Sperrbezirk

1. Was ist ein Sperrbezirk

So nennt man ein Gebiet, in dem man auf keinen Fall der Prostitution nachgehen darf. In Deutschland ist die Prostitution erlaubt, allerdings ist sie durch viele Vorschriften eingeschränkt und in grossen Bereichen des Landes ganz oder teilweise verboten. Jedes Bundesland darf aber die Prostitution in bestimmten Gebieten verbieten Art 297, EGStGB →.

In einem Sperrbezirk darfst Du nicht arbeiten. Nicht bei Dir zuhause, nicht beim Kunden in der Privatwohnung, nicht auf der Strasse (oder anderswo in der Öffentlichkeit), in keinem Hotel, nirgends.

Im Sperrbezirk ist Prostitution grundsätzlich verboten.

Jede Gemeinde unter 20.000 ist ganz automatisch ein Sperrbezirk.
Auf dem Land oder in kleinen Dörfern und Städten darfst Du also überhaupt nicht arbeiten.

In Bayern → und Thüringen → ist die Ausübung der Prostitution in Gemeinden bis 30.000 Einwohnern, in Baden Württemberg → sogar bis 35.000 Einwohnern grundsätzlich verboten.

Auf öffentlichen Strassen ist die Prostitution ganz oder teilweise verboten. „Teilweise“ bedeutet, dass es zum Beispiel Vorschriften über die Zeiten der Ausübung geben darf.

Strafen für die verbotene Ausübung der Prostitution

Wird man das erste Mal in einem Sperrbezirk beim Arbeiten erwischt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit →, man kann eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen. Diese ist je nach Bundesland, bzw. Gemeinde unterschiedlich und bewegt sich im Rahmen von ca. 30,-€ – 500,-€. Man kann aber auch nur verwarnt werden.

Geht man in einem Sperrbezirk aber beharrlich der verbotenen Prostitution nach, begeht man eine Straftat →.

StGB: § 184f Ausübung der verbotenen Prostitution
Wer einem durch Rechtsverordnung erlassenen Verbot, der Prostitution an bestimmten Orten überhaupt oder zu bestimmten Tageszeiten nachzugehen, beharrlich zuwiderhandelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.

Der Tagessatz berechnet sich an Deinem Einkommen und beginnt selten unter 10,-€, oft sogar erst ab 30,-€. Das ist heftig und endet oft in einer Ersatzfreiheitsstrafe. Du kannst sowohl von der Polizei, als auch vom Ordnungsamt kontrolliert werden.

2. Was ist eine Toleranzzone?

Tolerranzzonen sind Gebiete, in denen die Prostitution unter bestimmten Vorraussetzungen (z.B. zu bestimmten Uhrzeiten) oder auf bestimmte Gebiete beschränkt ausgeübt werden darf.
Eine Gemeinde kann diese Zonen ausweisen, an denen man ganz legal arbeiten darf. Oft liegen diese Zonen in Industriegebieten oder in sogenannten Kerngebieten →. Manchmal gibt es auch bestimmte Strassen oder Gebiete, in denen die öffentliche Prostitution (Strassenstrich oder Lovemobils) erlaubt ist.

3. Was bedeutet das alles für meine Arbeit?

Ich muss mich über die Sperrbezirke informieren, bevor ich meine Dienstleistung anbiete!
In Sperrgebieten ist es verboten zu arbeiten!

Was muss ich beachten?

  • Wir dürfen dort nicht in unserer eigenen Wohnung arbeiten
  • Wir dürfen dort Kunden nicht in ihrer Wohnung besuchen
  • Wir dürfen dort Kunden nicht im Hotel besuchen (weder stundenweise noch Overnights)
  • Wir dürfen Kunden nicht an deren Arbeitsplatz besuchen
  • Wir dürfen Kunden in Institutionen (Altenheim, Behinderteneinrichtungen usw.) nicht besuchen.
  • Wir dürfen im Sperrgebiet auch keine Dienstleistung anbahnen (Ansprechen von Kunden, Termine vereinbaren usw.)
4. Wo kann ich mich informieren?

Du findest hier auf der Seite bald einen Teil der Sperrbezirksverordnungen.
Sollte die Verordnung für die Stadt deiner Wahl nicht dabei sein kannst du unter den Suchworten „Prostitution, Sperrbezirksverordnung“ oder „Prostitution, Verordnung zum Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstandes“ und Stadtname suchen oder auf der öffentlichen Webseite der jeweiligen Stadt direkt im Bereich „Stadtrecht“ oder „Verordnungen Prostitution“.
Da diese Verordnungen auf den Seiten der Städte nicht immer leicht zu finden sind, kannst du auch beim „Amt für öffentliche Ordnung“ der jeweiligen Stadt oder bei der Polizei (Kommissariat Milieu/Rotlicht) anrufen und um Auskunft bitten.

Die Einwohnerzahl von Städten findest du hier →.