Politik trifft Praxis
Runde Tische Sexarbeit
Das sind regelmäßige Gremien, in denen Vertretungen aus Sexarbeit, Politik, Verwaltung, Polizei und Fachstellen (z. B. Gesundheitsämter) gleichberechtigt über Gesetze, Umsetzungspraxis, Arbeitsbedingungen und Schutz vor Gewalt sprechen.
Der BesD e.V. setzt sich bundesweit für Runde Tische zum Thema Sexarbeit ein:
Statt nur über Sexarbeitende wird mit ihnen geredet – das ist Kernforderung des Verbands seit Jahren. Der BesD ist direkt beteiligt oder unterstützt solche Formate, um Perspektiven aus der Branche einzubringen und reale Verbesserungen zu erzielen.
In Städten wie Köln organisiert der BesD Stammtische als informelle Vernetzung, die mit lokalen Initiativen kooperieren. Bundesweit fordert der Verband mehr solcher Tische – als Gegenmodell zu Kriminalisierung und Ausgrenzung. So wird Selbstbestimmung gestärkt und praxisnahe Politik gemacht.
Hamburg:
Runder Tisch Prostitution und ergänzender Ratschlag Prostitution (laufend):
In Hamburg ist der BesD fest beim Runden Tisch Prostitution (unter Vorsitz des Referats Opferschutz) vernetzt.
Dieser tagt seit 2016 als wissensgestütztes Beratungsgremium der Sozialbehörde zur Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) und Verbesserung von Arbeits‑/Lebensbedingungen von Sexarbeitenden. Mitglieder aus Behörden, Polizei, Fachstellen und Sexgewerbe-Vertreter*innen diskutieren Strategien zur Umsetzung von Gesetzesvorgaben, Unterscheidung freiwilliger Prostitution von Zwangskontexten, sowie Lebens‑ und Arbeitsbedingungen. BesD‑Mitglieder tragen hier aktiv bei.
Ergänzt wird der Runde Tisch durch den basisnahen Ratschlag Prostitution Hamburg, einen unabhängigen Zusammenschluss von Praktiker*innen: Darin sind BesD e.V., Basis-Projekt, CASAblanca, KOOFRA, ragazza e.V., Sperrgebiet Hamburg und TAMPEP vertreten. Der Ratschlag fokussiert Advocacy für Rechte von Sexarbeitenden, niedrigschwellige Unterstützung und praktische Arbeit mit und für Betroffene
Nordrhein-Westfalen:
Runder Tisch Prostitution NRW (abgeschlossen seit 2021):
Auf Landesebene nahm der BesD am Runden Tisch Prostitution Nordrhein-Westfalen teil, der einen Abschlussbericht zu partizipativen Ansätzen erstellte. Diskutiert wurden Streetwork, Beratung, freiwillige Prostitution vs. Ausbeutung. Er endete mit einem Abschlussberichte, der die Stärkung von Rechten, Entstigmatisierung, keine Kondompflicht und Regulierung von Bordellen empfahl. Der Tisch gilt als Modell für differenzierte Politik mit der Inklusion von Sexarbeiter*innen‑Perspektiven.
Berlin:
Berlin: Runder Tisch Sexarbeit (abgeschlossen seit 2019):
Der Senat von Berlin rief 2018 den Runden Tisch Sexarbeit ein (Senatsverwaltung für Integration, Arbeit, Beruf etc.). In sechs Sitzungen zu Themen wie Gesundheit, Straßenprostitution, Online‑Sexarbeit und Gewaltprävention waren BesD‑Mitglieder wie Johanna Weber direkt beteiligt. Ergebnis: Ein Handlungskonzept mit Empfehlungen (z. B. bessere Infrastruktur, Anti‑Stigmatisierung), das bis heute umgesetzt wird.
Sprich mit uns — nicht über uns.
Die runden Tische haben ihre Wirkung gezeigt. Die Verantwortlichen aus Politik und Exekutive wurden sensibilisiert und informiert. Ihre Ideen und Programme wurden realitätsnaher und hilfreicher. Aber es ist längst nicht Normalität dass man Sexarbeitende als Expert*innen für ihre eigene Realität anerkennt. Der aktuelle Bundestag schließt bei seinen Entscheidungsfindungen über Sexarbeitende die Betroffenen selbst wieder aus.
“Nothing about us, without us!” Das steht nicht nur auf unseren farbenfrohen Schildern wenn wir für mehr Teilhabe demonstrieren gehen. Das ist was wir für uns wollen. Wir wollen gehört werden, wenn wir sagen, was wir brauchen und was nicht. Wir möchten, wie jeder andere Mensch, daran mitwirken dürfen, wie mit uns umgegangen wird und wie nicht.
In mehreren Städten, wie zum Beispiel Köln, organisiert der BesD Stammtische als informelle Vernetzung, die mit lokalen Initiativen kooperieren. Bundesweit fordert der Verband mehr solcher Tische – als Gegenmodell zu Kriminalisierung und Ausgrenzung. So wird Selbstbestimmung gestärkt und Politik praxisnah gemacht.




