamt die ersten konkreten Zahlen zum ProstSchG, seit Januar gehen vorläufige Zahlen für 2020 durch die Presse. 

Sex Sells: Sexarbeiterin Kaylen Ward sorgte mit ihrer Spendenaktion für Australien für weltweite Aufmerksamkeit und viele Kolleg*innen taten es ihr gleich.

Kritik am “Schwedischen Modell”: Auch Stellen, die Prostitution kritisch gegenüber stehen, sind von den Ergebnissen eines Sexkaufverbots unbeindruckt.

Unterschiedliche Wege in der Schweiz: Seit 01.01.2020 gilt in Luzern das neue Gewerbepolizeigesetz und drängt Sexarbeitende dadurch Richtung Großbordelle. In Zürich sind hingegen ab sofort auch Kleinstbordelle erlaubt, um selbstverantwortliches Arbeiten zu fördern.

ProstSchG & Tantra: Unsicherheit bei den Gerichten.

Frauenrechtlerin nimmt Kredit von Bordellchef: Die Prostitutionsgegnerin Seyran Ates geriet medial unter Beschuss und sprach sich in anschließenden Interviews für eine Legalisierung von Sexarbeit aus.

Runder Tisch BW: Dieser fand erstmals im Dezember statt – BesD-Mitglied Isabelle Fuhrmann und Stephanie Klee sind Teil des Gremiums.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25.11. warnten mehrere Fach- und Beratungsstellen vor der Einführung des Schwedischen Modells in Deutschland. 

Eine Zusammenfassung aller Stellungnahmen findest Du in unserem Blogbeitrag: “Für Frauenrechte aber gegen Prostitution? Warum Sexarbeit nicht mit Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt werden kann”

Runder Tisch Berlin: Im November fand die letzte Sitzung statt –  für den BesD nahm Vorständin Johanna Weber an dem Gremium teil.

---Lokales, Meinungen & Berichte---

---Stimmen aus der Sexarbeit---

---Stimmen aus der Forschung und Beratungsstellen---

---Ausland---

---Auch interessant---

200 Sexarbeiter*innen aus ganz Deutschland und aller Welt kamen von 15.-16. September zum Hurenkongress in Berlin zusammen.

Am ersten Tag teilten 15 Workshopleiter*innen in insgesamt 12 Workshops ihre Expertise mit Kolleg*innen. Am 2. Tag fanden im Rahmen eines Barcamps weitere 14 spontane Workshops und Gesprächsrunden statt. Workshopleiter*innen sowie Teilnehmer*innen waren alle selbst in der Sexarbeit tätig – in den Workshops wurden Tricks, Tipps und Erfahrungen aller Art geteilt und Raum für Diskussionen und Fragen geboten. Manche Workshops fanden auf Deutsch statt, andere auf Englisch und einige in beiden Sprachen – viele internationale Kolleg*innen kamen zum Kongress und rund ein Drittel der Teilnehmer*innen hatten eine andere Muttersprache als Deutsch.

Der Kongress war eine außergewöhnliche Gelegenheit für Sexworker, sich über wesentliche Themen zu informieren und zu diskutieren: So gab es beispielsweise einen Workspace von Missy-Kolumnist Christian Schmacht, in dem die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen , die transgender/transsexuell/nicht-binär/genderqueer sind, diskutiert wurden. Anastacia Ryan von TAMPEP – dem europäischen Netzwerk zur Förderung der Rechte von migrantischen Sexworkern – leitete eine Diskussion über die Auswirkungen von Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Nicole Schulze, Sexarbeiterin und seit kurzem auch im Vorstand des BesD e.V. vertreten, organisierte einen Workshop zum Thema Sicherheit am Straßenstrich und berichtete dabei von ihren langjährigen Erfahrungen in diesem Arbeitsbereich.

Ob „Selbstmarketing & Kommunikation”, „Professional BDSM for Beginners”, „Fighting Burn-Out Through Self Love”, „Online Sicherheit für Sex Worker“ oder „Betriebsgründung – Selbstständig machen in der Sexarbeit” – alle Inhalte richteten sich explizit an Menschen, die in der Sexarbeit arbeiten und deren spezifische Bedürfnisse.

Es wurde geschnackt, gelacht, gelernt, vernetzt, informiert und diskutiert. Aktionspläne wurden geschmiedet, Allianzen geformt, alte Freund*innen wiedergetroffen und neue Bekanntschaften geschlossen – insgesamt war der Kongress also eine grandiose Gelegenheit für Austausch und Information zwischen Sexarbeitenden.

Auf der am 17. September anschließenden Sexwork-Messe „World of Whorecraft” zählten wir neben 150 teilnehmenden Sexarbeiter*innen rund 200 Gäste .

Von Verbündeten und interessierten Besucher*innen über Journalist*innen und Forscher*innen bis hin zu Partner*innen und Freund*innen von Sexarbeitenden, war alles unter den Besucher*innen der Messe vertreten. Unter den 17 Ausstellern waren branchenrelevante Dienstleister*innen (z.B. der queere Sexshop Other Nature) Beratungsstellen und Verbündete (z.B. das Beratungsprojekt für männliche Sexarbeiter smart berlin, Hydra e.V., oder Dona Carmen e.V.) und deutsche sowie internationale von Sexworkern geführte Organisationen, die ihre Arbeit und Ressourcen teilten (z.B. Wild Thing aus den Niederlanden).

Die Ausstellung Objects of Desire vom Schwulen Museum und der Bilderzyklus „Das neue Recht“ von Almuth Wessel sorgten für themenbezogene Kunst in der Location. Im Kinozelt konnten Fetisch-Filme aus der Produktion von libido film, die Dokumentation „Whores on Film“ von Sex Worker und Filmemacherin Juliana Piccillo, der Film „H’Or“ von Black Sex Worker Collective-Gründerin Akynos sowie Videos aus dem YouTubeChannel „Wissen.Macht.Sex!“ der Sexarbeiterin und Aktivistin Josefa Nereus bewundert werden.

 

 

Im Research-Zelt sammelten Joana Hofstetter und Sabrina Stranzl vom Netzwerk für Kritische Sexarbeitsforschung Erfahrungen und Meinungen Sexarbeitender für ihre Recherchen.

Das ganztägige Bühnenprogramm wurde von der Journalistin und Sexualforscherin Kuku Schrapnell moderiert. Neben Keynotevorträgen (z.B. von DAH-Frauenreferentin Marianne Rademacher, Sexarbeiterin und Wirtschaftswissenschaftlerin Maya Mistress aus Brasilien und Pesha Shatte aus dem französischen Sexwork-Syndikat STRASS) gab eine spannende Talkrunde zwischen zwei Sexarbeiterinnen und einer aufsuchenden Sozialarbeiterin über die Gefahren des schwedischen Modells, Susanne Bleier Wilp stellte das Big Sister Projekt unter dem Dach von kaufmich.com vor, erotische Performances fanden statt und Lesungen von Sexarbeiterin und Autorin von „Mein HurenmanifestUndine de Rivière sowie der ehemaligen WELT-Kolumnistin und Sexarbeiterin Salomé Balthus sorgten für Begeisterung.

Die Ausgaben für beide Events beliefen sich auf 15.365 Euro – hierbei nicht mit einberechnet sind die Personalkosten für die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Veranstaltungen. Diese wurden vom BesD getragen und beliefen sich bei einer 50%-Arbeitskraft für den Kongress sowie einer 25%-Arbeitskraft für die Messe auf rund 500 bezahlte Arbeitsstunden und 10.000 Euro.

1000 m² leerer Supermarkt, vier 60 m² Zelte, 844 Meter Kabel, 40 Lampen, 100 Stühle, 100 Bierbänke, 55 Tische – nicht überraschenderweise besetzte die Miete sowie Ausstattung der Location den größten Ausgabe-Posten.

Schon an zweiter Stelle folgten die Honorare und Fahrkosten für Workshopleiter*innen und Moderator*innen am Kongress – da hier ausschließlich aktive und ehemalige Sexworker als Teilnehmer*innen und Workshopleiter*innen anwesend waren, floß also ein beachtlicher Teil der Einnahmen zurück in die Community – an Sexarbeitende, die Kolleg*innen ihre Expertise zur Verfügung stellten.

Die Einnahmen beider Events ließen sich aus Kongress-Tickets, Messe-Eintritt sowie Sponsorengelder addieren und kamen auf 17.795 Euro.

Beinahe ein Viertel des Geldes kam dabei aus der Kasse der Deutschen Aidshilfe, welche drei Workshopleiter*innen, zwei Moderator*innen, sowie einen Zuschuss für die Raum- und Verpflegungskosten finanzierten.

 

Für die großzügige finanzielle Unterstützung von Kongress-Workshops sowie das Sponsoring von Freikarten für prekär arbeitende Kolleg*innen danken wir Autorin Anna Basener, dem Netzwerk Kritische Sexarbeitsforschung, den Erotikportalen berlinintim.de, erotikinsider.com, kaufmich.com, rotlicht.de, escort-advisor.com und escort-galerie.de, dem Serviceprovider zustellanschrift.de sowie der Online Marketing Agentur ImpulsQ.

Rund ein Drittel der Teilnehmer*innen am Kongress nahmen den ermäßigten Preis in Anspruch, ein Teil der Kolleg*innen konnte sich den solidarischen Eintrittpreis leisten. Fast 40% der Teilnehmer*innen konnten als Helfende oder mithilfe der gesponserten Umsonstticket kostenlos den Kongress besuchen.

Wir danken allen Teilnehmer*innen, Besucher*innen Workshopleiter*innen, Aussteller*innen und Mitarbeiter*innen für ihren Einsatz, ihr Interesse und ihr Engagement.

Rund 500 Arbeitsstunden wurden in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung von den BesD-Mitarbeiterinnen Charlie Hansen und Tamara Solidor gestemmt.

Ein besonderer Dank gilt auch WAM und seinem großartigen Team, mit der Fläming Kitchen haben sie den Kongress zu einem mehr als solidarischen Preis mit sehr gutem Essen versorgt.

Ein extra Dankeschön geht an die die unermüdlichen Helfer*innen und Unterstützer*innen, unsere Familien, unsere Partner*innen und die vielen BesD-Mitglieder die ehrenamtlich mit angepackt haben. Ohne die viele Unterstützung und gemeinsame Zusammenarbeit wären diese zwei großartigen Events überhaupt nicht möglich gewesen. Wir freuen uns riesig über euer tolles Feedback zu Kongress und Messe – und schmieden natürlich schon Pläne für nächstes Jahr …

TIPP: Auf unserem Facebook-Account unter @Sexarbeit, auf Twitter unter @SexworkID sowie auf der Homepage www.berufsverband-sexarbeit.de bleibt ihr über Aktionen, Veranstaltungen und Sexarbeit in den Medien auf dem Laufenden.

In aller Kürze: Falls du als aktive*r oder ehemalige*r Sexarbeiter*in am Kongress (15.+16.08.2019) teilnehmen willst – hier geht’s zu den Tickets. Falls du als Sexarbeiter*in/Unterstützer*in/Organisation  zur Messe (17.08.2019) beitragen möchtest – […]

TLDR:

A safe space for exchanging experiences and learning from each other

In general society and the media, sex work and those associated with the industry often have a “dirty”, “perverted” or even dangerous reputation. A lot of sex workers* therefore struggle with prejudices and stigma and many feel they have to conceal their choice of work from friends or family. From the 15th to 17th of August the BesD e.V. – the sexworker-led Association for Sexual and Erotik Services based in Germany – invites collegues* of all working fields, genders and nations to the German capital to celebrate the annual Whore Congress and the brand-new Sex Work Fair together.

The first two days are strictly sex worker only – only those who are or were active in erotic or sexual services are welcome to participate in the Congress. With the workshops on the 15th and a barcamp on the 16th we strive to offer plenty of space for spontaneous content, for getting to know each other and for strenghtening our personal and professional networks.

A unique opportunity for networking among sex workers*

Our workshop leaders* are all sex workers* themselves and will share tricks, tips and experiences of all kinds. Some of the workshops will be in German, some in English, some bilingual – as last year, many international colleagues are expected to join in at the Congress. Whether it is “Professional BDSM for beginners” by London dominatrix Cass Traitor, “Cyber-Security for Sex Workers” by activist Lara, “Fighting Burn-Out through Self Love” by body-worker Dion de Rossi or “Intimate Massage“ by tantra professional Flora – all our workshop topics explicitly address people working in sex work and their specific needs.

The congress is also an opportunity to discuss and educate yourself about complex topics: For example there will be a special workspace for discussing the needs of transgender/transsexual/non-binary/genderqueer people in sex work and TAMPEP- coordinator Anastacia Ryan will lead a discussion on the impact of anti-trafficking measures on migrant sex workers.

Nothing About Us Without Us

The World of Whorecraft – Sex Work Fair on the 17th of August is open to the public. Interested visitors have the opportunity to inform themselves beyond media reports – about the industry, the Whores’ Rights Movement and the needs and issues of sex workers*.

Sex workers* and their supporters will be introducing the relevant issues in and different aspects of their work at information stands, workshops, readings and keynote lectures. In addition to the BesD, other sex work associations, counseling centers and networks will be informing about the political and social challenges sex workers are facing in Germany and internationally.

Solidarity: Connecting, uniting, taking action together

The Sex Work Fair will be joined by collegues* and allies from all over the world – for example the sexworker movement SWARM from London, the Black Sex Worker Collective from New York, Wild Thing from Amsterdam and the europe-wide ICRSE network.

Additionally you can look forward to various performances, spaces devoted to art, film, academical research and much more. Industry-relevant suppliers, such as the queer sex shop Other Nature, will also be found at the fair.

Since some sex workers* unfortunately cannot afford travel, ticket costs or a loss of earnings, we are still looking for event sponsors* who would like to enable marginalised colleagues* to participate in the congress and the Sex Work Fair. Click here for more information on sponsoring possibilities.

The final programme will be published on the website www.worldofwhorecraft.de.

Wer immer schon mehr über Sexarbeit und die darin tätigen Menschen erfahren wollte, sollte sich den 17. August rot im Kalender anstreichen: Denn nächsten Monat lädt der Berufsverband für sexuelle und erotische Dienstleistungen Sexarbeiter*innen zum jährlichen „Hurenkongress“ in die Hauptstadt ein. Die Teilnahme am Kongress steht wie schon letztes Jahr ausschließlich aktiven und ehemaligen Sexworkern offen, doch am anschließenden Messetag sind alle Interessierten willkommen.

In der Gesellschaft und den Medien haftet der Sexarbeit oft ein „schmuddeliger“, „perverser“ oder gar gefährlicher Ruf an. Kein Wunder also, dass Menschen, die aktiv im Erotikgewerbe tätig sind oder waren, sich oft mit jeder Menge Vorurteilen herumschlagen müssen. Mit dem Hurenkongress bietet der Berufsverband Sexarbeiter*innen eine in Deutschland einmalige Gelegenheit für Austausch, Netzwerken und Weiterbildung. Auf der World of Whorecraft-Messe am 17. August haben dann auch alle interessierten Besucher*innen die Gelegenheit, Sexworker aus allen möglichen Bereichen der Branche selbst zum Thema sprechen zu hören und sich eine eigene Meinung zu dem umstrittenen Berufsfeld und den den darin tätigen Menschen zu bilden.

Da sich einige Sexarbeiter*innen leider keine Reise- oder Ticketkosten, beziehungsweise einen Verdienstausfall leisten können, sucht der Berufsverband noch nach Veranstaltungssponsor*innen, die die Teilnahme marginalisierter Kolleg*innen am Kongress ermöglichen und die Messe-Veranstaltung unterstützen wollen (mehr Infos hier). Zu den bisherigen Sponsor*innen zählen unter anderem die Deutsche Aids-Hilfe, die Autorin Anna Basener sowie das Dienstleistungsportal kaufmich.com.

Besucher*innen der World of Whorecraft-Messe erwartet ein buntes Programm: Sexworker und ihre Unterstützer*innen zeigen im Rahmen von Infoständen, Workshops, Filmen, Lesungen und Keynote-Vorträgen die vielfältige Welt der Sexarbeit. Neben dem BesD informieren auf der Messe auch andere Sexarbeits-Vereinigungen und Netzwerke über die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen für Sexarbeitende in Deutschland. Zum Beispiel die Aktivist*innen von Sexarbeit ist Arbeit, die mit ihrem aktuellem Projekt „Strich/Code/Move“ eine Brücke zwischen Politik und Kunst schlagen.

Viele internationale Kolleg*innen, zum Beispiel von der Sexworker-Bewegung SWARM aus London oder dem Black Sex Worker Collective aus New York, werden auf dem Berliner Event erwartet. Unterschiedlichste Beratungs- und Anlaufstellen (unter anderem bufas e.V., Hydra, smartberlin und ragazza) sind mit eigenen Messeständen vertreten.

Auch branchenrelevante Anbieter, wie beispielsweise der queere Sexshop Other Nature, sind vor Ort zu finden. Des Weiteren geplant sind Performances, ein Kino&Film-Bereich, ein eigener Kunst-Bereich u.a. in Kooperation mit der Ausstellung „Objects of Desire“, ein Space für Forscher*innen (einige davon Teil des europaweiten ICRSE-Netzwerk) und vieles mehr – das finale Programm wird in Kürze auf der Website www.worldofwhorecraft.de veröffentlicht.Pressekontakt:

messe@worldofwhorecraft.de | +49 152 04617 464 (Charlie Hansen, Messe & Kongress) | presse@besd-ev.de (Lilli Erdbeermund, Redaktion)

Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen ist ein Verein von Sexworkern für Sexworker. Wir wollen ein realistisches Bild der Sexarbeit in Deutschland vermitteln und der gesellschaftlichen und rechtlichen Diskrimierung von Menschen in der Sexarbeit entgegenwirken. Nach langer und guter Zusammenarbeit mit unserer bisherigen IT-Expertin, suchen wir ab sofort eine neue Person für dieses wichtige Amt.

Dein Profil:

– Du bist derzeit oder warst schon einmal als Sexarbeiter*in tätig
– Du bist bereits Mitglied beim BesD oder kannst Dich mit den Zielen des Vereins identifizieren
– Erfahrung im IT-Bereich
– Du kannst eigenverantwortlich und selbstständig arbeiten
– Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
– Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift von Vorteil

Deine Aufgaben:

– Ansprechpartner*in für IT-Fragen der Mitglieder und Mitarbeiter*innen
– Betreuung und Wartung unserer Websites (WordPress)
– Betreuung und Verwaltung des Mitgliederforums (MyBB)
– Betreuung und Anlegen von Email-Accounts

Wenn möglich:

– Organisation von regelmäßigen Teamtreffen zur Aktualisierung von Websites
– Bei Bedarf: Umstrukturierung von Forum und Websites

Arbeitszeit:

– nach Bedarf
– völlig freie Zeiteinteilung

Der regelmäßige Zeitaufwand beträgt je nach Aktivität der Mitglieder ca. 4-6 Stunden/Monat für Wartung und Betreuung (Back-Ups, Updates, Fragen beantworten, Forum, etc.). Falls möglich, soll es regelmäßige Webwochenenden geben. Dabei kannst du zusätzlich mit circa 4 Stunden Vorbereitung rechnen. Für Webseitenbau bzw. Umstellungen können mehrmals pro Jahr einige Stunden anfallen.

Die Arbeit kann per Homeoffice bundesweit ausgeübt werden. Teamtreffen können vorzugsweise in Berlin oder Hamburg, aber natürlich auch per Videokonferenz o.ä. stattfinden.

Bezahlung:

Der BesD wird vorwiegend von ehrenamtlich Tätigen am Laufen gehalten, unser Gesamt-Budget hängt daher stark von Förderungen ab. Die  monatliche Aufwandsentschädigung für den beschriebenen IT-Support liegt derzeit bei 100 €.

Formlose Bewerbungen bitte bis 31.08.2019 an Johanna Weber unter johanna@besd-ev.de. Du erreichst uns bei Fragen auch telefonisch unter 0152 – 0461 7464 (Charlie Hansen)

Am 2. Juni 1975 besetzten über hundert Prostituierte in der französischen Stadt Lyon eine Kirche, um auf ihre untragbaren Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Seit der Ermordung zweier Kolleginnen im vorangegangenen Jahr fürchteten die Frauen um ihr Leben und hatten die Regierung mehrfach erfolglos um Hilfe gebeten. Die Anliegen der Protestierenden von damals sind heute auch in Deutschland dringlicher denn je. Neben anderen Aktionen zum Internationalen Hurentag findet am 01. Juni in Berlin die „Whores‘ Parade“ statt. Ab 13:00 Uhr marschieren Sexarbeitende und ihre Unterstützer*innen von der Großgörschenstraße 12 in Schöneberg gemeinsam los, um gegen die Stigmatisierung von Sexarbeit und gegen sexuelle Gewalt zu protestieren – nach der Parade geht die Aktion mit einer Soli-Party in der Berliner Eventlocation „Father Graham“ weiter.

Der globale Trend hin zu politischem Konservatismus und postfaktischer Politik führt in den vergangenen Jahren dazu, dass Machthaber in Europa übermäßig auf das Strafgesetz zur Lösung sozialer und gesellschaftlicher Probleme setzen. Das Nordische Modell kriminalisiert einvernehmlichen Sex gegen Geld und wird von der mächtigen Lobby der Prostitutionsgegner*innen europaweit als Methode zur Verhinderung des Menschenhandels angepriesen. Während Belege für eine verbesserte Strafverfolgung von Menschenhandel innerhalb oder außerhalb der Sexarbeitsbranche fehlen, zeigen Studien, Evaluationen und Community Reports sehr deutlich die negativen Auswirkungen für Menschen in der Sexarbeit.

Seit 2017 ist auch Deutschland von dem Kriminalisierungs-Trend betroffen: Das sogenannte Prostituiertenschutzgesetz verschärft die Stigmatisierung und Diskriminierung von Sexarbeiter*innen und erschwert menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Zwei Jahre nach der Einführung fällt auch die Bilanz der Evaluation des Gesetzes in NRW dementsprechend negativ aus.

Akademiker*innen, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, LGBTI+-Organisationen, Sexworker-Verbände, Organisationen zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie Kooperationen der Vereinten Nationen wie WHO und UNAIDS dokumentieren bereits seit Jahren die negativen Auswirkungen der Kriminalisierung von Sexarbeit. In Ländern wie Schweden, Norwegen und Frankreich kämpfen Sexarbeiter*innen unermüdlich um ihre Persönlichkeitsrechte, Arbeitsrechte und ihre Sicherheit. Während Verfechter*innen das Nordische Modell als Methode zum „Schutz der Schwächsten“ inszenieren, zeigen die repressiven Gesetzgebungen in Wirklichkeit besonders fatale Folgen für die große Gruppe der in der Sexarbeit tätigen Migrant*innen.

Die Geschichte wiederholt sich: Nachdem Frankreich 1960 die UN-Konvention zur „Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer“ unterzeichnet hatte, gerieten Sexarbeiter*innen zunehmend unter Druck. Die Strafmaßnahmen des Staates und die gesellschaftliche Diskriminierung erreichten in den 70er Jahren einen damaligen Höhepunkt. Sexarbeiter*innen mussten aus berechtigter Angst vor Verhaftung ihre Arbeit im Verborgenen ausüben und damit das erhöhte Risiko von Gewalttaten in Kauf nehmen. Das gemeinsame Anmieten von Wohnungen konnte die Verurteilung wegen Kuppelei oder Zuhälterei nach sich ziehen. In Folge prägten Gewalt, Polizei-Schikanen und die damit verbundene massive Verdrängung von Sexarbeit aus dem öffentlichem Raum den Alltag von Sexarbeiter*innen in Frankreich.

Die Signalwirkung der Proteste in Lyon bleibt desweilen bestehen – der französische „Hurenstreik“ gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Bewegung für Rechte von Sexarbeiter*innen, deren Engagement auch heute mehr als nötig ist.