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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Aktionswoche 2026

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Bericht zu Hurenkongress und Sexwork-Messe 2019: Zahlen und Fakten

Bericht zu Hurenkongress und Sexwork-Messe 2019: Zahlen und Fakten

Bericht zu Hurenkongress und Sexwork-Messe 2019: Zahlen und Fakten
200 Sexarbeiter*innen aus ganz Deutsch­land und aller Welt kamen von 15.–16. Sep­tem­ber zum Huren­kon­gress in Ber­lin zusam­men. Am ers­ten Tag teil­ten 15 Workshopleiter*innen in ins­ge­samt 12 Work­shops ihre Exper­ti­se mit Kolleg*innen. Am 2. Tag fan­den im Rah­men eines Bar­camps wei­te­re 14 spon­ta­ne Work­shops und Gesprächs­run­den statt. Workshopleiter*innen sowie Teilnehmer*innen waren alle selbst in der Sex­ar­beit tätig – in den Work­shops wur­den Tricks, Tipps und Erfah­run­gen aller Art geteilt und Raum für Dis­kus­sio­nen und Fra­gen gebo­ten. Man­che Work­shops fan­den auf Deutsch statt, ande­re auf Eng­lisch und eini­ge in bei­den Spra­chen – vie­le inter­na­tio­na­le Kolleg*innen kamen zum Kon­gress und rund ein Drit­tel der Teilnehmer*innen hat­ten eine ande­re Mut­ter­spra­che als Deutsch. Der Kon­gress war eine außer­ge­wöhn­li­che Gele­gen­heit für Sex­wor­ker, sich über wesent­li­che The­men zu infor­mie­ren und zu dis­ku­tie­ren: So gab es bei­spiels­wei­se einen Workspace von Mis­sy-Kolum­nist Chris­ti­an Schmacht, in dem die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Sexarbeiter*innen , die trans­gen­der/­trans­se­xu­el­l/­nicht-binär/­gen­der­que­er sind, dis­ku­tiert wur­den. Ana­sta­cia Ryan von TAMPEP – dem euro­päi­schen Netz­werk zur För­de­rung der Rech­te von migran­ti­schen Sex­wor­kern – lei­te­te eine Dis­kus­si­on über die Aus­wir­kun­gen von Maß­nah­men zur Bekämp­fung des Men­schen­han­dels. Nico­le Schul­ze, Sex­ar­bei­te­rin und seit kur­zem auch im Vor­stand des BesD e.V. ver­tre­ten, orga­ni­sier­te einen Work­shop zum The­ma Sicher­heit am Stra­ßen­strich und berich­te­te dabei von ihren lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen in die­sem Arbeits­be­reich. Ob „Selbst­mar­ke­ting & Kom­mu­ni­ka­ti­on”, „Pro­fes­sio­nal BDSM for Beg­in­ners”, „Fight­ing Burn-Out Through Self Love”, „Online Sicher­heit für Sex Worker“ oder „Betriebs­grün­dung – Selbst­stän­dig machen in der Sex­ar­beit” – alle Inhal­te rich­te­ten sich expli­zit an Men­schen, die in der Sex­ar­beit arbei­ten und deren spe­zi­fi­sche Bedürf­nis­se. Es wur­de geschnackt, gelacht, gelernt, ver­netzt, infor­miert und dis­ku­tiert. Akti­ons­plä­ne wur­den geschmie­det, Alli­an­zen geformt, alte Freund*innen wie­der­ge­trof­fen und neue Bekannt­schaf­ten geschlos­sen – ins­ge­samt war der Kon­gress also eine gran­dio­se Gele­gen­heit für Aus­tausch und Infor­ma­ti­on zwi­schen Sex­ar­bei­ten­den. Auf der am 17. Sep­tem­ber anschlie­ßen­den Sex­work-Mes­se „World of Who­re­craft” zähl­ten wir neben 150 teil­neh­men­den Sexarbeiter*innen rund 200 Gäs­te . Von Ver­bün­de­ten und inter­es­sier­ten Besucher*innen über Journalist*innen und Forscher*innen bis hin zu Partner*innen und Freund*innen von Sex­ar­bei­ten­den, war alles unter den Besucher*innen der Mes­se ver­tre­ten. Unter den 17 Aus­stel­lern waren bran­chen­re­le­van­te Dienstleister*innen (z.B. der que­e­re Sex­shop Other Natu­re) Bera­tungs­stel­len und Ver­bün­de­te (z.B. das Bera­tungs­pro­jekt für männ­li­che Sex­ar­bei­ter smart ber­lin, Hydra e.V., oder Dona Car­men e.V.) und deut­sche sowie inter­na­tio­na­le von Sex­wor­kern geführ­te Orga­ni­sa­tio­nen, die ihre Arbeit und Res­sour­cen teil­ten (z.B. Wild Thing aus den Nie­der­lan­den). Die Aus­stel­lung Objects of Desi­re vom Schwu­len Muse­um und der Bil­der­zy­klus „Das neue Recht“ von Almuth Wes­sel sorg­ten für the­men­be­zo­ge­ne Kunst in der Loca­ti­on. Im Kino­zelt konn­ten Fetisch-Fil­me aus der Pro­duk­ti­on von libi­do film, die Doku­men­ta­ti­on „Who­res on Film“ von Sex Worker und Fil­me­ma­che­rin Julia­na Pic­cil­lo, der Film „H’Or“ von Black Sex Worker Coll­ec­ti­ve-Grün­de­rin Aky­nos sowie Vide­os aus dem You­Tube­Chan­nel „Wissen.Macht.Sex!“ der Sex­ar­bei­te­rin und Akti­vis­tin Jose­fa Nere­us bewun­dert wer­den.     Im Rese­arch-Zelt sam­mel­ten Joa­na Hof­stet­ter und Sabri­na Stranzl vom Netz­werk für Kri­ti­sche Sex­ar­beits­for­schung Erfah­run­gen und Mei­nun­gen Sex­ar­bei­ten­der für ihre Recher­chen. Das ganz­tä­gi­ge Büh­nen­pro­gramm wur­de von der Jour­na­lis­tin und Sexu­al­for­sche­rin Kuku Schrapnell mode­riert. Neben Key­note­vor­trä­gen (z.B. von DAH-Frau­en­re­fe­ren­tin Mari­an­ne Rade­ma­cher, Sex­ar­bei­te­rin und Wirt­schafts­wis­sen­schaft­le­rin Maya Mistress aus Bra­si­li­en und Pesha Shat­te aus dem fran­zö­si­schen Sex­work-Syn­di­kat STRASS) gab eine span­nen­de Talk­run­de zwi­schen zwei Sex­ar­bei­te­rin­nen und einer auf­su­chen­den Sozi­al­ar­bei­te­rin über die Gefah­ren des schwe­di­schen Modells, Susan­ne Blei­er Wilp stell­te das Big Sis­ter Pro­jekt unter dem Dach von kaufmich.com vor, ero­ti­sche Per­for­man­ces fan­den statt und Lesun­gen von Sex­ar­bei­te­rin und Autorin von „Mein Huren­ma­ni­festUndi­ne de Riviè­re sowie der ehe­ma­li­gen WELT-Kolum­nis­tin und Sex­ar­bei­te­rin Salo­mé Bal­thus sorg­ten für Begeis­te­rung. Die Aus­ga­ben für bei­de Events belie­fen sich auf 15.365 Euro – hier­bei nicht mit ein­be­rech­net sind die Per­so­nal­kos­ten für die Vor­be­rei­tung, Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Ver­an­stal­tun­gen. Die­se wur­den vom BesD getra­gen und belie­fen sich bei einer 50%-Arbeitskraft für den Kon­gress sowie einer 25%-Arbeitskraft für die Mes­se auf rund 500 bezahl­te Arbeits­stun­den und 10.000 Euro. 1000 m² lee­rer Super­markt, vier 60 m² Zel­te, 844 Meter Kabel, 40 Lam­pen, 100 Stüh­le, 100 Bier­bän­ke, 55 Tische – nicht über­ra­schen­der­wei­se besetz­te die Mie­te sowie Aus­stat­tung der Loca­ti­on den größ­ten Aus­ga­be-Pos­ten. Schon an zwei­ter Stel­le folg­ten die Hono­ra­re und Fahr­kos­ten für Workshopleiter*innen und Moderator*innen am Kon­gress — da hier aus­schließ­lich akti­ve und ehe­ma­li­ge Sex­wor­ker als Teilnehmer*innen und Workshopleiter*innen anwe­send waren, floß also ein beacht­li­cher Teil der Ein­nah­men zurück in die Com­mu­ni­ty — an Sex­ar­bei­ten­de, die Kolleg*innen ihre Exper­ti­se zur Ver­fü­gung stell­ten. Die Ein­nah­men bei­der Events lie­ßen sich aus Kon­gress-Tickets, Mes­se-Ein­tritt sowie Spon­so­ren­gel­der addie­ren und kamen auf 17.795 Euro. Bei­na­he ein Vier­tel des Gel­des kam dabei aus der Kas­se der Deut­schen Aids­hil­fe, wel­che drei Workshopleiter*innen, zwei Moderator*innen, sowie einen Zuschuss für die Raum- und Ver­pfle­gungs­kos­ten finan­zier­ten.   Für die groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung von Kon­gress-Work­shops sowie das Spon­so­ring von Frei­kar­ten für pre­kär arbei­ten­de Kolleg*innen dan­ken wir Autorin Anna Base­ner, dem Netz­werk Kri­ti­sche Sex­ar­beits­for­schung, den Ero­tik­por­ta­len berlinintim.de, erotikinsider.com, kaufmich.com, rotlicht.de, escort-advisor.com und escort-galerie.de, dem Ser­vice­pro­vi­der zustellanschrift.de sowie der Online Mar­ke­ting Agen­tur ImpulsQ. Rund ein Drit­tel der Teilnehmer*innen am Kon­gress nah­men den ermä­ßig­ten Preis in Anspruch, ein Teil der Kolleg*innen konn­te sich den soli­da­ri­schen Ein­tritt­preis leis­ten. Fast 40% der Teilnehmer*innen konn­ten als Hel­fen­de oder mit­hil­fe der gespon­ser­ten Umsonst­ti­cket kos­ten­los den Kon­gress besu­chen. Wir dan­ken allen Teilnehmer*innen, Besucher*innen Workshopleiter*innen, Aussteller*innen und Mitarbeiter*innen für ihren Ein­satz, ihr Inter­es­se und ihr Enga­ge­ment. Rund 500 Arbeits­stun­den wur­den in der Vor­be­rei­tung, Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung von den BesD-Mit­ar­bei­te­rin­nen Char­lie Han­sen und Tama­ra Soli­dor gestemmt. Ein beson­de­rer Dank gilt auch WAM und sei­nem groß­ar­ti­gen Team, mit der Flä­ming Kit­chen haben sie den Kon­gress zu einem mehr als soli­da­ri­schen Preis mit sehr gutem Essen ver­sorgt. Ein extra Dan­ke­schön geht an die die uner­müd­li­chen Helfer*innen und Unterstützer*innen, unse­re Fami­li­en, unse­re Partner*innen und die vie­len BesD-Mit­glie­der die ehren­amt­lich mit ange­packt haben. Ohne die vie­le Unter­stüt­zung und gemein­sa­me Zusam­men­ar­beit wären die­se zwei groß­ar­ti­gen Events über­haupt nicht mög­lich gewe­sen. Wir freu­en uns rie­sig über euer tol­les Feed­back zu Kon­gress und Mes­se — und schmie­den natür­lich schon Plä­ne für nächs­tes Jahr … TIPP: Auf unse­rem Face­book-Account unter @Sexarbeit, auf Twit­ter unter @SexworkID sowie auf der Home­page www.berufsverband-sexarbeit.de bleibt ihr über Aktio­nen, Ver­an­stal­tun­gen und Sex­ar­beit in den Medi­en auf dem Lau­fen­den.