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Zum Internationalen Hurentag starten der Berufsverband und Bufas am 2. Juni die Aktion #RotlichtAN – mit Treffen vor Ort, einer öffentlichen Online-Gesprächsrunde und auf Social Media. 

Jährlich wird am 2.Juni dem Protest jener Prostituierten gedacht, die 1975 in Lyon eine Kirche besetzten, um auf ihre schlechten Lebens-und Arbeitsbedingungen hinzuweisen. Doch noch heute leiden die in den vielfältigen Bereichen der Sexarbeit tätigen Menschen unter Strafmaßnahmen des Staates, kriminalisierender Gesetzgebung (z.B. Sexkaufverbot, Schwedisches Modell) und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Hurentag 2020: Wir machen das #RotlichtAN!

Unter dem Hashtag #RotlichtAN vereint der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e.V.) gemeinsam mit dem Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (Bufas e.V.) und weiteren Kooperationspartnern, Aktionen zum diesjährigen Hurentag.

Am 2. Juni finden bundesweit Events vor Ort statt, die unter der Beachtung der derzeitig nötigen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden und zu denen Sexarbeiter*innen,  Unterstützer*innen, interessierte Menschen sowie Vertreter*innen der Presse herzlich willkommen sind. So organisieren Beratungsstellen, Betriebe und Künstler*innen unter anderem in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Bielefeld und Nürnberg Betriebsbesichtigungen, Kunstausstellungen oder Mahnwachen. Auf der –> #RotlichtAN-Seite des BesD findet sich eine Übersicht aller regionalen Veranstaltungen.

Online-Fragerunde zum diesjährigen Hurentag

Auch online ist einiges los: Der BesD veranstaltet ab 18:30 Uhr mit –> „Ask a Sexworker“ eine frei zugängliche Gesprächsrunde auf Zoom, in der mehrere Sexarbeiter*innen Fragen beantworten und einen Einblick in ihre Arbeits- und Lebenswelt geben. Wer mit in der Sexarbeit tätigen Menschen sprechen und mehr über Sexarbeit erfahren will, hat hier die Gelegenheit dazu. Der Teilnahme-Link wird am Veranstaltungstag auf der Website des BesD veröffentlicht.

Social-Media-Aktion mit Hashtag #RotlichtAN

Nicht nur Sexarbeitende sind eingeladen, Flagge zu zeigen: Jeder der ein Zeichen „Für legales Arbeiten – gegen Sexkaufverbot“ setzen will, kann sich an der Social-Media-Aktion #RotlichtAN beteiligen und den Hashtag posten, auf das eigene Profilbild setzen und/oder –> uns schicken und auf der BesD-Website veröffentlichen. 

Der diesjährige Hurentag findet im Zeichen der Corona-Krise statt. Seit März diesen Jahres sind Menschen, die in Deutschland der Sexarbeit nachgehen, von einem Arbeitsverbot im Rahmen der Corona-Maßnahmen betroffen. Während Nachbarländer die Sexarbeit bereits wieder zulassen – die Schweiz ab 6. Juni, Österreich ab 1. Juli –  und Arbeitnehmer und Selbstständige in anderen körpernahen Branchen in Deutschland sich über erste Lockerungen freuen, heißt es für Sexarbeitende hier noch: Warten.

Corona: Forderung nach Gleichbehandlung von Sexarbeit

Unsere Arbeitsplätze bleiben nach wie vor geschlossen und auch Selbstständigen ist die Wiederaufnahme der Arbeit noch nicht erlaubt. Viele Sexarbeitende sind von Armut bedroht und hoffen seit mittlerweile zwei Monaten auf echte  Hilfen und Unterstützung seitens des Staates. Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen hat bereits ein  –> Hygiene-Konzept für die Lockerung der Corona-Maßnahmen vorgelegt und fordert eine Gleichbehandlung von Sexarbeit mit anderen Branchen – während und nach der Corona-Krise.

Virtuelles Geschenk von Kaufmich.com

Kaufmich.com aktiviert virtuelles Geschenk zum Hurentag – ein Drittel der Einnahmen geht an die Spendenkasse des Berufsverbands für Sexworker.


Viele von uns verbringen während der Corona-Krise mehr Zeit im Internet als üblich, weshalb Online-Kontakte an Wichtigkeit gewonnen haben. Erotische und sexuelle Dienstleistungen sind ebenfalls vermehrt im Netz zu finden und auch der virtuelle Kontakt zwischen Sexarbeiter*innen und ihren Kund*innen hat zugenommen.

Online-Dienstleistungen werden wichtiger

Im Berufsverband tauschen wir uns intensiv über aktuelle Probleme und alternative Geschäftsmodelle aus. Inzwischen orientieren sich viele Kolleg*innen gerade in Richtung Online-Sexwork.

-> Kaufmich.com ist eine in Deutschland von sowohl Sexarbeiter*innen als auch Kund*innen gerne genützte Plattform. Wie in anderen Foren, stehen den Usern hier „virtuelle Geschenke“ zum Kauf zur Verfügung.

Virtuelle Geschenke sind kleine Bilder, die das Profil der Beschenkten verschönern und zusätzlich für ein Lächeln sorgen. Teddys, Rosen und Küsschen, ebenso wie Kondome und Lollypops stehen zur Auswahl. Diese werden zur Kontaktaufnahme eingesetzt, sind augenzwinkernde Interessens-Bekundungen oder einfach kleine Komplimente eines Verehrers oder einer Verehrerin.

Corona trifft Sexarbeiter*innen hart

Online-Kommunikation macht Spaß und Sexarbeit am Laptop hat seinen Reiz. Trotzdem ist klar: Die Corona-Zeit macht das Leben für die meisten Sexarbeiter*innen gerade verdammt schwer. Die Einnahmen von normalen Treffen brechen weg. Das Risiko der Arbeitsausübung ist ebenfalls gestiegen. Dienstleister*innen und Kund*innen sind durch die Krise verunsichert und wissen nicht, wie es weitergeht.

Die Plattform Kaufmich.com unterstützt zum diesjährigen Hurentag die Arbeit des BesD mit einer besonderen Geschenk-Aktion. Das Symbol, das ab 2. Juni einen Monat als virtuelles Geschenk auf der Plattform zum Kauf erhältlich ist, zeigt einen Händedruck, der die Solidarität mit Sexarbeiter*innen bildlich darstellt. Von jedem Verkauf geht ein Drittel an die Spendenkasse des Berufsverbands.

Geschenk von Kaufmich.com

Austausch und Workshops beim BesD

Die BesD-Community steht auch in Corona-Zeiten deutschlandweit im Austausch. Unsere Mitglieder treffen sich im eigenen Forum, dazu in unserer Telegram-Gruppe und auch in Videochats. Wir veranstalten Online-Workshops von Sexworkern für Sexworker: Hier können Kolleg*innen neue Fähigkeiten lernen, ihr Wissen auffrischen und somit ihr Angebot an die derzeitige Situation anpassen.  –> Hier erfährst Du mehr zu einer Mitgliedschaft beim BesD. 

Du bist selbst nicht in der Sexarbeit tätig, möchtest aber den Berufsverband unterstützen? Dann wirf einen Blick auf unsere neue Fundraising-Aktion –> „Meet a Sexworker“.

Berlin, 31.05.2017. Die Proteste gegen das neue „Prostituiertenschutzgesetz“ halten an. Am Freitag, dem 2.6., am internationalen Hurentag, finden folgende Veranstaltungen mit Unterstützung des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. statt:

Berlin: Vorstellung der Kampagne SEXARBEIT IST ARBEIT. RESPEKT!

Pressekonferenz am 2. Juni 2017 um 11.00 Uhr

HUZUR Nachbarschaftstreffpunkt
Bülowstraße 94/ Ecke Frobenstraße
10783 Berlin.

Vollständige Einladung als pdf

Berlin: Prostituierte laden ein

Netzwerke von Prostituierten (ICRSE, Hydra e.V., BesD) (1) werden am Freitag, dem 2. Juni in Berlin-Kreuzberg auf einer öffentlichen Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und Filmen ein Positionspapier zum neuen „Prostituiertenschutzgesetz“(2) veröffentlichen, das von den meisten Betroffenen als würdelos und als Zumutung gesehen wird.

2. Juni 2017
17.00 Uhr
bei Triq, Glogauerstr. 19, Berlin-Kreuzberg

Vollständige Einladung als pdf

Hamburg: Registrierungsbehörde am Hauptbahnhof

„Achtung, Sie betreten nun einen Sexarbeitsplatz! Haben Sie denn auch Ihren Hurenausweis dabei?“

Auf der St. Georg-Seite des Hauptbahnhofes, gegenüber dem Schauspielhaus, werden Aktivist_innen zwischen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr eine „Registrierungsbehörde“ einrichten, „Hurenausweise“ ausstellen und interessierte Passanten als Hure oder Stricher „abstempeln“. Pressebegleitung erwünscht!

Ebenfalls am internationalen Hurentag wird im Bundesrat die „Verordnung über das Verfahren zur Anmeldung einer Tätigkeit als Prostituierte“ verkündet, die die Details zum Anmeldeverfahren regeln soll. Hier wurden bisher nicht einmal die von vielen Experten angemahnten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung berücksichtigt, wie zum Beispiel den „Hurenpass“ optisch neutral zu gestalten, um die Gefahr eines zufälligen Outings geringer zu halten.

Wie in unseren schlimmsten Befürchtungen soll es sich um ein von jedermann lesbares Papierdokument handeln, das nicht nur ein biometrisches Lichtbild enthalten, sondern auch auf der Vorderseite den Text „Die Inhaberin/der Inhaber dieses Dokumentes hat eine Tätigkeit nach §3 ProstSchG angemeldet“ enthalten soll.

Bundesrat-Drucksachen

Unser Widerstand gegen diesen „Schutz“, der vielmehr eine Diskriminierung, Verletzung unserer Grundrechte und Gefahr für uns bedeutet, wird nicht nachlassen. Mitglieder des BesD und viele weitere Sexarbeiter_innen bereiten derzeit eine Verfassungsbeschwerde gegen das ProstSchG vor.

Infos zum „Prostituiertenschutzgesetz“

Gesetzestext

Verfassungsbeschwerde gegen das ProstSchG