Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Roter Stöckelschuh

roterstoeckelschuh.de

Der rote Stö­ckel­schuh ist ein Pro­jekt zur För­de­rung sex­ar­beits­freund­li­cher Gesund­heits­ver­sor­gung. Es sen­si­bi­li­siert und infor­miert Ärzt*innen für die Behand­lung von Patient*innen in der Sex­ar­beit. Ent­spre­chen­de Pra­xen und Ein­rich­tun­gen wer­den Sex­ar­bei­ten­den gezielt ver­mit­telt und dür­fen sich durch eine Pla­ket­te, die einen roten Stö­ckel­schuh zeigt, kennt­lich machen. Die­se Arbeit ist so wich­tig, wie nötig. Denn lei­der ist es für Men­schen in der Sex­ar­beit kei­ne Nor­ma­li­tät, eine ange­mes­se­ne und wür­di­ge medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung zu erhal­ten. Für eini­ge Berei­che der Gesund­heits­ver­sor­gung ist es not­wen­dig, sich vor sei­nen Ärzt*innen als Sexarbeiter*in zu outen. Das führt lei­der oft­mals zu einer der fol­gen­den Reak­tio­nen:

  • Die Tätig­keit wird ver­ur­teilt und die Pati­en­ten­per­son wird in ihren oder sei­nen intims­ten und ver­letz­lichs­ten Momen­ten mit Schuld­vor­wür­fen und Abwer­tun­gen kon­fron­tiert. ( z.B.: Der Pati­en­ten­per­son wird die Schuld an der Erkran­kung zuge­spro­chen und ihr Schmerz als ver­dien­te Fol­ge eines mora­lisch ver­werf­li­chen Lebend­wan­dels dargestellt )
  • Stig­ma­ti­sie­rung und Vik­ti­mi­sie­rung füh­ren dazu, dass behan­deln­de Ärzt*innen dage­gen arbei­ten, dass die Pati­en­ten­per­son ihren Job wei­ter aus­üben kann. ( z.B.: Ret­ter-Syn­drom sabo­tiert die Unter­stüt­zung zur siche­ren Sex­ar­beit )
  • Die Behand­lung berück­sich­tigt aus Unin­for­miert­heit und Unsen­si­bi­li­siert­heit der behan­deln­den Ärzt*innen nicht die spe­zi­el­len Bedürf­nis­se einer Per­son in der Sex­ar­beit und ist somit nicht opti­mal oder aus­rei­chend für ihre gesund­heit­li­che Ver­sor­gung. (z.B. Kos­ten­über­na­me aller Imp­fun­gen und STI-Tests im Sin­ne der. Son­der­fall­re­ge­lung)
  • Die Pati­en­ten­per­son in der Sex­ar­beit outet sich aus Angst vor Dis­kri­mi­nie­rung nicht als Sexarbeiter*in und erhält kei­ne ange­mes­se­ne Behand­lung ( z.B.: Sex­ar­bei­ten­den Pati­en­ten­per­so­nen die wirk­lich wei­ter­füh­ren­de Hil­fe brau­chen wer­den ent­spre­chen­de Stel­len nicht emfoh­len )

Mit die­sen und wei­te­ren Pro­ble­me sehen sich Sex­ar­bei­ten­de lei­der oft kon­fron­tiert, wenn sie ärzt­li­che Hil­fe auf­su­chen. Aber nicht in einer Pra­xis, die den roten Schuh vor­wei­sen kann. Ist der Rote Stö­ckel­schuh an der Tür, bedeu­tet das:

  • Hier wird freund­lich mit Sexarbeiter*innen umge­gan­gen.
  • Hier muss nie­mand Angst vor Ableh­nung wegen des Berufs haben.
  • Hier kann sich ohne Gefahr als Sexarbeiter*in geoutet wer­den.

In der Kar­tei des Roten Stö­ckel­schuhs befin­den sich Bera­tungs­stel­len, Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Gesund­heits­diens­te und wei­te­re Adres­sen, an denen es wich­tig und hilf­reich ist, offen über die Tätig­keit in der Sex­ar­beit spre­chen zu kön­nen.

Aus Angst vor Ableh­nung und Dis­kri­mi­nie­rung spre­chen eini­ge Sexarbeiter*innen oft nicht mal in ihrem engs­ten sozia­len Umfeld – zum Bei­spiel mit Freund*innen oder Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen – offen über ihre Tätig­keit. Wenn Sexarbeiter*innen bei­spiels­wei­se Ärzt*innen auf­su­chen, ist es für sie schwie­rig abzu­schät­zen, wie die­se bei einem Outing auf ihre Tätig­keit reagie­ren. Tref­fen sie auf abschät­zi­ge Bli­cke? Wer­den unan­ge­mes­se­ne Fra­gen gestellt? Wer­den sie als Patient*innen ernst genom­men? Erhal­ten sie die Infor­ma­tio­nen, die sie sich wün­schen und die wich­tig für sie sind?

Offen spre­chen zu kön­nen und dabei einen wert­schät­zen­den Umgang und Bera­tung zu erfah­ren, sind wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für eine gute Bera­tung und/oder Behand­lung – das gilt auch und beson­ders für die hoch stig­ma­ti­sier­te Berufs­grup­pe der Sexarbeiter*innen. Nur wenn ver­trau­ens­voll und offen gespro­chen wer­den kann, kön­nen gesund­heit­li­che und sozia­le Bedar­fe, Risi­ken und Res­sour­cen aus fach­li­cher Per­spek­ti­ve dif­fe­ren­ziert abge­schätzt und ihnen begeg­net wer­den. So kön­nen die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Sexarbeiter*innen ver­bes­sert und ihre sozia­le, phy­si­sche und psy­chi­sche Gesund­heit geför­dert wer­den.

Harm-Reduction, Rechte stärken, Entkriminalisierung

Ziel des Pro­jekts Roter Stö­ckel­schuh ist es, Bar­rie­ren in der Ver­sor­gungs­land­schaft für Sexarbeiter*innen abzu­bau­en. Der Rote Stö­ckel­schuh steht für Ver­trau­en, Respekt und Akzep­tanz und soll die beruf­li­che und gesell­schaft­li­che Gleich­stel­lung von Sexarbeiter*innen för­dern. Das Pro­jekt und des­sen Mit­wir­ken­de eint eine dif­fe­ren­zier­te, nicht-wer­ten­de Sicht auf Sex­ar­beit und Sexarbeiter*innen. Wir leh­nen die Kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­beit ab und ste­hen mit unse­rer Arbeit für einen Ansatz der Harm Reduc­tion sowie einer Stär­kung der Rech­te und Res­sour­cen von Sexarbeiter*innen als Prä­ven­ti­ons­an­satz. Wir ver­tre­ten fol­gen­de Über­zeu­gun­gen:

  • Sex­ar­beit ist Arbeit. Sexarbeiter*innen sol­len als Erwerbs­tä­ti­ge bzw. Selbst­stän­di­ge aner­kannt wer­den.
  • Sex­ar­beit ist divers. Die unter­schied­lichs­ten Men­schen gehen aus unter­schied­li­chen Grün­den der Sex­ar­beit nach, unab­hän­gig von Alter, sozia­ler Klas­se, Her­kunft, geschlecht­li­cher Iden­ti­tät oder sexu­el­ler Ori­en­tie­rung, Kör­per, Glau­ben, poli­ti­scher Über­zeu­gung, Bil­dungs- oder Fami­li­en­stand.
  • Dar­über, ob und wie Sex­ar­beit statt­fin­det, ent­schei­den Sexarbeiter*innen nur selbst. Kein ande­rer Mensch hat ein Recht auf einen Ein­griff in die­se kör­per­li­che und sexu­el­le Selbst­be­stim­mung.
  • Sexarbeiter*innen ver­die­nen Respekt, Wert­schät­zung und Pro­fes­sio­na­li­tät, wenn sie Dienst­leis­tun­gen Drit­ter in Anspruch neh­men.
  • Sexarbeiter*innen ver­die­nen einen Umgang, der frei ist von Gewalt, Ver­ach­tung, Abwer­tung und Vor­ur­tei­len.
  • Sexarbeiter*innen dür­fen einen beson­ders sen­si­blen und trans­pa­ren­ten Umgang mit ihren per­sön­li­chen Daten erwar­ten.
  • Sexarbeiter*innen wol­len nicht auf ihre Arbeit redu­ziert wer­den. Sie haben viel­fäl­ti­ge und unter­schied­lichst begrün­de­te Anlie­gen und Pro­ble­me, wie ande­re Men­schen auch.

Adres­sen, die in der Daten­bank des Roten Stö­ckel­schuhs gelis­tet wer­den, wur­den ent­we­der direkt von Sexarbeiter*innen emp­foh­len oder erken­nen die­se Punk­te an und unter­stüt­zen sie.