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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Aktionswoche 2026

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Die Loverboy-Methode, Kernprobleme und echte und falsche Lösungsansätze

Die Loverboy-Methode, Kernprobleme und echte und falsche Lösungsansätze

Die Loverboy-Methode, Kernprobleme und echte und falsche Lösungsansätze
Die­ser Text ist noch Work in Pro­gress. Inhal­te kön­nen noch ver­än­dert wer­den. Mit dem Begriff „Lover­boy“ wer­den Män­ner bezeich­net, die zumeist jun­gen Frau­en eine Lie­bes­be­zie­hung vor­spie­len und die­se in ein emo­tio­na­les Abhän­gig­keits­ver­hält­nis brin­gen. Die Abläu­fe sind immer wie­der ähn­lich. Es wird das Traum­bild von einer gemein­sa­men Zukunft auf­ge­baut. Die Frau wird von ihrer Fami­lie und von den bis­he­ri­gen Freun­den iso­liert, denn es zählt ja nur noch die gemein­sa­me Paar­be­zie­hung. Mit der Los­lö­sung aus den alten Krei­sen nimmt die Fixie­rung auf den Part­ner zu. Der wei­te­re Ver­lauf ver­hält sich ähn­lich des fol­gen­den Sze­na­ri­os. Kurz bevor der Traum vom gemein­sa­men Leben per­fekt wird kommt der ver­meint­li­che Traum­part­ner mit dem ers­ten Schuld­schein. Betrof­fen­heit wird geheu­chelt und dann Aus­weg­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung. Oft erzählt der Lover­boy, dass er alles ver­sucht habe, um das Pro­blem allei­ne zu lösen. Aber jetzt sei alles zu spät und er müs­se ins Gefäng­nis, wenn er nicht end­lich zah­len wür­de. Die jun­ge Frau will ihren Traum nicht auf­ge­ben und möch­te ihrem gelieb­ten Part­ner hel­fen. Er macht den Vor­schlag, dass sie ja viel­leicht für kur­ze Zeit im Bor­dell eines flüch­ti­gen Bekann­ten arbei­ten kön­ne. Natür­lich nur so lan­ge bis die Schul­den begli­chen sind. Die Bezie­hung der bei­den ist emo­tio­nal so auf die Zwei­sam­keit fixiert, dass die jun­ge Frau oft die Arbeit im Bor­dell als wich­ti­gen Bei­trag für die gemein­sa­me Zukunft sieht, und man nicht von Zwang im klas­si­schen Sin­ne spre­chen kann. Das Blatt wen­det sich aller­dings schlei­chend, denn kurz bevor der ers­te Schuld­schein abge­zahlt ist, kommt der zwei­te und dann der drit­te und so wei­ter. Irgend­wann sind kei­ne Schuld­schei­ne mehr nötig, und die Frau muss jeden Tag eine bestimm­te Sum­me Zuhau­se ablie­fern. Die Los­lö­sung aus die­sem akku­rat durch­ge­plan­ten Abhän­gig­keits­ver­hält­nis ist sehr schwie­rig. Oft wer­den auch bestehen­de Lie­bes­be­zie­hun­gen aus­ge­nutzt, die nicht zwin­gend als Lover­boy-Metho­de ange­fan­gen haben. Kern­pro­ble­me der „Lover­boy-Metho­de“ 1) 1. Feh­len­des Opfer­be­wusst­sein Die meis­ten Betrof­fe­nen haben auf­grund der emo­tio­na­len Bin­dung zum Täter kein Opfer­be­wusst­sein. Die Ein­wir­kung des Täters wird nicht gese­hen und die Pro­sti­tu­ti­ons­auf­nah­me wird häu­fig als Frei­wil­lig­keit betrach­tet. Spä­ter geben die Betrof­fe­nen sich oft sel­ber die Schuld. 2. Angst Der betrof­fe­nen Per­son wird vom Täter ein­ge­re­det, es sei schuld an der Dro­hung und/oder der Gewalt, weil es sich falsch ver­hal­te. Auch wird Macht sug­ge­riert, vor der ver­meint­lich sogar die Poli­zei nichts aus­rich­ten kann. 3. Scham Erken­nen die „Loverboy“-Opfer irgend­wann den „Betrug“, dann stel­len sich meist Gefüh­le wie Schuld und Scham ein. Hilfs­an­ge­bo­te von Bera­tungs­stel­len oder der Poli­zei wer­den des­halb nur sehr sel­ten ange­nom­men. 4. Sys­tem­feh­ler Die Stig­ma­ti­sie­rung, Kri­mi­na­li­sie­rung und feh­len­de (juris­ti­sche) Aner­ken­nung von Sex­ar­beit als Arbeit erschwert es Betrof­fe­nen zusätz­lich sich Hil­fe zu suchen, aus Angst sich dabei selbst belas­ten zu kön­nen, und/oder gesell­schaft­li­che Äch­tung zu erfah­ren.
FAKTEN Lover­boys sind kein Mas­sen­phä­no­men Es gibt einen Täter und ein Opfer. Die gan­ze Sache ist sehr lang­fris­tig ange­legt. Die Lover­boy-Metho­de ist nicht legal Es han­delt sich dabei um soge­nann­te diri­gis­ti­sche Zuhäl­te­rei, wel­che laut § 181a StGB unter Stra­fe steht. Was hilft nicht? Die Frei­er­be­stra­fung ist kei­ne Lösung Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass es unter einem soge­nann­ten Sexkauf­ver­bot weni­ger Nach­fra­ge nach ero­ti­schen Dienst­leis­tun­gen gibt. Hier nun die Schluss­fol­ge­rung zu zie­hen, dass sich das Geschäft dann für die „Zuhäl­ter“ nicht mehr loh­nen wür­de und die­se somit von ihren kri­mi­nel­len Machen­schaf­ten ablas­sen, ist rea­li­täts­fern. Das Gegen­teil wird pas­sie­ren. Die Lover­boys wer­den in dem schon bestehen­den Abhän­gig­keits­ver­hält­nis den Druck erhö­hen. Um den gewohn­te Geld­fluss auf­recht zu erhal­ten, wird die Frau län­ger und mehr arbei­ten müs­sen und den Kun­den (Frei­ern) gegen Auf­preis Prak­ti­ken anbie­ten müs­sen, die sie bis­her abge­lehnt hat. Sex­ar­bei­ten­de arbei­ten im Unter­grund Da Bor­dell­be­trie­be unter dem schwe­di­schen Modell unmög­lich oder ver­bo­ten sind, arbei­ten die Sex­ar­bei­ten­den in Pri­vat­woh­nun­gen, Hotels oder im Frei­en. Bera­tungs­stel­len aus Schwe­den bekla­gen, dass sie schwer Kon­takt zu dem Sex­ar­bei­ten­den auf­bau­en kön­nen, weil die­se nur sehr auf­wen­dig auf­zu­fin­den sind. So wird es für das geschul­te Fach­per­so­nal auch schwie­ri­ger Lover­boy-Opfer zu erken­nen. Was kann man dage­gen tun? 1. Der BesD ver­weist hier­zu an Exper­ten, die sich nicht nur aus dem per­sön­li­chen Focus her­aus mit der The­ma­tik beschäf­tigt haben oder betrof­fen sind, son­dern For­schun­gen und Umfra­gen dazu durch­ge­führt haben: kok Koor­di­nie­rungs­kreis gegen Men­schen­han­del Wich­tig ist dabei die strik­te Tren­nung zwi­schen Men­schen­han­del und Sex­ar­beit, wie es in ande­ren Berufs­grup­pen auch vor­ge­nom­men wird. 2. Auf­klä­rung in den Schu­len. Eine For­de­rung des Berufs­ver­ban­des ist, dass spe­zi­ell fort­ge­bil­de­te Sex­ar­bei­ten­de als Exper­ten in den Schu­len das The­ma sexu­el­le Auf­klä­rung über­neh­men sol­len. Dabei soll den Jugend­li­chen auch das The­ma Lover­boys nahe gebracht wer­den. Eine Zusam­men­ar­beit mit Fach­be­ra­tungs­stel­len ist dabei unab­ding­bar 2) Wich­tig ist der Hin­weis: Es ist nicht jedes Schul­mäd­chen ein poten­ti­el­les Opfer für Lover­boys. Sehr gezielt wird von den Lover­boys nach den pas­sen­den jun­gen Frau­en gesucht. 3. Die Love­boy-Metho­de wirkt nicht nur bei jun­gen Frau­en. Eine aus­schließ­li­che Fokus­zie­rung der Prä­ven­ti­ons­ar­beit auf „Schul­mäd­chen“, führt bei allen älte­ren zu noch mehr Scham und die Hemm­schwel­le steigt Hilfs­ein­rich­tun­gen oder die Poli­zei zu kon­tak­ten. 4. In vie­len ost­eu­ro­päi­schen Län­dern gibt es Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen an Schu­len oder in der rus­si­schen Haupt­stadt, Mos­kau, breit gestreu­te Pla­kat­ak­tio­nen, um über die Lover­boy-Metho­de auf­zu­klä­ren. Hier soll­te län­der­über­grei­fend zusam­men­ge­ar­bei­tet und Erfah­run­gen aus­ge­tauscht wer­den. ——————————————————— 1) Aus­zü­ge aus: Stel­lung­nah­me zur Vor­la­ge 171796 im Rah­men der Öffent­li­chen Anhö­rung zur Ent­wick­lung der soge­nann­ten „Lover­boy-Metho­de“ zur Erzwin­gung von Pro­sti­tu­ti­on in Nord­rhein-West­fa­len https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenser…7–1676.pdf 2) Pro­sti­tu­ti­on in Deutsch­land – Fach­li­che Betrach­tung kom­ple­xer Her­aus­for­de­run­gen (Link: http://www.stiftung-gssg.de/upload/Prost…Final.pdf) Sei­te 24 „Dort, wo Fach­be­ra­tungs­stel­len spe­zi­fi­sche Unter­stüt­zung und Prä­ven­ti­on anbie­ten, kann die Ziel­grup­pe erreicht wer­den. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen der Bera­tungs­stel­len kom­men über die auf­su­chen­de Arbeit in Kon­takt mit Kin­dern und Jugend­li­chen oder wer­den durch ande­re Pro­sti­tu­ier­te auf die­se auf­merk­sam gemacht. Auch die Koope­ra­ti­on mit Multiplikator_innen der Schu­len und der offe­nen Jugend­ar­beit bewährt sich (Leopold/Grieger 2004). ————————————————————— HILFE Hil­fe­te­le­fon Sexu­el­ler Miss­brauch (bun­des­weit, kos­ten­frei und anonym): 0800 22 55 530 Save me online (für Jugend­li­che): www.save-me-online.de Juuu­port (für Jugend­li­che):www.juuuport.de Make it safe (für Jugend­li­che): www.make-it-safe.net Jugend Sup­port (für Jugend­li­che): www.jugend.support/ Bünd­nis gegen Cyber­mob­bing: www.buendnis-gegen-cybermobbing.de Eltern­in­itia­ti­ve für Lover­boy-Opfer: www.die-elterninitiative.de ———————————————————– LINKS Tipps für online recher­chie­ren­de Sex­ar­bei­ten­de gegen Cyber­g­roo­ming und Lover­boys -> www.kaufmich.com/magazin/loverboys und cyber­g­roo­ming Bro­schü­re des BMFSFJ (Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Seniorn, Frau­en und Jugend) „Mit­ein­an­der statt neben­ein­an­der — Schutz und Hil­fen bei Han­del mit und Aus­beu­tung von Kin­dern“ -> https://www.bmfsfj.de/blob/129878/558a1d…l‑data.pdf