Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Demo “Freiheit statt Angst” — Hurenblock war dabei gegen Meldepflicht für Sexarbeiter_innen

Demo “Freiheit statt Angst” — Hurenblock war dabei gegen Meldepflicht für Sexarbeiter_innen

Demo  “Freiheit statt Angst” — Hurenblock war dabei gegen Meldepflicht für Sexarbeiter_innen
PDF: Stellungnahme_BesD_Meldepflicht

 Huren gegen Zwangsregistrierung

Sexarbeiter_innen und Unterstützer_innen demons­trier­ten am Sams­tag in Ber­lin gegen die von der Regie­rungs­ko­ali­ti­on geplan­te Mel­de­pflicht für Sex­ar­bei­te­rin­nen. Hydra e.V. und der Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen, sowie wei­te­re Per­so­nen betei­lig­ten sich an einem Huren­block auf der Demons­tra­ti­on “Frei­heit statt Angst” in Ber­lin, die sich gegen staat­li­che und geheim­dienst­li­che Über­wa­chung, Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und den Ver­lust der Pri­vat­sphä­re rich­tet und für eine freie demo­kra­ti­sche Gesell­schaft ein­tritt. Der Huren­block war erst­mals auf der Demons­tra­ti­on ver­tre­ten. Dane­ben orga­ni­sier­ten Hydra und BesD einen Info­stand am Bran­den­bur­ger Tor, an dem wir unter Ande­rem Unter­schrif­ten für den Auf­ruf von Doña Car­men gegen die Zwangs­re­gis­trie­rung sam­mel­ten und mit vie­len inter­es­sier­ten Men­schen ins Gespräch kamen, denen wir unser Anlie­gen erläu­tern konn­ten. Bei der Abschluss­kund­ge­bung hielt Huren­ak­ti­vis­tin Emy Fem eine kur­ze Rede, in der sie die Zuhö­rer zu Soli­da­ri­tät mit den Pro­sti­tu­ier­ten im Kampf gegen staat­li­che Kon­trol­le auf­for­der­te:
„Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung in der Sex­ar­beit, die Regis­trie­rung, ob unter Zwang oder frei­wil­lig, bie­tet kei­ner­lei Schutz. Die Ein­tra­gung in eine Kar­tei bewahrt kei­ne Per­son zu kei­nem Zeit­punkt davor, über­fal­len, aus­ge­raubt oder Opfer von Men­schen­han­del zu wer­den. Dar­ü­ber hin­aus lie­fert die gro­ße Koali­ti­on damit Sexarbeiter_innen vor­sätz­lich ver­meid­ba­ren Gefah­ren aus. Wenn ein Kli­ent von einer Sexarbeiter_in die Vor­la­ge ihres Huren­aus­wei­ses ver­lan­gen darf, wer­den Stal­king und Nach­stel­lung Tür und Tor geöff­net.“
Staat­li­che Regis­trie­rung und Kon­trol­le betrifft Huren seit lan­gem: Im Deut­schen Reich durf­ten nur Pro­sti­tu­ier­te legal arbei­ten, die sich bei der Poli­zei regis­trier­ten, und nur an bestimm­ten Orten. Mit der Regis­trie­rung ver­bun­den war eine regel­mä­ßi­ge Pflicht­un­ter­su­chung auf Geschlechts­krank­hei­ten, weil Pro­sti­tu­ier­te als Krank­heits­über­trä­ger gal­ten. Die Regis­trie­rung von Pro­sti­tu­ier­ten im Natio­nal­so­zia­lis­mus dien­te dazu, sie als „Aso­zia­le“ aus der Gesell­schaft aus­zu­schlie­ßen und teil­wei­se in Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger zu depor­tie­ren. Die staat­li­che Kon­trol­le der Pro­sti­tu­ti­on dien­te immer dem dop­pel­ten Zweck, Pro­sti­tu­ier­te von der bür­ger­li­chen Gesell­schaft zu sepa­rie­ren und die ver­meint­lich nega­ti­ven gesell­schaft­li­chen Fol­gen die­ser sozi­al uner­wünsch­ten und als unsitt­lich betrach­te­ten Tätig­keit abzu­weh­ren. Der Schutz der Pro­sti­tu­ier­ten, der dabei oft­mals vor­ge­scho­ben wur­de, war in die­sem Span­nungs­feld aus Kon­trol­le und Stig­ma­ti­sie­rung blo­ße Behaup­tung. Auch wenn die heu­ti­ge Situa­ti­on sicher­lich weder mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus noch mit dem Deut­schen Reich ver­gleich­bar ist, steht das jet­zi­ge Vor­ha­ben einer Regis­trie­rungs­pflicht doch in einer Kon­ti­nui­tät mit die­sen Maß­nah­men, da sie die­sel­be Kom­bi­na­ti­on aus Stig­ma­ti­sie­rung, Aus­gren­zung und Kon­trol­le fort­führt – auch wenn das erklär­te Ziel der „Schutz“ von Sexarbeiter_innen ist. Die Regis­trie­rung wird, anstatt Sexarbeiter_innen zu schüt­zen, v.a. für die­je­ni­gen von uns schäd­lich sein, deren Rechts­sta­tus pro­ble­ma­tisch ist: Migrant_innen, die die deut­sche Spra­che nicht beherr­schen oder die kei­ne Arbeits­er­laub­nis haben, deut­sche und nicht-deut­sche Pro­sti­tu­ier­te, die den Beruf aus ver­schie­de­nen Grün­den ver­steckt aus­üben müs­sen oder wol­len: aus fami­liä­ren Grün­den, weil sie Kin­der haben, weil ihr bür­ger­li­cher Haupt­be­ruf dadurch gefähr­det wäre, oder weil sie in ihrem nähe­ren oder wei­te­ren Umfeld Ver­ur­tei­lung zu befürch­ten hät­ten. Nicht zuletzt haben alle Sexarbeiter_innen Grund zur Furcht vor Dis­kri­mi­nie­rung durch Behör­den, Ver­mie­ter, und Arbeit­ge­ber. Solan­ge das Huren­stig­ma fort­be­steht, kann jede Form der staat­li­chen Regis­trie­rung nur dazu füh­ren, dass Pro­sti­tu­ier­te die­sem Stig­ma umso hilf­lo­ser aus­ge­lie­fert sind, wei­ter an den gesell­schaft­li­chen Rand gedrängt wer­den oder gezwun­gen sind, sich in die Ille­ga­li­tät zu bege­ben, was ihre Rechts­po­si­ti­on gegen­über z.B. Bor­dell­be­trei­bern noch stär­ker schwächt. Des­halb: Soli­da­ri­sie­ren Sie sich mit uns und kämp­fen Sie mit uns gegen jede Form der staat­li­chen Regis­trie­rung von Sexarbeiter_innen, für unser Recht auf Pri­vat­sphä­re und sexu­el­le Selbst­be­stim­mung und für unser Recht auf freie Aus­übung unse­res Beru­fes!