Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Gründe gegen das nordische Modell/Sexkaufverbot und sinnvolle Handlungsansätze zur Regelung von Sexarbeit

Gründe gegen das nordische Modell/Sexkaufverbot und sinnvolle Handlungsansätze zur Regelung von Sexarbeit

Schwebender Geldschein zwischen zwei Händen
Der BesD e.V. ist der größ­te Ver­band für Sex­ar­bei­ten­de in Euro­pa und setzt sich für die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen und die Besei­ti­gung von Miss­stän­den in der Sex­ar­beit ein.
Wir hal­ten die Bezeich­nung “Sexkauf­ver­bot” für tref­fen­der als den Begriff “Nor­di­sches Modell”. Wir leh­nen die­ses ein­sei­ti­ge Ver­bot, bei dem die Pro­sti­tu­ti­ons­kund­schaft sich straf­bar macht, ab.
Unter einem Sexkauf­ver­bot sind alle Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten ver­bo­ten, und jeg­li­che Unter­stüt­zung für Sex­ar­bei­ten­de gilt als Zuhäl­te­rei und steht unter Stra­fe.
Bei­spie­le dafür, was mit “Unter­stüt­zung” gemeint ist:
  • Kolleg*innen, mit denen wir uns aus Sicher­heits­grün­den ein Arbeits-Apart­ment tei­len
  • Cove­ring — Per­son, die uns covert, die z.B. auf eine Benach­rich­ti­gung von uns nach dem Ter­min war­tet und not­falls die Poli­zei alar­miert.
  • Por­ta­le, auf denen wir für sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen wer­ben kön­nen
  • Taxifahrer*in, die uns ins Hotel chauf­fiert
  • Die Vermieter*in, die uns unse­re Woh­nung zum Woh­nen ver­mie­tet

Das Sexkaufverbot bietet eine vermeintlich einfache Lösung für ein komplexes Problem.

Durch die Bestra­fung der Sex­ar­beits­kund­schaft soll sich die Nach­fra­ge redu­zie­ren. Somit soll sich das Anbie­ten von ero­ti­schen Dienst­leis­tun­gen nicht mehr loh­nen und Zuhäl­ter und Men­schen­händ­ler zie­hen sich ver­meint­lich zurück. Für die Sex­ar­bei­ten­den soll es “Aus­stiegs­hil­fen” geben. Dafür gibt jedoch weder Kon­zep­te noch spricht jemand davon, woher die Mil­lio­nen oder sogar Mil­li­ar­den für die Finan­zie­rung kom­men sol­len. Aus­ser­dem wird davon aus­ge­gan­gen das alle in der Sex­ar­beit täti­gen Men­schen aus­stei­gen oder umstei­gen wol­len. Sowohl in Frank­reich als auch in Irland haben kaum Sex­ar­bei­ten­de an den auch dort unter­fi­nan­zier­ten Aus­stiegs-Pro­jek­ten teil­ge­nom­men. Sie sind statt­des­sen in der Sex­ar­beit ver­blie­ben — unter erschwer­ten Bedin­gun­gen. ( Quel­le 1 ist noch in Arbeit)
Bei genaue­rer Betrach­tung geht es dabei nicht um das Wohl der in der Pro­sti­tu­ti­on Täti­gen, son­dern das eigent­li­che Ziel ist die Abschaf­fung der Pro­sti­tu­ti­on. Ein Trug­schluss, der nur die sicht­ba­re Pro­sti­tu­ti­on ver­schwin­den läßt. Statt Ver­bo­te zu for­dern, die ledig­lich einen Signal­wert haben, in ihrer Effek­ti­vi­tät aber zwei­fel­haft sind, müs­sen die Rech­te von Pro­sti­tu­ier­ten gestärkt und Maß­nah­men ent­wi­ckelt wer­den, um die Arbeits­be­dig­nun­gen zu ver­bes­sern. Ein Sexkauf­ver­bot zwingt alle in den Schat­ten­be­reich. Die ver­blei­ben­de Kund­schaft möch­te nicht erwischt wer­den, und so müs­sen Sex­ar­bei­ten­de ver­bor­ge­ne Treff­punk­te anbie­ten, die oft unsi­cher und schwer zu errei­chen sind.

Trennung zwischen Menschenhandel und Prostitution

Wir wün­schen uns mehr Sach­lick­eit in der Debat­te und eine kla­re Tren­nung zwi­schen Straf­tat­be­stän­den und recht­lich aner­kann­ter Tätig­keit. Uns ist klar, dass es vie­le Über­schnei­dun­gen gibt. Doch sehen wir bei vie­len Fäl­len von Abhän­gig­kei­ten und Aus­beu­tung schwer nach­zu­wei­sen­de Straf­tat­be­stän­de. Häu­fig han­delt es sich um dis­funk­tio­na­le Bezie­hungs­struk­tu­ren mit oft man­geln­den Opfer­be­wußt­sein der Geschä­dig­ten. Hier unse­re Erklä­rung zu dem The­ma -> www.berufsverband-sexarbeit.de/abgrenzung-menschenhandel-und-sexarbeit/
Vor­schlag des BesD Wir wol­len die Ergeb­nis­se der Eva­lua­ti­on des Pro­st­SchG abwar­ten (Som­mer 2025). Es han­delt sich dabei um die größ­te und umfas­sends­te wis­sen­schaf­ti­che Unter­su­chung zu die­sem The­ma, die es bis­her in Euro­pa gege­ben hat. Anschlie­ßend schla­gen wir vor, eine außer­par­la­men­ta­ri­sche Expert*innenkommission ins Leben zu rufen, die besetzt ist mit Fach­leu­ten aller Berei­che, die mit Pro­sti­tu­ti­on zu tun haben.
Als Arbeits­grund­la­ge könn­te die kürz­lich erschie­ne­ne, sehr fun­dier­te Stu­die der Deut­schen Aids­hil­fe die­nen: “Was brau­chen Sexarbeiter*innen für ihre Gesund­heit? — Eine qua­li­ta­tiv-par­ti­zi­pa­ti­ve Stu­die zu den gesund­heit­li­chen Bedar­fen von Sexarbeiter*innen in Deutsch­land” Quel­le 2)

1. Verbote von Sexarbeit und die Auswirkungen

Die Coro­na­zeit hat sehr deut­lich gezeigt, wie sich Ver­bo­te aus­wir­ken.
Vie­le Sex­ar­bei­ten­de haben kei­ne staat­li­che Unter­stüt­zung für den Ver­dienst­aus­fall erhal­ten und muß­ten ille­gal wei­ter tätig sein. Da die Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten geschlos­sen waren, muß­ten sie die Kund­schaft Zuhau­se auf­su­chen, Hotel­zim­mer anmie­ten oder sich an unsi­che­ren Orten ver­ab­re­den.
Was waren die Fol­gen?
- Mas­si­ver Preis­ver­fall — Anfra­gen nach unge­schütz­tem Ver­kehr nah­men zu — Gewalt nahm zu
Quel­le: Unter­su­chung des Kri­mi­no­lo­gi­schen Insti­tuts Nie­der­sach­sen – Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie im Bereich der Pro­sti­tu­ti­on   -> Quel­le 3) Ähn­li­ches hat sich in Irland auch nach der Ein­füh­rung des nor­di­schen Modells ereig­net. Zitat aus dem Report von Amnes­ty Inter­na­tio­nal zu den Aus­wir­kun­gen des nor­di­sches Modells in Irland:
„Alles deu­tet dar­auf hin, dass die gel­ten­de Rechts­la­ge die Situa­ti­on von Sex­ar­bei­ten­den in Irland ent­schie­den ver­schlech­tert hat. Die Mehr­heit der inter­view­ten Sex­ar­bei­ten­den (über­wie­gend cis-Frau­en) berich­tet über Gewalt­er­fah­run­gen im Zusam­men­hang mit Kun­den, die von Stal­king und Dieb­stahl bis zu Ver­ge­wal­ti­gun­gen rei­chen.“ -> Quel­le 4
Unse­re For­de­run­gen dazu:
  • Weni­ger Ver­bo­te und Pflich­ten, son­dern mehr Rech­te
  • Schritt­wei­se Abschaf­fung der Sperr­be­zirks­ver­ord­nun­gen
  • Abschaf­fung des hoch­stig­ma­ti­sie­ren­den Huren­aus­wei­ses
  • Arbeits­vi­sa für Sex­ar­bei­ten­de aus Dritt­staa­ten
  • Kran­ken­ver­si­che­rung für Sex­ar­bei­ten­den durch die Künst­ler­so­zi­al­kas­se und bun­des­wei­te Aus­wei­tung und Opti­mie­rung des Clea­ring-Stel­len-Kon­zep­tes
  • Auf­nah­me von Sex­ar­beit ins AGG
  • Deutsch­land soll sich gemein­sam mit Bel­gi­en auf euro­päi­scher Ebe­ne für Lega­li­sie­rung von Sex­ar­beit ein­set­zen

2. Verbot von Prostitutionsstätten

Im nor­di­schen Modell wer­den Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten pau­schal als Hort der Aus­beu­tung ange­se­hen. Sie die­nen der För­de­rung der Pro­sti­tu­ti­on, was laut nor­di­schem Modell ver­bo­ten ist.
Es ist in dem all­ge­mei­nem Dis­kurs oft nicht klar, dass mit dem Sexkauf­ver­bot ein Ver­bot von Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten ein­her­geht.
Ein Bor­dell, Lauf­haus, Ter­min­woh­nung, Sau­na­club, Domi­na­stu­dio, Tan­tra-Mas­sa­ge-Salon oder ähn­li­che Orte ist für vie­le Sex­ar­bei­ten­de ein guter und siche­rer Arbeits­platz, auf den wir nicht ver­zich­ten wol­len.
Sex­ar­bei­ten­de müs­sen unter dem Sexkauf­ver­bot immer auf der Hut sein, denn die Kund­schaft hat Angst ent­deckt zu wer­den. Und so müs­sen Sex­ar­bei­ten­de ver­steck­te Orte anbie­ten, damit die sich straf­bar machen­de Kund­schaft über­haupt noch Ter­mi­ne macht.
Unse­re For­de­run­gen dazu:
Statt einer Abschaf­fung der Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten, wün­schen wir uns ver­bes­ser­te Arbeits­be­din­gun­gen in den Sex­ar­beits­stät­ten. Kon­kret geht es uns um eine Über­ar­bei­tung der gewer­be­recht­li­chen Rege­lun­gen laut Pro­st­SchG:
  • Mehr Trans­pa­renz bei den Miet­prei­sen
  • Abschaf­fung des Über­nach­tungs­ver­bo­tes
  • Bran­chen­an­ge­paß­te Not­rufys­te­me
  • Bau­recht­lich ver­ein­fach­te Zulas­sun­gen auch für klei­ne Woh­nungs­bor­del­le von eigen­stän­di­gen Sex­ar­bei­ten­den
  • Schritt­wei­se Abschaf­fung der Sperr­be­zirks­ver­ord­nun­gen
  • Regel­mä­ßi­ge berufs­be­zo­ge­nen Fort­bil­dun­gen in den Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten oder in regio­na­ler Nähe

3. Ausstiegs-/Umstiegsprogramme von der Sexarbeit in andere Tätigkeiten

Auch wir hal­ten dies für sehr sinn­voll. Doch muss dies frei­wil­lig erfol­gen.
In Frank­reich hat eine Eva­lua­ti­on des dor­ti­gen nor­di­schen Modells erge­ben, dass nur sehr weni­ge an den Aus­stiegs­pro­jek­ten teil­ge­nom­men haben und die Zahl der Sex­ar­bei­ten­den fast gleich geblie­ben ist. Ihre Lage habe sich eher ver­schlech­tert. So sei das Sex­ge­schäft ver­deck­ter und här­ter gewor­den; die Frau­en, nicht die Frei­er, lit­ten als ers­ten dar­un­ter. -> Quel­le 5) Ergeb­nis eines frü­he­ren Modell­pro­jek­tes des Fami­li­en­mi­nis­te­ri­ums zu dem The­ma Umstieg war, dass 9 von 10 am Pro­jekt Teil­ge­nom­me­nen die Sex­ar­beit eigen­stän­dig been­den.  „Geschätzt wird, dass jede zehn­te Sexarbeiter*in im Rah­men eines Aus­stiegs auf Bera­tung und Unter­stüt­zung ange­wie­sen ist.“ -> Quel­le 6) Aktu­ell läuft gera­de ein breit auf­ge­stell­tens Modell­pro­jekt vom Fami­li­en­mi­nis­te­ri­um dazu, wel­ches ver­schie­de­ne Ansät­ze zur Umstiegs­un­ter­stüt­zung oder-beglei­tung in unter­schied­li­chen Regio­nen Deutsch­lands erprobt. -> Quel­le 7)
Unse­re For­de­run­gen dazu:
  • Eine deutsch­land­weit nied­rig­schwel­li­ge Ver­sor­gung und lang­fris­ti­ge finan­zi­el­le Absi­che­rung von Umstiegs­pro­jek­ten für Sex­ar­bei­ten­de. Die­se Pro­jek­te müs­sen auch Anlauf­stel­len sein für migran­ti­sche Sex­ar­bei­ten­de ohne Auf­ent­halts- oder Arbeits­ge­neh­mi­gung. Kon­zept­ent­wick­lung für spe­zi­el­le Beschäf­ti­gungs­maß­nah­men mit der Agen­tur für Arbeit.
  • Für Sex­ar­bei­ten­de ohne Umstiegs­wunsch soll­ten Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs­maß­nah­men in Form von Fort­bil­dun­gen oder berufs­be­glei­ten­der Schulungen/Ausbildungen ein­ge­rich­tet wer­den.
  • Die Bera­tungs­stel­len sol­len Ein­stiegs­be­ra­tun­gen anbie­ten dür­fen. Eine fun­dier­te frei­wil­li­ge Ein­stiegs­be­ra­tung gibt gutes Rüst­zeug gegen Aus­beu­tung und hält oft sogar vom Beginn in der Pro­sti­tu­ti­on ab. Die­se soll­ten nicht nur durch erfah­re­ne Sozi­al­ar­bei­ten­de, son­dern auch durch akti­ve und ehe­ma­li­ge Sex­ar­bei­ten­de im Sin­ne einer Peer-to-Peer-Bera­tung durch­ge­führt wer­den.

4. Zuhälterei und organisierte Kriminalität

In Deutsch­land ist die diri­gis­ti­sche Zuhäl­te­rei ver­bo­ten. Das bedeu­tet es muss dabei Zwang aus­ge­übt wer­den. In der aktu­el­len Debat­te um Pro­sti­tu­ti­on wird jedoch oft pau­schal von Bor­dell­be­trei­bern, Lauf­haus­be­sit­zer usw. als Zuhäl­ter gespro­chen.
Hier bedarf es mehr Sach­lich­keit, denn die Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten sind für vie­le Sex­ar­bei­ten­de gute und siche­re Arbeits­plät­ze. Gera­de für Migrant*innen, die noch nicht so gut Deutsch spre­chen, ist es ein­fa­cher in einer bekann­ten Pro­sti­tu­ti­ons­stät­te zu arbei­ten als selbst­or­ga­ni­siert Haus­be­su­che mit der Kund­schaft abzu­spre­chen. Oft wird in den Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten trotz der ver­meint­lich hohen Miet­prei­se deut­lich mehr ver­dient als selbst­or­ga­ni­siert.
Gute Betrei­ben­de sind uns herz­lich will­kom­men, denn sie küm­mern sich um unse­re Arbeits­plät­ze.
Diri­gis­ti­sche Zuhäl­te­rei ist schon ein Straf­tat­be­stand, und das ist gut so. Orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät spielt laut BKA-Anga­ben im Bereich der Pro­sti­tu­ti­on eher eine Neben­rol­le. Die Zah­len fin­den sich im Lage­bild des BKA für orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät und sind rück­läu­fig. Quel­le 8)
Unse­re For­de­run­gen dazu:
  • Zusam­men­ar­beit und Aus­tausch mit der Poli­zei um ein ver­trau­ens­vol­les Mit­ein­an­der für bei­de Sei­ten zu erwir­ken, z.B. bei gemein­sa­men Work­shops, wie sie von der Fried­rich Eberst Stif­tung in NRW ange­bo­ten wur­den -> Quel­le 9)
  • Umgang mit Sex­ar­bei­ten und ihre Bedar­fe als Teil der Aus­bil­dung im Poli­zei­dienst
  • Kon­takt­be­reichs­be­am­te (in Ber­lin Prä­ven­ti­ons­be­am­te), die im „Kiez“ Ansprech­per­son sind und auch vor Ort anzu­tref­fen sind

5. „Freier“ als Täter und migrantische Sexarbeitende als Opfer

Die Ver­fech­ter des sog. nor­di­sches Modell pro­ji­zie­ren klas­sisch patri­ar­cha­le Struk­tu­ren in ihr Bild der Pro­sti­tu­ti­on. Der Mann als Täter, die Frau als Opfer. Das Opfer wird in der Regel als jung, migran­tisch und hilf­los ein­ge­stuft.
Wir for­dern eine Ver­sach­li­chung des Dis­kur­ses.
In Fach­dis­kus­sio­nen wird der Stand­punkt ver­tre­ten, die betref­fen­den Frau­en nicht als pas­si­ve Wesen oder als Opfer zu begrei­fen.
Mehr dazu in einem sehr guten Text der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung -> Quel­le 10)
Unse­re For­de­run­gen dazu:
  • Blei­be­recht für die Betrof­fe­nen von Men­schen­han­del und/oder Zwangs­pro­sti­tu­ti­on
  • Abkopp­lung auf­ent­halts­recht­li­cher Rege­lun­gen von einer Mit­wir­kung im Straf­ver­fah­ren
  • Aner­ken­nung und Anwen­dung der Opfer­rech­te — über­nom­men vom kok, Bun­des­wei­ter Koor­di­nie­rungs­kreis gegen Men­schen­han­del e.V. -> Quel­le 11) — Recht auf Bedenk- und Sta­bi­li­sie­rungs­zeit — Recht auf Unter­stüt­zung — Recht auf Siche­rung des Lebens­un­ter­hal­tes — Recht auf Auf­ent­halt- Rech­te im Straf­ver­fah­ren — Recht auf Abse­hen von Stra­fe für Betrof­fe­ne von Menschenhandel/ Non-Punish­ment — Recht auf Ent­schä­di­gung

6. Geschlechterfrage

In der Sex­ar­beit sind Men­schen aller Geschlech­ter tätig, wenn auch der größ­te Teil der Anbie­ten­den weib­lich und der größ­te Teil der Kund­schaft männ­lich ist. Aber gera­de die Bedar­fe der männ­li­chen und trans Sex­ar­bei­ten­den sind oft kom­plett anders als die der weib­li­chen Kol­le­gin­nen.
Die Lebends- und Arbeits­si­tua­tio­nen die­ser Men­schen sind oft wesent­lich schlech­ter als die vie­ler weib­li­cher Kol­le­gin­nen.
Sie dür­fen in die­sem Dis­kurs nicht ver­ges­sen wer­den!
Unse­re For­de­run­gen dazu:
  • Ein­be­zie­hung aller Geschlech­ter in den Dis­kurs um Sexarbeit/Prostitution (Gleich­stel­lung)
  • Deutsch­land­wei­te Bera­tungs­stel­len auch für männ­li­che und für trans Sex­ar­bei­ten­de
  • Deutsch­land­wei­te Bera­tungs­stel­len auch für männ­li­che und für trans Sex­ar­bei­ten­de
 

QUELLEN 1) Kurz­zu­sam­men­fas­sung fol­gen­der Unter­su­chung ist in Arbeit -> “Ver­glei­chen­de Zusam­men­fas­sung der Eva­lu­ie­rungs­be­rich­te des fran­zö­si­schen Pro­sti­tu­ti­ons­ge­set­zes von 2016 Théo Gau­dy, Hélè­ne Le Bail” -> https://sciencespo.hal.science/hal-03054400/document 2) “Was brau­chen Sexarbeiter*innen für ihre Gesund­heit? — Eine qua­li­ta­tiv-par­ti­zi­pa­ti­ve Stu­die zu den gesund­heit­li­chen Bedar­fen von Sexarbeiter*innen in Deutsch­land”  -> https://www.aidshilfe.de/medien/md/was-brauchen-sexarbeiterinnen-fuer-ihre-gesundheit/ 3) Unter­su­chung KFN „Nor­di­sches Modell auch in der Mit­te Euro­pas? – Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie im Bereich der Pro­sti­tu­ti­on“ -> https://kfn.de/forschungsprojekte/nordisches-modell-auch-in-der-mitte-europas-auswirkungen-der-corona-pandemie-im-bereich-der-prostitution/ 4) Report von Amnes­ty Inter­na­tio­nal zu den Aus­wir­kun­gen des nor­di­sches Modells in Irland Zusam­men­fas­sung auf Deutsch -> https://www.berufsverband-sexarbeit.de/index.php/2023/09/05/report-nordisches-modell-irland-2022/ 5) Recher­ché der Fank­fur­ter Rund­schau am 12.11.2023 — „Stra­fen für Frei­er drän­gen Sex­ar­bei­te­rin­nen in Frank­reich in die Iso­lie­rung und Ille­ga­li­tät.“ -> https://www.fr.de/politik/verdeckter-haerter-92669606.html 6) Abschluss­be­richt der wis­sen­schaft­li­chen Beglei­tung zum Bun­des­mo­dell­pro­jekt Unter­stüt­zung des Aus­stiegs aus der Pro­sti­tu­ti­on Sei­te 173 unten -> https://www.bmfsfj.de/resource/blob/95446/b1f0b6af91ed2ddf0545d1cf0e68bd5e/unterstuetzung-des-ausstiegs-aus-der-prostitution-langfassung-data.pdf 7) Modell­pro­jek­te zum Umstieg aus der Pro­sti­tu­ti­on -> https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/prostituiertenschutzgesetz/modellprojekte-zum-umstieg-aus-der-prostitution-186936 8) Bun­des­lan­ge­bild des BKA zum orga­ni­sier­ter Kri­mi­na­li­tät in 2022 -> file:///Users/user/Downloads/organisierteKriminalitaetBundeslagebild2022.pdf 9) Fort­bil­dung der Frie­dich Ebert Sti­fung “Blau­licht trifft auf Rot­licht IV — Die neu­en straf­recht­li­chen Rege­lun­gen zur Pro­sti­tu­ti­on” Ziel­grup­pe Poli­zei, LKA, Sex­ar­bei­ten­de, Betrei­ben­de -> https://www.fes.de/kommunalakademie/artikelseite-kommunalakademie/blaulicht-trifft-auf-rotlicht-iv-die-neuen-strafrechtlichen-regelungen-zur-prostitution 10) Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung — Hin­ter­grün­de des Men­schen­han­dels in die Pro­sti­tu­ti­on mit Frau­en aus Ost­eu­ro­pa -> https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/27894/hintergruende-des-menschenhandels-in-die-prostitution-mit-frauen-aus-osteuropa/ 11) kok, Bun­des­wei­ter Koor­di­nie­rungs­kreis gegen Men­schen­han­del e.V. — Opfer­rech­te der Betrof­fe­nen in Deutsch­land -> https://www.kok-gegen-menschenhandel.de/menschenhandel/was-ist-menschenhandel/opferrechte