Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Toller Lesestoff zum neuen Jahr: “Ich bin Sexarbeiterin”

Toller Lesestoff zum neuen Jahr: “Ich bin Sexarbeiterin”

Toller Lesestoff zum neuen Jahr: “Ich bin Sexarbeiterin”
Lei­der haben vie­le Bücher zum The­ma Sex­ar­beit eine sehr enge Sicht der Din­ge. Ent­we­der wer­den alle Schwie­rig­kei­ten unter den Tep­pich gekehrt oder aus allem ein Pro­blem gemacht und der gan­ze Beruf dra­ma­ti­siert. In dem vor kur­zem unter der Schirm­herr­schaft des Schwei­zer Kol­lek­tivs Sexarbeit-ist-Arbeit.ch her­aus­ge­kom­me­nen Buch “Ich bin Sex­ar­bei­te­rin” ist das ange­nehm anders. Die Tex­te und Por­träts aus “Ich bin Sex­ar­bei­te­rin” basie­ren auf Fak­ten, Stu­di­en und —  ganz wich­tig! — den Stim­men von Sexarbeiter*innen. Lei­der kön­nen und wol­len sich vie­le Sexarbeiter*innen aus Scham oder Angst immer noch nicht öffent­lich oder in der Fami­lie zu ihrem Beruf outen, da das Stig­ma in der Gesell­schaft noch sehr stark ver­an­kert ist — umso wert­vol­ler fin­de ich das Vor­han­den­sein von Inter­views, in denen Sexarbeiter*innen ihre Geschich­ten beschrei­ben und für sich selbst spre­chen kön­nen. Die Inter­view­ten kom­men aus ver­schie­de­nen Berei­chen der Bran­che, sind weib­lich, sind männ­lich, sind trans*, sind Migrant*innen. Was ihre Beweg­grün­de zur Aus­übung des Berufs angeht, ist die Band­brei­te rie­sig: Sie rei­chen von größ­ter Geld­not, über den Wunsch selbst­be­stimmt zu arbei­ten, bis hin zur Selbst­ver­wirk­li­chung. Von “Ich hät­te lie­ber etwas ande­res gemacht/gelernt” zu “Ich will die­sen Beruf aus­üben” zu “Ich muss nicht geret­tet wer­den!”. In wei­te­ren Tex­ten wer­den Pro und Kon­tra von natio­na­len Rege­lun­gen zur Sex­ar­beit in der Schweiz sowie inter­na­tio­na­le Rege­lun­gen aus ver­schie­de­nen Län­dern beschrie­ben. Es wird von ille­ga­li­sier­ter und kri­mi­na­li­sier­ter Sex­ar­beit, zum Bei­spiel in der USA, oder unter dem Schwe­di­schen Modell wie zum Bei­spiel in Frank­reich berich­tet. Auch ent­kri­mi­na­li­sier­te, lega­le Sex­ar­beit hat ihren Platz im Buch. Dabei wird unter ande­rem ein Land unter die Lupe genom­men, das mei­ner per­sön­li­chen Mei­nung nach ein gro­ßes Vor­bild sein soll­te. War­um Vor­bild? Neu­see­land hat sei­ne Geset­ze für die Bran­che mit Hil­fe von Sexworker*innen ver­fasst. Sie wur­den in den Pro­zess mit ein­be­zo­gen, wur­den gefragt undih­nen wur­de zuge­hört. Sie konn­ten  so dafür sor­gen, dass die Geset­ze auch wirk­lich den Bedürf­nis­sen und dem Schutz von Sexarbeiter*innen die­nen. In einem Kapi­tel des Buches wer­den mit­hil­fe von Stu­di­en die Beweg­grün­de von Kund*innen geschil­dert. Auch Frau­en als Kun­din­nen von Sexarbeiter*innen wer­den erwähnt, was ich sehr wich­tig fin­de. Obwohl sie sicher eine Mehr­heit stel­len, gibt es eben nicht nur männ­li­che Kun­den. Über weib­li­che Kun­den wird aber zu wenig berich­tet, bes­ser gesagt wird zu wenig auf sie auf­merk­sam gemacht. Beson­ders span­nend fand ich in die­sem Zusam­men­hang auch den Blick auf den soge­nann­ten “Roman­tik Tou­ris­mus” —  wo Frau­en sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen von Män­nern im Aus­land in Anspruch neh­men. Nur die gesell­schaft­li­che Defi­ni­ti­on unter­schei­det hier von Män­nern die zum sel­ben Zwe­cke zum Bei­spiel nach Asi­en rei­sen. Zum all­ge­gen­wär­ti­gen The­ma Men­schen­han­del wird fest­ge­hal­ten, dass die­ser klar in der Bran­che vor­han­den ist, es sich aber um ein sen­si­bles und wich­ti­ges The­ma han­delt, das nicht zu dem Scha­den einer ein­zel­nen Bran­che auf deren Rücken aus­ge­tra­gen wer­den soll­te. Es wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Men­schen­han­del in vie­len wei­te­ren Bran­chen genau­so ein Pro­blem ist und des­halb Men­schen­han­del ganz klar vom Beruf Sex­ar­beit getrennt wer­den muss. “Ich bin Sex­ar­bei­te­rin” (ISBN: 978−3−03926−006−5) ist seit 26. Novem­ber beim Ver­lag, im nor­ma­len Buch­han­del, auf Medim­ops, oder auch auf auf Ama­zon erhält­lich. Das Buch zeigt die Schwie­rig­kei­ten der Bran­che auf und eben­so mög­li­che Lösungs­we­ge. Es beschreibt, wie Men­schen in der Sex­ar­beit unter­stützt wer­den kön­nen und zwar OHNE ein gene­rel­les Ver­bot oder Sexkauf­ver­bot, das sie in die Ille­ga­li­tät, ins Ver­bor­ge­ne und in erhöh­te Aus­beu­tungs­ge­fahr trei­ben wür­de. Ein emp­feh­lens­wer­ter Lese­tipp für alle, die Wert auf eine dif­fe­ren­zier­te Dar­stel­lung von Sex­ar­beit und den dar­in täti­gen Men­schen legen. Und viel­leicht auch ein schö­nes Last-Minu­te-Weih­nachts­ge­schenk für manche*n! 🙂
Die­se Buch­be­spre­chung stammt aus der Feder von BesD-Mit­glied und Schwei­zer Sex­ar­bei­te­rin Vik­to­ria — vie­len Dank dafür!