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2. Juni: Hurentag

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Nur eine freie, selbstbestimmte Sexarbeit schützt uns! Loverboys sind kein Massenphänomen

Nur eine freie, selbstbestimmte Sexarbeit schützt uns! Loverboys sind kein Massenphänomen

Nur eine freie, selbstbestimmte Sexarbeit schützt uns! Loverboys sind kein Massenphänomen
Gedan­ken einer Sex­ar­bei­te­rin aus Ber­lin: Wir sind Men­schen, die in der Sex­ar­beit unse­re Beru­fung gefun­den haben. Unse­re Tätig­keit ist so indi­vi­du­ell ver­schie­den wie wir selbst und unse­re Kund_innen. Aber zwei Din­ge haben wir alle gemein­sam: Wir sind selbst­be­stimmt und wir leis­ten einen wich­ti­gen zwi­schen­mensch­li­chen Bei­trag in die­ser Gesell­schaft. Dass wir dafür ent­lohnt wer­den unter­streicht unse­re Pro­fes­sio­na­li­sie­rung. Sexarbeiter_innen waren und sind Teil der Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gung. Dafür ste­hen z. B. auto­no­me Ein­rich­tun­gen wie Hydra e.V. seit 1980.Die Lega­li­sie­rung und zivil­ge­sell­schaft­li­che Par­ti­zi­pa­ti­on frei­er Sexarbeiter_innen muss ein Bestand­teil einer frei­en Gesell­schaft blei­ben. Wir ver­fol­gen mit ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tem Ethos unse­ren Beruf. Sexarbeiter_innen hat es zu allen Zei­ten gege­ben. In der Ver­gan­gen­heit wur­den wir nicht sel­ten an den Rand der Gesell­schaft gestellt. Und doch gab es zu allen Zei­ten durch­aus selbst­be­stimm­te Men­schen in dem, was wir Sex­ar­beit nennen.Mit gro­ßer Befürch­tung beob­ach­ten wir jetzt die zuneh­men­de Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung unse­rer Kolleg_innen im Jah­re zwei nach dem Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz. Wer schützt uns? Wir füh­len uns durch eine sehr ten­den­zi­el­le kli­schee­haf­te Bericht­erstat­tung und einem uns gegen­über feind­lich geson­nen Akti­vis­mus betimm­ter femi­nis­ti­scher Rich­tun­gen ver­un­glimpft. Sex­ar­beit wird mit kör­per­li­cher Aus­beu­tung asso­zi­iert und sogar in eine direk­te his­to­ri­sche Linie mit Skla­ven­han­del 1) gebracht. Wir ver­ur­tei­len die­se ver­höh­nen­de, geschichts­fäl­schen­de und men­schen­feind­li­che Per­spek­ti­ve. Opfer von Gewalt und Men­schen­han­del kön­nen kei­ne frei­en Sexarbeiter_innen sein. Freie Sex­ar­beit fin­det in einem Kon­sens zwi­schen zwei mün­di­gen, gleich­be­rech­tig­ten Men­schen statt. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist das wesent­li­che Stil­mit­tel frei­er Sex­ar­beit und die Basis auf der sich jede Form von Ero­tik und Nähe ent­fal­ten kann. Wir ver­kau­fen nicht unse­ren Kör­per son­dern bie­ten eine Dienst­leis­tung an im Rah­men unse­rer (sexu­el­len) Selbstbestimmung!Menschenhandel in jeder Form bedeu­tet kei­ne freie Sex­ar­beit. In den letz­ten Mona­ten ist beson­ders mit dem Begriff „Lover­boy“ ein wei­te­res düs­te­res Kapi­tel in den Vor­der­grund der Bericht­erstat­tung gespielt wor­den. Wir sagen ‘Nein!’ zu Lover­boys! Weder Lover­boys, d.h. Män­ner, die zumeist jun­gen Frau­en eine Lie­bes­be­zie­hung vor­spie­len um die­se im Rah­men eines emo­tio­na­len Abhän­gig­keits­ver­hält­nis in die Prostitution/Sexarbeit zu brin­gen. Die Abläu­fe bei der sog. Lover­boy-Metho­de sind immer wie­der ähn­lich. Es wird das Traum­bild einer indi­vi­du­el­len rosi­gen Zukunft der Opfer auf­ge­baut mit der die­se ein­ge­fan­gen und gefü­gig gemacht wer­den. Das Opfer wird von ihrer Fami­lie und von den bis­he­ri­gen Freun­den iso­liert oder das engs­te Umfeld spielt sogar die Trieb­fe­der und treibt das Opfer vor sich her. Die Los­lö­sung aus einem per­fi­de durch­de­kli­nier­ten Abhän­gig­keits­ver­hält­nis ist sehr schwierig.Wir verutei­len, die­se Machen­schaf­ten. Es han­delt sich nicht um freie Sex­ar­beit. Frei­en Sexarbeiter_innen sind mün­dig und selbst­be­stimmt. Und wir gehen hier auch davon aus, dass wir nicht in der Min­der­zahl sind, so wie es die Prostitutionsgegner_innen ger­ne sehen und oft ver­brei­ten. Die Bei­spiel­ge­ber der Anti­pro­sti­tu­ti­ons­lob­by scheu­en einen offe­nen Dis­kurs mit uns. Wie kann man sich für die Grund­rech­te ein­set­zen, wenn es schon an der Arti­ku­la­ti­on und dem Aus­tausch von Argu­men­ten man­gelt? Wir sehen uns hier, auch in Anbe­tracht des neu­en par­la­men­ta­ri­schen Arbeits­krei­ses “Pro­sti­tu­ti­on über­win­den” für die Ein­füh­rung eines soge­nann­ten “Nor­di­schen Modells”, dass Frei­er per se unter Stra­fe stellt, bevor­mun­det und in voreman­zi­pier­te Zei­ten kata­pul­tiert. Es wird hier nicht mit uns gespro­chen son­dern über uns. Und das gan­ze zwei Jah­re nach­dem die­sel­be Regie­rung erst ein neu­es Gesetz ver­ab­schie­det hat. Mit Sor­ge betrach­ten wir die even­tu­el­len Fol­gen für unse­ren Berufs­stand: War­um bekämpft Ihr uns und arbei­tet nicht gegen Menschenhändler_innen? Ansät­ze für freie Sex­ar­beit: 1. Strik­te Tren­nung der The­men­be­rei­che Men­schen­han­del und Sex­ar­beit. 2. Ent­stig­ma­ti­sie­rung statt Kri­mi­na­li­sie­rung. Sex­ar­beit in Abgren­zung zu Men­schen­han­del soll wei­ter­hin nicht ver­folgt, son­dern als Bestand­teil die­ser Gesell­schaft geach­tet wer­den. 3. Rech­te statt Ver­bo­te Kein Son­der­ge­set­ze, son­dern Nor­ma­li­tät über Arbeits­rech­te wie in ande­ren Beru­fen auch 4. Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der kom­plet­ten Sex­ar­beit — nicht Bestra­fung unse­rer Kun­den und Ein­nah­me­quel­le Dass Sex­ar­beit frei und selbst­be­stimmt in unse­rer Gesell­schaft statt­fin­den darf muss der gesamt­ge­sell­schaft­li­che Mini­mal­kon­sens sein. Frei­er sol­len straf­frei blei­ben!

1)   Quel­len zum The­ma Skla­ve­rei und Sex­ar­beit: “White Slavery”– ein Begriff mit pro­ble­ma­ti­schen Impli­ka­tio­nen https://menschenhandelheute.net/2011/10/12/white-slavery-%e2%80%93-ein-begriff-mit-problematischen-implikationen/ „Moder­ne Skla­ve­rei“ als Begriff in der Öffent­lich­keits­ar­beit im Kampf gegen Men­schen­han­del https://menschenhandelheute.net/2014/12/12/moderne-sklaverei-als-begriff-in-der-offentlichkeitsarbeit-im-kampf-gegen-menschenhandel/