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2. Juni: Hurentag

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Analyse von HUNQZ: Knapp tausend männliche Sexarbeiter in Deutschland

Analyse von HUNQZ: Knapp tausend männliche Sexarbeiter in Deutschland

Analyse von HUNQZ: Knapp tausend männliche Sexarbeiter in Deutschland
Wäh­rend weib­li­che Sex­ar­beit oft im Schein­wer­fer­licht von Medi­en und Poli­tik steht, führt die männ­li­che Sex­ar­beit eher ein Schat­ten­da­sein im öffent­li­chen Bewusst­sein. Beleg­ba­re Zah­len zur Sex­ar­beit ste­hen bis­her grund­sätz­lich nicht zur Ver­fü­gung — ledig­lich die Zahl der im Rah­men des Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes ange­mel­de­ten zumeist weib­li­chen Sex­ar­bei­te­rin­nen. Da männ­li­che Sex­ar­beit sel­ten bis gar nicht in Bor­del­len statt­fin­det, fin­det in der Regel auch kei­ne Anmel­dung nach Pro­st­SchG statt. Ein wei­te­res Unter­schei­dungs­merk­mal zur hete­ro­nor­ma­ti­ven Sex­ar­beit ist die gerin­ge Ver­net­zung unter den männ­li­chen Dienst­leis­tern. Beson­der­hei­ten der mann-männ­li­chen Sex­ar­beit Ganz gene­rell ist laut Stu­di­en die Fre­quenz an Sexu­al­part­nern bei  homo­se­xu­el­len Män­nern im Ver­gleich zu hete­reo­se­xu­el­len Män­nern rund dop­pelt so hoch. Im Bezug auf Sex­ar­beit, fin­det die­se einer­seits mora­lisch abge­klär­ter statt, als bei Frau­en — Mot­to: “Leg mal nen Euro auf den Stei­fen und schick mir ein Bild, damit ich sehen kann, ob der wirk­lich so groß ist!” Auch in der Durch­füh­rung gibt es merk­ba­re Unter­schie­de zur weib­li­chen Sex­ar­beit — mann-männ­li­che Sex­ar­beit ist schnel­ler und ein­fa­cher zu rea­li­sie­ren, bei­spiels­wei­se in Parks, etc. Kol­ja Nol­te, Pres­se­spre­cher des BesD und bekann­tes­ter Domi­nus im deutsch­spra­chi­gen Raum, konn­te für den Ver­band in Koope­ra­ti­on mit dem Sex­work-Por­tal HUNQZ einen bis­her in Deutsch­land ein­ma­li­gen belast­ba­ren Ein­blick in die Anzahl von männ­li­chen Sex­ar­bei­ten­den errei­chen. Die Zah­len wur­den erst­mals auf der SAMBA Fach­ta­gung vor Publi­kum prä­sen­tiert.

Das Ergebnis ist die laut Nolte sehr realistische Zahl von 1000 Männern, die ernsthaft in der Sexarbeit in Deutschland tätig sind.

War­um sind die Ergeb­nis­se so aus­sa­ge­kräf­tig? Im Gegen­satz zu weib­li­cher Sex­ar­beit kann männ­li­che Sex­ar­beit in Deutsch­land bei­na­he voll­stän­dig über die Daten­aus­wer­tung von HUNQZ abge­bil­det wer­den. HUNQZ ist ein selbst­stän­di­ger Teil der Dating-Platt­form ROMEO, hat Pio­nier­sta­tus bei der Ver­net­zung schwu­ler Män­ner in Deutsch­land und wird auf­grund der Mono­pol­stel­lung gern auch scherz­haft als „schwu­les Ein­woh­ner­mel­de­amt“ bezeich­net. Das Por­tal ist der unum­strit­te­ne Platz­hirsch am deut­schen Markt, ver­gleich­bar mit der Stel­lung von slee­py­boy in Groß­bri­tan­ni­en bzw. Rent.Men in den USA. Migra­ti­ons­pro­sti­tu­ti­on, Stra­ßen­pro­sti­tu­ti­on oder Edel-Escort – die mann-männ­li­che Sex­ar­beit in Deutsch­land aus allen sozia­len und beruf­li­chen Schich­ten fin­det fast aus­schließ­lich dort statt. Aus wel­cher Zeit stam­men die Zah­len? Der Stand der Aus­wer­tung ist von Sep­tem­ber 2022. Damit konn­te unter ande­rem die Aus­wir­kung der Coro­na-Kri­se auf die männ­li­che Sex­ar­beit abge­bil­det wer­den. Wie wur­den die Pro­fi­le von ernst­haft in der Sex­ar­beit täti­gen Män­nern gefun­den? Um aus den knapp 20.000 Usern auf HUNQZ neben den kos­ten­lo­sen Lust- und Phan­ta­sie-Pro­fi­len jene zu iden­ti­fi­zie­ren, die Sex­ar­beit ernst­haft als ihr Ein­kom­men betrach­ten, wur­de der Bezahl­sta­tus der Pro­fi­le geprüft und anschlie­ßend die Anga­be einer eige­nen Sex­ar­beits-Web­site abge­gli­chen. Über bei­de Wege ergab sich ein Ergeb­nis von rund 5%, also 1000 männ­li­che Sex­ar­bei­ter in Deutsch­land. Im Städ­te­ab­gleich sta­chen unter den ange­ge­be­nen Arbeits­or­ten der männ­li­chen Sex­ar­bei­ter ins­be­son­de­re Ber­lin mit etwas über 20% sowie auch Ham­burg her­vor. Rund 86% der männ­li­chen Sex­ar­bei­ter geben ein Alter zwi­schen 21 und 40 Jah­ren an.   Bot­tom oder Top? Ein poli­tisch inkor­rek­tes Kli­schee unter schwu­len Män­ner lau­tet, dass die meis­ten soge­nann­te “Bot­toms” sind, also der empfangende/passive Teil. Unter der Gesamt­zahl der 20.000 Hun­qz-Pro­fi­le ist das Ver­hält­nis zwi­schen Top und Bot­tom nahe­zu aus­ge­gli­chen. Bei den 5% der tat­säch­li­chen Sex­ar­bei­ter wird das Kli­schee auch ein Stück weit bestä­tigt, denn es zeigt sich ein gro­ßer Über­hang an Sex­ar­bei­tern die sich als Tops anbie­ten (ca. 45%) gegen­über jenen, die ihre Dienst­leis­tung als Bot­tom ver­kau­fen (knapp 9%).   Wel­che Ent­wick­lun­gen sind im Bezug auf männ­li­che Sex­ar­beit zur Coro­na-Kri­se zu sehen ? Die Aus­wer­tun­gen bei HUNQZ bestä­ti­gen die The­se, dass Sex­ar­beit gera­de in Kri­sen­zei­ten an Bedeu­tung gewinnt. Galt bis dahin ein Anstieg von 5% pro Jahr als nor­ma­les Wachs­tum, ver­fünf­fach­te sich die Zuwachs­ra­te durch die Coro­na-Kri­se auf 25 %. ROMEO und HUNQZ: Pri­va­te und kom­mer­zi­el­le Sexua­li­tät fried­lich neben­ein­an­der? Wäh­rend ande­re Dating-Platt­for­men, so auch der mobi­le Markt­füh­rer Grin­dr, Sex­ar­bei­ten­de raus-ekeln und gera­de im Netz regel­rech­te Hexen­jag­den statt­fin­den, macht ROMEO mit HUNQZ vor, wie es auch anders geht. Miss­brauch wird zum Bei­spiel dadurch unter­bun­den, dass Hun­qz-User kei­ne Besu­chertabs hin­ter­las­sen und damit Kun­den „locken“ kön­nen. Die bei­den Platt­for­men sind einer­seits deut­lich von­ein­an­der abge­grenzt und ande­rer­seits gleich­zei­tig für alle zusam­men nutz­bar – alle kön­nen mit­ein­an­der reden.  So ein­fach kann es gehen, wenn man nur will. Nach­trag 07.06.´23 Die Mann-weib­li­che Sex­ar­beit (=der hete­ro­se­xu­el­le Mann ist Sex­ar­bei­ter) ist bewusst nicht mit in die Ana­ly­se ein­ge­bun­den wor­den, da beim Blick in ent­spre­chen­de Por­ta­le die Zahl im unte­ren zwei­stel­li­gen Bereich liegt und somit auf die eigent­li­che Aus­sa­ge kei­nen Ein­fluss hat.