Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Neue Meldestatistik Prostitution für 2022 – Warum wollen Sexarbeitende sich nicht anmelden?

Neue Meldestatistik Prostitution für 2022 – Warum wollen Sexarbeitende sich nicht anmelden?

Ein einzelnen roter Regenschirm auf einer grauen Gasse.
Heu­te am 15.09.2023 hat das sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­licht, wie vie­le Sex­ar­bei­ten­de sich bis Ende 2022 ange­mel­det haben. Die Ergeb­nis­se über­ra­schen nicht.  So stie­gen die Zah­len um 19,1% im Ver­gleich zum Vor­jahr, doch sind die Zah­len wei­ter­hin viel gerin­ger als vor der Pan­de­mie. Auch ohne belast­ba­re Daten zur tat­säch­li­chen Anzahl der Sex­ar­bei­ten­den, die in Deutsch­land aktiv sind, ist schon seit Jah­ren ersicht­lich, dass vie­le die Regis­trie­rungs­pflicht umge­hen. Das im Jah­re 2017 in Kraft getre­te­ne Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz beinhal­tet eine behörd­li­che Mel­de­pflicht für Sex­ar­bei­ten­de. Dazu gehö­ren eine jähr­li­che gesund­heit­li­che Bera­tung sowie ein Anmel­de­ge­spräch. Bei­des ist Pflicht, um den soge­nann­ten “Huren­aus­weis” zu erhal­ten. Betrei­ben­de von Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten sind ver­pflich­tet, die Aus­wei­se der bei ihnen täti­gen Sex­ar­bei­ten­den zu kon­trol­lie­ren. Die nied­ri­gen Anmel­de­zah­len im Ver­gleich zur mut­maß­li­chen Dun­kel­zif­fer wer­fen fol­gen­de Fra­ge auf: War­um umge­hen Sex­ar­bei­ten­de die­se Anmel­dung? Sie emp­fin­den die Anmel­dung nicht als Schutz.  Die Tätig­keit in der Pro­sti­tu­ti­on ist nach wie vor extrem stig­ma­ti­siert. So ver­sucht fast die kom­plet­te Bran­che, nicht in Zusam­men­hang damit gebracht zu wer­den. Die Angst vor einem Outing und der öffent­li­chen Äch­tung ist bei Sex­ar­bei­ten­den groß, beson­ders auch wenn Fami­lie vor­han­den ist. So zeigt das Outing von BesD-Mit­glied Ella Bizarr sehr anschau­lich, wie nega­tiv und auch toxisch die Reak­tio­nen aus­fal­len, wenn sich ein Eltern­teil dazu bekennt, Sexarbeiter*in zu sein.  Somit ist es ver­ständ­lich, dass Eltern ihre Tätig­keit in der Ero­tik­bran­che ver­heim­li­chen möch­ten, um die eige­nen Kin­der vor Dif­fa­mie­run­gen und Dis­kri­mi­nie­rung zu schüt­zen.  Das Dop­pel­le­ben ist unser Schutz.  Dar­über hin­aus fehlt das Ver­trau­en in Behör­den. Die Angst vor einem Zwangs­ou­ting durch die Regis­trie­rung ist weit ver­brei­tet.  Neben die­sen Fak­to­ren wirkt sich die ver­än­der­te Land­schaft der Ero­tik­bran­che eben­falls auf die Zahl der Anmel­dun­gen aus. Die lan­gen Bor­dell­schlie­ßun­gen wegen Coro­na führ­ten zu einer Ver­la­ge­rung der Sex­ar­beit in pri­va­te Berei­che. Ein gro­ßer Teil der Sex­ar­bei­t­ren­den erhielt kei­ne Coro­na­hil­fen und war so gezwun­gen, ille­gal wei­ter­zu­ar­bei­ten.  Die­se Milieu­ver­schie­bung hat sich bis heu­te nicht wie­der zurück­ent­wi­ckelt. Vie­le Sex­ar­bei­ten­de sind auf sich allei­ne gestellt und nur noch schwer auf­find­bar für Bera­tungs­stel­len, Gesund­heits­äm­ter und auch für die Poli­zei. Unse­rer Erfah­rung nach mel­den sich fast aus­schließ­lich die­je­ni­gen an, die es müs­sen. Alle Sex­ar­bei­ten­den, die in Bor­del­len, Mas­sa­ge­sa­lons, Lauf­häu­sern, Clubs, Agen­tu­ren oder sons­ti­gen Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten arbei­ten, kom­men nicht um die Anmel­dung her­um.  Wir plä­die­ren für eine Abschaf­fung der Anmel­de­pflicht und der ver­pflich­ten­den Gesund­heits­be­ra­tung und für eine kom­plet­te Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­beit. Die dann frei wer­den­den Gel­der soll­ten in auf­su­chen­de Sozi­al- und Gesund­heits­ar­beit flie­ßen und die Unter­stüt­zung von Sex­ar­bei­ten­den, die sich beruf­lich umori­en­tie­ren wol­len, för­dern.    Hier fin­den Sie die­se Pres­se­mit­tei­lung als PDF.
Ansprech­per­so­nen   Johan­na Weber poli­ti­sche Spre­che­rin des BesD e.V. 0151 — 1751 9771   Ella Bizarr Vor­stands­mit­glied des BesD e.V. 01525 — 8727165  
Auf­lis­tung der Anmel­de­zah­len nach Jah­ren   2017: 6.959 Sex­ar­bei­ten­de  https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionstaetigkeit2017.html  und 1.350 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionsgewerbe2017.html    2018: 32.799 Sex­ar­bei­ten­de  https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionstaetigkeit2018.html  und 1.600 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionsgewerbe2018.html    2019: 40.400 Sex­ar­bei­ten­de  https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/07/PD20_286_228.html  und 2.170 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionsgewerbe2019.html    2020: 24.900 Sex­ar­bei­ten­de  https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_314_228.html  und 2.290 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionsgewerbe2020.html    2021: 23.700 Sex­ar­bei­ten­de  https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_277_228.html  und 2.290 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Prostituiertenschutz/Tabellen/prostitutionsgewerbe2021.html    2022: 28.280 Sex­ar­bei­ten­de und 2.310 Betrie­be https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/09/PD23_368_228.html  
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: