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2. Juni: Hurentag

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Aktionswoche 2026

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Positionen zum Thema Sexarbeit/Prostitution verschiedener Parteien zur Bundestagswahl 2025

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Bis­her bil­den wir nur die aktu­ell im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en ab + die Sarah Wagen­knecht Par­tei und VOLT. Wei­te­re sind ange­fragt. Die Rei­hen­fol­ge ist alpha­be­tisch von hin­ten begin­nend.

VOLT

die pan­eu­ro­päi­sche Par­tei VOLT wid­met der Sex­ar­beit einen gan­zen Absatz in ihrem aktu­el­len Deutsch­land­wahl­pro­gramm: SEXARBEIT Sex­ar­beit ist ein lega­ler Beruf und Teil der kör­per­li­chen Selbst­be­stim­mung. Dies anzu­er­ken­nen bedeu­tet, gegen die vor­han­de­nen gesell­schaft­li­chen und staat­li­chen Dis­kri­mi­nie­run­gen vor­zu­ge­hen, denen im Sex­ge­wer­be täti­ge Per­so­nen häu­fig aus­ge­setzt sind. Des- halb setzt sich Volt für die­se Zukunft ein: •    Recht­li­che Gleich­set­zung: Sex­ar­beit wird arbeits­recht­lich mit ande­ren Tätig­kei­ten gleich­ge­stellt und ver­blei­ben­de Kri­mi­na­li­sie­run­gen wer­den abge­baut. •    Redu­zie­rung Sperr­ge­bie­te: Sperr­ge­bie­te wer­den nur in Aus­nah­me­fäl­len ein­ge­rich­tet. •    Frei­wil­li­ge Gesund­heits­be­ra­tung: Die Pflicht zur Gesund­heits­be­ra­tung wird abge- •    schafft •    Gesund­heits­schutz: Tests auf sexu­ell über­trag­ba­re Infek­tio­nen (STI) sowie Medi­ka- men­te zur HIV-Pro­phy­la­xe (HIV-PreP) wer­den kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. •    Ein­be­zie­hung Betei­lig­ter: Gemein­sam mit Berufs­ver­bän­den sowie Bera­tungs­stel­len (auch pri­va­te Ver­ei­ne) wer­den wirk­sa­me Schutz­kon­zep­te ent­wi­ckelt. •    Schutz bezeu­gen­der Per­so­nen aus­wei­ten: Opfer von Men­schen­han­del erhal­ten Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gun­gen, unab­hän­gig davon, ob sie bereit sind gegen die Tat­per­so­nen aus­zu­sa­gen.
Quel­le: Wahl­pro­gramm von VOLT, Sei­te 154 oben https://voltdeutschland.org/storage/assets-btw25/volt-programm-bundestagswahl-2025.pdf   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

Tierschutzpartei

Die Par­tei Mensch Umwelt Tier­schutz hat eine ambi­va­len­te Posi­ti­on zum The­ma Prostitution/Sexarbeit, aber eine gro­ße Ten­denz zum nor­di­schen Modell. In einer Anfra­ge auf Abge­ord­ne­ten­watch spricht Natha­lie Eder-John von Sym­pa­thien in Rich­tung Nor­di­sches Modell. Glei­zei­tig stellt sie die Fra­ge, ob solch einer Rege­lung sinn­voll ist zum Schutz vor Zwangs­pro­sti­tu­ti­on. 2) In einer Anfra­ge auf Abge­ord­ne­ten­watch posi­tio­niert sich Par­tei­mit­glied Robert Gabel PRO nor­di­sches Modell und ergänzt: “Das mit­tel­fris­ti­ge Ziel muss sein, dass Frau­en nicht mehr als Ware ange­se­hen wer­den und nie­mand durch schlech­te Lebens­si­tua­tio­nen dazu gezwun­gen ist, sei­nen Kör­per zu ver­kau­fen.” 3)
Quel­len: 1) https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/nathalie-eder-john/fragen-antworten/wie-stehen-sie-zum-nordischen-modell-in-der-prostitutionsgesetzgebung 2) https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/robert-gabel/fragen-antworten/wie-beurteilen-sie-das-nordische-modell-zu-freier-und-zuhaelterbestrafung-und-ausstiegshilfen-aus-der   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

SPD

Die für unser The­ma Zustän­di­ge ist MdB Aria­ne Fäscher. Sie schreibt an Johan­na Weber vom BesD: „Die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on ist sehr klar und einig dar­in, dass wir die Rah­men­be­din­gun­gen und vor allem den Schutz von Men­schen, die in der Pro­sti­tu­ti­on tätig sind, ver­bes­sern wol­len. Das gilt ins­be­son­de­re auch für Per­so­nen, die in Zwangs­pro­sti­tu­ti­on beson­de­ren Gefah­ren aus­ge­setzt sind. Wir wol­len auf der Grund­la­ge des im Früh­som­mer erwar­te­ten Eva­lu­ie­rungs­er­geb­nis­ses des Pro­sti­tu­ti­ons­schutz­ge­set­zes die nächs­ten, drin­gend erfor­der­li­chen Schrit­te ablei­ten. Über­grif­fe, zuneh­men­de Gewalt, unzu­rei­chen­de Gesund­heits­ver­sor­gung und teil­wei­se pre­kä­re Lebens­ver­hält­nis­se for­dern uns drin­gend zum Han­deln auf. […] Die SPD setzt sich inso­fern inten­siv mit Fra­gen der Pro­sti­tu­ti­on und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on aus­ein­an­der und hat dabei sowohl den best­mög­li­chen Schutz als auch die Per­sön­lich­keits- und Frei­heits­rech­te der — frei­wil­lig oder unfrei­wil­lig — aus­üben­den Per­so­nen im Blick. Mit bes­ten Grü­ßen Aria­ne Fäscher“   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

Piratenpartei

Die Pira­ten­par­tei spricht sich für eine voll­stän­di­ge Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­beit aus und for­dert bes­se­re sozia­le Absi­che­rung für Sex­ar­bei­ten­de.
Quel­le: Wahl­pro­gramm der Pira­ten­par­tei 2025, Abschnitt Sozi­al­po­li­tik https://www.piratenpartei.de/themen/wahlprogramm/   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

Die PARTEI

Die Sati­re­par­tei „Die PARTEI“ hat kei­ne offi­zi­el­le Posi­ti­on zur Sex­ar­beit. Sie nimmt das The­ma gele­gent­lich humo­ris­tisch auf und setzt sich gene­rell für sozia­le Gleich­be­rech­ti­gung ein.
Quel­le: https://www.die-partei.de/   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

Partei für Gesundheitsforschung

Die Par­tei für Gesund­heits­for­schung hat kei­ne Posi­ti­on zur Sex­ar­beit, da ihr Fokus aus­schließ­lich auf medi­zi­ni­scher For­schung liegt.
Quel­le:  https://parteifuergesundheitsforschung.de/   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

ÖDP

Die ÖDP (Öko­lo­gi­sche-Demo­kra­ti­sche Par­tei) befür­wor­tet ein Sexkauf­ver­bot nach dem Nor­di­schen Modell, da sie Pro­sti­tu­ti­on als Aus­druck struk­tu­rel­ler Gewalt gegen Frau­en betrach­tet.
Quel­le: Wahl­pro­gramm der ÖDP 2025, Abschnitt Gleich­stel­lungs­po­li­tik https://www.oedp.de/programm/bundestagswahlprogramm   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

MLPD

Die MLPD (Mar­xis­tisch-Leni­nis­ti­sche Par­tei Deutsch­lands) betrach­tet Pro­sti­tu­ti­on als kapi­ta­lis­ti­sche Aus­beu­tung und for­dert gesell­schaft­li­che Maß­nah­men zur Über­win­dung von Armut und wirt­schaft­li­chem Zwang.
Quel­le: Pro­gramm der MLPD, Kapi­tel Sozi­al­po­li­tik https://www.mlpd.de/partei/parteiprogramm   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

LINKE

Zustän­dig ist Hei­di Rei­chin­eck Hier ihre Ant­wort zu dem The­ma in Abge­ord­ne­ten­watch: „Ein Sexkauf­ver­bot ist aus Sicht der Lin­ken nicht der rich­ti­ge Weg, um Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Men­schen­han­del zu ver­hin­dern. Viel­mehr muss es dar­um gehen, Sex­ar­bei­ten­de vor Gewalt und Miss­brauch zu schüt­zen und ihnen einen gleich­be­rech­tig­ten Zugang zu einer guten Gesund­heits­ver­sor­gung und ande­ren sozia­len Rech­ten sicher­zu­stel­len. Auf kei­nen Fall darf die Lösung dar­in lie­gen, Sex­ar­beit mit Men­schen­han­del oder/und Gewalt gegen Frau­en gleich­zu­set­zen. Anstatt Sex­ar­bei­ten­de durch ein „Sexkauf­ver­bot“ zu kri­mi­na­li­sie­ren, müs­sen wir die Exis­tenz­ängs­te und die Lebens­la­gen der Betrof­fe­nen, die kei­ne Alter­na­ti­ve zur Pro­sti­tu­ti­on haben, in den Mit­tel­punkt zu stel­len. Auch wenn “nur” der Sexkauf ver­bo­ten wür­de, wür­de dies zu einer stär­ke­ren Stig­ma­ti­sie­rung der Arbeit von Sex­ar­bei­ten­den füh­ren, was wie­der­um in einem grö­ße­ren Gewalt­ri­si­ko mün­det. Sex­ar­beit gene­rell mit Gewalt gegen Frau­en gleich­zu­set­zen, lässt außer­dem außer Acht, dass geschlechts­spe­zi­fi­sche Gewalt und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on, Ver­ge­wal­ti­gung, Zuhäl­te­rei bereits unter Stra­fe gestellt sind und die Bun­des­re­gie­rung dazu ver­pflich­tet ist, die­se Form der Gewalt  zu ver­hin­dern und zu bekämp­fen, unab­hän­gig davon, ob die Opfer in der Sex­ar­beit tätig sind oder nicht. Auch GREVIO, der Exper­tin­nen­aus­schuss, der die Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on über­wacht, hat nicht emp­foh­len, den Kauf von Sex gene­rell unter Stra­fe zu stel­len, son­dern die Staa­ten dazu auf­ge­for­dert, das beson­de­re Risi­ko der Mehr­fach­dis­kri­mi­nie­rung der Sex­ar­bei­ten­de aus­ge­setzt sind und ihre Schwie­rig­kei­ten beim Zugang zu all­ge­mei­nen und spe­zi­el­len Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen in den Mit­tel­punkt stel­len.“
Quel­le: Fra­ge an Hei­di Rei­chin­eck bei Abge­ord­ne­ten­watch: https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/heidi-reichinnek/fragen-antworten/was-spricht-fuer-sie-gegen-das-nordische-modell   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

Humanisten

Die Par­tei der Huma­nis­ten spricht sich für eine libe­ra­le Rege­lung der Sex­ar­beit aus, basie­rend auf indi­vi­du­el­len Frei­heits­rech­ten und sozia­ler Absi­che­rung.
Quel­le: Wahl­pro­gramm der Par­tei der Huma­nis­ten 2025, Abschnitt Bür­ger­rech­te https://www.diehumanisten.de/wahlprogramm   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

Grüne

Hier die Wor­te der für das The­ma Zustän­di­gen Grü­nen MdB, Denis Loop: Ein Sexkauf­ver­bot ist nicht der rich­ti­ge Weg „Men­schen­han­del und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on sind nicht hin­nehm­bar. Die CDU macht es sich mit ihrer For­de­rung nach einem Sexkauf­ver­bot jedoch zu leicht. Ein Sexkauf­ver­bot ist kei­ne Ant­wort auf die aktu­el­len Pro­ble­me und wür­de den Betrof­fe­nen von Zwangs­pro­sti­tu­ti­on nicht hel­fen. Im Gegen­teil wür­de ein Ver­bot ver­mut­lich die sicht­ba­re Stra­ßen­pro­sti­tu­ti­on ver­klei­nern, aber vie­le Sex­ar­bei­ten­de wür­den in die Ille­ga­li­tät gedrängt wer­den und ihre Lage wür­de sich mas­siv ver­schlech­tern. Wir wis­sen aus ande­ren Län­dern mit dem Nor­di­schen Modell, dass die Gewalt gegen Sex­ar­bei­ten­de durch ein Ver­bot steigt. Das kann nicht unser poli­ti­scher Anspruch sein. Mit dem der­zeit durch das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um geplan­ten Natio­na­len Akti­ons­plan gegen Men­schen­han­del wol­len wir die Pro­ble­me in ihrer Kom­ple­xi­tät ange­hen. Dabei wer­den The­men wie bun­des­wei­te Spe­zia­li­sie­run­gen bei der Poli­zei, den Staats­an­walt­schaf­ten und den Gerich­ten sowie ein unab­hän­gi­ges Auf­ent­halts­recht für Betrof­fe­ne von Men­schen­han­del, das ent­kop­pelt von ihrer Aus­sa­ge­be­reit­schaft im Straf­ver­fah­ren ist, sehr wich­tig sein. Es geht uns um Auf­klä­rung und Sen­si­bi­li­sie­rung, bei Sex­ar­bei­ten­den, Frei­ern und in der gesam­ten Gesell­schaft. Die CDU selbst hat das jet­zi­ge Pro­sti­tu­ti­ons­schutz­ge­setz 2017 beschlos­sen. An vie­len Stel­len bedarf die­ses Gesetz Ver­bes­se­run­gen, das liegt auf der Hand. Unser Ziel ist es, die Arbeits­be­din­gun­gen und Rech­te von Sexarbeiter*innen zu stär­ken. Dazu gehö­ren für uns vor allem der Aus­bau der Fach­be­ra­tungs­stel­len und der Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung. Ein gro­ßes Pro­blem stellt wei­ter­hin das Dun­kel­feld dar. Es gibt wenig belast­ba­re Daten sowohl was die tat­säch­li­che Anzahl der Sex­ar­bei­ten­den als auch die Betrof­fe­nen von Zwangs­pro­sti­tu­ti­on betrifft. Als Ampel haben wir des­halb die Bericht­erstat­tungs­stel­le zu Men­schen­han­del am Deut­schen Insti­tut für Men­schen­rech­te ein­ge­setzt. Sie wird dazu bei­tra­gen, Daten­lü­cken zu schlie­ßen und mehr Licht ins Dun­kel zu brin­gen. Außer­dem fin­det der­zeit eine umfas­sen­de Eva­lua­ti­on des Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes statt, die durch das Kri­mi­no­lo­gi­sche For­schungs­in­sti­tut Nie­der­sa­chen durch­ge­führt wird. Die­se Eva­lua­ti­on ist sehr zen­tral, damit auf einer fak­ten­ba­sier­ten Grund­la­ge ent­schie­den wer­den kann, wo Ände­run­gen not­wen­dig sind.“ 1) Im Regie­rungs­pro­gramm der Grü­nen fin­det sich eine sehr gute Abhand­lung zu dem The­ma. 2) “… Sobald die Ergeb­nis­se der Eva­lua­ti­on des Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes vor­lie­gen, sol­len Bund, Län­der und Kom­mu­nen sowie Betrof­fe­ne und Expert*innen auf die­ser Grund­la­ge gemein­sam ergeb­nis­of­fen bera­ten, wel­che Ände­run­gen am Gesetz not­wen­dig sind, um die Situa­ti­on in der Pro­sti­tu­ti­on zu ver­bes­sern, ohne die Pro­sti­tu­ier­ten zu stig­ma­ti­sie­ren oder zu kri­mi­na­li­sie­ren.”
Quel­len: 1) MdB, Denis Loop über die grü­ne Posi­ti­on zu Sex­ar­beit: https://denise-loop.de/presse/kein-sexkaufverbot/ 2) Regie­rungs­pro­gramm der Grü­nen 2025 , Sei­te 120ff -> https://cms.gruene.de/uploads/assets/20250205_Regierungsprogramm_DIGITAL_DINA5.pdf     +++++++++++++++++++++++++++++++++++

FDP

Im Wahl­pro­gramm der FDP fin­den sich diver­se sehr kon­kre­te Ansät­ze: „Zwangs­pro­sti­tu­ti­on ver­fol­gen und selbst­be­stim­me Sex­ar­beit schüt­zen. Wir Freie Demo­kra­ten wis­sen um die Her­aus­for­de­rung einer Abgren­zung zwi­schen frei­wil­li­ger und unfrei­wil­li­ger Pro­sti­tu­ti­on. Den­noch leh­nen wir den Ansatz des Nor­di­schen Modells ab und wol­len nicht jede Sex­ar­bei­te­rin und jeden Sex­ar­bei­ter pau­schal als Opfer ihrer selbst sehen. Wir set­zen uns für die Rech­te selbst­be­stimm­ter Sex­ar­bei­ter und Sex­ar­bei­te­rin­nen ein. Den Kampf gegen Armuts- und Zwangs­pro­sti­tu­ti­on sowie gegen die Lover­boy-Metho­de wol­len wir inten­si­vie­ren. Prä­ven­ti­ve Bil­dungs­maß­nah­men und ein umfas­sen­der Opfer­schutz sind wich­ti­ge Bau­stei­ne zur Bekämp­fung die­ser per­fi­den Aus­beu­tungs­for­men. Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Men­schen­han­del müs­sen durch ent­schie­de­ne und gut koor­di­nier­te Straf­ver­fol­gung bekämpft wer­den. Dazu braucht es einen effek­ti­ven Aus­tausch zwi­schen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den. Zur Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen von Pro­sti­tu­ier­ten soll in grö­ße­ren Städ­ten ein „Run­der Tisch“ nach dem Dort­mun­der Modell ein­ge­rich­tet wer­den, um die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Behör­den, Bera­tungs­stel­len und Pro­sti­tu­ier­ten zu stär­ken. In länd­li­chen Regio­nen wol­len wir gemein­sam mit den Bun­des­län­dern die auf­su­chen­de Bera­tungs- und Prä­ven­ti­ons­ar­beit stär­ken.“  
Quel­le: Bun­des­tags­wahl­pro­gramm der FDP, Sei­te 47 unten: https://www.fdp.de/sites/default/files/2025–01/2025–01-13_ergaenzende-beschluesse-zum-bundestagswahlprogramm-2025.pdf   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

CDU

Seit über einem Jahr ver­tritt die CDU sehr laut­stark die For­de­rung nach der Ein­füh­rung des nor­di­schen Modells, wel­ches sie Sexkauf­ver­bot nen­nen. Im Wahl­pro­gramm sel­ber fin­det sich dies nur zwi­schen den Zei­len auf Sei­te 37. Dem The­ma Pro­sti­tu­ti­on wird ein gan­zer Absatz gewid­met. „Pro­sti­tu­ier­te wirk­sam schüt­zen. Immer noch gibt es Aus­beu­tung, Gewalt und Miss- brauch. Men­schen­han­del, Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Clan­kri­mi­na­li­tät sind ein gro­ßes Übel und müs­sen bekämpft wer­den. Das „Drei­säu­len­mo­dell“ kann dabei als Ori­en­tie­rung die­nen. Ein beson­de­rer Fokus soll dabei auf der Prä­ven­ti­ons­ar­beit lie­gen.“ Die Säu­le Drei des genann­ten Drei­säu­len­mo­dells beinhal­tet neben dem Sexkauf­ver­bot auch noch das Ver­bot sämt­li­cher Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten und fast jeg­li­che Art von Unter­stüt­zung für Sex­ar­bei­ten­de wird als Zuhäl­te­rei ein­ge­stuft und ver­bo­ten. Damit ist sehr wahr­schein­lich auch fol­gen­des gemeint: z.B. Anzei­gen­por­ta­le, Web­sei­ten­an­bie­ter, Fahr­diens­te, sogar Lebens­part­ner oder Kolleg*innen, die sich gegen­sei­tig schüt­zen bei Haus- & Hotel­be­su­chen. Eben­falls betrof­fen sind Kolleg*innen, die sich zu zweit eine Arbeits-Woh­nung tei­len. Sie wer­den in den Län­dern mit nor­di­schen Modell der gegen­sei­ti­gen Zuhäl­te­rei bezich­tigt.
Quel­len: Hier ist das die Posi­ti­on der CDU zum The­ma Pro­sti­tu­ti­on und das Drei­säu­len-Modell sehr aus­führ­lich beschrie­ben -> https://www.cducsu.de/sites/default/files/2023–11/Positionspapier%20Sexkauf%20bestrafen.pdf Wahl­pro­gramm der CDU/CSU mit unse­rem The­ma auf Sei­te 37: https://www.politikwechsel.cdu.de/sites/www.politikwechsel.cdu.de/files/docs/politikwechsel-fuer-deutschland-wahlprogramm-von-cdu-csu‑1.pdf +++++++++++++++++++++++++++++++++++

BSW

Im Abge­ord­ne­ten­watch sagt Sarah Wagen­knecht: Wie steht ihre Par­tei zum Sexkauf­ver­bot? Das soge­nann­te nor­di­sche Modell, wel­ches den Kauf von sexu­el­len Dienst­leis­tun­gen ver­bie­tet, hat in eini­gen Län­dern dazu bei­getra­gen, die Aus­beu­tung von Frau­en und Mäd­chen im Bereich der Pro­sti­tu­ti­on ein­zu­däm­men. Es wäre daher sehr inter­es­sant zu erfah­ren, ob Sie ein sol­ches Modell auch für Deutsch­land befür­wor­ten wür­den und wel­che Ansät­ze Sie für den Schutz von Betrof­fe­nen als sinn­voll erach­ten. 1) In der Emma Aus­ga­be 2025-01 ant­wor­tet das Bünd­nis Sarah Wagen­knecht expli­zi­ter: „Wir füh­ren die Frei­er-Bestra­fung ein. Die Libe­ra­li­sie­rung von Pro­sti­tu­ti­on hat zur Nor­ma­li­sie­rung des Frau­en­kaufs bei­getra­gen, der für einen Groß­teil der Frau­en Zwang, Gewalt und Aus­beu­tung bedeu­tet. Wir unter­stüt­zen ein Sexkauf­ver­bot in Anleh­nung an das Nor­di­sche Modell.“ 2)
Quel­len: 1) Fra­ge an Sarah Wagen­knecht bei Abge­ord­ne­ten­watch: https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/sahra-wagenknecht/fragen-antworten/wie-steht-ihre-partei-zum-sexkaufverbot 2) EMMA 125 (Januar/Februar)   +++++++++++++++++++++++++++++++++++  

Basis

Von der Basis­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Deutsch­lands ist kei­ne offi­zi­el­le Posi­ti­on bekannt.
Quel­le:  https://diebasis-partei.de/   +++++++++++++++++++++++++++++++++++

AfD

Hier die Wor­te des für das The­ma Zustän­di­gen AfD MdB, Ste­phan Brand­ner: „Durch ein gene­rel­les Ver­bot von Pro­sti­tu­ti­on wird der Men­schen­han­del nicht bekämpft wer­den kön­nen. Das ‚Nor­di­sche Modell‘ kann sicher­lich zu einem Rück­gang der Pro­sti­tu­ti­ons­aus­übung ins­ge­samt füh­ren. Aller­dings wür­de ein Ver­bot nur zu einer Ver­drän­gung in ande­re Län­der und zu einem Abtau­chen in die Ille­ga­li­tät füh­ren, wes­halb alle For­men einer der­ar­ti­gen staat­li­chen Beein­flus­sung zum Schutz von Zwangs­pro­sti­tu­ier­ten zum Schei­tern ver­ur­teilt sind. Durch ein Ver­bot von Pro­sti­tu­ti­on wür­de man zudem der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät ein Mono­pol ver­schaf­fen. Für einen effek­ti­ven Kampf gegen Zwangs­pro­sti­tu­ti­on ist somit die gegen­tei­li­ge Stra­te­gie rat­sam: die voll­stän­di­ge Lega­li­sie­rung und gesell­schaft­li­che Aner­ken­nung von Pro­sti­tu­ti­on (,Sex-Arbeit‘) auf frei­wil­li­ger Basis. Gera­de dadurch wür­den Pro­sti­tu­ier­te aus der Ille­ga­li­tät geholt wer­den und ihren Gesund­heits­zu­stand zu ihrem eige­nen Schutz und dem Schutz poten­ti­el­ler Frei­er kon­trol­lie­ren las­sen. Auch wenn es zwei­fels­oh­ne Zwangs­pro­sti­tu­ti­on gibt, gibt es auch frei­wil­li­ge Pro­sti­tu­ti­on. So rich­tig und wich­tig es ist, Zwangs­pro­sti­tu­ti­on zu bekämp­fen, kann dies kei­ne Recht­fer­ti­gung sein, die Inan­spruch­nah­me frei­wil­li­ger Pro­sti­tu­ti­on zu kri­mi­na­li­sie­ren. Es fehlt schlicht­weg an einem zu schüt­zen­den Rechts­gut. Die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung schließt eine staat­li­che Mit­be­stim­mung dar­über aus, was das Indi­vi­du­um frei­wil­lig mit sei­nem Kör­per macht. Der Ver­stoß gegen ein Ver­bot von frei­wil­li­ger Pro­sti­tu­ti­on wür­de einen ‚opfer­lo­sen‘ Straf­tat­be­stand erfül­len, des­sen Ein­füh­rung ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu recht­fer­ti­gen wäre. Mit unse­rem Grund­ge­setz, das kon­zep­tio­nell auf der Frei­heit des ein­zel­nen Bür­gers fußt, wird ein der­ar­ti­ges Ver­bot nicht zu ver­ein­ba­ren sein.“
Wich­tig ist hier­bei jedoch hin­zu­zu­fü­gen, dass die AfD wie­der­holt bewie­sen hat ras­sis­ti­sche, sexis­ti­sche, que­er*, spe­zi­ell trans*feindliche und anti­de­mo­kra­ti­sche Poli­tik zu betrei­ben. Da über­durch­schnitt­li­che vie­le Migrant*innen, que­e­re* / trans* Per­so­nen und Frau­en* in der Sex­ar­beit tätig sind, ist zum lang­fris­ti­gen Schutz eben die­ser Kolleg*innen wich­tig eine umfas­send infor­mier­te Wahl­ent­schei­dung zu tref­fen.

Quel­le: Fra­ge an AfD MdB, Ste­phan Brand­ner bei Abge­ord­ne­ten­watch: https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/stephan-brandner/fragen-antworten/wie-steht-die-afd-zu-prostitution-und-sexarbeit