Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Corona Nothilfefonds

BesD in der Corona-Zeit: Nothilfe Fonds, Hygiene-Konzepte & Demos

Der Not­hil­fe Fonds war eines der wich­tigs­ten und orga­ni­sa­to­risch her­aus­for­dernds­ten Pro­jek­te des Ver­bands, das in eine Zeit fiel in der in Deutsch­land und welt­weit bis­lang unge­ahn­tes Cha­os aus­brach. Zu Beginn der Coro­na-Pan­de­mie im März 2020 ver­öf­fent­lich­te der Ver­band als inter­na­tio­nal ers­ter Sex­wor­ker-Ver­bund bereits Hin­wei­se zum Infek­ti­ons­schutz spe­zi­ell für Sex­ar­bei­ten­de.

Vie­le Mona­te update­ten wir die­se nahe­zu täg­lich nach den neu­es­ten Erkennt­nis­sen von Mediziner*innen und staat­li­chen Infor­ma­tio­nen, um in der Flut von Infor­ma­tio­nen und Ängs­ten ein wenig Ori­en­tie­rung zu bie­ten. Die eng­li­sche Vari­an­te unse­res Tex­tes wur­de als ers­tes ver­füg­ba­res Doku­ment von meh­re­ren Sex­wor­ker-Orga­ni­sa­tio­nen inter­na­tio­nal über­nom­men.

In Zusam­men­ar­beit mit Allies vom Fach ent­wi­ckel­te Mit­glie­der des BesD in schlaf­lo­sen Näch­ten die ers­ten Vor­schlä­ge für Hygie­ne­kon­zep­te — für selbst­stän­di­ge Sex­ar­bei­ten­de sowie für Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten.

Als vie­le migran­ti­sche Sex­ar­bei­ten­de plötz­lich vor geschlos­se­nen Bor­dell­tü­ren stan­den, setz­te der Ver­band eine zwi­schen­zeit­li­che Auf­he­bung des Über­nach­tungs­ver­bots durch.

Befürworter*innen des Sexkauf­ver­bots ver­such­ten die Kri­se für eige­ne Zwe­cke zu nut­zen und für ein coro­na-unab­hän­gi­ges Sexkauf­ver­bot Lob­by zu machen.Der BesD wur­de indes nicht müde, auf die offen­sicht­lich fata­len Kon­se­quen­zen die­ser Ver­bo­te und die schlim­men Aus­wir­kun­gen auf Sex­ar­bei­ten­de hin­zu­wei­sen.

Auf Demos und mit der Online-Kam­pa­ge “Rot­licht­AN” kämpf­te der Ver­band in ers­ter Rei­he mona­te­lang dage­gen an, dass Sex­ar­bei­ten­de von unver­hält­nis­mä­ßi­gen Berufs­ver­bo­ten betrof­fen waren. 

Wäh­rend die­ser Zeit der Arbeits­ver­bo­te, Bor­dell-Schlie­ßun­gen und ange­sichts eines mas­si­ven Rück­gangs an Kund­schaft, bra­chen einer Mehr­zahl an Sex­ar­bei­ten­den mehr oder weni­ger von einem Tag auf den ande­ren sämt­li­che Ein­kom­men weg. Ins­be­son­de­re unter Sex­ar­bei­ten­den fan­den sich über­durch­schnitt­lich vie­le Men­schen ohne Zugang zu staat­li­chen Hil­fen wie Hartz IV oder den Coro­na-Über­brü­ckungs­hil­fen. Des­halb grün­de­te der BesD bereits in den ers­ten Pan­de­mie-Mona­ten den Not­hil­fe Fonds als unbü­ro­kra­ti­sche Sofort­hil­fe für Betrof­fe­ne, denen zu die­sem Zeit­punkt nicht ander­wei­tig gehol­fen wur­de.

Zwei Ansprechpartner*innen aus dem Ver­band, die sich mit beson­ders viel Erfah­rung im Umgang mit Sozialarbeiter*innen und mar­gi­na­li­sier­ten Grup­pen aus dem Bereich der Sex­ar­beit aus­zeich­ne­ten, erklär­ten sich bereit, rund um die Uhr für die Prü­fung und Wei­ter­ver­ar­bei­tung der täg­lich ein­tref­fen­den Anträ­ge auf Not­hil­fe zu sor­gen. 

Gemein­sam wur­den Abläu­fe kon­zep­tio­niert, ein Logo ent­wor­fen, Tex­te gebas­telt, Fall­ge­schich­ten nie­der­ge­schrie­ben, eine Web­site erstellt — der Fonds und die Mis­si­on dahin­ter wur­de mas­siv inner­halb der Sex­wor­ker-Com­mu­ni­ty sowie auf Social Media und ande­ren Kanä­len bewor­ben. 

Ange­sichts der gro­ßen Anzahl an Anträ­gen bil­de­ten wir ein Komi­tee aus drei Sex­wor­kern und drei exter­nen Berater*Innen mit ent­spre­chen­der Exper­ti­se, das nach dem Mehr­heits­prin­zip über Anträ­ge ent­schied.

2020 wur­den rund 126.000 € an knapp 400 Per­so­nen ver­teilt, die damit kurz­fris­tig Not­un­ter­künf­te bezah­len und ihre Kin­der und sich selbst mit Lebens­mit­teln und Medi­ka­men­ten ver­sor­gen konn­ten.

Bis zum Aus­lau­fen des Fonds Ende 2021/Anfang 2022 sam­mel­te der Ver­band wei­ter Spen­den, bear­bei­te­te Anträ­ge und steck­te Unmen­gen an Arbeits­zeit und Herz­blut in das Pro­jekt zur unbü­ro­kra­ti­schen nicht stig­ma­ti­sie­ren­de Hil­fe­stel­lung.

Über den BesD Not­hil­fe wur­de auch medi­al viel berich­tet — die­ser gilt als ein beson­ders gelun­ge­nes Modell für “ein­zig­ar­ti­ge Peer-Hil­fe”.