30.06.25 | EINE STUNDE EIN THEMA | Die Relevanz von Peer to Peer Angeboten in der Einstiegsberatung
Veröffentlicht am von Emma Sophie Roe
Unsere monatliche Online-Veranstaltungsreihe zu den gesellschaftlich und politisch am heißesten diskutierten Themen rund um Sexarbeit. Sexarbeiter*innen und Expert*innen aus relevanten Bereichen erklären, klären auf und diskutieren.Datum: Montag den 30.06.2025
Uhrzeit: 17:00 bis 18:00 Uhr
Teilnahme: Offen für alle Interessierten! Wir laden insbesondere Mitarbeitende aus Verwaltung, Politik und Gesundheitswesen herzlich zur Teilnahme ein.
Preis: Kostenlos
Sprache: Deutsch
Veranstalter:
Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e. V.) ist die größte Sexarbeitenden-Organisation Europas und hat als Ziel die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Beseitigung von Missständen und Entstigmatisierung.
Aufzeichnung und Materialien: Werden im Nachhinein hochgeladen auf dem BesD-YouTube-Kanal. Dort finden sich auch die Aufzeichnungen der ehemaligen EINE STUNDE / EIN THEMA Beiträge.
INHALT
Sexarbeit ist kein Ausbildungsberuf. Wer also mit der Sexarbeit anfangen möchte, muss Wege finden um zu erfahren und zu lernen, wie der Arbeitsalltag aussehen könnte. Gängige Einstiegsberatungen von Sozialarbeiter*innen, können bei allen möglichen Fragen runde um Steuern, Anmeldung, rechtliche Grundlagen etc. enorm hilfreich sein. Was diese aber nicht bieten können, ist die Perspektive einer Person, die selbst Erfahrung in der Sexarbeit hat und bereit ist diese zu teilen. Dafür ist das Angebot der Peer to Peer Beratung von unvergleichbarem Wert. Die Entlohnung der oft ehrenamtlich arbeitenden Peer to Peer Berater*innen spiegelt diesen Wert leider zu oft nicht wieder.
REFERENT*INNEN
Ronja, angehende Sexarbeiter*in
Ronja ist 37 Jahre alt, hab bisher noch keine eigene Erfahrung mit Sexarbeit, möchte aber mit dieser Anfangen. Bisher hat sie sich mit der mit politischen Lage von Sexarbeitenden und Sexarbeiter*innen im Bekanntenkreis auseinandergesetzt und verschiedene Formen von Einstiegsberatung in Anspruch genommen.
Auf die Idee mit Sexarbeit anfangen zu wollen, ist sie nach einer beruflichen Krise/ Burn Out in ihrem erlernten Beruf gekommen. Die Idee mit Sexarbeit Geld zu verdienen gefällt ihr unter anderem, weil ihr geregelte Arbeitszeiten aufgrund ihrer Neurodivergenz schwer fallen und sie gerne Zeit für Kunst haben möchte.
An eine Beratungsstelle hat sie sich auf Empfehlung einer Sexarbeiter*in aus dem Bekanntenkreis gewandt, um sie so viele Infos wie möglich, darüber bekommen, wie alles genau abläuft. Peer to Peer Beratung hat sie für spezielleres Insider Wissen in Anspruch genommen.
Bild von Tim Ohler
Lydia, Erotikdienstleisterin
Lydia ist Erotikdienstleisterin, 44 Jahre und seit 21 Jahren in der Sexarbeit tätig. Sie hat Erfahrungen in Wohnungsbordellen, mit Haus-/Hotelbesuchen und Escort-Service, in FKK-Clubs sowie der Porno-Branche und ist seit 2017 in Leipzig als Independent Escort tätig. Am liebsten bezeichnet sich Lydia als Beraterin für Lebensfreude und sexuellen Genuss, da so ihre Tätigkeit ihrer Meinung nach am treffendsten beschrieben wird. Im Studium der Sozialen Arbeit konnte sie dafür auch eine professionelle Grundlage schaffen und hat damit die Kompetenzen, als Peer-Beraterin für zukünftige oder bereits tätige Kolleg*innen ansprechbar zu sein. Lydia bietet Beratung zum Beispiel bei Fragen zum Start in der Sexarbeit, zu Professionalisierung, rechtlichen Grundlagen, zur Umorientierung, zum Marketing oder Outing im privaten Umfeld.
Im Frühjahr 2018 hat Lydia gemeinsam mit zwei Kolleg*innen das Sexworker-Frühstück gegründet. Dieses Netzwerktreffen, welches ausschließlich für aktive und ehemalige Sexarbeiter*innen zugänglich ist, hat sich zwischenzeitlich zur offiziellen Selbsthilfegruppe „Family Affair“ entwickelt. Neben dem Angebot eines gemütlichen, gemeinsamen Brunchs einmal im Monat bietet die Selbsthilfegruppe seit Juli 2024 auch die Möglichkeit, sich zu einem weiteren monatlichen Termin im Einzelgespräch über persönliche Anliegen zu unterhalten. Manche Themen sind sehr persönlich, so dass sie einen eigenen (geschützten) Raum benötigen. Viele dieser Themen brauchen außerdem die Grundlage der gemeinsamen Erfahrung der Sexarbeit, weil im privaten Umfeld leider doch häufig Vorurteile über die Tätigkeit und ihre Auswirkungen vorhanden sind. Wegen des nach wie vor bestehenden Hurenstigmas haben Kolleg*innen oft Bedenken, sich selbst ihren engsten Vertrauten gegenüber zu öffnen. Diese Lücke hofft die Selbsthilfegruppe ein Stück weit schließen zu können.
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