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2. Juni: Hurentag

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Menschenhandel und schwere Arbeitsausbeutung von Migrantinnen findet vor allem in Privathaushalten statt

Menschenhandel und schwere Arbeitsausbeutung von Migrantinnen findet vor allem in Privathaushalten statt

@ Ryan McGuire
Die Stu­die ‘Men­schen­han­del zum Zweck der Arbeits­aus­beu­tung und schwe­re Arbeits­aus­beu­tung von Frau­en — ein nicht gese­he­nes Phä­no­men?’ des Bun­des­wei­ten Koor­di­nie­rungs­kreis gegen Men­schen­han­del e.V. (kok) unter­sucht, ob Frau­en und Män­ner als Betrof­fe­ne von Men­schen­han­del zum Zweck der Arbeits­aus­beu­tung oder schwe­rer Arbeits­aus­beu­tung von der Öffent­lich­keit, Poli­tik und Behör­den in unter­schied­li­cher Wei­se wahr­ge­nom­men. Dabei wird die Annah­me hin­ter­fragt, dass Men­schen­han­del vor allem mit Pro­sti­tu­ti­on zusam­men­fällt. Auch schwe­re For­men der Arbeits­aus­beu­tung oder extrem pre­kä­re Arbeits­si­tua­tio­nen kön­nen die Schwel­le zum Men­schen­han­del über­schrei­ten. Es sei kaum im Bewusst­sein der Bevöl­ke­rung, dass in Deutsch­land außer­halb der Pro­sti­tu­ti­on mas­sen­haft Men­schen aus­ge­beu­tet wer­den. Und wäh­rend das Sex­ar­beits­ge­wer­be zukünf­tig star­ken Kon­trol­len unter­wor­fen sein wird, sind in den ande­ren Berei­chen Arbeits­kon­trol­len in Deutsch­land schlicht nicht vor­ge­se­hen. Schließ­lich pro­fi­tie­ren kei­ne ‘Zuhäl­ter’, son­dern Unter­neh­men und Pri­vat­haus­hal­te von den bil­li­gen Arbeits­kräf­ten. Ent­ge­gen der öffent­li­chen Wahr­neh­mung wer­den Frau­en und vor allem Migran­tin­nen nicht haupt­säch­lich in der Sex­ar­beit, son­dern vor allem in Pri­vat­haus­hal­ten als Pflege‑, Betreu­ungs- und Haus­halts­kräf­te aus­ge­beu­tet. Dane­ben spie­len auch die fleisch­ver­ar­bei­ten­de und land­wirt­schaft­li­che Bran­che eine beträcht­li­che Rol­le. Ein Grund, war­um Frau­en eher weni­ger als Betrof­fe­ne von extre­men For­men der Arbeits­aus­beu­tung wahr­ge­nom­men und als sol­che benannt wer­den, liegt an der (media­len und öffent­li­chen) Ste­reo­ty­pi­sie­rung: ‘Män­ner = Betrof­fe­ne von Arbeits­aus­beu­tung und Frau­en = Betrof­fe­ne von Men­schen­han­del zur sexu­el­len Aus­beu­tung’. Ein wei­te­rer Fak­tor ist, dass gera­de Haus- und Fami­li­en­ar­beit nicht als eigent­li­che Arbeit im Sin­ne von Erwerbs­ar­beit ver­stan­den wird, son­dern als etwas für Frau­en „Natür­li­ches“. Vie­le Arbeitgeber*innen bzw. Täter*innen sind sich der Aus­beu­tung der beschäf­tig­ten Frau­en offen­bar nicht bewusst, dabei ist die Arbeit in Pri­vat­haus­hal­ten von einer Rei­he Beson­der­hei­ten gekenn­zeich­net, die Men­schen­han­del zum Zweck der Arbeits­aus­beu­tung und schwe­re Arbeits­aus­beu­tung begüns­ti­gen, sowie die Sicht­bar­keit von und Zugäng­lich­keit zu Betrof­fe­nen beein­flus­sen kön­nen: Ein Arbeits­platz (zumeist) ohne Kolleg*innen, Iso­la­ti­on sowie ein enges räum­li­ches und teil­wei­se auch pri­va­tes Opfer-Täter*innen-Verhältnis — teil­wei­se ste­hen die Frau­en 247 zur Ver­fü­gung.

Empfehlungen an die Medien

Medi­en haben einen gro­ßen Ein­fluss auf die Wahr­neh­mung von Betrof­fe­nen von Men­schen­han­del in der Gesell­schaft. Um der gän­gi­gen media­len Dar­stel­lung und Ste­reo­ty­pi­sie­run­gen, wie Män­ner = Betrof­fe­ne von Arbeits­aus­beu­tung und Frau­en = Betrof­fe­ne von Men­schen­han­del zur sexu­el­len Aus­beu­tung, ent­ge­gen­zu­tre­ten, emp­feh­len sich Schu­lun­gen für Journalist*innen und Redakteur*innen. Eine akti­ve Koope­ra­ti­on, bei­spiels­wei­se von Fach­be­ra­tungs­stel­len mit Journalist*innenschulen, könn­te ein Weg sein. Durch gemein­sa­me Schu­lun­gen könn­ten Journalist*innen ver­stärkt dafür sen­si­bi­li­siert wer­den, dass Frau­en nicht nur von sexu­el­ler Aus­beu­tung betrof­fen sind, son­dern auch in ihrer Arbeits­kraft aus­ge­beu­tet wer­den. Auch soll der Blick dafür geschärft wer­den, dass Aus­beu­tung von Frau­en nicht nur in „frau­en­ty­pi­schen“ Berufs­zwei­gen statt­fin­det, son­dern auch in Bran­chen, in denen Frau­en gemein­hin weni­ger ver­mu­tet wer­den. Der KOK hat­te bereits 2013 ein Posi­ti­ons­pa­pier zum media­len Umgang mit dem The­ma Men­schen­han­del ver­fasst.