Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Die­ser Text stammt von unse­rem Mitl­gied Pie­ke Bier­mann: Mei­ne Recher­chen zu Wehr­machts­bor­del­len im WK II för­dern ab und zu auch rich­tig schö­ne Fund­stü­cke zuta­ge. Man muss dazu wis­sen, dass die mili­tä­ri­schen Top-Chefs beschlos­sen hat­ten, ihren vie­len, auch jun­gen Sol­da­ten die sexu­el­le Betä­ti­gung nicht total zu ver­bie­ten – das wür­de nichts brin­gen, son­dern womög­lich die “heim­li­che Pro­sti­tu­ti­on” för­dern, also die “Volks­ge­sund­heit gefähr­den” (so sahen die Her­ren es damals, nicht weit ent­fernt vom Geist der heu­ti­gen Damen und Her­ren, die hin­ter dem aktu­el­len Prostituierten“schutz“gesetz ste­cken …). Unbe­dingt ver­mie­den wer­den soll­te “natür­lich” auch: Homo­se­xu­el­le Betä­ti­gung. Also ver­füg­ten sie die Ein­rich­tung von extra Wehr­machts­bor­del­len über­all da, wo sie ein­mar­schiert waren. Die dort arbei­ten­den Mädels waren “Lokal­k­räf­te” und wur­den vor­her auf ihre Gesund­heit und ihre “poli­ti­sche Zuver­läs­sig­keit” hin unter­sucht. Die Puffs stan­den unter schärfs­ter medi­zi­ni­scher Kon­trol­le und hat­ten eine büro­kra­tisch peni­ble Haus­ord­nung, in der auch die Öff­nungs­zei­ten und die Prei­se fest­ge­legt waren. Die “RICHTLINIEN FÜR DIE EINRICHTUNG UND ÜBERWACHUNG VON WEHRMACHTSBORDELLEN IN DEN BESETZTEN WESTGEBIETEN, OBERKOMMANDO HEERESGRUPPE D” (im Bun­des­ar­chiv) vom Juni 1943 emp­feh­len zum Bei­spiel für die besetz­ten West­ge­bie­te einen Preis zwi­schen zwei und drei Reichs­mark. Irgend­wie extra-edle Puffs durf­ten “bis zu fünf Reichs­mark” neh­men. Die Rea­li­tät hat­te gezeigt: Wo die Prei­se zu hoch sind für die Mas­se der ein­fa­chen Sol­da­ten, suchen die sich güns­ti­ge Alter­na­ti­ven, blüht die unkon­trol­lier­te und unkon­trol­lier­ba­re Sex­ar­beit. Im Febru­ar 1941 zum Bei­spiel fällt dem Sani­täts­of­fi­zier im besetz­ten Rumä­ni­en auf, dass jetzt öfter Sol­da­ten wegen Geschlechts­krank­hei­ten behan­delt wer­den müs­sen – es stellt sich her­aus: Das loka­le Wehr­machts­bor­dell wird „wegen des zu hohen Prei­ses wenig besucht”. Und jetzt kommt’s: Genau des­we­gen tre­ten auch die zwan­zig Mädels dort in Streik, sie haben kei­nen Bock mehr, für deut­sche Sol­da­ten zu arbei­ten, die Koh­le stimmt ein­fach nicht. Im Klar­text: Huren strei­ken gegen die deut­schen Besat­zer, deren Ter­ror­re­gime allen bekannt ist, und – sie­gen! Im März krie­gen sie, auf Betrei­ben des Stand­ort­arz­tes, ein täg­li­ches Fixum – in Höhe von fünf­zehn Frei­ern, ob sie die machen oder nicht! Auch wenn die Idee, als Mili­tär­an­ge­stell­te zu arbei­ten, nicht so rasend attrak­tiv ist und heu­te auch kaum auf­kä­me: Die Epi­so­de zeigt, dass Huren immer und über­all kämp­fen und Wider­stand erfolg­reich sein kann. Mir fällt dazu ein: Was wohl pas­siert, wenn die Kolleg*innen heu­te ein­fach sämt­li­che Diens­te an Politiker*innen ein­stel­len?