Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Stellungnahme: Zur SPD-Forderung nach dem „Schwedischen Modell”

Stellungnahme: Zur SPD-Forderung nach dem „Schwedischen Modell”

Stellungnahme: Zur SPD-Forderung nach dem „Schwedischen Modell”
Wie die taz vor weni­gen Tagen in dem Arti­kel „SPD-Frau­en wol­len Sexkauf­ver­bot“ offen­leg­te, fin­det der­zeit schein­bar ein Para­dig­men­wech­sel bei eini­gen Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen statt: Wäh­rend ein SPD-Beschluss aus 2014 noch auf die Gefah­ren des Nor­di­schen Modells für Sex­ar­bei­ten­de hin­wies, spricht sich AsF-Bun­des­vor­sit­zen­de Maria Noichl mitt­ler­wei­le öffent­lich für ein Sexkauf­ver­bot und Frei­er­be­stra­fung in Deutsch­land aus. Als Berufs­ver­band für ehe­ma­li­ge und akti­ve Sexarbeiter*innen leh­nen wir jeg­li­che Ver­schär­fung der bereits durch das soge­nann­te „Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz“ vor­han­de­nen Kri­mi­na­li­sie­rung von Sexarbeiter*innen ent­schie­den ab.
Die Rhe­to­rik von Prostitutionsgegner*innen gau­kelt ein­fa­che Lösun­gen für hoch­kom­ple­xe Pro­ble­me vor. In Wirk­lich­keit ver­schärft das nor­di­sche Modell euro­pa­weit die Stig­ma­ti­sie­rung und Dis­kri­mi­nie­rung von Sexarbeiter*innen und macht vor allem den beson­ders schüt­zens­wer­tes­ten Per­so­nen in der Bran­che das Leben und die Arbeit schwe­rer.“ (Johan­na Weber, Vor­stands­mit­glied BesD)
Noichl ist nicht die ein­zi­ge pro­mi­nen­te Sozi­al­de­mo­kra­tin, die sich gegen die Sex­ar­beit stark macht. Auch Leni Brey­mai­er – Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der SPD, Bei­rats­mit­glied der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie und Vor­stands­mit­glied des pro­sti­tu­ti­ons­feind­li­chen Ver­bands SISTERS e.V. – setzt sich mas­siv für die Ein­füh­rung der Frei­er­be­stra­fung in Deutsch­land ein. Das Nor­di­sche Modell wird von angeb­li­chen „Feminist*innen“ bereits seit Jah­ren und euro­pa­weit als Metho­de zur Ver­hin­de­rung von sexu­el­ler Gewalt und Men­schen­han­del ange­prie­sen – zu den lau­tes­ten Stim­men in Deutsch­land zäh­len neben dem bereits erwähn­ten SISTERS e.V. unter ande­rem Ver­ei­ne wie SOLWODI, TERRE DES FEMMES, das Maga­zin EMMA und Initia­ti­ven wie „Stop Sexkauf!“ und „Rot­licht Aus“. Es gibt kei­ne Bele­ge für eine ver­bes­ser­te Straf­ver­fol­gung von Men­schen­han­del und Gewalt inner­halb oder außer­halb der Sex­ar­beits­bran­che durch das Nor­di­sche Modell. Stu­di­en, Eva­lua­tio­nen und Com­mu­ni­ty Reports zei­gen viel­mehr, dass Ver­bo­te und Son­der­ge­set­ze spe­zi­ell Sex­ar­bei­ten­de aus ohne­hin mar­gi­na­li­sier­ten Grup­pen in die Ille­ga­li­tät drän­gen. Akademiker*innen, Men­schen­rechts-Orga­ni­sa­tio­nen wie Amnes­ty Inter­na­tio­nal, LGBTI+- Orga­ni­sa­tio­nen, Sex­wor­ker-Ver­bän­de, Orga­ni­sa­tio­nen zur Bekämp­fung des Men­schen­han­dels sowie Koope­ra­tio­nen der Ver­ein­ten Natio­nen wie WHO und UNAIDS emp­feh­len seit Jah­ren die Stär­kung der Rech­te und des Schut­zes von Sexarbeiter*innen. Sie doku­men­tie­ren die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen einer kri­mi­na­li­sie­ren­den Rechts­spre­chung auf die Lebens- und Arbeits­qua­li­tät von in der Sex­ar­beit täti­gen Men­schen. Bran­chen­spe­zi­fi­sche Son­der­ge­set­ze, wie sie in Frank­reich, Schwe­den oder Nor­we­gen zum Ein­satz kom­men, erhö­hen nach­weis­lich die Gefahr von sexu­el­ler Gewalt und Aus­beu­tung. Als effek­tivs­tes Instru­ment gegen Aus­beu­tung und Men­schen­han­del wird hin­ge­gen die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­beit genannt. Nach wei­te­ren Berich­ten, unter ande­rem im Tages­spie­gel, im Print-Spie­gel (hier der Link zum Spie­gel+ Arti­kel) und der taz for­miert sich hier­zu­lan­de unter Oppositionspolitiker*innen, Expert*innen und Sexarbeiter*innen der Wider­stand gegen die Plä­ne aus Tei­len der SPD. Cor­ne­lia Meh­ring, frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on bringt die Stim­mung auf den Punkt: „Für Sex­ar­bei­te­rIn­nen wäre die Ein­füh­rung des nor­di­schen Modells eine Kata­stro­phe“. Der BesD spricht sich für eine recht­li­che Gleich­stel­lung der Sex­ar­beit mit ande­ren Beru­fen und in die­sem Zuge die Anwen­dung der bereits für ande­re Bran­chen gel­ten­den Straf­ge­set­ze aus – Men­schen­han­del und (sexu­el­le) Aus­beu­tung sind in Deutsch­land bereits straf­bar! Alter­na­ti­ve Maß­nah­men und Lösungs­an­sät­ze, die zu einer Stär­kung der Rech­te von Sexarbeiter*innen füh­ren, wür­den neben dem drin­gend wün­schens­wer­ten Abbau der Stig­ma­ti­sie­rung unse­rer Berufs­grup­pe in der Gesell­schaft, auch dem lang­fris­ti­gen Schutz vor Straf­ta­ten die­nen.