Tiroler Tageszeitung: Michaela Spirk-Paulmichl – Ich brauche keine Kondome, ich brauche Rechte

Die zwei Seiten des illegalen Straßenstrichs: Wo massive Kriminalisierung und gesellschaftliche Doppelmoral einander direkt gegenüberstehen.

Innsbruck – „Die meisten sind noch sehr jung.“ Isabella Hafele von der Innsbrucker Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen schätzt viele Frauen am Straßenstrich auf Anfang 20. „Sie stammen vor allem aus osteuropäischen Ländern, der Großteil ist aus Bulgarien und Rumänien.“ In manchen Regionen dieser armen EU-Länder beträgt das Durchschnittseinkommen pro Kopf gerade einmal hundert Euro pro Monat. Unter diesen Voraussetzungen werde klarer, weshalb manche dieser Tätigkeit nachgehen – selbst bei den inzwischen geltenden Dumpingpreisen für Sexarbeit am Strich: in Innsbruck 50 Euro für einen Kontakt, in Wien 20 Euro.

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