Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Freierbestrafung gefährdet die Sicherheit von tausenden Sexarbeiter*innen

Freierbestrafung gefährdet die Sicherheit von tausenden Sexarbeiter*innen

Freierbestrafung gefährdet die Sicherheit von tausenden Sexarbeiter*innen
CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on über­legt Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land: Eine Stel­lung­nah­me des Berufs­ver­ban­des für ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen. Im Juni spra­chen sich zwei SPD-Poli­ti­ke­rin­nen für ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land aus, nun zieht der Koali­ti­ons­part­ner CSU/CDU nach. Der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de Thors­ten Frei und die Spre­che­rin Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker wol­len „den Kampf gegen Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Men­schen­han­del wirk­sam fort­füh­ren, ohne dabei die Pro­sti­tu­tier­ten selbst zu kri­mi­na­li­sie­ren.“ Schwe­di­sches Modell als Nähr­bo­den für Kri­mi­na­li­tät und Aus­beu­tung Das im glei­chen Atem­zug von ihnen gefor­der­te Schwe­di­sche Modell (zum Teil auch als Nor­di­sches Modell bezeich­net) ist als Mit­tel der Wahl denk­bar unge­eig­net und per­ver­tiert jeg­li­chen Schutz­ge­dan­ken. Im Rah­men des Schwe­di­schen Modells bleibt nur das Anbie­ten sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen legal. Der Kauf die­ser Dienst­leis­tun­gen sowie jede Unter­stüt­zung von Sex­ar­bei­ten­den, auch unter­ein­an­der, wird unter Stra­fe gestellt. BesD-Vor­stands­mit­glied und Sex­ar­bei­te­rin Johan­na Weber sagt: „Die Frei­er­be­stra­fung führt dazu, dass wir wesent­lich weni­ger Kun­den haben und somit wesent­lich weni­ger ver­die­nen.“ Es gibt kei­ne Bele­ge für eine ver­bes­ser­te Straf­ver­fol­gung von Men­schen­han­del inner­halb oder außer­halb der Sex­ar­beits­bran­che durch das Schwe­di­sche Modell. Das Ver­bot von Men­schen­han­del, (sexu­el­ler) Aus­beu­tung und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on ist in Deutsch­land bereits seit Jah­ren im Straf­ge­setz­buch ver­an­kert und Ver­stö­ße wer­den straf­recht­lich ver­folgt. Zahl­rei­che Stu­di­en aus den bis­her betrof­fe­nen Län­dern wie Schwe­den, Nor­we­gen und Frank­reich wei­sen zudem nach, dass das Schwe­di­sche Modell die Gefahr von sexu­el­ler Gewalt und Aus­beu­tung erhöht. Orga­ni­sa­tio­nen gegen Men­schen­han­del war­nen geschlos­sen vor dem Schwe­di­schen Modell Amnes­ty Inter­na­tio­nal ist füh­rend im Kampf gegen Men­schen­han­del und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und posi­tio­niert sich aus genau die­sem Grund klar gegen straf­recht­li­che Restrik­tio­nen wie die Frei­er­be­stra­fung und für die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen – genau so, wie zahl­rei­che ande­re Men­schen­rechts-Orga­ni­sa­tio­nen, Sex­wor­ker-Ver­bän­de, sowie Koope­ra­tio­nen der Ver­ein­ten Natio­nen wie WHO und UNAIDS. Eli­sa­beth Win­kel­mei­er-Becker spricht von selbst­be­stimm­ter Pro­sti­tu­ti­on als „Aus­nah­me in der Pra­xis“ und sieht das „Frau­en­bild vie­ler Män­ner durch käuf­li­chen Sex geprägt“. Thors­ten Frei fin­det Flat­rates in unse­rer Arbeit so „ent­wür­di­gend“, dass er dabei ver­gisst, dass die­se durch das seit zwei Jah­ren in Kraft befind­li­che Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz bereits ver­bo­ten wur­den. In der Anti-Traf­fi­cking Review, eine wich­ti­ge Publi­ka­ti­on der Glo­ba­len Alli­anz gegen Frau­en­han­del (GAATW) lässt sich nach­le­sen, wel­che Schä­den genau sol­che ver­ein­fach­ten Nar­ra­ti­ve in Form von Anti-Pro­sti­tu­ti­ons­maß­nah­men bereits seit Jah­ren anrich­ten. Arbei­ten des euro­pa­wei­ten Glo­bal Net­work of Sex Work Pro­jects (NSWP) berich­ten, wie soge­nann­te pri­vi­le­gier­te Sexarbeiter*innen von Prostitutionsgegner*innen als „Aus­nah­me“ gegen ihre mar­gi­na­li­sier­ten Kolleg*innen aus­ge­spielt und mund­tot gemacht wer­den, um mora­lis­ti­sche Agen­den durch­zu­set­zen. Anti-Pro­sti­tu­ti­ons­ge­set­ze gefähr­den ins­be­son­de­re migran­ti­sche Sexarbeiter*innen  In Deutsch­land wie in vie­len ande­ren west­eu­ro­päi­schen Län­dern, stel­len Migran­tin­nen den größ­ten Anteil an weib­li­chen Sex­ar­bei­te­rin­nen. Doch in kei­ner ande­ren Bran­che steht zur Dis­kus­si­on, die Nach­fra­ge nach Dienst­leis­tun­gen oder Waren zu unter­bin­den und so Opfer von Men­schen­han­del in Fische­rei und See­fahrt, Bau­ge­wer­be, Land­wirt­schaft, Lebens­mit­tel­ver­ar­bei­tung oder Pfle­ge­be­ru­fen zu schüt­zen. BesD-Pres­se­spre­che­rin und Sex­ar­bei­te­rin Undi­ne de Riviè­re hat sich in ihrem Fach­buch zum The­ma Huren­be­we­gung und Pro­sti­tu­tier­ten­schutz­ge­setz inten­siv mit den Fall­stri­cken von Anti-Pro­sti­tu­ti­ons­ge­set­zen in Euro­pa aus­ein­an­der­ge­setzt: „Die Rhe­to­rik von Prostitutionsgegner*innen gau­kelt ein­fa­che Lösun­gen für kom­ple­xe Pro­ble­me vor. Son­der­ge­set­ze wie das Schwe­di­sche Modell ver­schär­fen Stig­ma­ti­sie­rung, ent­rech­ten Sexarbeiter*innen und gefähr­den die Exis­tenz­grund­la­ge von tau­sen­den Men­schen.“ Von Befürworter*innen des Schwe­di­schen Modells wird fälsch­li­cher­wei­se immer wie­der von der Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­bei­ten­den gespro­chen. Expert*innen -­ unter ande­rem das TAM­PEP-Netz­werk, das sich seit 1993 für die Rech­te von Migrant*innen in der Sex­ar­beit ein­setzt — wei­sen hin­ge­gen seit Jah­ren dar­auf hin, dass das Schwe­di­sche Modell in Euro­pa zur Dis­kri­mi­nie­rung und Ent­rech­tung von Sexarbeiter*innen führt und damit die Ver­brei­tung von Kri­mi­na­li­tät erhöht. Das sinn­volls­te Instru­ment gegen sexu­el­le Aus­beu­tung und Men­schen­han­del ist kei­ne restrik­ti­ve Gesetz­ge­bung, son­dern die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung aller Aspek­te ein­ver­nehm­li­cher Sex­ar­beit und die Stär­kung der Rech­te und des Schut­zes von Sexarbeiter*innen. Pres­se­kon­takt:
  • Johan­na Weber | 0151 — 1751 — 9771
  • Lil­li Erd­beer­mund |
—UPDATE — Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht lehnt die gefor­der­te Ein­füh­rung des “nor­di­schen Modells” bei Pro­sti­tu­ti­on ab: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Politik/Justizministerin-Lambrecht-warnt-vor-Verbot-von-Prostitution