Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Sex in Japan wird kuscheliger.….

Sex in Japan wird kuscheliger.….

Sex in Japan wird kuscheliger.….
Manch­mal suchen sich Jour­na­lis­ten sehr exo­ti­sche The­men raus. So erhiel­ten wir eine Anfra­ge, wo es um den Wan­del der Sex­bran­che in Japan geht. “Dort nimmt das Ange­bot “här­te­rer” sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen wie Geschlechts­ver­kehr und Oral­sex ab, wäh­rend Ein­rich­tun­gen mit “wei­che­ren” Ange­bo­te wie Mas­sa­ge­sa­lons und Kuschel­ca­fés boo­men. Als Grund gilt Japans altern­de Gesell­schaft. Die vie­len Alten wol­len, oder kön­nen, kei­nen Sex mehr haben, seh­nen sich aber wei­ter nach Inti­mi­tät und Kör­per­kon­takt.” Wir soll­ten ant­wor­ten, ob denn ein ähn­li­cher Wan­del in Deutsch­land zu ver­zeich­nen ist. Eine Kol­le­gin aus dem BesD hat sich dazu Gedan­ken gemacht: Ich habe nicht das Gefühl, dass es zwin­gend an einer altern­den Gesell­schaft in Japan liegt, dass Eta­blis­se­ments wie Kuschel­ca­fés ent­wi­ckelt wur­den. Mei­nes Erach­tens impli­ziert die­se Aus­sa­ge, dass in der Haupt­sa­che Män­ner mit Potenz­pro­ble­men die­se Ser­vices in Anspruch neh­men. Zuneh­men­de Land­flucht der jün­ge­ren Gene­ra­ti­on und der Wan­del sich um sei­ne auf dem Land zurück­ge­las­se­nen Eltern nicht mehr in dem Maße zu küm­mern wie noch vor eini­gen Jahr­zehn­ten (zu Zei­ten, als Zwei-Gene­ra­tio­nen-Haus­hal­te üblich waren) erklä­ren die zuneh­men­de Ver­ein­sa­mung älte­rer Japa­ner schon eher. Im Hin­blick auf einen Erklä­rungs­ver­such der Impo­tenz wird jedoch außer Acht gelas­sen, dass es ja auch Maid-Cafés gibt (Ört­lich­kei­ten, in denen als Zim­mer­mäd­chen ver­klei­de­te jun­ge Damen Män­nern, meist glei­chen Alters, Gesell­schaft leis­ten), Cross­dres­sing-Maid-Cafés (in denen Jungs als Zim­mer­mäd­chen ver­klei­det Gesell­schaft leis­ten) oder Boy-/But­ler-Cafés, in die jun­ge Frau­en gehen, um dort die Gesell­schaft gut­aus­se­hen­der jun­ger Män­ner zu genie­ßen. Mei­nes Wis­sens nach ist in all den von mir auf­ge­zähl­ten Bei­spie­len eine Berühr­bar­keit des Dienst­leis­tungs­per­so­nals aus­ge­schlos­sen. Offen gestan­den wür­de ich dies auch nicht mit japa­ni­schen oder deut­schen Sex­an­ge­bo­ten ver­glei­chen. Es gibt schließ­lich auch Cat-/Dog- und wei­te­re Cafés, in denen eben­so emo­tio­na­le Bedürf­nis­se befrie­digt wer­den, ohne dass es zu einer Inter­ak­ti­on (zwi­schen Men­schen) kommt. Japans Gesell­schaft unter­schei­det sich ein­fach auch sehr von der deut­schen. Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit ist in Japan sehr wich­tig; endet die Zuge­hö­rig­keit zur Grup­pe der eige­nen Schul­klas­se mit Schul- oder Col­lege-Abschluss, beginnt sie mit Tätig­keits­auf­nah­me in einer Fir­ma bei den Kol­le­gen erneut. Japa­ni­sche Kol­le­gen gehen ger­ne nach der Arbeit noch in Bars oder Restau­rants, um den Arbeits­all­tag aus­klin­gen zu las­sen, am Ende des Abends ist mit Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit aber Schluss, und wer kei­ne Fami­lie hat, den holt spä­tes­tens auf dem Weg nach Hau­se die Ein­sam­keit wie­der ein. Zusätz­lich ist es in Japan üblich, dass die Frau aus dem Berufs­le­ben aus­schei­det und sich dem Fami­li­en­le­ben und der Haus­ar­beit kom­plett wid­met, sobald sie hei­ra­tet. Ich mei­ne, dass auch in Japan mitt­ler­wei­le ein Kar­rie­re­den­ken bei vie­len Frau­en ein­ge­tre­ten ist, sie möch­ten so früh gar nicht mehr hei­ra­ten wie noch ihre Eltern­ge­nera­ti­on. Der gegen­wär­ti­ge Zustand: Män­ner haben weni­ger Zugang zu hei­rats­wil­li­gen Frau­en. Die Fol­ge: Zuneh­men­de Ein­sam­keit auch in jün­ge­ren Bevöl­ke­rungs­schich­ten. War­um gibt es die­sen Wan­del von Sex-Dienst­leis­tun­gen zu Inti­mi­täts-Dienst­leis­tun­gen ohne Sex in Deutsch­land nicht? Das ist eine gute Fra­ge. So eine rich­ti­ge Ant­wort habe ich dar­auf auch nicht. Viel­leicht ist ein Ansatz aber in dem Unter­schied zu suchen wie Freund­schaf­ten in Deutsch­land und wie Freund­schaf­ten in Japan gepflegt wer­den. Gesell­schaft­lich sind in Deutsch­land hete­ro­ge­schlecht­li­che Freund­schaft­lich ganz nor­mal. Sicher denkt man sich mal:“Die ver­ste­hen sich aber ziem­lich gut, irgend­wie ste­cken sie in einer Fri­end­zo­ne fest, sonst wären sie sicher ein Paar.”, aber grund­le­gend wer­den Mann-Frau-Freund­schaf­ten so akzep­tiert wie Mann-Mann- oder Frau-Frau-Freund­schaf­ten, und man geht nicht sofort davon aus, dass ein Mann und eine Frau ein Paar sind. Ich kann mit einem Freund Essen gehen, ohne dass unser gemein­sa­mer Freun­des­kreis davon aus­geht, dass da “was läuft”. In Japan ist das anders; Gesell­schaft­li­che Zusam­men­künf­te von drei und mehr Per­so­nen sind freund­schaft­li­che Anläs­se — nur zwei Per­so­nen hin­ge­gen gehen zu einem Date. Gesell­schaft­lich wird in Japan viel mehr in ein Tref­fen unter zwei gegen­ge­schlecht­li­chen Freun­den hin­ein­in­ter­pre­tiert, das kann soweit gehen, dass eine Freund­schaft als außer­ehe­li­che Affä­re von außen miss­bil­ligt wird. Da kommt man zu dem Schluss, dass in Japan alles, was die eige­ne Ehe­frau emo­tio­nal nicht bie­tet, für den Mann uner­reich­bar ist (bzw. bis zum Auf­tre­ten von sol­chen Kuschel-/Maid-/Boy-/ usw.-Cafés war), wohin­ge­gen in Deutsch­land durch viel­fäl­ti­ge Freund­schaf­ten die Mög­lich­keit gebo­ten wird, dass ein Ehe­mann auch außer­ehe­lich emo­tio­nal mit einer Frau zu tun hat, ohne dass es in Roman­tik und Sex mün­det. Viel­leicht ist das ein Grund dafür, war­um in Deutsch­land sol­che rein emo­tio­na­len Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te nicht oder nur in Ein­zel­fäl­len benö­tigt wer­den.