Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Proud to be a sex(worker) and queer

Proud to be a sex(worker) and queer

Proud to be a sex(worker) and queer
Per­sön­li­ches zum Huren­tag von Sex­ar­bei­te­rin und Histo­ry-Nerd Madame Kali. Wie jedes Jahr fin­det im Juni der Pri­de Month und zeit­gleich mit ihm der inter­na­tio­na­le Huren­tag statt. Solan­ge man nichts zu befürch­ten hat ist „rain­bow-washing“ mitt­ler­wei­le sehr in Mode gekom­men. Schließ­lich leben wir im Jahr 2024 und da will man ja auch fort­schritt­lich sein! Das gilt aber nur so lan­ge man mit der Bekennt­nis oder der Soli­da­ri­tät zu abwei­chen­dem sexu­el­len Ver­hal­ten oder gar Iden­ti­tä­ten so gera­de eben im Rah­men von dem bleibt, was gera­de als gesell­schaft­lich akzep­tiert gilt. Daß die que­e­re Com­mu­ni­ty hin­läng­lich Kämp­fe, Stig­ma­ta, Denu­zia­tio­nen und bis heu­te in man­chen Län­dern rea­le und z.T staat­lich lega­ler Gewalt bis hin zu Todes­stra­fen aus­ge­setzt wur­de, wird dabei ger­ne aus­ge­blen­det. Sind doch die gro­ßen kar­ne­va­lis­ti­schen Rave Par­ties aka CSD Para­den und Ver­an­stal­tun­gen drum her­um auch für Fir­men und Kon­zer­ne ger­ne ein Feld zur Aqui­se neu­er Kund­schaft. Die deut­sche Fuß­ball-Natio­nal­mann­schaft knick­te aller­dings mit ihrem Bekennt­nis in Form von Regen­bo­gen-Arm­bin­den in einem Aus­wärts­spiel in einem mus­li­mi­schen Land lei­der ein. Dabei wäre es genau HIER ange­bracht gewe­sen Flag­ge zu zei­gen! Soviel zur Soli­da­ri­tät. Zurück zum CSD: Nichts gegen das Fei­ern – ganz im Gegen­teil!

Auch wir Sexworkys haben in diesem Jahr im Mai in Berlin mit einer gigantischen Dance-Party-Demo erfolgreich auf unsere existentiellen Belange aufmerksam gemacht.

Und dar­um gilt es auch den Anfän­gen und somit auch Ur-Bedeu­tun­gen sol­cher Events Respekt zu zol­len. Und da ist Sex­ar­beit z.T sehr eng mit der quee­ren Com­mu­ni­ty ver­knüpft. Der Auf­stand in Stone­wall Inn ist eng ver­wo­ben mit der Bür­ger­rechts­be­we­gung der Schwar­zen und Lati­nos, der Frau­en­rechts­be­we­gung die sich in den 1960er-Jah­ren ent­wi­ckelt hat. Eng ver­wo­ben war auch die Sex­ar­beits­sze­ne, denn vor allem etli­che der Trans­se­xu­el­len und Trans­ves­ti­ten ver­dien­ten ihren Lebens­un­ter­halt mit Sex­ar­beit. Vor­aus­ge­gan­gen waren auch immer wie­der Anfein­dun­gen durch die Poli­zei, so gab es Ende der 1960er Jah­re eine legen­dä­re Bom­bar­die­rung von Poli­zis­ten in einer Cafe­te­ria mit Donuts durch eine Drag Queen. Die Stone­wall Bar in der Chris­to­pher Street war sei­ner­zeit DAS ange­sag­te Sze­ne­lo­kal indem sich genau die­se Com­mu­ni­ty traf. Hat­te man doch gera­de erst erkämpft daß Alko­hol an mehr als an 3 oder mehr Schwu­le gleich­zei­tig aus­ge­schenkt wer­den durf­te. (1966) In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich auf die Akti­vis­tin Mar­sha P. John­son ver­wei­sen, die bis zu ihrem immer noch unge­klär­ten frü­hen Tod 1992 eine der wich­tigs­ten Figu­ren der welt­wei­ten Que­er-Bewe­gung war. Nach den Aus­schrei­tun­gen in Stone­wall grün­de­te sie spä­ter die “Street Trans­ves­ti­te (spä­ter Trans­gen­der) Action Revo­lu­tio­na­ries” ein Kol­lek­tiv für woh­nungs­lo­de trans Kids. Ihren Lebens­un­ter­halt ver­dien­te sie auch mit Sex­ar­beit. 1974 stand John­son Modell für Andy War­hol in des­sen Pola­roid-Rei­he Ladies and Gen­tle­men und war auch Mit­glied in War­hols Drag-Per­for­mance-Grup­pe Hot Pea­ches. Mehr Infos zu die­sem wun­der­vol­len Men­schen fin­det ihr HIER. Zu die­ser Zeit fin­gen auch die Sex­ar­bei­ten­den an, sich gegen gesell­schaft­li­che Stig­ma­ta und poli­zei­li­che Will­kür zur Wehr zu set­zen. Die­ses The­ma habe ich zum letz­ten inter­na­tio­na­len Huren­tag näher beleuch­tet und ihr könnt es HIER nach­le­sen.

Die Vielfalt der Regenbogencommunity, gerade auch abseits bürgerlicher Rollenklischees und Lebensentwürfe zu akzeptieren, genau darum geht es. Rechte, nicht Rettung oder Umerziehung — reale Akzeptanz jenseits von voyuristischem, theatralen Gehabe.

Wer  sich den Regen­bo­gen auf die Fah­ne schreibt, soll­te sich im Kla­ren dar­über sein, wer da alles mit dazu gehört — Rot­licht eben auch.  In die­sem Sin­ne:

Happy #WhoresDay UND Happy #PrideMonth!