Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Bordellbetreiber verurteilt: Stellungnahme des BesD zum Fall Rudloff

Bordellbetreiber verurteilt: Stellungnahme des BesD zum Fall Rudloff

Bordellbetreiber verurteilt: Stellungnahme des BesD zum Fall Rudloff
Der Berufs­ver­band der Sex­ar­bei­te­rIn­nen BesD hat den Gerichts­pro­zess gegen den Groß­bor­dell-Betrei­ber Jür­gen Rud­l­off mit gro­ßem Inter­es­se ver­folgt. Bereits Ende Febru­ar fiel das Urteil, in dem der 65-jäh­ri­ge unter ande­rem der Bei­hil­fe zu Zuhäl­te­rei, schwe­ren Men­schen­han­dels und Betrugs für schul­dig gespro­chen wur­de. Das Urteil selbst und die Aus­sa­gen des vor­sit­zen­den Rich­ters, dass der Pro­zess „eine Signal­wir­kung ins Rot­licht­mi­lieu“ haben könn­te, sowie dass „ein sau­be­res Bor­dell in die­ser Grö­ße (…) nicht vor­stell­bar“ sei, füh­ren in der Öffent­lich­keit der­zeit zu einer ver­mehr­ten Dis­kus­si­on über Geschäfts­mo­del­le und Kri­mi­na­li­tät in der Bran­che. Auch Geg­ne­rIn­nen der Sex­ar­beit unter­mau­ern ihre For­de­run­gen nach einem gene­rel­len Ver­bot der Sex­ar­beit oder wei­te­ren Son­der­ge­set­zen für unse­re Bran­che mit sol­chen öffent­lich­keits­wirk­sa­men Fäl­len. Doch Sex­ar­beit an sich ist nicht das Pro­blem, und selbst­ver­ständ­lich gibt es auch Bor­del­le ver­schie­de­ner Grö­ßen­ord­nun­gen mit fai­ren Arbeits­be­din­gun­gen, in denen auch kei­ne Aus­beu­tung durch Drit­te gedul­det wird. Als Inter­es­sens­ver­tre­tung von Sex­ar­bei­ten­den begrüßt der BesD die Auf­de­ckung von Gewalt und die damit hof­fent­lich ver­bun­de­ne Signal­wir­kung an Täte­rIn­nen. Wer von sol­chen Über­grif­fen weiss und weg­schaut oder sogar davon pro­fi­tiert, wird zurecht der Bei­hil­fe ver­ur­teilt, auch wenn er per­sön­lich nicht gewalt­tä­tig gewor­den ist. Der Berufs­ver­band möch­te ein rea­lis­ti­sches Bild der Sex­ar­beit in Deutsch­land ver­mit­teln und so der Dis­kri­mie­rung und Kri­mi­na­li­sie­rung von in der Sex­ar­beit täti­gen Men­schen ent­ge­gen­wir­ken. Eben­so ent­schie­den, wie wir für die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der Sex­ar­beit und ihre beruf­li­che Aner­ken­nung kämp­fen, ver­ur­tei­len wir jeg­li­che Art von Gewalt, Zwang und Aus­beu­tung. Ent­spre­chen­de Straf­ta­ten sind lei­der – ähn­lich wie in Pfle­ge­be­ru­fen, im Bau­ge­wer­be oder der Land­wirt­schaft – auch in Tei­len der Sex­ar­beits-Bran­che ein bekann­tes Pro­blem.  Das „Para­di­se“ wur­de wie­der­holt von ver­schie­de­nen Medi­en unter die Lupe genom­men. Die offe­ne Zusam­men­ar­beit der Betrei­ber mit der Poli­zei – wel­cher sie unter ande­rem die Aus­weis­da­ten aller bei ihnen beschäf­tig­ten Sex­ar­bei­te­rin­nen zukom­men lie­ßen – wur­de medi­en­wirk­sam zum Teil des Sau­ber­mann-Images des Betrie­bes gemacht. Der BesD spricht sich für Lösungs­an­sät­ze und Maß­nah­men aus, die allen Betrof­fe­nen von Aus­beu­tung hel­fen und ein selbst­be­stimm­tes und siche­re­res Arbei­ten für Sex­ar­bei­te­rIn­nen in Deutsch­land unter­stüt­zen. Die Bekämp­fung von Armut, eine Min­de­rung des Wohl­stand­ge­fäl­les, bedarfs­ori­en­tier­te frei­wil­lig auf­zu­su­chen­de und kom­pe­ten­te – auf Wunsch anony­me – Bera­tung, sowie eine Stär­kung der Rech­te für Betrof­fe­ne, wür­den die Rah­men­be­din­gun­gen in der Sex­ar­beit effek­tiv ver­bes­sern. Außer­dem for­dern wir eine Stär­kung der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und Selbst­ver­tre­tung von Sex­ar­bei­te­rIn­nen. Bran­chen­spe­zi­fi­sche Ver­bo­te und Son­der­ge­set­ze dage­gen drän­gen spe­zi­ell Sex­ar­bei­ten­de aus ohne­hin mar­gi­na­li­sier­ten Grup­pen in die Ille­ga­li­tät. Als beson­ders ekla­tan­tes Bei­spiel lässt sich hier das feh­len­de, bedin­gungs­lo­se Blei­be­recht für ille­ga­li­sier­te Sex­ar­bei­ten­de, die miss­bräuch­li­che Ver­hält­nis­se mel­den, nen­nen. Gene­rell ver­let­zen die der­zeit gel­ten­den Son­der­re­ge­lun­gen für die Bran­che das Recht auf freie Berufs­wahl, ver­let­zen das Recht auf sexu­el­le Selbst­be­stim­mung und zer­stö­ren das Ver­trau­en der von Straf­ta­ten betrof­fe­nen Sex­ar­bei­ten­den in die staat­li­chen Sicher­heits­or­ga­ne. Eine recht­li­che Gleich­stel­lung der Sex­ar­beit mit ande­ren Beru­fen und in die­sem Zuge die Anwen­dung der bereits für ande­re Bran­chen gel­ten­den Straf­ge­set­ze, wür­de neben dem drin­gend wün­schens­wer­ten Abbau der Stig­ma­ti­sie­rung unse­rer Berufs­grup­pe in der Gesell­schaft, auch dem lang­fris­ti­gen Schutz von Sex­ar­bei­te­rIn­nen vor Straf­ta­ten die­nen.