Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Kritik an Online-Kurs der BaWü Landeszentrale: Einseitig negative Darstellung von Sexarbeit

Kritik an Online-Kurs der BaWü Landeszentrale: Einseitig negative Darstellung von Sexarbeit

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Fehlende Perspektiven, pauschalisierende Aussagen und einseitige Quellen – der BesD e.V. fordert die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg auf, ihren Kurs zu Prostitution dringend zu überarbeiten.


Als Berufs­ver­band für ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen begrü­ßen wir grund­sätz­lich, dass die Lan­des­zen­tra­le in Baden-Würt­tem­berg das The­ma Sex­ar­beit als rele­vant wahr­nimmt und Infor­ma­tio­nen dazu in ihr Bil­dungs­an­ge­bot auf­ge­nom­men hat. Umso wich­ti­ger ist es uns aber auch, auf die aus unse­rer Sicht erheb­li­chen Män­gel des E‑Lear­ning-Kur­ses mit dem Titel „Pro­sti­tu­ti­on – eine Arbeit wie jede ande­re?“ hin­zu­wei­sen.  
Modul 3 des E‑Learningkurses in dem “mög­li­che Maß­nah­men, die Anzahl der Sexkäu­fer zu ver­rin­gern” ver­mit­telt sowie Orga­ni­sa­tio­nen die sich für ein Sexkauf­ver­bot enga­gie­ren her­vor­ge­ho­ben wer­den.

Fehlende Perspektiven

  Neben einer ein­sei­ti­gen und ein­schlä­gi­gen Ter­mi­no­lo­gie, die bevor­zugt von Gegner*innen der Sex­ar­beit genutzt wird, wer­den im Kurs aus­schließ­lich Posi­tio­nen und Per­spek­ti­ven wie­der­ge­ge­ben, die der Sex­ar­beit kri­tisch bis ableh­nend gegen­über­ste­hen.

Die Sichtweisen und Erfahrungen von in der Sexarbeit tätigen Menschen die ihrer Tätigkeit neutral bis positiv gegenüberstehen, werden nicht oder nur in verzerrter Form dargestellt.

Eine seriö­se Aus­ein­an­der­set­zung mit Pro­sti­tu­ti­on in Deutsch­land erfor­dert die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen selbst­be­stimm­ter Sex­ar­beit sowie Fäl­len von sexu­el­ler Aus­beu­tung oder Men­schen­han­del. Die­se Unter­schei­dung fehlt weit­ge­hend.

Pauschalisierungen statt Differenzierung

  Der Kurs arbei­tet an vie­len Stel­len mit pau­scha­li­sie­ren­den For­mu­lie­run­gen, die den Ein­druck erwe­cken, die Mas­se an Sex­ar­bei­ten­den befän­den sich in Zwangs- oder Aus­beu­tungs­si­tua­tio­nen. Dies ent­spricht nicht der Rea­li­tät und trägt zur Stig­ma­ti­sie­rung einer gan­zen Berufs­grup­pe bei.

Einseitige Quellen

 

Die im Kurs dargestellten Zahlen, Statistiken und Forschungsergebnisse stammen leider überwiegend aus Quellen, die interessierten Sexarbeitenden und auf Sexarbeit spezialisierten Forscher*innen für ihre parteiische, Sexarbeit ablehnende Haltung bekannt sind.

Lei­der wer­den die­se im Kurs ohne kri­ti­sche Ein­ord­nung als bare Mün­ze prä­sen­tiert. Es exis­tiert eine Groß­zahl an Stu­di­en, die zu einem wesent­lich weni­ger ein­sei­ti­gem Bild bei­tra­gen könn­ten. Einen (unwis­sen­schaft­lich auf­be­rei­te­ten, aber) dif­fe­ren­zier­te­ren Ein­blick in den gro­ßen The­men­kom­plex Sondergesetze/Kriminalisierung/Sexuelle Aus­beu­tung und Men­schen­han­del inklu­si­ve meh­re­rer Quel­len erhal­ten Sie bereits nach einem Blick auf unse­rer Web­site.  
Schon die For­mu­lie­run­gen — “Fol­gen”, “Aus­wir­kun­gen auf die Gesell­schaft”, “betrof­fe­ne Per­so­nen” — spre­chen eine deut­li­che Spra­che.

Fehlende Einbindung von Expertise aus der Praxis

Es ist uns unverständlich, warum bei der Erstellung des Kurses weder die Expertise von Interessenvertretungen von Sexarbeitenden, Mitarbeitenden von Fachberatungsstellen für Sexarbeitende oder andere Stimmen aus der Community einbezogen wurden.

Unter­schied­lichs­te Mit­glie­der des BesD e.V. stel­len seit vie­len Jah­ren ehren­amt­lich Exper­ti­se aus der Pra­xis zur Ver­fü­gung. Als Berufs­ver­band wür­den wir jeder­zeit bereit­ste­hen, an der Erstel­lung einer aus­ge­wo­ge­nen und sach­lich fun­dier­ten Bil­dungs­res­sour­ce zum The­ma Pro­sti­tu­ti­on mit­zu­wir­ken.

Einbindung von Forscher*innen

Als Exper­tin für Sexu­al­wis­sen­schaft, Sexu­el­le Gesund­heit und umfang­reich bewan­dert im Bereich der Sex­ar­beits-For­schung kön­nen wir Ihnen bei­spiels­wei­se Har­riet Lang­an­ke von der Gemein­nüt­zi­gen Stif­tung Sexua­li­tät und Gesund­heit oder Mit­ar­bei­ten­de der Gesell­schaft für Sex­ar­beits- und Pro­sti­tu­ti­ons­for­schung als Gesprächspartner*innen emp­feh­len.

Empfehlung zur Überarbeitung oder Neuauflage des E‑Kurses zum Thema Sexarbeit

Wir bit­ten Sie daher, den Kurs „Pro­sti­tu­ti­on – eine Arbeit wie jede ande­re?“ zeit­nah zu über­ar­bei­ten und dabei sicher­zu­stel­len, dass:
  • neu­tra­le, nicht stig­ma­ti­sie­ren­de Ter­mi­no­lo­gie ver­wen­det wird
  • die Sicht­wei­sen von Sex­ar­bei­ten­den ange­mes­sen ver­tre­ten wer­den
  • aktu­el­le wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se berück­sich­tigt wer­den
  • Fach­ver­bän­de der bufas e.V. und/oder Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen von Sex­ar­bei­ten­den aktiv in die Erar­bei­tung mit ein­be­zo­gen wer­den

bufas e.V., das landesweite Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeitende hat ebenfalls eine Stellungnahme zu dem betreffenden Kurs veröffentlicht 👉 hier lesen