Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Berufsverband kritisiert Bundestagsabgeordnete Bär: „Sexkaufverbot schadet jenen, denen es helfen soll” | Pressemitteilung

Berufsverband kritisiert Bundestagsabgeordnete Bär: „Sexkaufverbot schadet jenen, denen es helfen soll” | Pressemitteilung

Ein einzelnen roter Regenschirm auf einer grauen Gasse.
Ber­lin, 13.09.2023. Mit Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Doro­thee Bär erscheint die CDU zum wie­der­hol­ten Mal mit ihrem der Ruf nach dem Ende der Pro­sti­tu­ti­on in der Pres­se. Das Mit­tel dazu ist das soge­nann­te nor­di­sche Modell, wel­ches eine ein­sei­ti­ge Kri­mi­na­li­sie­rung vor­sieht. Sex­ar­bei­ten­de dür­fen ihre Tätig­keit legal aus­üben, ihre Kund*innen hin­ge­gen machen sich straf­bar. Als Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen e. V. posi­tio­nie­ren wir uns klar gegen Bärs For­de­run­gen und hin­ter­fra­gen ihre Äuße­run­gen.  Frau Bär bezeich­net Deutsch­land als Bor­dell Euro­pas. Johan­na Weber, poli­ti­sche Spre­che­rin des BesD e.V., ord­net die­ses bekann­te Nar­ra­tiv ein: „Deutsch­land ist das ein­woh­ner­stärks­te Land in der EU. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass wir die meis­ten Bor­del­le haben. Bezo­gen auf die Ein­woh­ner­zahl hat die Schweiz mehr Sex­ar­bei­ten­de und Bor­del­le aus Deutsch­land.”  Pres­se­spre­cher André Nol­te stellt zudem in Fra­ge, war­um der Sta­tus als „Bor­dell Euro­pas so nega­tiv kon­no­tiert sein müs­se. „Wenn man sich von dem Gedan­ken trennt, dass Sex­ar­beit was Schlech­tes ist, dann flöst einem das „Bor­dell Euro­pas” nicht wirk­lich Angst ein.” In ihren Aus­füh­run­gen behaup­tet Bär wei­ter: „Das Bei­spiel Schwe­den zeigt: Mit einem Sexkauf-Ver­bot geht die Zahl der Pro­sti­tu­ier­ten dras­tisch zurück.” Das lässt sich nicht bele­gen. Es gibt kei­ne unab­hän­gig zu über­prü­fen­den Zah­len über Sex­ar­beit in Schwe­den. Ein­zig nach­weis­bar ist, dass die sicht­ba­re Pro­sti­tu­ti­on zurück­ge­gan­gen ist. Die Lebens­rea­li­tät der schwe­di­schen Kolleg*innen sieht wie folgt aus: Sex­ar­bei­ten­de müs­sen sich ver­ste­cken, damit noch Kund*innen zu ihnen kom­men und die­se nicht von der Poli­zei erfasst wer­den. Sex­ar­bei­ten­de wer­den gesell­schaft­lich geäch­tet und ste­hen immer allein da, da jede Hil­fe­stel­lung zur Arbeit kri­mi­na­li­siert ist, ein­schließ­lich der Taxi­fahrt zum Hotel­ter­min. Die schwe­di­sche Poli­zei über­wacht sogar Tele­fo­ne von Sex­ar­bei­ten­den, um an deren Kund­schaft her­an­zu­kom­men und die­se zu belan­gen.  Mit dem Sexkauf­ver­bot wür­de es auch in Deutsch­land weni­ger Kund­schaft geben, denn die­se machen sich straf­bar. Sex­ar­bei­ten­de, die kei­ne beruf­li­chen Alter­na­ti­ven haben, müss­ten dann unter erschwer­ten Bedin­gun­gen wei­ter­ma­chen.  Johan­na Weber dazu: „Gera­de die­je­ni­gen, die eigent­lich durch ein Sexkauf-Ver­bot  geret­tet wer­den sol­len, müs­sen in der Sex­ar­beit ver­blei­ben.“ Denn solch ein Ver­bot durch die Hin­ter­tür wie in Schwe­den führt auch dazu, dass Bor­del­le und sons­ti­ge Sex­ar­beits­lät­ze ver­bo­ten sind. Jene sind oft­mals sehr lukra­ti­ve und siche­re Orte für Kolleg*innen, um Geld zu ver­die­nen. Inter­na­tio­nal gibt es kei­nen ein­zi­gen Sex­ar­beits-Ver­bund, der die Ein­füh­rung des nor­di­schen Modells for­dert. Alle set­zen sich für mehr Rech­te und weni­ger Ver­bo­te ein. Wir als Berufs­ver­band für alle in der Sex­ar­beit täti­gen Men­schen in Deutsch­land for­dern kei­ne Kri­mi­na­li­sie­rung der Sex­ar­beit, son­dern:
  • flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung mit akzep­tie­ren­den Bera­tungs­stel­len für Sex­ar­bei­ten­de sowie lang­fris­ti­ge Finan­zie­rung für die­se
  • deutsch­land­weit kos­ten­lo­se Unter­su­chungs­mög­lich­kei­ten und Behand­lun­gen in den Gesund­heits­äm­tern auch für Men­schen ohne Kran­ken­ver­si­che­rung
  • den Auf­bau eines nied­rig­schwel­li­gen Aus­bil­dungs- und Fort­bil­dungs­sys­tem für Sex­ar­bei­ten­de – berufs­be­glei­tend und frei­wil­lig
  • die Auf­nah­me von Sex­ar­beit ins All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs-Gesetz
  • ein Blei­be­recht für Betrof­fe­ne von Men­schen­han­del
  • Abschaf­fung der Sperr­be­zir­ke
Hier fin­den Sie die­se Pres­se­mit­tei­lung als PDF.
Ansprech­per­son:  Johan­na Weber, poli­ti­sche Spre­che­rin des BesD e. V. 0151–1751 9771   Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: