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Aus der Pressemeldung DAH | 29. Juli 2020 | –> Link


Aufgrund von Corona-Verordnungen dürfen Sexarbeiter_innen in Deutschland zurzeit nicht arbeiten. Prostitutionsstätten sind geschlossen. Während andere körpernahe Dienstleistungen bereits wieder möglich sind, gibt es für die Prostitution bisher so gut wie keine Lockerungen.

Die Deutsche Aidshilfe fordert: Sexarbeiter_innen müssen umgehend wieder ihrer Tätigkeit nachgehen dürfen – in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte liegen vor. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien haben diesen Schritt bereits vollzogen.

„Sexarbeit darf nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. Der Gleichheitsgrundsatz gilt unabhängig von moralischen Bewertungen. Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist.“ (Ulf Kristal vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe)

Sexarbeiter_innen in Not

Das aktuelle Tätigkeitsverbot bringt Sexarbeiter_innen in Notlagen. Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft.

Kund_innen bleibt die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt – was eine bedeutende Einschränkung ihrer Sexualität sein kann.

Verdrängung in unsichere Verhältnisse

Hinzu kommt: Prostitution findet trotzdem statt. Viele Sexarbeiter_innen müssen arbeiten, um ihr Überleben zu sichern, weil staatliche Hilfen für sie nicht zugänglich sind oder nicht ausreichen. Und sexuelle Bedürfnisse lassen sich nun einmal nicht verbieten.

Die Folge: Sexarbeit geschieht im Verborgenen, wo professionelle Sicherheitsmaßnahmen wegfallen und Prävention und Hilfsangebote die Betroffenen kaum erreichen können. Die ökonomische Notlage schwächt zudem die Verhandlungsposition von Sexarbeiter_innen gegenüber ihren Kund_innen. Dumpinglöhne können ebenso die Folge sein wie der Verzicht auf Safer Sex.

Dazu DAH-Vorstand Ulf Kristal:

„Die Verdrängung in die Illegalität hat fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchen ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig.“

Entsprechende Hygienekonzepte zweier Verbände liegen vor. Im Kern basieren sie auf der Formel: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Die Konzepte zeigen, dass sich Risiken auch bei der Sexarbeit reduzieren lassen. 100%ige Sicherheit wird auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch.

„Es geht zurzeit überall darum, die Bedürfnisse nach Alltag und Sicherheit so auszubalancieren, dass wir eine Weile mit der Krise leben können“, stellt Ulf Kristal fest. „Dieses Recht haben Menschen in der Sexarbeit und ihre Kundschaft auch.“

Die Mär vom Superspreader

Politische Akteur_innen, die ein prinzipielles „Sexkaufverbot“ in Deutschland erwirken wollen, haben derweil die Mär von Sexarbeiter_innen als „Superspreadern“ in die Welt gesetzt. Das ist fachlich falsch und stigmatisiert Menschen in der Prostitution.

„Massenübertragungen gab es in Deutschland bisher durch ausbeuterische Arbeitsbedingungen, in beengten Wohnverhältnissen und in Gottesdiensten. Bei der Sexarbeit haben nur wenige Leute engen Kontakt miteinander. Und nirgendwo wird Sex mit so strikten Auflagen praktiziert wie in professionellen Bordellen,“ sagt DAH-Vorstand Ulf Kristal.

Kristal weiter: „Sexarbeiter_innen sind seit jeher Profis, wenn es darum geht, sich vor Infektionen zu schützen und daran gewöhnt, Safer Sex durchzusetzen. Sie könnten vielleicht sogar Vorbilder werden für einen unaufgeregten und vernünftigen Umgang mit dem Corona-Risiko.“


Mehr Informationen:

Positionspapier der Deutschen Aidshilfe: „Corona-Krise: Sexarbeit wieder zulassen“

Appell der Deutschen Aidshilfe: „Sexarbeiter_innen brauchen Hilfe!“

 

Termin: 06.08.2020
Uhrzeit öffentliche Demo: ab 16:00 Uhr
Ort: Wilhelmsplatz, 70182 Stuttgart


Details:

  • Uhrzeit Pressekonferenz: 14 Uhr
    Ort Pressekonferenz: Table-Dance-Club Messalina | Leonhardstraße 7, 70182 Stuttgart
    Anmeldung bei Organisatorin Daria: daria@miss-daria.de
  • Uhrzeit Laufhausführung: 15 Uhr + 15:30 Uhr
    Ort: Laufhaus City-Eros Center | Leonhardstraße 7, 70182 Stuttgart
    Zur Einhaltung der Corona-Regelungen verpflichtende Anmeldung bei Organisatorin Alraune: 0151-59447074
  • Uhrzeit Kundgebung: ab 16:00 Uhr
    Ort: Wilhelmsplatz, 70182 Stuttgart

Während es in  wenigen Städten und Bundesländern kleinere „Lichtblicke“ für Sexarbeiter*Innen und Betreiber*Innen zu geben scheint, wurde die Situation in Stuttgart im Gegenteil noch einmal verschärft: Seit dem 19. Juli hat die Stadt ein Komplett-Verbot der Prostitution ausgerufen.

Selbstständige Prostitution als „Lücke im Infektionsschutzgesetz“ verboten

Mit der neuen Allgemeinverfügung (–> siehe hier) schließe man „eine Lücke im Infektionsschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg“. Während sich die Verordnung des Landes „nur“ auf Prostitution in Gewerberäumen bezieht, gilt das neue Verbot in Stuttgart auch für Sexarbeiter*Innen die selbstständig und allein tätig sind. Verstöße von Sexarbeiter*Innen und Kund*Innen werden mit 350 Euro bestraft.

Keine wirksamen finanziellen Hilfen für die Betroffenen

Das Gros der Sexarbeitenden ist selbstständig tätig und hat keine finanziellen Rücklagen für einen derart langen Total-Verdienstausfall – bereits seit 4 Monaten sind unsere Arbeitsplätze geschlossen! Sexarbeiter*Innen und ihren Kund*Innen werden im Gegensatz zu bspw. Massagestudios oder Tattoostudios die Einhaltung von Hygienekonzepten nicht zugetraut – wirksame finanzielle Hilfen für die vielen Menschen, die bereits in Not geraten sind, gibt es auch nicht.

Demonstrationen in den deutschen Großstädten gehen weiter

In Hamburg und Berlin fanden bereits große Demos statt. Heute Abend geht es auf der Reeperbahn in die zweite Runde, Donnerstags wehren sich Sexarbeiter*Innen in Köln  gegen das unverhältnismäßig andauernde Berufsverbot. Am 6. August fordern auch Sexarbeiter*Innen in Stuttgart die umgehende Legalisierung der Wiederaufnahme ihrer Arbeit. Unzählige Sexarbeitende aus ganz Deutschland sowie Betreiber*Innen von Prostitutionsstätten haben sich den deutschlandweiten Protesten angeschlossen.


Kontaktpersonen:

Pressekonferenz: Miss Daria -> daria@miss-daria.de

Laufhausführung: Alraune -> 0151-59447074

Politik&Presse allgemein: Johanna Weber -> 0151-1751 9771 oder johanna@besd-ev.de

29.Juli | 16:50 – 19:00 Uhr | Bahnhofsvorplatz-Domseite, 50667 Köln

Trotz Corona-Lockerungen für andere Branchen bleiben Prostitutionsstätten deutschlandweit geschlossen. Während Nachbarländer wie die Schweiz, Belgien, Österreich, Tschechien und die Niederlande Sexarbeit bereits insgesamt wieder erlaubt haben, bietet die hiesige Politik keine Perspektiven für die Wiedereröffnung von Prostitutionsstätten und beraubt damit den Großteil der Sexarbeitenden ihrer Arbeitsplätze.

Nach lautstarken Protesten in Berlin und Hamburg fordern Sexarbeiter*Innen, Betreiber*innen, Fachberatungsstellen sowie der Berufsverband für Sexarbeiter*innen (BesD e.V.) und der Bundesverband für Betreiber*innen (BSD e.V.) nun auch in Köln ein Ende des Berufsverbot.


ABLAUF DEMO

  • ab 14:00 Uhr | Orga-Treffen
  • 16:50 Uhr | Aufstellung auf Dom-Treppe – Fotomöglichkeit
  • 17:00 Uhr | Beginn der Kundgebung
  • 17:05 Uhr | Geigenspiel von Sexarbeiterin und Musikerin Madame Kali
  • 17:15 Uhr | Redebeitrag Nicole Schulze (Sexarbeiterin im Bereich Straßenstrich, Vorständin des BesD e.V.) und Nadine Kopp (Sexarbeiterin)
  • 17:25 Uhr | Redebeitrag Johanna Weber (Sexarbeiterin im Bereich BDSM, Betreiberin, Vorständin und politische Sprecherin des BesD e.V.)
  • 17:30 Uhr | Redebeitrag Stephanie Klee (Sexarbeiterin im Bereich Sexualassistenz, Sprecherin des BSD e.V.)
  • 17:35 Uhr | Redebeitrag Harriet Langanke (Sexualwissenschaftlerin, Geschäftsführerin der Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit)
  • 17:40 Uhr | Redebeitrag Lou (Sexarbeiterin)
  • 17:45 Uhr | Zeit für Interviews und Bürger-, Pressegespräche
  • 19:00 Uhr | Auflösung der Demo

ANMELDUNG FÜR PRESSE UND NACHFRAGEN ZUR TEILNAHME

  • Nicole Schulze, Vorständin BesD e.V. | nicole@besd-ev.de
  • Nadine Kopp | Nadine.kopp.db@gmail.com

Termin: 28.07.2020
Uhrzeit: 22:00 Uhr
Ort: Herbertstraße | Ecke Davidstraße


Nach der aufsehenserregenden Demo am 11. Juli,  wo rund 500 Menschen und Sexarbeiter*Innen aus ganz Deutschland für die Wiedereröffnung der Bordelle auf die Straße gingen, geht es Dienstag Abend mit Furore weiter.

Sexarbeiter*innen seit 4 Monaten arbeitslos

Die Sexarbeiter*Innen, die sich unter der Fahne „Sexy Aufstand Reeperbahn“ zusammengeschlossen haben, fordern die sofortige Legalisierung der Wiederaufnahme ihrer Arbeit und die Öffnung ihrer Arbeitsplätze.

Vertreter*Innen aus Sexarbeit, Gastronomie und Politik vor Ort

Sexarbeiter*Innen stellen sich den Fragen der Medien, Anrainer und Gastronomen berichten von der Lage vor Ort und stehen ebenfalls für Interviews zur Verfügung. Neben Politiker*Innen aus mehreren Parteien werden Vertreter*Innen der Interessengemeinschaft St. Pauli und der Hamburgischen Bürgerschaft vor Ort sein.

Aus der Meldung von www.sexy-aufstand-reeperbahn.de:

Wir „sexy Aufstand Reeperbahn“ laden euch recht herzlich zu unserer Demonstration „ Herr Tschentscher, wir müssen reden. Im Sinne der Pandemie Bekämpfung! Lieber Legal und kontrolliert- als Illegal und unkontrolliert!“ in die Davidstraße/ Ecke Herbertstraße in Hamburg am 28.07.2020 um 22 Uhr ein. Es lohnt sich, pünktlich zu sein.

Dieses Mal wird eine Ansprache von der IG St. Pauli gehalten und von Vertretern der Hamburgischen Bürgerschaft. Unter anderem kommen Politiker von der SPD und Grünen, die sich natürlich auch zu spontanen Interviews bereitstellen. Unsere 2. Bürgermeisterin, Frau Fegebank, ist auch eingeladen, ob sie kommt? Es bleibt spannend …

Auswirkungen des Arbeitsverbots auf den Kiez

Des Weiteren stellen sich Frauen für Interviews bereit, die über Schicksale berichten und viel zu der heutigen Situation sagen können.
Es sind auch Gastronom vor Ort, die berichten, wie Prostitution und Gastronomie auf St. Pauli zusammenhängen und was für Auswirkungen die Pandemie und unser Arbeitsverbot auf dem Kiez mit sich bringt.

Es wird eine spektakuläre Demonstration, die man so noch nie gesehen hat! Wir freuen uns auf euer Kommen!

Anfang März 2020 gründete der Berufsverband den BesD Nothilfe Fond, um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf Sexarbeitende ein wenig zu mildern. Die deutschlandweite Schließung aller Prostitutionsstätten, Arbeitsverbote, der Rückgang der Nachfrage und ein steigendes Risiko der Arbeitsausübung stürzten auf einen Schlag eine ganze Branche in die Krise. Ein großer Anteil an Sexarbeiter*Innen hat gleichzeitig keinen Zugriff auf staatliche oder andere finanzielle Hilfsangebote.

Die gute Nachricht – Die viele Arbeit hat sich gelohnt

Wir danken von ganzem Herzen allen Spender*Innen – ihr habt es ermöglicht! Dank eurer Spenden konnten wir rund 126.000 Euro an knapp 400 Sexarbeiter*Innen in akuten Notsituationen weitergeben.

Die schlechte Nachricht – Das Geld ist alle, aber die Krise dauert an

Nun, über 4 Monate später, spitzt sich die Lage sogar weiter zu. Trotz der Erarbeitung von Hygienekonzepten für selbstständige Sexarbeit und für Prostitutionsbetriebe, verzweifelter Aufrufe an die Landesregierungen, großer Social-Media-Aktionen zum Internationalen Hurentag und öffentlicher Demonstrationen und Proteste, gibt es keine Corona-Lockerungen für Sexarbeiter*Innen und ihre Arbeitsplätze bleiben geschlossen.


Dringend gesucht: Spender*Innen und Verbündete

Bis eine Verbesserung der Lage eintritt, wird die Zahl derjenigen Sexarbeiter*Innen, die weiter auf niedrigschwellige Unterstützung angewiesen sind, leider nicht weniger. Um weiter helfen zu können, benötigen wir weitere Spenden und bleiben auf der Suche nach Unterstützer*Innen , die gemeinsam mit uns den Nothilfe Fonds am Leben halten können.

Neben privaten Spender*Innen suchen wir geeignete Ansprechpartner*Innen z.B. von Stiftungen, die weiterhelfen könnten und wollen. Du hast Tipps oder gar einen persönlichen Kontakt für uns? Bitte melde dich bei unserer Mitarbeiterin Tamara unter tamara@besd-ev.de oder +49 179 416 7883 (sms, whatsapp, telegram, signal)


Eine Flut an Anträgen – Zur Organisation innerhalb des BesD

Zwei Ansprechpartner*Innen aus dem Verband, die sich mit besonders viel Erfahrung im Umgang mit Sozialarbeiter*Innen und marginalisierten Gruppen aus dem Bereich der Sexarbeit auszeichnen, erklärten sich bereit, rund um die Uhr für die Prüfung und Weiterverarbeitung der täglich eintreffenden Anträge auf Nothilfe zu sorgen. Gemeinsam wurden Abläufe konzeptioniert, ein Logo entworfen, Texte geschrieben, der Fonds wurde innerhalb der Sexworker-Community sowie auf Social Media und anderen Kanälen beworben. Angesichts der großen Anzahl an Anträgen bildeten wir ein Komitee aus drei Sexworkern und drei externen Berater*Innen mit entsprechender Expertise, das nach dem Mehrheitsprinzip über Anträge entschied.

Lebensmittel, Medikamente, Notunterkünfte – Zur Verteilung des Geldes

Eine Beantragung fand entweder über den Direktkontakt oder über eine Vermittler*In – z.B. über Beratungsstellen und/oder aufsuchende Sozialarbeiter*Innen – statt, die im Namen der von ihnen vertretenen Sexworker Kontakt aufnahmen. Fast alle Anträge an den Fonds wurden mit „persönlichem Bedarf und Bedarf nach Lebensmittel“ begründet. In ergänzenden Gründen ging es am häufigsten um die Beschaffung von Medikamenten und/oder medizinische Versorgung, um die Versorgung von Kindern vor Ort und/oder in einem anderen Herkunftsland, sowie um die Kosten von Notunterkünften beziehungsweise Wohnverhältnissen ohne legalen Mietvertrag.

Wer erhält Geld aus dem Fonds?

Die Möglichkeit, Geld aus dem BesD Nothilfe Fonds zu erhalten, haben Personen, bei denen alle folgenden Sachverhalte zutreffen:

● finanzielle Notsituation (insb. in Folge des Corona-Arbeitsverbots)
● Tätigkeit in der Sexarbeit (insb. wenn die Gesamtheit oder der Großteil der Einnahmen aus der Sexarbeit erwirtschaftet wird, z.B. bei hauptberuflichen Sexworkern)
● derzeitiger Aufenthalt in Deutschland
● derzeit kein Erhalt von Soforthilfen von Bund oder Land

Hallo Frau ♦♦♦♦♦♦

genau wie Bayern die solo-selbständige Dienstleistung der Prostitution außerhalb von Prostitutionsstätten und außerhalb der Sperrgebiete erlaubt, gibt es nun auch bei Tantra Massagen eine vernünftige Position des bayrischen Gesundheitsministeriums. Diese fällt ganz anders aus, als zum Beispiel die Entscheidung des VG Trier zu diesem Thema. Siehe hierzu folgenden Link. Im vorliegenden Fall handelte es sich sogar noch um einen Betrieb – nicht um eine Einzelperson.

Was läuft hier nur falsch? Wie kann es sein, dass bundesweit so unterschiedlich entschieden wird?

Dass es bei eigentlich bundeseinheitlich zu treffenden Entscheidungen und bundeseinheitlich geltenden Gesetzen derzeit einen riesigen Unterschied macht, ob ich in Bayern, Hessen oder RLP lebe? Das Virus macht vor Landesgrenzen keinen Halt. Von den unterschiedlichen Corona Verordnungen ganz zu schweigen. In RLP lautet die VO: „Verboten ist die Öffnung von Bordellen, Prostitutionsstätten und ähnlichen Einrichtungen“.

Für die Behörden in RLP bin ich als soloselbständige Dienstleisterin in meinen eigenen 4 Wänden, auf Nachfrage eine „ähnliche Einrichtung“.

Obwohl das Prostituiertenschutzgesetz im §2 ganz klar eine Trennung der Dienstleistung vom Betrieb/Betreiber einer Prostitutionsstätte vornimmt! Ein Betrieb tritt erst dann in Kraft, wenn der Betreiber durch die Dienstleistung von mindestens einer weiteren Person finanziell partizipiert.

Ich möchte endlich eine Antwort mit einer sachlichen Erklärung und faktischen Gründen für das Tätigkeitsverbot von den Behörden.

Zum Beispiel, warum ich als solo-selbständige, unberührbare Domina, die keine sexuelle Dienstleistung MIT oder AN ihrem Körper anbietet, mit einem 4-seitigen Hygienekonzept, welches vom Gesundheitsamt bereits vor 2 Monaten als „schlüssig“ bewertet und nicht beanstandet wurde, weiterhin nicht arbeiten darf.

Inwiefern kann faktisch begründet werden, dass das Infektionsrisiko bei meiner Tätigkeit und maximal 2 Kundenkontakten am Tag höher sein soll, als bei vergleichbaren anderen Dienstleistungen?

Oder beim Kontaktsport? Alles, was man meinen Fragen nach sachlichen Gründen gegenüberstellt sind immer nur Vermutungen und Unterstellungen, um eine Entscheidung zu „begründen“. In Bayern, Hessen und einigen anderen Bundesländern dürfte ich hingegen arbeiten.

Ich kann bald nicht mehr! Seit fast 4 Monaten befasse ich mich tagein tagaus mit nichts anderem mehr. Ich will endlich wieder arbeiten.

Ich verstehe das alles nicht mehr: Das Mauern der Behörden, das nicht-Anbieten von Lösungen, obwohl schlüssige Hygienekonzepte vorliegen, auch in anderen Bereichen der Prostitution. Für jede andere Berufsgruppe hätte man ein offenes Ohr, ein Interesse, böte eine Perspektive. Die immer größer werdende Widersinnigkeit eines Komplettverbots angesichts der Infektionslage. All das fördert gerade rasend schnell nur die schlechten Aspekte der Prostitution!

Möchte man die Situation der Branche absichtlich vor die Wand fahren lassen um noch radikalere Maßnahmen ergreifen und Gesetze dagegen durchbringen zu können?

Diese Methode wäre jedenfalls ein probates Mittel. Viele Fragen und nach wie vor keine Antworten. All das hat schon lange nichts mehr mit Gleichbehandlung oder gar mit „Stärkung der Frauen“ zu tun. Im Gegenteil. Frauen wie mir wird durch diese de facto Entmündigung das letzte Stückchen Selbstbewusstsein und Würde genommen. Ihre Selbständigkeit, ihre Existenz und Selbstbestimmtheit zerstört!!

Mit KEINEM anderen Berufszweig wird so abwertend verfahren. Es ist auf deutsch gesagt zum K…..

Aber Hauptsache, die Politiker können entspannt ihre Sommerpause genießen während andere in ihrem Land weiter unverschuldet ums Überleben kämpfen. BITTE setzen Sie sich dafür ein, dass endlich Lösungen geschaffen werden. Dass man mit uns redet und nicht über uns entscheidet als seien wir unmündige Kinder und unfähig, genauso verantwortungsvoll in unserem Beruf zu handeln wie ein Friseur, Kosmetiker, Masseur oder Tätowierer.

Danke und viele Grüße,

♦♦♦♦♦♦

Dieser Brief wurde uns von der Verfasserin zur Verfügung gestellt, die hier anonym bleiben möchte.

Datum: 11.07.
Demostart: 22:00 Uhr
Adresse: Herbertstraße|Eingang Davidstraße, St. Pauli, Hamburg

Während nach dem Corona-Lockdown das Leben in anderen Branchen langsam zur Normalität zurückfindet, ist im berühmtesten Rotlichtviertel Deutschlands weiter „tote Hose“ – die Arbeitsplätze von Sexarbeiter*innen sind nach wie vor geschlossen. Das wollen die dort tätigen Sexarbeiter*innen und Bordellbetreiber*innen ändern: Unterstützt von angereisten Kolleg*innen und Unterstützer*innen aus ganz Deutschland, demonstrieren sie am 11.07. um 22:00 Uhr in der bekannten Herbertstraße gegen das Arbeitsverbot und für eine Öffnung der Bordelle.

Masseure dürfen weiterarbeiten – Sexworker seit 4 Monaten ohne Arbeitsplätze

Sexarbeiter*innen sind nicht die einzigen die sich fragen: ist eine weitere Schließung der Bordelle im Vergleich zu den anderen Branchen und den sinkenden Infektionszahlen noch verhältnismäßig? Menschen in der Sexarbeit fühlen sich von der Politik vergessen – während Geschäfte, Hotels, Restaurants, Imbisse, Kinos, Theater und Museen, sowie körpernahe Dienstleistungen wie Frisöre, Kosmetik, Tattoo-Studios und Massage-Salons wieder geöffnet wurden, wird die Öffnung der Prostitutionsbetriebe in Deutschland aus unklaren Motiven in die Länge gezogen. Deutschland bezieht hier eine umso unverständlichere Position, wenn man sich international und in den Nachbarländern umsieht: Unter anderem in Belgien, Schweiz, Holland, Österreich und Tschechien wurde das Prostitutionsgewerbe wieder vollständig im Rahmen der Corona-Lockerungen erlaubt.

Eine ganze Branche fühlt sich von der Politik im Stich gelassen

Irritierenderweise wird gerade Sexarbeiter*innen, die besonders mit Hygiene-und Schutzmaßnahmen vertraut sind, hierzulande scheinbar kein verantwortungsvoller Umgang mit Corona-Schutzmaßnahmen zugetraut. Dabei ist das Achten auf die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Kund*innen bei einer körpernahen Dienstleistung wie Sexarbeit – unabhängig vom Corona-Virus! – maßgeblich für die Vermeidung von Geschlechtskrankheiten, der Bewahrung der eigenen Arbeitsfähigkeit und dem guten Ruf als Dienstleister*in.

Touristen-Magnet St. Pauli weiter im Corona-Lockdown

Bis vor kurzem zog St. Pauli Tourist*innen aus aller Welt an und bereicherte die Stadt Hamburg dadurch mit gewaltigen Steuereinnahmen. Nun wissen die Menschen, die St. Pauli zu dem gemacht haben, was es ist, bereits seit 4 Monaten nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen – sie wollen sich endlich Gehör verschaffen.

Kontakt und Nachfragen:

• Johanna Weber, politische Sprecherin | johanna@besd-ev.de 0151 – 1751 9771
• Lilli Erdbeermund, Pressebüro | presse@besd-ev.de oder Presseanfrage über Website


Termin: 3.Juli – 8:30 Uhr – Bundesrat, Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin – ACHTUNG geänderte Uhrzeit


Am 03.07. ist der letzte Sitzungstag des Bundesrates vor der Sommerpause. Die Sexarbeitsbranche steht immer noch unter Arbeitsverbot und braucht eine Perspektive. Deshalb protestiert der Berufsverband für Sexarbeiter*innen (BesD e.V.) gemeinsam mit dem Bundesverbands für Betreiber*innen (BSD e.V.) vor dem Deutschen Bundesrat.

In Deutschland profitieren bereits nahezu alle Branchen von Corona-Lockerungen. Unter anderem durften Friseurläden, Massagesalons, Kosmetikstudios, Tantrainstitute, Fitnessstudios, Tattooläden, Saunen, Gaststätten und Hotels wieder öffnen und je nach Bundesland sind Veranstaltungen mit mehr als 50/100/300 Personen wieder erlaubt. Ungeachtet dessen, dauert die Schließung der Prostitutionsstätten deutschlandweit weiter an.

Dieser fortwährende Lock-Down erscheint angesichts der Entwicklungen in anderen Branchen unverständlich:

  • Sexarbeit findet in der Regel in einem 1:1 Kontakt zwischen Sexarbeiter*innen und Kund*innen statt. Sowohl der BesD e.V. als auch der BSD e.V. haben in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern Hygienekonzepte für die Sexarbeit innerhalb (z.B. Apartmenthaus, Bordell, Laufhaus) und außerhalb (z.B. Escort, Straßenstrich) von Prostitutionsstätten erarbeitet.
  • Es ist nicht nachvollziehbar, dass Corona-Schutzmaßnahmen zwar in einem Massagesalon, aber nicht in einem Bordell umsetzbar sein sollen. Prostitutionsstätten
    unterliegen besonders rigiden Auflagen und sind verpflichtet, den bei ihnen tätigen Sexarbeiter*innen ein geschütztes, hygienisches Arbeitsumfeld zu bieten.

Während Nachbarländer wie die Schweiz, Belgien, Österreich, Tschechien und die Niederlande Sexarbeit bereits insgesamt wieder erlaubt haben, bietet die hiesige Politik keine Perspektiven für die Wiedereröffnung von Prostitutionsstätten und beraubt damit den Großteil der Sexarbeitenden ihrer Arbeitsplätze.

Entgegen der Behauptungen von Prostitutionsgegner*innen ist die Corona-Krise keine „Chance“ für die Einführung eines Sexkaufverbots und damit die Illegalisierung einer gesamten Branche. Sondern vielmehr eine Gelegenheit die Gemeinsamkeiten von Sexarbeit mit anderen Branchen zu erkennen und stigmatisierende und ineffektive Sondergesetze wie das ProstituiertenSchutzGesetz abzuschaffen.

Kontakt und Nachfragen:

Johanna Weber, politische Sprecherin | johanna@besd-ev.de | 0151 – 1751 9771
Lilli Erdbeermund, Pressebüro | presse@besd-ev.de oder → Presseanfrage über Website

Sie werden – womöglich anlässlich der Corona-Pandemie – gebeten, einen Aufruf gegen Prostitution („Sexkaufverbot“) zu unterzeichnen? Bevor Sie das tun, hier ein kleiner Faktencheck.

Köln, 27. Juni 2020

(Die kursiven Passagen stammen aus einem Schreiben, das Prostitutionsgegner:innen im Mai 2020 an die Ministerpräsident:innen aller Bundesländer geschickt haben.)

1. Es dürfte zum einen auf der Hand liegen, dass Prostitution die epidemiologische Wirkung eines Super-Spreaders hätte.
Nein, das ist reine Mutmaßung, für die es keinerlei Anhaltspunkte gibt. Super-Spreading-Ereignisse wurden bisher vor allem für Gottesdienste, Fleischverarbeitung, Traditions- und Familienfeiern berichtet. All das dürfte dann auch nicht wieder zugelassen werde. Die GSSG geht davon aus, dass die meisten Begegnungen in der Sexarbeit zwischen jeweils zwei Personen stattfinden, was ein denkbares Infektionsgeschehen überschaubar hält. Im Übrigen sind professionelle Sexdienstleistende auch Profis für den Umgang mit Infektionen, wie die Forschungslage am Beispiel von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zeigt.

2. Social Distancing ist i.d.R. mit sexuellen Handlungen nicht vereinbar.
Das klingt zunächst korrekt, gilt allerdings auch für alle privaten, also nicht bezahlten sexuellen Handlungen. Die GSSG weist ausdrücklich darauf hin, dass das Gestalten einer selbstbestimmten Sexualität zu den Menschenrechten gehört und prinzipiell der Gesundheit förderlich ist.

3. Bei Nachverfolgung der Ansteckung dürfte dieser Kontakt oftmals verschwiegen werden.
Je stärker Prostitution tabuisiert und stigmatisiert wird, desto eher wird diese Behauptung zutreffen. Daher sollten die Menschen in der Sexarbeit nicht durch weitere Verbote kriminalisiert werden, sondern durch Rechtssicherheit gestärkt werden. Übrigens: Rund die Hälfte aller Freier hat keine private Beziehung.

4. Wir halten die Zustände in der Prostitution für die dort Tätigen in der großen Mehrzahl der Fälle für menschenunwürdig, zerstörerisch und frauenfeindlich. Entgegen einem weit verbreiteten Klischee sind die meisten Prostituierten (v.a. osteuropäische oder afrikanische Frauen) keinesfalls freiwillig in der Prostitution, sondern wurden und werden getäuscht, erpresst und bedroht.
Wo immer dies der Fall ist, muss energisch dagegen vorgegangen werden. Dafür reichen die bestehenden Gesetze prinzipiell aus: Ausbeutung, Erpressung, Bedrohung – all das sind Straftaten, die als solche verfolgbar sind. Zudem ist die Behauptung, es handele sich „um eine große Mehrzahl“ ist nicht belegt. Eine ganze Branche mit derzeit 33.000 registrierten Sexarbeitenden wegen unbelegter Vermutungen unter Generalverdacht zu stellen, ist keinesfalls zielführend. Im Gegenteil: Je attraktiver eine legale und gesicherte Arbeit in der Prostitution ist, desto weniger attraktiv ist sie für ausbeuterische, kriminelle und gesundheitsgefährdende Strukturen.

5. Wie Freier denken und handeln, die ihr vermeintlich erkauftes Recht auch gegen erkennbaren Widerwillen und Ekel durchsetzen und die Frauen demütigen, lässt sich beispielsweise in Freierforen nachlesen, in denen Freier die „Ware“ Frau und ihre „Dienstleistung“ bewerten.
Die GSSG warnt davor, einzelnen Äußerungen aus Internet-Foren gesellschaftsbildende Funktion zuzuschreiben. Vermeintlich abwertende Äußerungen in Freierforen lassen nicht automatisch auf Missachtung von Frauen im allgemeinen Leben schließen. Hier gilt es wie bei allen Themenforen, doppelt zu differenzieren: Sprache im Internet und Haltung im wahren Leben korrelieren nur sehr bedingt. Und wer eine bestimmte Formulierung für frauenverachtend hält, kennt sich womöglich einfach nur nicht mit dem Fachjargon aus.

6. Eine Entschließung des Europäischen Parlaments fordert Deutschland dringend dazu auf, die geltende gesetzliche Regelung zu revidieren.
Die „Entschließung“ des EU-Parlaments aus dem Jahr 2014 blieb aus gutem Grund lediglich eine „nicht bindende Resolution“. Sie basiert auf einem Bericht der Britin Mary Honeyball, dessen Faktenbasis als nicht gesichert, sondern als politisch motiviert gilt.

7. Zu authentischen Berichten von Polizisten, Aussteigerinnen und (echten) Hilfsorganisationen verweisen wir auf die beigefügten Links.
Dramatische Fallbeispiele sind (sofern zutreffend) selbstverständlich bedauernswert und streng zu ahnden. Aus ihnen müssen jedoch die richtigen Konsequenzen gezogen werden – und das sind nach Auffassung der GSSG weder eine Diskreditierung, noch eine Stigmatisierung und schon gar nicht eine Kriminalisierung bezahlter Sexualität. Sondern Rechtssicherheit, Stärkung der Betroffenen und die Beseitigung von Armut.

8. Vieles spricht für die Einführung des Nordischen Modells, mit dem erstmals in Schweden der Sexkauf unter Strafe gestellt wurde.
Ein „Nordisches Modell“ gibt es nicht, alle Staaten Nordeuropa haben unterschiedliche Gesetzgebungen zur Prostitution. Aus Sicht der GSSG spricht nichts für ein Verbot bezahlter Sexualität – im Gegenteil. Solche Verbote bewirken nachweislich eine Verschlechterung der Bedingungen. Das gilt im Übrigen auch für andere prohibitionistische Regelungen, die wir aus Schweden kennen. Der dort gesellschaftlich akzeptierte, restriktive Umgang z.B. mit Alkohol passt nicht zu den Public-Health- Ansätzen, mit denen die Bundesrepublik spätestens seit dem Beginn der HIV-Epidemie in den 1980er Jahren gute Erfahrungen macht.

Die Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG) entwickelt und fördert seit 2007 vorrangig Projekte im Bereich „Sexual Health and Rights“. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf gesundheitlicher Aufklärung. Die Stiftung arbeitet mit Expert:innen aus aller Welt zusammen. Sie betrachtet Sexarbeit auch als Aufgabenfeld, um das Recht auf sexuelle Gesundheit zu schützen. Deshalb setzt sich die Stiftung für die Rechte von Sexarbeiter:innen und ihren Kund:innen ein. Dafür klärt sie auf, forscht und bezieht Stellung in öffentlichen Debatten zu Sexarbeit. Die Stifterin der GSSG, Harriet Langanke, begleitete als Sexualwissenschaftlerin an der Universität Malmö, Schweden, zehn Jahre lang ein Forschungsprojekt über Kunden von Sexarbeiterinnen.

Hier findet sich der Faktencheck der GSSG online.

Zum Internationalen Hurentag starten der Berufsverband und Bufas am 2. Juni die Aktion #RotlichtAN – mit Treffen vor Ort, einer öffentlichen Online-Gesprächsrunde und auf Social Media. 

Jährlich wird am 2.Juni dem Protest jener Prostituierten gedacht, die 1975 in Lyon eine Kirche besetzten, um auf ihre schlechten Lebens-und Arbeitsbedingungen hinzuweisen. Doch noch heute leiden die in den vielfältigen Bereichen der Sexarbeit tätigen Menschen unter Strafmaßnahmen des Staates, kriminalisierender Gesetzgebung (z.B. Sexkaufverbot, Schwedisches Modell) und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Hurentag 2020: Wir machen das #RotlichtAN!

Unter dem Hashtag #RotlichtAN vereint der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e.V.) gemeinsam mit dem Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (Bufas e.V.) und weiteren Kooperationspartnern, Aktionen zum diesjährigen Hurentag.

Am 2. Juni finden bundesweit Events vor Ort statt, die unter der Beachtung der derzeitig nötigen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden und zu denen Sexarbeiter*innen,  Unterstützer*innen, interessierte Menschen sowie Vertreter*innen der Presse herzlich willkommen sind. So organisieren Beratungsstellen, Betriebe und Künstler*innen unter anderem in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Bielefeld und Nürnberg Betriebsbesichtigungen, Kunstausstellungen oder Mahnwachen. Auf der –> #RotlichtAN-Seite des BesD findet sich eine Übersicht aller regionalen Veranstaltungen.

Online-Fragerunde zum diesjährigen Hurentag

Auch online ist einiges los: Der BesD veranstaltet ab 18:30 Uhr mit –> „Ask a Sexworker“ eine frei zugängliche Gesprächsrunde auf Zoom, in der mehrere Sexarbeiter*innen Fragen beantworten und einen Einblick in ihre Arbeits- und Lebenswelt geben. Wer mit in der Sexarbeit tätigen Menschen sprechen und mehr über Sexarbeit erfahren will, hat hier die Gelegenheit dazu. Der Teilnahme-Link wird am Veranstaltungstag auf der Website des BesD veröffentlicht.

Social-Media-Aktion mit Hashtag #RotlichtAN

Nicht nur Sexarbeitende sind eingeladen, Flagge zu zeigen: Jeder der ein Zeichen „Für legales Arbeiten – gegen Sexkaufverbot“ setzen will, kann sich an der Social-Media-Aktion #RotlichtAN beteiligen und den Hashtag posten, auf das eigene Profilbild setzen und/oder –> uns schicken und auf der BesD-Website veröffentlichen. 

Der diesjährige Hurentag findet im Zeichen der Corona-Krise statt. Seit März diesen Jahres sind Menschen, die in Deutschland der Sexarbeit nachgehen, von einem Arbeitsverbot im Rahmen der Corona-Maßnahmen betroffen. Während Nachbarländer die Sexarbeit bereits wieder zulassen – die Schweiz ab 6. Juni, Österreich ab 1. Juli –  und Arbeitnehmer und Selbstständige in anderen körpernahen Branchen in Deutschland sich über erste Lockerungen freuen, heißt es für Sexarbeitende hier noch: Warten.

Corona: Forderung nach Gleichbehandlung von Sexarbeit

Unsere Arbeitsplätze bleiben nach wie vor geschlossen und auch Selbstständigen ist die Wiederaufnahme der Arbeit noch nicht erlaubt. Viele Sexarbeitende sind von Armut bedroht und hoffen seit mittlerweile zwei Monaten auf echte  Hilfen und Unterstützung seitens des Staates. Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen hat bereits ein  –> Hygiene-Konzept für die Lockerung der Corona-Maßnahmen vorgelegt und fordert eine Gleichbehandlung von Sexarbeit mit anderen Branchen – während und nach der Corona-Krise.