Berlin, 9.9.2014: Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) verfolgt mit Besorgnis die heutigen Verhandlungen zu weiteren Details einer geplanten Prostitutionsregulierung.

„Die bisherigen Ergebnisse scheinen eher dazu geeignet zu sein, die Gesellschaft vor der Prostitution zu schützen als uns vor
Diskriminierung, schlechten Arbeitsbedingungen oder Ausbeutung“, so Undine de Rivière, eine der Sprecherinnen des BesD. „Statt
konsequenter rechtlicher Anerkennung unseres Berufes stehen neue stigmatisierende Sondergesetze im Raum“. Am 9.9. treffen sich die
Koalitionspartner, um über die noch strittigen Punkte wie Pflichtuntersuchungen, Kondomzwang und eine Anhebung des Mindestalters
in der Sexarbeit zu entscheiden.

Die Koalition hatte sich bereits im August auf erste Eckpunkte eines neuen „Prostituiertenschutzgesetzes“ geeinigt. Unter anderen sind eine
Meldepflicht für Sexarbeiter_innen und eine Erlaubnispflicht für alle Arbeitsstätten geplant, in denen mehr als eine einzelne Sexarbeiter_in
in ihrer eigenen Wohnung arbeitet. „Eine polizeiliche Zwangsregistrierung wird ganz bestimmt niemandem in der Branche
helfen, sondern nur diejenigen von uns künstlich illegalisieren, die sich ein Outing nicht erlauben können“, sagt de Rivière weiter. Der
BesD befürchtet ausserdem die Schließung zahlreicher Arbeitsstätten mit guten Arbeitsbedingungen aufgrund willkürlich und realitätsfern
verhängter Auflagen, wie zuletzt in den Niederlanden und in Österreich geschehen.

 
Die vollständige Stellungnahme des BesD zum geplanten „Prostituiertenschutzgesetz“:
http://berufsverband-sexarbeit.de/stellungnahme-und-alternativ-vorschlaege-des-besd-zum-neuen-eckpunktepapier/

 
Einladung zum großen Sexarbeitskongress mit zahlreicher Beteiligung aus Politik, Wissenschaft und Praxis am 24. Septemeber in Berlin:
http://sexarbeits-kongress.de/