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2. Juni: Hurentag

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“Ich saß vor dem Fernseher und schüttelte nur den Kopf” – Sexarbeiterin zur Tatort-Folge ‘Siebte Etage’

“Ich saß vor dem Fernseher und schüttelte nur den Kopf” – Sexarbeiterin zur Tatort-Folge ‘Siebte Etage’

“Ich saß vor dem Fernseher und schüttelte nur den Kopf” – Sexarbeiterin zur Tatort-Folge ‘Siebte Etage’
Per­sön­li­che Stel­lung­nah­me zur Tat­ort-Sen­dung “Sieb­te Eta­ge” am 24.11. um 20:15, wur­de zuerst hier in Nico­le Schul­zes Blog “Sexper­tin von der Stra­ße” ver­öf­fent­licht
Ich habe bereits vie­le Berich­te über die Tat­ort-Sen­dung gele­sen, die am ver­gan­ge­nen Sonn­tag aus­ge­strahlt wur­de. Nicht vie­le davon spie­geln die Rea­li­tät wider, wie sie tat­säch­lich in mei­ner Bran­che aus­sieht. In einem Bericht wur­de sogar behaup­tet, dass es kei­ne Ver­ei­ni­gun­gen gibt – das hat mich stark getrof­fen. War­um igno­riert ihr uns? Das ist ein Schlag ins Gesicht.

In dieser Sendung wurden sämtliche klischeehafte Aussagen über uns dargestellt:

Dass wir keine Gefühle haben, dass wir alle Zuhälter haben, dass wir uns fühlen wie ein Stück Fleisch und vieles mehr.

Ich saß vor dem Fern­se­her und schüt­tel­te nur den Kopf. Neu war in die­sem Tat­ort, dass wir selbst zu Tätern wer­den und unse­re Kun­den umbrin­gen. Dass wir selbst zum Täter wer­den, naja, sonst wäre es kein Tat­ort. Ich hat­te aller­dings damit gerech­net, dass ein Kun­de eine Sex­ar­bei­te­rin umbringt und die Geschich­te dann so erzählt wird, da das kli­schee­haft pas­sen wür­de – schließ­lich wer­den unse­re Kun­den oft als Mons­ter dar­ge­stellt. Dass jedoch wir selbst zu Mons­tern gemacht wer­den, war neu für mich.

Ich wundere mich mittlerweile nicht mehr darüber, was über Sexarbeiter gesagt wird.

Alle schei­nen unse­re Bran­che zu ken­nen, außer wir, die wir täg­lich dar­in arbei­ten und erle­ben, haben angeb­lich kei­ne Ahnung! Über uns müs­sen dann ande­re ent­schei­den. Uns wird die Selbst­be­stim­mung abge­spro­chen! Uns wer­den unse­re Rech­te ent­zo­gen! In mei­ner Hei­mat, in Trier, wür­de man sagen: „Wie lan­ge geht das noch?“ Lie­bes Tat­ort-Team, was für eine miss­ra­te­ne Geschich­te!

Unrealistisch und voller Verachtung und Schmerz für all diejenigen, die selbstbestimmt ihren Beruf ausüben.

Und das sind nicht, wie unse­re gelieb­te Poli­tik behaup­tet, nur 1–10 Frau­en, son­dern es betrifft tau­sen­de Frau­en, Män­ner und trans* Per­so­nen. Ich wün­sche mir end­lich eine rea­lis­ti­sche Dar­stel­lung unse­res Gewer­bes. Sex­ar­beit ist Arbeit und ver­dient Aner­ken­nung.
Nico­le ist seit über 20 Jah­ren im Geschäft. Zunächst  war sie auf der Stra­ße tätig, seit eini­gen Jah­ren arbei­tet sie in ihrem eige­nen Wohn­wa­gen. Seit 2018 enga­giert sie sich in ihrer Frei­zeit für die Rech­te und Arbeits­platz­ver­bes­se­rung von Kolleg*innen. Als Teil des BesD-Vor­stands stand sie meh­re­re Jah­re ehren­amt­lich mit ihren Namen und Gesicht in der Öffent­lich­keit für Sex­ar­bei­ten­de ein. Nach­wie­vor ist sie ers­te Ansprech­part­ne­rin im Ver­band rund um das The­ma Stra­ßen-Sex­ar­beit und setzt sich regel­mä­ßig öffent­lich sowie hin­ter den Kulis­sen für Ver­bes­se­run­gen in der Bran­che ein — ob in Talk­shows, Work­shops, Gre­mi­en oder run­den Tischen. Hier liest Du mehr über sie und ihre Arbeit und fin­dest ver­schie­de­ne ihrer Bei­trä­ge.