Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Schock für Sexarbeitende: Lilo Wanders fordert #RotlichtAUS und setzt sich gegen Prostitution ein?

Schock für Sexarbeitende: Lilo Wanders fordert #RotlichtAUS und setzt sich gegen Prostitution ein?

Schock für Sexarbeitende: Lilo Wanders fordert #RotlichtAUS und setzt sich gegen Prostitution ein?
Vie­le ihrer lang­jäh­ri­gen Fans kön­nen es nicht fas­sen: Nach­dem Lilo Wan­ders noch 2020 in der Akti­on #Rot­licht­AN! öffent­lich Sex­wor­ker-Rech­te unter­stütz­te, wirbt die Auf­klä­rer-Iko­ne heu­te schein­bar gemein­sam mit der sex­wor­ker­feind­li­chen Kam­pa­gne #Rot­licht­AUS für das Nor­di­sche Modell. Mit­glie­der aus der bekann­ter­ma­ßen sehr bun­ten Sex­work-Welt sind mehr als befrem­det. Ein Sex­wor­ker sagt dazu: “Sie hat so viel schwu­le Fans — jeder, den ich bis­her ange­spro­chen habe ist eben­falls geschockt. Mache ver­mu­ten sogar, dass es ein Fake sein könn­te.” Erst vor kur­zem berich­te­te uns eine Sex­ar­bei­te­rin von ihren Erfah­run­gen bei einem Event der #Rot­licht­AUS-Kam­pa­gne in Bux­te­hu­de letz­ten Sams­tag — “Erfah­rungs­be­richt zu Ein­stiegs­ver­fah­ren und Lang­zeit­fol­gen der Pro­sti­tu­ti­on”: “Es ist echt gru­se­lig da oben in Sta­de. Ein Mann, der mit einer Sex­wor­ke­rin befreun­det ist, wur­de als Stö­ren­fried raus­ge­be­ten, nach­dem ein Wort das ande­re gege­ben hat­te und sein Wunsch nach Dis­kus­si­on als Ver­schwen­dung von Lebens­zeit bezeich­net wur­de. Eine Sozi­al­ar­bei­te­rin, die mit Sex­wor­kern arbei­tet, wur­de abge­fer­tigt da sie und ihre Kol­le­gin­nen “auf ande­ren Ver­an­stal­tun­gen schon mit Wort­mel­dun­gen unan­ge­nehm auf­ge­fal­len” sei­en. Auf wei­te­re kri­ti­sche Fra­gen gab es Kopf­schüt­teln und ver­ein­zel­te Dis­kus­sio­nen, wie man eine so schö­ne Ver­an­stal­tung stö­ren kön­ne.” Sex­ar­bei­te­rin Madame Kali war wie vie­le von uns immer ein gro­ßer Fan von Frau Wan­ders und frag­te die­se mehr­mals schrift­lich um Klä­rung. Konn­te es sich um ein Miss­ver­ständ­nis han­deln? Da Frau Wan­ders bis heu­te nicht reagier­te und sich mit die­ser Akti­on lei­der öffent­lich an die Sei­te von jenen Men­schen stellt, die Sex­ar­bei­ten­den Rech­te ver­weh­ren und unse­re Mög­lich­keit zum Lebens­un­ter­halt abschaf­fen wol­len, hat Madame Kali den Berufs­ver­band nun gebe­ten, ihr Schrei­ben öffent­lich zu machen. 
Hal­lo Frau Wan­ders. 🙂 Seit gefühl­ten Ewig­kei­ten bin ich nun schon ein Fan von Ihnen. Die Auf­bruch­stim­mung auch im deut­schen Pri­vat­fern­se­hern war gran­di­os und wir pfleg­ten die freie und fri­vo­le Lie­be. Lei­der habe ich mich in den 1990er Jah­ren (noch) nicht getraut mit mei­ner Pas­si­on Geld zu ver­die­nen, schließ­lich habe ich ja mal „anstän­dig“ stu­diert und muss ja nicht mit so einen „Schmud­del­kram“ wie Sex mein Geld ver­die­nen. — Moment! — wer­den Sie sagen, Wie­so Schmud­del­kram? Die schöns­te Neben­sa­che der Welt? Lie­be Lie­ben­den, und wenn es nur für eine Nacht oder ein paar Stun­den ist, um Sie mal zu zitie­ren. Vor ein paar Jah­ren nun war klar, ent­we­der du machst es jetzt oder du wirst es auf dem Ster­be­bett einst­wei­len bereu­en. Also fass­te ich mir ein Herz und wag­te den Sprung in eine neue, wei­te­re Selbst­stän­dig­keit, die der #Sex­ar­beit. Es hat mich eini­ges an Federn gekos­tet, das #Huren­stig­ma wütet lei­der noch immer in unse­rer Gesell­schaft, selbst in angeb­lich so libe­ra­len Krei­sen wie der schwar­zen Musik­sze­ne (Metal, Mit­tel­al­ter). Nicht­de­sto­trotz bin ich mit mei­nem Tan­tra und BDSM Wis­sen sowie mei­nem empa­thi­schen Know­how end­lich in einem Beruf ange­kom­men der mir auch end­lich finan­zi­ell aus der Armuts­fal­le her­aus­ge­holt hat, in der ich die gan­zen Jah­re zuvor steck­te. Die­ser Job ist kein Zucker­schle­cken, aber er lohnt sich. Und genau das ist es, was ich mit den meis­ten mei­ner Kolleg*innen auch exakt tei­le! Die meis­ten von uns sind Migrant*innen, meis­tens aus dem öst­li­chen Euro­pa und sie stel­len sich genau die­se Fra­ge: Ein­satz – Ver­dienst — Rech­nung. Das tun wir Huren übri­gens schon seit gefühl­ten Ewig­kei­ten. Geän­dert hat sich mitt­ler­wei­le das Huren­stig­ma von der bösen, dem Teu­fel oder nach der Zeit der Auf­klä­rung dann dem Berufs­ver­bre­cher­tum anhän­gen­den Dir­ne zum armen Opfer, wel­ches „geret­tet“ wer­den soll. Auch schon so eine Mis­si­on angeb­li­cher „Feminist*innen vor 100 Jah­ren! Geret­tet wohin? In Fabrik Jobs? In Putz Jobs? Call­cen­ter oder Pfle­ge? Das sind genau die Jobs die wir NICHT mehr machen möch­ten, daher arbei­ten wir in der Pro­sti­tu­ti­on! Die Leu­te, die nach dem sog. Sexkauf­ver­bot und Frei­er­be­stra­fung rufen sind im übri­gens die­sel­ben die auch rufen, daß Abtrei­bung ille­ga­li­siert wer­den soll oder daß Trans* Frau­en kei­ne Frau­en sei­en (Grü­ße an die­ser Stel­le an Geor­gi­na Kel­ler­mann!) Kön­nen Sie sich vor­stel­len was mit Men­schen pas­siert, die eine Abtrei­bung durch­füh­ren wol­len aber alle Ärzt*innen, alle Kli­ni­ken wären auf ein­mal ille­gal und wür­den sich straf­bar machen? Auch die Kiez Grö­ße Dome­ni­ca Nie­hoff sag­te schon in ihrer Bio­gra­phie (Knaur, Ver­lag 1994) : „Es ist die Här­te, mit Män­nern zu arbei­ten. Man muss wirk­lich stark sein. Aber die­ses Ver­bo­te­ne, das bringt uns auch nicht wei­ter. Das führt sogar so weit, daß es heu­te Men­schen­han­del gibt.“ Seit die­ser Zeit ist viel pas­siert, auch die sog. Ost­erwei­te­rung hat vie­les geän­dert. Was sich nicht geän­dert hat ist die Tat­sa­che daß es den Huren immer bes­ser ging in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten wenn ihre Arbeit, ihrer Arbeits­or­te etc legal waren und sie nicht mit Repres­sa­li­en der Ille­ga­li­tät zu tun haben. Wenn ich mich also ganz legal in ein Bor­dell ein­mie­ten kann und mich im Zwei­fels­fall bei (Gewalt-)Verbrechen an die Poli­zei wen­den kann. Sei es nun daß mich ein Kun­de um den Lohn ver­sucht zu betrü­gen, sei es nun daß mir im Job Gewalt pas­siert ist, Ste­alt­hing, Erpres­sung oder ande­res. Ich kann mich an die Poli­zei wen­den und brau­che dar­um eben kei­nen Zuhäl­ter. Ich war ziem­lich ent­setzt als ich heu­te mor­gen den Hin­weis bekam daß sie sich von den Prostitutionsgegner*innen in Sta­de haben ver­ein­nah­men las­sen, offen­bar ist Ihnen nicht wirk­lich bewusst was es letzt­end­lich für die Betrof­fe­nen bedeu­tet was dort gefor­dert wird. Ich habe zu die­sem Zweck mal einen Blog­bei­trag aus­ge­ar­bei­tet mit zahl­rei­chen Links zu Fach­leu­ten wie der deut­schen AIDS Hil­fe, Amnes­ty Inter­na­tio­nal, dem Koor­di­nie­rungs­kreis gegen Men­schen­han­del, die Dia­ko­nie Deutsch­land uvm. die über die­ses Sexkauf­ver­bot aka Nor­di­sches­Mo­dell auf­klä­ren sowie ein paar Facts zu Schwe­den, die die­ses Sys­tem seit ein paar Jah­ren haben: http://madamekali.de/html/freierbestrafung_schwedisches_.html Wenn Sie tie­fer in die Mate­rie ein­tau­chen wol­len kann ich Ihnen die Gesell­schaft für Sex­ar­beits- und Pro­sti­tu­ti­ons­for­schung, die inter­dis­zi­pli­när arbei­tet auch sehr ans Herz legen: https://gspf.info/ Mei­ne. z.T schon als Pod­cast fer­ti­gen Bei­trä­ge zum The­ma His­to­rik der Sex­ar­beit, Gesund­heit und Sex­ar­beit etc fol­gen in Kür­ze auf mei­nem Blog. Denn ich möch­te mei­ne Arbeit und die mei­ner Kolleg*innen wei­ter im Lich­te der Lega­li­tät wis­sen, daher auch mein (poli­ti­sches) Enga­ge­ment. Denn Fact ist: wir kön­nen Sex­ar­beit nicht ver­bie­ten, wir kön­nen aber mit ent­schei­den unter wel­chen Bedin­gun­gen sie statt­fin­det! Ich freue mich auf eine Rück­mel­dung von Ihnen! LG Madame Kali