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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Aktionswoche 2026

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Für Frauenrechte und gegen Prostitution? Warum Sexarbeit nicht mit Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt werden kann

Für Frauenrechte und gegen Prostitution? Warum Sexarbeit nicht mit Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt werden kann

Für Frauenrechte und gegen Prostitution? Warum Sexarbeit nicht mit Gewalt gegen Frauen gleichgesetzt werden kann
Als Sexarbeiter*innen haben wir alle etwas gemein­sam: Wir sind selbst­be­stimmt. Alles ande­re ist Men­schen­han­del, ist Nöti­gung, ist Miss­brauch, aber ist kei­ne Sex­ar­beit. Logi­scher­wei­se set­zen wir uns als Berufs­ver­band für Sexarbeiter*innen für die Ver­tei­di­gung und Wah­rung von Frau­en­rech­ten ein — so wie vie­le ande­re Orga­ni­sa­tio­nen. Der inter­na­tio­nal am 25. Novem­ber statt­fin­den­de Akti­ons-Tag zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en beschert dem so wich­ti­gen The­ma hof­fent­lich wie­der das drin­gend benö­tig­te Inter­es­se der brei­ten Öffent­lich­keit. Doch lei­der ist nicht bei allen Frauenrechtler*innen mit Soli­da­ri­tät für Sexarbeiter*innen zu rech­nen.  Die Prostitutionsgegner*innen von Terre des Femmes nüt­zen den Ter­min viel­mehr, um in einer Akti­on vor dem Bran­den­bur­ger Tor eine „Welt ohne Pro­sti­tu­ti­on“ zu bewer­ben. Der Ver­ein ord­net Sex­ar­beit pau­schal als Gewalt gegen Frau­en ein und setzt sich auf­grund die­ser Über­zeu­gun­gen für die Ein­füh­rung des Schwe­di­schen Modells der Frei­er­be­stra­fung ein. Pro­sti­tu­ti­on ist kein selbst­be­stimm­ter, ein­ver­nehm­li­cher Sex, son­dern bedeu­tet, dass Män­ner sich den Zugang zum Kör­per einer Frau erkau­fen. (Fah­nen­ak­ti­on Terre des Femmes, Novem­ber 2019) Wir als Sexarbeiter*innen weh­ren uns aus guten Grün­den gegen das Schwe­di­sche Modell — und dage­gen, pau­schal als Opfer abge­stem­pelt zu wer­den. Unse­re Tätig­kei­ten sind kon­sen­su­el­le Dienst­leis­tun­gen zwi­schen mün­di­gen Erwach­se­nen. Und eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Men­schen­han­del und Sex­ar­beit ist drin­gend nötig, um der Gleich­set­zung unse­rer Arbeit mit Gewalt und Zwang end­lich ein Ende zu berei­ten.Nicht nur unser Berufs­ver­band lehnt ein Sexkauf­ver­bot, wel­ches Kund*innen kri­mi­na­li­sie­ren und zu erhöh­ter Ver­ein­ze­lung, Gefahr und Vul­nerabi­li­tät von in der Sex­ar­beit täti­gen Men­schen füh­ren wür­de, ent­schie­den ab. Auch die Fach­welt äußert sich anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tags gegen Gewalt an Frau­en zu dem The­ma. Zum 22.11. ver­öf­fent­lich­ten Fach­ver­bän­de und Bera­tungs­stel­len ein gemein­sa­mes Posi­ti­ons­pa­pier, in dem sie für mehr Unter­stüt­zung für Sex­ar­bei­ten­de plä­die­ren und aus­drück­lich vor jeg­li­cher Kri­mi­na­li­sie­rung sowie einem Sexkauf­ver­bot war­nen. Bei den Unter­zeich­nen­den fin­den sich unter ande­rem die Aids­hil­fe, der Frau­en­rat, der Juris­tin­nen­bund, die Dia­ko­nie, sowie Fach­stel­len für Opfer von Men­schen- und Frau­en­han­del. Wo Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen von Sexarbeiter_innen heu­te men­schen­un­wür­dig sind, las­sen sie sich mit einem Sexkauf­ver­bot nicht ver­bes­sern. Im Gegen­teil: Es droht, ihre Situa­ti­on wei­ter zu  ver­schlech­tern. Was zu ihrem Schutz gedacht sein soll, wird ihnen am Ende zum Ver­häng­nis. Gera­de wo Men­schen kaum eine Wahl haben, wie sie ihren Lebens­un­ter­halt ver­die­nen, brau­chen sie Hilfs­an­ge­bo­te, die ihnen Mög­lich­kei­ten eröff­nen und einen siche­ren Rah­men für ihre Tätig­keit för­dern. (Gemein­sa­mes Posi­ti­ons­pa­pier v. Deut­sche Aids­hil­fe et al, 22.11.2019) bufaS e.V, das Bünd­nis der Fach­be­ra­tungs­stel­len für Sex­ar­bei­te­rin­nen und Sex­ar­bei­ter ver­öf­fent­lich­te zum Inter­na­tio­na­len Tag gegen Gewalt an Frau­en eine Stel­lung­nah­me zu den poli­ti­schen For­de­run­gen zur Ein­füh­rung eines Sexkauf­ver­bots in Deutsch­land: [Es] wird häu­fig dar­ge­stellt, dass das Sexkauf­ver­bot kei­ne nega­ti­ven Kon­se­quen­zen für Sexarbeiter*innen habe, oder deren Situa­ti­on sogar noch ver­bes­se­re. Dage­gen posi­tio­niert sich der Bufas ent­schie­den. Auch inner­halb Deutsch­lands hat man durch restrik­ti­ve Ver­ord­nun­gen wie z.B. Sperr­be­zirks­ver­ord­nun­gen oder die Kon­takt­ver­bots­ver­ord­nung nicht die Pro­sti­tu­ti­on und die Nach­fra­ge vor Ort ver­hin­dert, son­dern ledig­lich bewirkt, dass die Arbeits­be­din­gun­gen sich ver­schlech­tern und die Vul­nerabi­li­tät durch Abhän­gig­keits­ver­hält­nis­se und Aus­beu­tung erhöht wer­den. (Stel­lung­nah­me BufaS e.V., 25.10.2019) Das Deut­sche Insti­tut für Men­schen­rech­te ver­öf­fent­lich­te Mit­te Okto­ber ein Papier, das die The­men Pro­sti­tu­ti­on, Sexkauf­ver­bot sowie die Unter­schei­dung zwi­schen Zwang und Frei­wil­lig­keit aus men­schen­recht­li­cher Per­spek­ti­ve beleuch­tet. Unter ande­rem wird der Text des DIMR auf der Web­site des bun­des­wei­ten Koor­di­nie­rungs­krei­ses gegen Men­schen­han­del geteilt. (…) Stu­di­en zei­gen, dass jede Form von Ver­bo­ten mit einem zwei­fach erhöh­ten Risi­ko einer sexu­ell über­trag­ba­ren Kran­keit inklu­si­ve HIV zusam­men­hängt. Dar­über hin­aus steigt die Wahr­schein­lich­keit, dass Pro­sti­tu­ier­te da, wo es Ver­bo­te gibt, Opfer von sexu­el­ler und kör­per­li­cher Gewalt wer­den.  ( Stel­lung­nah­me DIMR, 17.10.2019) Die Dia­ko­nie Ham­burg erklärt in ihrer aktu­el­len Stel­lung­nah­me, war­um ein Sexkauf­ver­bot Sex­ar­bei­ten­de nicht vor Gewalt schüt­zen kann. Im Gegen­teil: Gera­de die ver­letz­lichs­ten Grup­pen in der Sex­ar­beit wür­den mehr gefähr­det.In der poli­ti­schen Dis­kus­si­on wer­den zum einen die Begrif­fe Pro­sti­tu­ti­on, Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Men­schen­han­del ver­mischt oder gleich­ge­setzt. Armut­s­pro­sti­tu­ti­on wird nicht sel­ten als Zwangs­pro­sti­tu­ti­on bezeich­net. Zum ande­ren wird sug­ge­riert, dass Gewalt und Aus­beu­tung im Zusam­men­hang mit Pro­sti­tu­ti­on bis­her nicht ver­bo­ten und geahn­det wer­den und es auch des­we­gen der Ein­füh­rung des Sexkauf­ver­bots bedarf. Hier ist auf eine genaue begriff­li­che Tren­nung zwi­schen Sex­ar­beit und Men­schen­han­del zu ach­ten: Nach dem Pro­st­SchG ist Pro­sti­tu­ti­on das frei­wil­li­ge Erbrin­gen von sexu­el­len Dienst­leis­tung gegen Ent­gelt. Men­schen­han­del und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on hin­ge­gen stel­len schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen dar,  auf die in Deutsch­land hohe Haft­stra­fen ste­hen. (Stel­lung­nah­me Dia­ko­nie Ham­burg, 22.11.2019) Auch die Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht spricht sich gegen das Schwe­di­sche Modell aus und die SPD in Schles­wig-Hol­stein lehnt ein Sexkauf­ver­bot aus den glei­chen Grün­den ab. Da, wo man das nor­di­sche Modell gewählt hat, hat dies nicht etwa zu einem Rück­gang der Pro­sti­tu­ti­on geführt, auch nicht zu mehr Rech­ten und mehr Sicher­heit für die Pro­sti­tu­ier­ten. Im Gegen­teil: Sie sind mehr Gewalt und grö­ße­ren Gefah­ren aus­ge­setzt. (Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht im Inter­view mit der MAZ, 13.09.2019) Die Grü­ne Jugend soli­da­ri­siert sich mit Sexarbeiter*innen und kämpft für die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung und Ent­stig­ma­ti­sie­rung von ero­ti­schen Dienst­leis­tung. Unter dem Deck­man­tel, Frau­en vor sexu­el­ler Gewalt oder Bedro­hun­gen wie Men­schen­han­del und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on schüt­zen zu wol­len, wer­den die Rech­te auf kör­per­li­che und sexu­el­le Selbst­be­stim­mung von Frau­en und Que­ers wei­ter ein­ge­schränkt und Res­sen­ti­ments gegen­über Sexarbeiter*innen und Migrant*innen geschürt und damit Gewalt unsicht­bar gemacht. (Pro­to­koll 53. Bun­des­kon­gress der Grü­nen Jugend, 02.11.2019)Unser Berufs­feld in der Sex­ar­beit ist so indi­vi­du­ell ver­schie­den wie wir selbst und unse­re Kund*innen. Wie ande­re haben wir einen Berufs­all­tag, gute und schlech­te Arbeits­ta­ge. Lei­der ist Sex­ar­beit der­art stig­ma­ti­siert, dass über unse­re wirk­li­chen Arbeits­in­hal­te und Tages­ab­läu­fe wenig bekannt ist. Wir vom Berufs­ver­band möch­ten mehr Trans­pa­renz in das The­ma brin­gen und laden alle enga­gier­ten und inter­es­sier­ten Mit­men­schen zum Dia­log mit uns ein. Hier geht es zu dem von Hydra e.V. und der Kam­pa­gne „Sex­ar­beit ist Arbeit. Respekt!“ unter­stütz­tem Schrei­ben des BesD e.V: Tag gegen Gewalt an Frau­en — Sex­ar­beit ist kei­ne Gewalt Redet mit uns. Gesteht uns das Recht zu, selbst­be­stimmt der von uns gewähl­ten Tätig­keit nach­zu­ge­hen. Lasst uns gemein­sam gegen Gewalt, Miss­brauch und Nöti­gung kämp­fen! Denn wir sind Teil die­ser Gesell­schaft. Wir sind Teil der Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gung. Wir spre­chen uns als Berufs­ver­band genau so wie Terre des Femmes ent­schie­den gegen jeg­li­che Gewalt an Frau­en aus. Wie die zitier­ten Ver­bän­de und Bera­tungs­stel­len, hal­ten wir es aber für falsch und fahr­läs­sig, Sex­ar­beit pau­schal mit Gewalt gleich­zu­set­zen. Wir hal­ten es für gefähr­lich und kon­tra­pro­duk­tiv, Gewalt mit einem Sexkauf­ver­bot bekämp­fen zu wol­len. Nur Ent­stig­ma­ti­sie­rung, Ent­kri­mi­na­li­sie­rung, eine Stär­kung unse­rer Rech­te, sowie die Mög­lich­keit, wei­ter­hin sicht­bar und ver­netzt zu agie­ren, gewäh­ren Sexarbeiter*innen eine siche­re, wür­di­ge Basis.