Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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22. Juni | Sexworker-Versammlung am Kölner Roncalliplatz gegen ROTLICHTAUS-Kampagne

22. Juni | Sexworker-Versammlung am Kölner Roncalliplatz gegen ROTLICHTAUS-Kampagne

22. Juni | Sexworker-Versammlung am Kölner Roncalliplatz gegen ROTLICHTAUS-Kampagne
Update: Tref­fen fin­det am Ron­cal­li­platz statt, NICHT am Dom. Sonst bleibt alles gleich. Die Info kam heu­te mor­gen von den Behör­den auf­grund einer neu­en Bau­stel­le.
Teilnehmer*innen des Sex­work-Stamm­tisch Köln, Mit­glie­der des BesD und wei­te­re Unterstützer*innen wol­len am 22. Juni am Ron­cal­li­platz in Köln Gesicht zei­gen und uns damit der ver­un­glimp­fen­den “Rot­licht Aus”-Kampagne von Sis­ters e.V. ent­ge­gen stel­len. Wir wer­den Fly­er ver­tei­len und kön­nen den Wohn­wa­gen der Stra­ßen­s­ex­ar­bei­te­rin und BesD-Vor­stän­din Nico­le Schul­ze für Pla­ka­te nüt­zen. Sexarbeiter*innen und Unter­stüt­zen­de von Sexarbeiter*innen sind herz­lich will­kom­men teil­zu­neh­men und sich zu soli­da­ri­sie­ren. Eini­ge von uns wer­den eben­falls ger­ne für Gesprä­che mit inter­es­sier­ten Bürger*innen und der Pres­se zur Ver­fü­gung ste­hen! Coro­na-Regeln wer­den natür­lich ein­ge­hal­ten! Datum: Diens­tag, 22. Juni 2021 Uhr­zeit: ab 10:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr Ort: Ron­cal­li­platz, 50667 Köln Kon­takt für Pres­se: Nico­le Schul­ze Tele­fon: +49 157 83518081 Mail:

Hintergrund unserer Aktion:

Seit Beginn der Kri­se betrei­ben Sexarbeits-Gegner*innen Lob­by­ar­beit, um mit Hil­fe von Coro­na ein gene­rel­les Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land zu errei­chen. Unter dem Deck­man­tel der Unter­stüt­zung und des „Aus­stiegs“ könn­te Sex­ar­bei­ten­den mit sol­chen Geset­zen end­gül­tig die Lebens­grund­la­ge ent­zo­gen wer­den. Bei der Pla­kat­kam­pa­gne „Rot­licht­Aus“, die aktu­ell an 60 öffent­li­chen Räu­men in Köln von der Fir­ma Strö­er plat­ziert wird, han­delt es sich um eben einen sol­chen Vor­stoß. Mit Sprü­chen wie „Du kommst und ich ver­kom­me.“, „Dein Spaß ist mein Hor­ror­trip.“ oder „Zu ver­kau­fen: Kör­per, Frei­heit, Wür­de.“ soll die Stim­mung gegen Sex­ar­beit in der Köl­ner Gesell­schaft ange­heizt wer­den.

Wer steckt hinter “RotlichtAus”?

Hin­ter „Rot­licht­Aus“ ste­hen uns seit vie­len Jah­ren bekann­te Prostitutionsgegner*innen, die unter der Schirm­herr­schaft des Ver­eins Sis­ters e.V. ver­bis­sen gegen Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten (unse­re Arbeits­plät­ze), gegen „Frei­er“ (den männ­li­chen Anteil unse­rer Kund*innen) sowie für eine „Welt ohne Pro­sti­tu­ti­on“ (eine Welt ohne uns) kämp­fen. Wohl pro­mi­nen­tes­tes Vor­stands­mit­glied ist Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Leni Brey­mai­er. Als Sex­ar­bei­ten­de zu Beginn der ers­ten Wel­le plötz­lich ihr Ein­kom­men ver­lo­ren und wie so vie­le Men­schen in Deutsch­land mit einer bei­spiel­lo­sen Kri­se klar­kom­men muss­ten, fiel Brey­mai­er bereits mit ver­höh­nen­den Aus­sa­gen auf. Unter ande­rem twit­ter­te sie im März 2020 „Geht doch. Man(n) kann ja schon mal üben.“ im Bezug auf das Berufs­ver­bot für Sex­ar­bei­ten­de in Stutt­gart. Im Mai 2020 ver­such­te sie mit einer klei­nen Grup­pe aus dem Bun­des­tag erneut ein kri­sen­un­ab­hän­gi­ges Sexkauf­ver­bot auf dem Rücken der Coro­na-Maß­nah­men zu for­cie­ren.

Warum fühlen sich viele Sexworker von “RotlichtAus” so angegriffen?

Beson­ders vie­le Sexarbeiter*innen befin­den sich der­zeit in einer exis­tenz­ge­fähr­den­den Lage. Zu dem Arbeits­ver­bot und der Schlie­ßung unse­rer Arbeits­plät­ze kommt eine — von kei­ner­lei wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen gestütz­te — Ungleich­be­hand­lung unse­rer Bran­che gegen­über ande­ren kör­per­na­hen Dienst­leis­tun­gen hin­zu. Vie­le Men­schen in pre­kä­ren Lebens­si­tua­tio­nen wer­den in der glo­ba­len Aus­nah­me­si­tua­ti­on wei­ter an den Rand der Gesell­schaft gedrängt. Sie fal­len durch die staat­li­chen Hil­fe­sys­te­me und es fehlt an Impf­plä­nen für beson­ders mar­gi­na­li­sier­te Grup­pen, zu denen vie­le mei­ner Kolleg*innen in der Sex­ar­beit zäh­len. Die­se Kam­pa­gne ist eine wei­te­re und geziel­te Akti­on um im End­ef­fekt die Rech­te der Men­schen zu beschnei­den, denen es bereits beson­ders dre­ckig geht. Men­schen in der extrem viel­fäl­ti­gen Bran­che der Sex­ar­beit wer­den in sol­chen Kam­pa­gnen ent­mün­digt, objek­ti­fi­ziert, sexua­li­siert, auf einen (oft ras­sis­tisch kon­no­tier­ten) Opfer­sta­tus, auf ein Alter (am liebs­ten unter 18!) und natür­lich ein Geschlecht (aus­schließ­lich weib­lich) redu­ziert. Jeg­li­che Ent­schei­dungs­ho­heit und sexu­el­le Selbst­be­stim­mung wer­den uns abge­spro­chen. Straf­recht­lich ver­folg­te Ver­bre­chen wie sexu­el­le Aus­beu­tung und Ver­ge­wal­ti­gung wer­den bewusst mit frei­wil­li­ger Sex­ar­beit ver­mischt. Die kom­ple­xen Hin­ter­grün­de von Arbeits­mi­gra­ti­on sowie die doku­men­tier­ten und kata­stro­pha­len Fol­gen von Sexkauf­ver­bo­ten in ande­ren Län­dern wer­den rou­ti­niert aus­ge­blen­det. Wirft man einen Blick in die auf der Web­site ver­link­te Prä­sen­ta­ti­on zu der Kam­pa­gne, sieht man unter „wei­te­ren Head­line-Ideen“ unter ande­rem „Loli­ta. Attrak­tiv, jung, miss­han­delt und ver­kauft. Sub­li­ne: Bezahl­sex finan­ziert Miss­hand­lung“. Bes­ser lässt sich die Hal­tung und Vor­stel­lungs­welt von Sexarbeits-Gegner*innen nicht zusam­men­fas­sen. Als Berufs­ver­band stel­len wir uns an die Sei­te der Köl­ner Sexarbeiter*innen und an die Sei­te von Selbst­be­stim­mung und Empower­ment. Sexarbeiter*innen, egal in wel­cher Situa­ti­on, brau­chen Ange­bo­te die sie stär­ken, die ihnen hel­fen und die sie unter­stüt­zen, anstatt sol­che, die ihre Ein­kom­mens­grund­la­ge ver­bie­ten wol­len.