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2. Juni: Hurentag

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Aktionswoche 2026

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Rheinland-Pfalz — die Ersten werden die Letzten sein?

Rheinland-Pfalz — die Ersten werden die Letzten sein?

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Ges­tern hat die rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­re­gie­rung eine aktua­li­sier­te Coro­na-Ver­ord­nung ver­ab­schie­det. Im §4 fin­det sich eine mitt­ler­wei­le sehr kur­ze Lis­te der Tätig­keits­be­rei­che, deren Aus­übung immer noch unter­sagt sind.* 1. Clubs, Dis­ko­the­ken und ähn­li­che Ein­rich­tun­gen, 2. Kir­mes, Volks­fes­ten und ähn­li­che Ein­rich­tun­gen, 3. Pro­sti­tu­ti­ons­ge­wer­be Was soll man dazu noch sagen? Jeder der sich mit den Arbeits­ab­läu­fen und dem All­tag in der Sex­ar­beit eine wenig beschäf­tigt hat, kann nur mit dem Kopf schüt­teln, bei der Betrach­tung die­ser Auf­zäh­lung. Infek­ti­ons­schutz ist wich­tig, aber die­ser muss auch sinn­voll sein. Mir geht es um den Ver­such einer sach­li­chen Betrach­tung. Bei den ers­ten bei­den auf­ge­lis­te­ten Punk­ten han­delt es sich um Ver­an­stal­tun­gen, bei denen übli­cher­wei­se vie­le ver­schie­de­nen Men­schen auf einem Hau­fen zusam­men­tref­fen. Gera­de die Gesell­schaft mit den ande­ren Men­schen ist ja ein Kern die­ser Events. Ob man die­se Ver­an­stal­tun­gen viel­leicht auch in irgend­ei­ner Art coro­na­si­cher durch­füh­ren könn­te, las­sen wir hier jetzt mal außen vor. Bezo­gen auf die Sex­ar­beits­bran­che macht der Topf, in den wir da gewor­fen wer­den, kei­nen Sinn. Bis auf weni­ge Aus­nah­men fin­det bei der Sex­ar­beit immer 1 zu 1 Kon­takt statt. Die Kun­den sind pein­lich dar­um bemüht, dass sie nie­man­den außer ihrer Ero­tik­part­ne­rin im Bor­dell-Flur oder sonst­wo tref­fen. Dis­kre­ti­on wird selbst in pro­vin­zi­el­len Klein­stadt­bor­del­len groß geschrie­ben. Wie vie­le mög­li­che Coro­na­über­trä­ger trifft der Kun­de in einem Bor­dell? Eigent­lich nur eine Per­son, denn wie in ande­ren Bun­des­län­dern schon erprobt, könn­te auch in Rhein­land-Pfalz aus­schließ­lich auf Ter­min gear­bei­tet wer­den. Somit holt die Sex­ar­bei­te­rin ihren Kun­den direkt an der Tür ab, und die­ser hat kei­ner­lei Kon­takt zu ande­ren Besu­chern oder ande­ren Sex­ar­bei­ten­den. Außer­dem fin­det alles mit Mund-Nasen­be­de­ckung statt. Dies funk­tio­niert in ande­ren Bun­des­län­dern pro­blem­los. Dass nach jedem Kun­den die Zim­mer, Flu­re und Sani­tär­be­rei­che peni­bel gerei­nigt und des­in­in­fi­ziert wer­den, muss anschei­nend immer wie­der erwähnt wer­den. Wie sonst wür­de allei­ne die Exis­tenz eines Bor­dells Panik­at­ta­cken bei Viro­lo­gen aus­lö­sen. Eine wei­te­re sehr hart­nä­cki­ge Fehl­ein­schät­zung ist, dass jede Sex­ar­bei­te­rin täg­lich eine Unmen­ge an Kun­den hat. Dem ist lei­der nicht so. Auf die Fra­ge, was sich Sex­ar­bei­ten­de wün­schen wür­den zu Ver­bes­se­rung ihrer Arbeit, sagen fast alle: „Mehr Kun­den“. Die durch­schnitt­li­che Sex­ar­bei­te­rin in einem durch­schnitt­li­chen Woh­nungs­bor­dell oder in einer durch­schnitt­li­chen Ter­min­woh­nung hat im Schnitt 2–3 Kun­den pro Tag — eher weni­ger. Exakt die eben genann­ten Arbeits­plät­ze sind das vor­herr­schen­de Arbeits­mo­dell für ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen in Rhein­land-Pfalz. Es gibt dort kei­ne Mas­sen an Sau­na­clubs, kei­ne Ree­per­bahn, kei­ne Groß­bor­del­le, kei­nen ver­meint­lich aus­ufern­den Dro­gen­strich. Nein, in der Pro­sti­tu­ti­ons­land­schaft von Deutsch­land besetzt Rhein­land-Pfalz eher einen sehr unbe­deu­ten­den Platz. Um so ver­wun­der­li­cher ist, dass aus­ge­rech­net die­ses Bun­des­land sich so stand­haft wei­gert. Zumal Rhein­land-Pfalz das ers­te Bun­des­land war, wel­ches nach dem Shut­down die Sex­ar­beit wie­der erlau­ben woll­te. Vor gefühl­ter Ewig­keit wur­de dort eine Gerichts­kla­ge ver­lo­ren, und das Land sah sich ver­pflich­tet, die Sex­ar­beit wie­der zuzu­las­sen. Dar­aus wur­de dann aller­dings nichts. Die Lan­des­po­lit­ker befürch­te­ten alles Mög­li­che, allem vor­an Sex­tou­ris­mus aus den ande­ren Bun­des­län­dern. Letz­te­rer Punkt ist nun defi­ni­tiv hin­fäl­lig. Fast alle ande­ren Bun­des­län­der machen inzwi­schen vor, dass es geht. Hygie­ne­kon­zep­te könn­ten von dort über­nom­men wer­den, und ver­meint­li­cher Sex­tou­ris­mus ist auch nicht mehr zu befürch­ten, denn in den meis­ten Nach­bar­län­dern ist die Sex­ar­beit schon wie­der zuge­las­sen. In Ber­lin und Bay­ern wird schon seit über einem Monat wie­der in Bor­del­len und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen gear­bei­tet. Es gibt sehr stren­ge und bran­chen­an­ge­paß­te Hygie­ne­kon­zep­te, die ein­ge­hal­ten wer­den. Die pau­scha­le Annah­me, dies wür­de in der Ero­tik­bran­che nicht funk­tio­nie­ren, ist somit wider­legt. Auch gibt es in den besag­ten Bun­des­län­dern kei­nen Hin­weis auf stei­gen­de Coro­na­zah­len aus­ge­löst durch Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten. Inter­es­san­ter­wei­se ist in Rhein­land-Pfalz die Sex­ar­beit ja nicht kom­plett unter­sagt. Haus- und Hotel­be­su­che sind erlaubt. Sel­bi­ge Hand­lun­gen in einer gewer­be­recht­lich zuge­las­se­nen, mit Hygie­ne­kon­zep­ten und Not­ruf­an­la­gen aus­ge­stat­te­ten Pro­sti­tu­ti­ons­stät­te zu tun, ist ver­bo­ten. Ganz anders das Bun­des­land Ham­burg. Dort argu­men­tier­te die Sozi­al­be­hör­de, dass es ganz wich­tig sei die Pro­sti­tuons­stät­ten wie­der zu öff­nen, denn in den Bor­del­len lie­ßen sich die Hygie­ne­re­geln viel bes­ser umset­zen und kon­trol­lie­ren. In die­sem Sin­ne, for­dern wir als Berufs­ver­band das Bun­des­land Rhein­land-Pfalz auf, zum nächst mög­li­chen Ter­min, auch die Arbeit in Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten wie­der zuzu­las­sen. Natür­lich mit Hygie­ne­kon­zept. —————————————————————————— VERWEISE * https://corona.rlp.de/fileadmin/msagd/Ge…oBeLVO.pdf KONTAKT Johan­na Weber: 0151 — 1751 9771 PRESSE SWR Aktu­ell — Bor­del­le blei­ben geschlos­sen — Kri­tik von Betrei­bern https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/bordelle-rheinland-pfalz-100.html