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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Gespräch zum Sexwork-Podcast mit Madame Kali: “Lasst uns sichtbar werden!”

Gespräch zum Sexwork-Podcast mit Madame Kali: “Lasst uns sichtbar werden!”

Gespräch zum Sexwork-Podcast mit Madame Kali: “Lasst uns sichtbar werden!”

Sex­ar­bei­te­rin und Ver­bands-Mit­glied Madame Kali hat mit “Sim­ply the BesD” den Sprung in die Pod­cast-Welt gewagt. In den bis­he­ri­gen Fol­gen kom­men Sex­ar­bei­ten­de zu Wort — unge­schönt, unzen­siert, ehr­lich. Wir haben sie für unse­ren Blog inter­viewt!


Lie­be Kali, erst­mal vie­len Dank für Dei­ne Initia­ti­ve und Dei­ne Arbeit! Was hat Dich dazu moti­viert, den aller­ers­ten Pod­casts unse­res Ver­bands zu initi­ie­ren und gleich auch zu mode­rie­ren? Der BesD ist ein wich­ti­ger Teil der neu­en Huren­be­we­gung und der Schritt auf den Pod­cast­markt ist mei­ner Mei­nung nach über­fäl­lig — das Medi­um gewinnt nach­wie­vor wei­ter an Bedeu­tung. Mein Wunsch ist, dass wir nun auch Men­schen bezie­hungs­wei­se Hörer*innen errei­chen, die uns bis­her so gar nicht auf dem Schirm hat­ten. Übri­gens, ich wür­de mich wahn­sin­nig freu­en wenn ande­re Sex­ar­bei­ten­de den Pod­cast von Spo­ti­fy oder einer ande­ren Platt­form tei­len, bit­te ver­wen­det am liebs­ten den Hash­tag #Sim­ply­The­BesD! 🙂 Was willst Du mit dem Pod­cast errei­chen?  Der Pod­cast soll für alle Sex­ar­bei­ten­den da sein und Men­schen in der Sex­ar­beit im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes eine Stim­me geben. Mir ist auch sehr wich­tig Teil­neh­men­den die Mög­lich­keit zu geben, das anonym zu tun. Lei­der ist es ja nach­wie­vor so, dass sich vie­le Kolleg*innen ein Outing schlicht nicht leis­ten kön­nen. Ich möch­te Sex­ar­bei­ten­de im Bereich der Iden­ti­täts­fin­dung unter­stüt­zen, aber vor allem möch­te ich ihnen ein Gesicht — bezie­hungs­wei­se eine Stim­me! — geben. In eini­gen der Bei­trä­gen sprichst Du über geschicht­li­che Aspek­te der Sex­ar­beit, gehst zum Bei­spiel auf die His­to­rie der Huren­be­we­gung ein. Inwie­fern sind die­se The­men auch für die heu­ti­ge Sex­ar­beit rele­vant?  Zunächst muss ich sagen, dass ich mich schon ewig für Kul­tur­anthro­po­lo­gie und Geschich­te inter­es­sie­re — ich gehe den Din­gen ger­ne auf den Grund. Es ist für mich als Sex­ar­bei­ten­de immens wich­tig, ein sicht­ba­rer Teil die­ser Gesell­schaft zu sein. Lasst uns end­lich her­aus aus der meist anony­men Schmud­del­ecke, lasst uns sicht­bar wer­den! Dabei kann das Wis­sen der Geschich­te unse­res Berufs­zweig behilf­lich sein. Zum Bei­spiel ist es  his­to­risch gese­hen sehr auf­fäl­lig, dass die Frei­heit und Rech­te von Sexarbeiter*innen mit der jewei­li­gen Frei­heit und den Rech­ten von Frau­en eng ver­wo­ben sind. Außer­dem gibt es in der Geschich­te bereits zahl­lo­se Bei­spie­le an von außen auf­ge­drück­ten Zuschrei­bun­gen für Sex­ar­bei­ten­de — die haben je nach Gut­dün­ken ande­rer gewech­selt wie die all­ge­mei­nen Moden. Das will ich auf­de­cken, denn es ist rele­vant um die heu­ti­gen Ent­wick­lun­gen ein­zu­ord­nen. Wie gehst Du im Pod­cast damit um, dass dem Ver­band öfter vor­ge­wor­fen wird, nur für “pri­vi­le­gier­te Domi­nas” zu spre­chen? Ich hal­te es wie vie­le ande­re BesD-Mit­glie­der für immens wich­tig, mich als Sex­ar­bei­ten­de poli­tisch für jene ein­zu­set­zen, die dafür weder Zeit noch Mög­lich­keit haben. Des­halb mache ich das und des­halb bin ich Teil des Berufs­ver­bands. In mei­nen Inter­views zen­sie­re und schö­ne ich nicht — und teil­wei­se heißt das, es gibt ordent­lich was auf die Ohren. Es geht mir defi­ni­tiv nicht dar­um, ein “Hap­py Hooker”-Narrativ zu bedie­nen, Sex­ar­beit ist nicht immer das Gel­be vom Ei. Mit dem Pod­cast möch­te ich allen Kolleg*innen die das wol­len, eine Platt­form geben. Und zwar ganz egal wel­chen sozia­len Hin­ter­grund sie haben, wel­che Erfah­run­gen sie in der Sex­ar­beit gemacht haben. Hört ein­fach rein, zum Bei­spiel in die Fol­ge in der ich “Beti”, eine ehe­ma­li­ge Sex­ar­bei­te­rin, inter­viewe, die viel Schei­ße erlebt hat und heu­te als Sozi­al­ar­bei­te­rin bei der Anlauf- und Bera­tungs­stel­le Phoe­nix in Han­no­ver Kolleg*innen berät und unter­stützt. Ich möch­te zei­gen: Weder sind wir per se Opfer, Berufsverbrecher*innen noch “Zuhäl­ter­lob­by”. Wir sind ein­fach ein Teil der Gesell­schaft — aber es ist die Fra­ge unter wel­chen Bedin­gun­gen! Vie­len Dank! 
In ihrem Pod­cast “Sim­ply the BesD” stellt Madame Kali die Per­spek­ti­ve von Sex­wor­kern in den Mit­tel­punkt. Alle Fol­gen fin­dest Du auf Spo­ti­fy und ande­ren Pod­cast-Platt­for­men oder hier auf unse­rer Web­site. Mit ihrem Mikro ist sie vor Ort bei Ver­an­stal­tun­gen wie 100 Jah­re Her­bert­stra­ße in Ham­burg oder der SAM­BA-Kon­fe­renz, spricht mit Kolleg*innen aus unter­schied­li­chen Arbeits­be­rei­chen und mit ver­schie­dens­ten Lebens­er­fah­run­gen. Zum Bei­spiel mit Aali­yah, die in Bie­le­feld am Stra­ßen­strich steht, oder Nica, die ihre Geschich­te erzählt wie sie über 20 Jah­ren  zur Sex­ar­beit gekom­men ist und wie es ihr heu­te geht. Du bist Sexarbeiter*in und willst auch gehört wer­den bezie­hungs­wei­se hast ein The­ma, das Dir schon lan­ge auf der Zun­ge brennt? Hier hast Du – ob mit Künst­ler­na­men oder ganz anonym – die Gele­gen­heit dazu! Schreib uns dafür an und wir ver­net­zen Dich mit Madame Kali, die dafür sor­gen wird dass DEINE Stim­me gehört wird.