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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Sexualbegleitung & ‑assistenz

Definition

Sexu­al­be­glei­tung und Sexu­al­as­sis­tenz sind zwei Facet­ten im bun­ten Strauß ero­ti­scher und sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen, die unter dem Begriff Sex­ar­beit zusam­men­ge­fasst wer­den.

  • Sexu­al­as­sis­tenz meint in der Regel Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen (z.B. Infor­ma­tio­nen, Beglei­tung beim Kauf eines Sex­t­oys, Unter­stüt­zung bei der Orga­ni­sa­ti­on, Unter­stüt­zung bei der Mas­tur­ba­ti­on).
  • Sexu­al­be­glei­tung kann – je nach Dienstleister*in – alle For­men der Inter­ak­ti­on (z.B. manu­el­le Sti­mu­la­ti­on, Geschlechts­ver­kehr) umfas­sen.

Die Begrif­fe wer­den – trotz der skiz­zier­ten Unter­schei­dung — häu­fig syn­onym ver­wen­det.

Kund*innen

Sexu­al­be­glei­tung ist eine Dienst­leis­tung, die ursprüng­lich Men­schen mit Behin­de­rung im Blick hat­te, die ihre Bedürf­nis­se nach Nähe, Inti­mi­tät und Sexua­li­tät nicht selbst­stän­dig ver­wirk­li­chen kön­nen. Tat­säch­lich ist es so, dass Men­schen aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den Sexu­al­be­glei­tung in Anspruch neh­men:

Men­schen, die..

  • ..für all­täg­li­che Hand­lun­gen auf Assis­tenz ange­wie­sen sind
  • ..auf­grund von Alter, kör­per­li­cher oder geis­ti­ger Beein­träch­ti­gun­gen kei­ne Partner*innen fin­den
  • ..auf­grund ihrer Ein­schrän­kun­gen nicht in der Lage sind, Solo-Sex aus­zu­üben
  • ..neu­gie­rig sind und etwas Neu­es ler­nen wol­len
  • ..ihre Schüch­tern­heit über­win­den möch­ten
  • ..einen Lei­dens­druck haben
  • ..einen Fetisch haben, für den sie sich schä­men
  • ..berüh­ren und berührt wer­den wol­len
  • ..nach einer trau­ma­ti­schen Erfah­rung ihren Kör­per und ihre Lust wie­der ent­de­cken wol­len
  • ..noch nie Sex hat­ten oder kaum Erfah­rung haben

Sie alle wol­len als sexu­el­le Wesen ernst genom­men wer­den, trotz bzw. mit Behin­de­rung, mit Ein­schrän­kung, im Alter. Sie wol­len im Arm gehal­ten wer­den. Sie wol­len gese­hen, gehört, akzep­tiert wer­den. Und sie wol­len – wie ande­re Men­schen auch – Sex haben: Vanil­la Sex, Sex wie im Por­no, Slow Sex, BDSM oder eine Mischung dar­aus.

Anbieter*innen

Sexu­al­be­glei­tung wird in der Pra­xis häu­fi­ger von hete­ro­se­xu­el­len Män­nern ange­fragt. Sexu­al­be­glei­ten­de sind daher zum Groß­teil Frau­en. Aber es gibt in die­sem Dienst­leis­tungs­seg­ment auch Män­ner, die vor allem für Frau­en – aber nicht nur – eine Beglei­tung bei sexu­el­len oder ero­ti­schen Wün­schen anbie­ten.

Sexualbegleiter*innen fin­den aus unter­schied­li­chen Beru­fen ihren Weg in die Sexu­al­be­glei­tung. Zum Teil haben sie bereits Erfah­rung in der Sex­ar­beit gesam­melt. Oder sie kom­men aus der Pfle­ge. Man­che sind zer­ti­fi­zier­te Tantramasseur*innen oder Physiotherapeut*innen.

Vie­le Sex­ar­bei­ten­de wach­sen in die­ses Seg­ment hin­ein, z.B. wenn ihre Kund*innen älter wer­den und nicht mehr in der Lage sind, ins Bor­dell oder die Modell­woh­nung zu kom­men. Ein­mal im Alten­wohn­heim zu Besuch kann sich dar­aus ein wach­sen­der Anteil des Geschäfts gene­rie­ren.

Man wird in die­sem Dienst­leis­tungs­seg­ment nicht reich. Die Akqui­se ist auf­wän­di­ger als in ande­ren Spar­ten der Sex­ar­beit, aber die Sinn­haf­tig­keit der Tätig­keit ist beson­ders hoch. Und wenn man Klient*innen in Ein­rich­tun­gen oder zuhau­se besucht, fal­len Kos­ten wie Raum­mie­te weg. Zudem ist der Anteil von Stammkund*innen erfah­rungs­ge­mäß groß.

Ähn­lich wie in ande­ren Spar­ten der Sex­ar­beit bie­ten nicht alle Sexualbegleiter*innen alles an. Man­che Sexualbegleiter*innen haben sich auf spe­zi­fi­sche Kun­den­grup­pen spe­zia­li­siert und gehen z.B. nur in Alten­wohn­hei­me. Ande­re sind gene­rell offen für alles, was kommt, und klä­ren im Erst­ge­spräch, ob sie sich auf die Anfra­ge ein­las­sen wol­len.

Auch die Preis­ge­stal­tung ist Sache der Anbieter*innen. Die Kos­ten pro Stun­de bewe­gen sich zwi­schen 100€ und 200€. Bei län­ge­ren Anfahr­ten wer­den in der Regel Fahrt­kos­ten fäl­lig. Min­dest­dau­er-Buchun­gen kön­nen auch Gegen­stand der Ver­trags­be­din­gun­gen sein. Vor­ge­sprä­che wer­den nor­ma­ler­wei­se nicht in Rech­nung gestellt.

Hilfreiche Eigenschaften

Sexu­al­be­glei­tung und Sexu­al­as­sis­tenz sind kei­ne geschütz­ten Berufs­be­zeich­nun­gen, d.h. man kann ihn ein­fach in sein Ange­bot inte­grie­ren, wenn man sich dazu beru­fen fühlt. Nichts­des­to­trotz gibt es eini­ge hilf­rei­che Eigen­schaf­ten, die Men­schen, die in die­sem Dienst­leis­tungs­seg­ment tätig sein wol­len, mit­brin­gen soll­ten.

Sie soll­ten in der Lage sein, ihre eige­nen Bedürf­nis­se zurück­zu­stel­len und ihrem Gegen­über einen siche­ren Raum zur Ver­fü­gung zu stel­len, in dem sie sich in ihrem eige­nen Tem­po ihren The­men nähern kön­nen. Ein­füh­lungs­ver­mö­gen ist wich­tig, aber man soll­te sich nicht als Retter*in oder Gut­mensch füh­len.

Ähn­lich wie in den ande­ren Spar­ten der Sex­ar­beit sind u.a. fol­gen­de Punk­te von zen­tra­ler Bedeu­tung:

  • Kla­re Dar­stel­lung des eige­nen Dienst­leis­tungs­an­ge­bots
  • Kla­re Kom­mu­ni­ka­ti­on der eige­nen Gren­zen
  • Frag­lo­ses Respek­tie­ren der Gren­zen der Kund*innen
  • Akzep­tie­ren­de und wert­schät­zen­de Hal­tung

Weiterbildung

Wer ger­ne Sexu­al­be­glei­tung anbie­ten, sich aber noch über recht­li­che Grund­la­gen, Krank­heits­bil­der, Mar­ke­ting etc. infor­mie­ren möch­te, hat ver­schie­de­ne Optio­nen.

  • Kas­san­dra e.V. bie­tet seit 2010 eine Fort­bil­dung „Qua­li­fi­zier­te Sexualassistenz/ ‑beglei­tung“ an, die in Zusam­men­ar­beit mit pro­fa­mi­lia für Sex­ar­bei­ten­de kon­zi­piert wur­de. Seit 2026 fin­det die­se Fort­bil­dung zwei­mal jähr­lich statt. Pro Kurs gibt es 10–12 Plät­ze für Inter­es­sier­te. Kos­ten 2026: 719€
  • Tho­mas Aeff­ner (BesD) und Pia Hoff­man bie­ten eine sehr indi­vi­du­el­le Aus­bil­dung für Sexualbegleiter*innen in Duis­burg an.
  • Sowohl Pami­na und Tha­meo (Ber­lin) als auch Rena­te Band­ha und Flo­ri­an Bär (Rhein-Ruhr) – alle vier Mit­glie­der des BesD – sind gera­de dabei, Aus­bil­dungs­kon­zep­te zu ent­wi­ckeln, die es Men­schen aus unter­schied­li­chen Beru­fen ermög­li­chen soll, sich als Sexualbegleiter*in/ ‑assistent*in zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren.

Im BesD gibt es eine Tele­gram-Grup­pe für Sexualassistent*innen, über die man sich aus­tau­schen kann. Sie bie­tet die Mög­lich­keit, sich mit Kolleg*innen aus­zu­tau­schen, Fäl­le zu dis­ku­tie­ren und sich Unter­stüt­zung zu orga­ni­sie­ren, wenn man mal mit einer Situa­ti­on über­for­dert ist. Inter­es­sier­te kön­nen sich bei Nico­le () mel­den.

Außer­dem gibt es einen Online-Stamm­tisch für Sexu­al­be­glei­ten­de via Zoom, der jeden zwei­ten Diens­tag im Monat statt­fin­det. Inter­es­sier­te kön­nen sich an Kon­stan­tin () wen­den.

Engagement

Der BesD setzt sich seit Jah­ren für die Aner­ken­nung von Sexu­al­as­sis­tenz als Teil des diver­sen Berufs­fel­des der Sex­ar­beit ein. Der Ver­band unter­stützt zu die­sem Zwe­cke Pro­jek­te wie Inklu­siv Intim der Stif­tung GSSG, zur För­de­rung sexu­el­ler Selbst­be­stim­mung sowie dem Abbau von Vor­ur­tei­len gegen­über Dienst­leis­ten­den und jenen, die eine sol­che Dienst­leis­tung in Anspruch neh­men.

In Koope­ra­ti­on mit rotlicht.de gelang es der BesD-AG Sexu­al­as­sis­tenz Anfang des Jah­res eine neue Web­site an den Start zu brin­gen. Auf sexualassistenz.de kön­nen zukünf­tig Men­schen mit Behin­de­rung, im Alter oder mit ande­rem Unter­stüt­zungs­be­darf pro­fes­sio­nel­le Beglei­tung für selbst­be­stimm­te Inti­mi­tät in ganz Deutsch­land fin­den, sowie Sex­ar­bei­ten­de mit der ent­spre­chen­den Qua­li­fi­zie­rung, ohne Stig­ma und ohne Who­re­ar­chie, ihre Leis­tun­gen anbie­ten.

Ein gro­ßer Schritt für die Aner­ken­nung von Sex­ar­beit in die­sem beson­de­ren Bereich war die erst­ma­li­ge offi­zi­el­le Teil­ha­be von Sex­ar­bei­ten­de mit einem eige­nen Stand sowie Sprech­stun­den auf der REHACARE‑Messe 2025 in Düs­sel­dorf. Orga­ni­siert und betreut wur­de der Stand von Nico­le Schul­ze in Zusam­men­ar­beit mit Har­riet Lang­an­ke von der GSSG, einer lang­jäh­ri­gen und engen Koope­ra­ti­ons­part­ne­rin.

Kundenkommunikation

Häu­fig brau­chen Men­schen, die auf Sexu­al­be­glei­tung ange­wie­sen sind, Unter­stüt­zung bei der Suche nach Dienstleister*innen. Das über­neh­men meist Ein­rich­tun­gen (z.B. Alten­wohn­hei­me) oder Ange­hö­ri­ge (z.B. Eltern, Kin­der). Sie tun sich bis­wei­len schwer, ent­spre­chen­de Ange­bo­te zu fin­den, da es bun­des­weit schät­zungs­wei­se nur 80–100 Sex­ar­bei­ten­de gibt, die Sexu­al­be­glei­tung anbie­ten.

Um die Suche zu erleich­tern und Ange­bot und Nach­fra­ge bes­ser zu ver­mit­teln, gibt es seit Dezem­ber 2025 die inter­ak­ti­ve Sei­te sexualassistenz.de, ein Ange­bot von rotlicht.de in Koope­ra­ti­on mit dem BesD. Auf die­ser Sei­te las­sen sich nach Regi­on gefil­tert Sexualbegleiter*innen fin­den.

Die Nut­zung ist für Kund*innen kom­plett kos­ten­frei. Die Regis­trie­rung als Anbieter*in kos­tet 79€/Jahr oder 59€/Jahr für BesD-Mit­glie­der.

Aus den Medien..

ZDF 37Grad Sexu­al­be­glei­tung

Repor­ta­ge, 17:10 / Pami­na & Tha­meo

Brea­king Boun­da­ries

Doku­men­ta­ti­on, 11:38 / Tho­mas & Han­nah