Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Trans* sein in der Sexarbeit

Trans* sein in der Sexarbeit

Trans* sein in der Sexarbeit

Unsere monatliche Online-Veranstaltungsreihe zu den gesellschaftlich und politisch am heißesten diskutierten Themen rund um Sexarbeit. Sexarbeiter*innen und Expert*innen aus relevanten Bereichen erklären, klären auf und diskutieren.

Datum:  Diens­tag den 19.11.2024 Uhr­zeit: 16:00 bis 17:00 Uhr Teil­nah­me: Offen für alle Inter­es­sier­ten! Wir laden ins­be­son­de­re Mit­ar­bei­ten­de aus Ver­wal­tung, Poli­tik und Gesund­heits­we­sen herz­lich zur Teil­nah­me ein. Preis: Kos­ten­los Spra­che: Deutsch
13.01.26 | ESET | Ist Sex­ar­beit ethisch?
Ver­an­stal­ter: Der Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BesD e. V.) ist die größ­te Sex­ar­bei­ten­den-Orga­ni­sa­ti­on Euro­pas und hat als Ziel die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen, Besei­ti­gung von Miss­stän­den und Ent­stig­ma­ti­sie­rung. Auf­zeich­nung und Mate­ria­li­en:  Wer­den im Nach­hin­ein hoch­ge­la­den auf dem BesD-You­Tube-Kanal. Dort fin­den sich auch die Auf­zeich­nun­gen der ehe­ma­li­gen EINE STUNDE / EIN THEMA Bei­trä­ge.

INHALT

Trans* sein in der Sex­ar­beit ist einer­seits von Kli­schees geprägt, ande­rer­seits von ver­let­zen­der bis hin­zu dis­kri­mi­nie­ren­der Unwis­sen­heit Ande­ren. Und zwar nicht nur von nicht-Sexarbeiter*innen, son­dern auch inner­halb der Sexarbeiter*innen bzw. Sexarbeiter*innen unter­stüt­zen­den Com­mu­ni­ty.  Aber was bedeu­tet es eigent­lich kon­kret im (Arbeits-)Alltag für Trans* Sexarbeiter*innen Trans* zu sein, und in der Sex­ar­beit tätig? Beein­flusst ihr Trans* sein ihre Arbeit als Sexarbeiter*in, und wenn ja wie? Was sind ihre Erfah­run­gen als Trans* Per­so­nen in Anlauf­stel­len für Sexarbeiter*innen und unter ande­ren Sexarbeiter*innen  wie z.B. Fach­be­ra­tungs­stel­len, gesund­heit­li­che Bera­tung, Anmel­dung, Peer to Peer Bera­tung, und der eige­nen Sexarbeiter*innen Com­mu­ni­ty? Und was bräuch­te es um die­se Erfah­run­gen zu ver­bes­sern und Trans* Per­so­nen mehr auf dem Schirm zu haben als Teil der Men­schen, die in der Sex­ar­beit tätig sind.  

REFERENT*INNEN

Caspar Tate, Projektkoordinator bei Trans*Sexworks

  Cas­par Tate ist seit 5 Jah­ren bei Trans*Sexworks aktiv und macht dort mitt­ler­wei­le die Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on. Er enga­giert sich als Trans- und Sex­ar­beits­ak­ti­vist und arbei­tet zudem viel zum The­ma HIV/STIs und PrEP/PEP in der Sex­ar­beits­com­mu­ni­ty.
Trans*Sexworks ist ein Peer-Pro­jekt von und für trans, inter und nicht-binä­re Sexarbeiter*innen in Ber­lin. Seit 2015 bie­tet das Pro­jekt Ver­net­zung, Aus­tausch und Peer-Bera­tung an für TIN* Sexarbeiter*innen. Von Anfang an gab es einen gro­ßen Fokus auf die Zusam­men­ar­beit und Unter­stüt­zung der trans Frau­en, die am Stra­ßen­strich arbei­ten. Seit 3,5 Jah­ren gehen die Ehren­amt­li­chen von Trans*Sexworks nun 3x die Woche mit einem Las­ten­fahr­rad zum Stra­ßen­strich und ver­tei­len Safer Sex‑, Safer Use- und Hygie­ne­pro­duk­te. Durch die­sen regel­mä­ßi­gen Kon­takt kön­nen die Ehren­amt­li­chen Wün­sche und Bedürf­nis­se abfra­gen und an wei­te­re Hil­fen ver­mit­teln oder dort­hin beglei­ten, z.B. Fach­be­ra­tungs­stel­len, Poli­zei, Trans Bera­tungs­stel­len, Gesund­heits­äm­ter uvm..
Das Pro­jekt hat sich zu einer Zeit gegrün­det, wo trans Sexarbeiter*innen kaum beach­tet wur­den und kaum Unter­stüt­zung erfah­ren haben durch sozi­al­ar­bei­te­ri­sche Stel­len. Mehr dazu wird Cas­par Tate im Work­shop erzäh­len.
 

Lola Anders, trans* und Sexarbeiterin

Lola Anders ist 42 Jah­re alt und arbei­tet seit 2023 regel­mä­ßig in ver­schie­de­nen Berei­chen der Sex­ar­beit. Ange­fan­gen in der Auto­pro­sti­tu­ti­on, emp­fängt sie heu­te Gäs­te haupt­säch­lich in Arbeits­woh­nun­gen oder im Lauf­haus. Dane­ben bie­tet sie Hotel besu­che als Inde­pen­den­tes­cort an und ver­sucht sich in Con­tent­be­reich mit klei­nen Por­no-Pro­duk­tio­nen und Web­cam. Sie ist trans* und hat mit ihrer Gen­der­iden­ti­tät sowohl ver­schie­dens­ten Erfah­run­gen mit Kun­den und Gäs­ten gemacht, als auch spe­zi­el­le Erfah­run­gen bei Behör­den und Gesund­heits­äm­tern, da trans* sein in die­sen immer noch nicht zum All­tag gehört. Im poli­ti­schen Bereich nimmt sie in Gesprä­chen oft wahr, dass trans* Sex­ar­beit, ähn­lich wie männ­li­che Sex­ar­beit, ver­schwie­gen wird. Oder aber nur im Bereich der Beschaf­fungs- und Armut­s­pro­sti­tu­ti­on ver­mu­tet wird. Gene­rell wird trans* Frau­en oft eine funk­tio­na­le Sexua­li­tät abge­spro­chen was zu den ver­schie­dens­ten Denk­ge­bäu­den auch in Bezug auf Sex­ar­beit führt. Wenn Sie nicht in der Sex­ar­beit tätig ist berät sie Ehren­amt­lich trans* Per­so­nen in allen Berei­chen der Tran­si­ti­on und macht sich als Akti­vis­tin stark für trans* und que­e­re Rech­te. Dane­ben arbei­tet sie Stun­den­wei­se in der Ver­wal­tung einer quee­ren NGO.  

Lucien Lafayette, trans*, Mastress of Queerdom und BDSM-Escort

Luci­en arbei­tet in aller­lei For­men von BDSM, Fetisch und Gen­der­play, und schreibt über sich: Ich per­sön­lich bin Agen­der, aber respek­tie­re es wenn ande­re Men­schen mich irgend­ei­nem Gen­der zuord­nen. Ob mei­ne Kun­den mich nun “Herr” oder “Her­rin” nen­nen, macht für mich kei­nen gro­ßen Unter­schied. Und wenn sie gefickt oder gefol­tert wer­den, sind sich die Geschlech­ter ziem­lich ähnlich.Trans*sein hat in jedem Job und auf jedem Markt sei­ne typi­schen Nach­tei­le wie Aus­gren­zung oder Unan­schluss­fä­hig­keit auf­grund von Min­der­hei­ten­tum und Neu­heit. Auch in der Sex­ar­beit fin­det sich die­ses Prin­zip. Es gibt kei­ne bestehen­den Struk­tu­ren in die man rein­passt und daher läuft der Laden nicht so gut. Dafür hat in der Sex­ar­beit aber den Vor­teil das Trans*Sein mone­ta­ri­sie­ren zu kön­nen. Vie­le For­men von Trans*Sein sind Sel­ten­hei­ten die sich gut ver­kau­fen. Von der Poli­tik wahr­ge­nom­men füh­le ich mich null. Ich bin so eine mini-Min­der­heit, dass mich das auch nicht wun­dert. Trotz­dem muss jede Gesetz­ge­bung auch auf mich ange­wandt wer­den und soll­te daher im Ein­zel­fall auch auf mich pas­sen. Aber Vie­les von dem was mich betrifft gehört zum Ober­the­ma Men­schen-mit-Schwanz-in-der-Sex­ar­beit. Und das sind incl. mir schon sehr Vie­le im Ver­gleich dazu wie wenig sie gese­hen wer­den. Das Prin­zip “sex­ar­bei­ten­de ‘Män­ner*’ ” steht in kras­ser Unver­ein­bar­keit zu Kon­zep­ten wie dem Huren­stig­ma oder dem cis-binä­ren-Welt­bild, ist aber trotz­dem ein Teil die­ser Welt, der Beach­tung ver­dient hat.