Datum: 11.07.
Demostart: 22:00 Uhr
Adresse: Herbertstraße|Eingang Davidstraße, St. Pauli, Hamburg

Während nach dem Corona-Lockdown das Leben in anderen Branchen langsam zur Normalität zurückfindet, ist im berühmtesten Rotlichtviertel Deutschlands weiter „tote Hose“ – die Arbeitsplätze von Sexarbeiter*innen sind nach wie vor geschlossen. Das wollen die dort tätigen Sexarbeiter*innen und Bordellbetreiber*innen ändern: Unterstützt von angereisten Kolleg*innen und Unterstützer*innen aus ganz Deutschland, demonstrieren sie am 11.07. um 22:00 Uhr in der bekannten Herbertstraße gegen das Arbeitsverbot und für eine Öffnung der Bordelle.

Masseure dürfen weiterarbeiten – Sexworker seit 4 Monaten ohne Arbeitsplätze

Sexarbeiter*innen sind nicht die einzigen die sich fragen: ist eine weitere Schließung der Bordelle im Vergleich zu den anderen Branchen und den sinkenden Infektionszahlen noch verhältnismäßig? Menschen in der Sexarbeit fühlen sich von der Politik vergessen – während Geschäfte, Hotels, Restaurants, Imbisse, Kinos, Theater und Museen, sowie körpernahe Dienstleistungen wie Frisöre, Kosmetik, Tattoo-Studios und Massage-Salons wieder geöffnet wurden, wird die Öffnung der Prostitutionsbetriebe in Deutschland aus unklaren Motiven in die Länge gezogen. Deutschland bezieht hier eine umso unverständlichere Position, wenn man sich international und in den Nachbarländern umsieht: Unter anderem in Belgien, Schweiz, Holland, Österreich und Tschechien wurde das Prostitutionsgewerbe wieder vollständig im Rahmen der Corona-Lockerungen erlaubt.

Eine ganze Branche fühlt sich von der Politik im Stich gelassen

Irritierenderweise wird gerade Sexarbeiter*innen, die besonders mit Hygiene-und Schutzmaßnahmen vertraut sind, hierzulande scheinbar kein verantwortungsvoller Umgang mit Corona-Schutzmaßnahmen zugetraut. Dabei ist das Achten auf die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Kund*innen bei einer körpernahen Dienstleistung wie Sexarbeit – unabhängig vom Corona-Virus! – maßgeblich für die Vermeidung von Geschlechtskrankheiten, der Bewahrung der eigenen Arbeitsfähigkeit und dem guten Ruf als Dienstleister*in.

Touristen-Magnet St. Pauli weiter im Corona-Lockdown

Bis vor kurzem zog St. Pauli Tourist*innen aus aller Welt an und bereicherte die Stadt Hamburg dadurch mit gewaltigen Steuereinnahmen. Nun wissen die Menschen, die St. Pauli zu dem gemacht haben, was es ist, bereits seit 4 Monaten nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen – sie wollen sich endlich Gehör verschaffen.

Kontakt und Nachfragen:

• Johanna Weber, politische Sprecherin | johanna@besd-ev.de 0151 – 1751 9771
• Lilli Erdbeermund, Pressebüro | presse@besd-ev.de oder Presseanfrage über Website

3 Kommentare
  1. Vera Brass
    Vera Brass sagte:

    Ich bin sehr enttäuscht von der Politik. Anfang der 90ger Jahre war ich noch Drogenabhängig, und auf dem Kölner Eigelstein anschaffen gegangen. Das war damals ein Spießrutenlauf mit der Polizei. Dann würde 2002 der soziale Straßenstrich ins Leben gerufen, was für die Frauen ein Segen war, endlich keine Flucht mehr vor der Polizei, die Vergewaltigigungen hörten auf, da die Frauen dort die Möglichkeit hatten geschützt zu arbeiten. Das wird jetzt alles zunichte gemacht.

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  2. Doris
    Doris sagte:

    Diese Demo ist absolut berechtigt und auch von enormer Wichtigkeit. Als privat Person kannst du dich täglich über Loovo und Co privat zum Sex verabreden . Wenn man mag jede Stunde und wahrscheinlich ungeschützt Sex haben. Die Huren Deutschlands machen eine saubere und extrem wichtige Arbeit als Dienstleister. Sind aufgeklärt über Infektions und Virus Erkrankungen. Haben seit den 80iger Jahren Aids im Griff. Es steht überhaupt in keinem Verhältnis mehr bei diesen geringen Infektionszahlen ein weiteres Arbeitsverbot aufrecht zu erhalten. Corona wird dazu benutzt die Huren zu diskriminieren und zu stigmatisieren. Ein generelles Arbeitsverbot wäre lächerlich und schon lange nicht mehr zeitgemäß . Sie leben und arbeiten zu meist ein anderes Leben. Haben eine andere Lebensphilosophie und andere Weltansichten. Aber genau das ist in unserem Grundgesetzt verankert Jeder kann sein und tun und leben wo und wie er mag . Also lasst uns alle kämpfen für das Recht der Prostituierten . Sie leisten einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft. Arbeiten seit Jahren legal und sind Steuerzahler Hamburgs!!!

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