
Geschichte der Hurenkongresse
Hurenkongresse sind von Sexarbeitenden selbst organisierte Treffs mit Raum für Diskussion, Workshops und Vernetzung zu beruflichen und politischen Themen. Meistens waren diese als Sexworker-Only Space konzipiert, in denen Sexarbeitende sich unter sich austauschen konnten.
Hydra e.V. organisierte vom 24. bis 27. Oktober 1985 zusammen mit Huren wehren sich gemeinsam (HWG) aus Frankfurt den nationalen Hurenkongress in Berlin — den ersten bundesweiten Treff von Prostituierten in Deutschland. Die Kolleginnen legten damit den Grundstein für diese Tradition der Selbstorganisation, die der BesD seit seiner Gründung 2013 mehrfach fortgeführt hatte.
Der Berliner Hurenkongress 2019 mit anschließender öffentlicher Sexwork-Messe war der bisher letzte vom Verband organisierte Kongress dieser Art — die Planungen für weitere Veranstaltungen fanden mit dem Pandemie-Beginn Mitte März 2020 ein jähes Ende.
Mit den Kongressen schufen Kolleg*innen mit- und füreinander Empowerment-Räume: Für den Austausch von Peer-Wissen, für internationale Vernetzung und für die Vorbereitung politischer Arbeit.
2014: Sexarbeits-Kongress in Berlin
Der Sexarbeits-Kongress im Juni 2014 wurde von bufaS e.V. (Bündnis der Fachberatungsstellen) in Kooperation mit dem vor kurzem gegründeten BesD und dem etablierten Hydra-Verband organisiert. Die drei Tage umfassten einen öffentlichen Politik-Tag (Regulierung nach Prostituiertengesetz), einen Workshop-Tag, sowie einen Tag nur für Mitglieder.
2016: Sexarbeits-Kongress in Hamburg
Im März 2016 fand vom 2. bis 4. März der Sexarbeits-Kongress Hamburg statt – angekündigt als Fortsetzung eines „tollen Kongresses vor 1,5 Jahren in Berlin“. Der BesD rief zur Anmeldung auf und betonte darin Workshops zum Kennenlernen, Professionalisieren, Netzwerken und Austausch. Es war ein reiner Sexworker-Treff ohne Öffentlichkeit, mit Fokus auf Alltagsherausforderungen in der Sexarbeit.
2018: Hurenkongress in Berlin
Der ursprünglich für Nürnberg geplante Sexarbeits-Kongress musste aus organisatorischen Gründen abgesagt werden. Als Alternative veranstaltete der BesD stattdessen von 28. bis 29. September den Hurenkongress Berlin.

Dieser wurde im Stil einer Unconference organisiert und bot zwei volle Tage Input. An Tag 1 fanden zahlreiche Workshops statt, unter anderem zu Themen wie Grenzsetzung/Psychohygiene, Dirty Talk, Suggestionstechniken, Selbstverteidigung und Forschungsbeteiligung.
Tag 2 wurde als offenes SexworkerCamp konzipiert, um die Herausforderungen des 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetzes zu debattieren, Ideen zu entwickeln und sich auszutauschen. Geschlossen wurde mit einer großen Party — der Kongress wurde von vielen Teilnehmenden als persönliches Jahres-Highlight gefeiert.
Infos zu Programm und Workshops
2019: Hurenkongress mit anschließender Sexwork-Messe
Von 15. bis 16. August 2019 zog der bis dato größte deutsche Hurenkongress rund 200 Sexarbeitende aus Deutschland und international an.
In über 26 Workshops sowohl auf Deutsch als auch Englisch wurden Themen wie Betriebsgründung, Straßenstrich-Sicherheit, Trans-Organizing, BDSM-Einführung und politische Strategien besprochen.
Abschluss-Bericht zum Hurenkongress 2019
Am 17. August folgte die für die Öffentlichkeit zugängliche und konzipierte World of Whorecraft-Messe mit Infoständen (unter anderem von BesD, Hydra, bufas, smartberlin), Podiumsdiskussionen, Lesungen, Performances, Flohmarkt und Bühnenprogramm.
Internationale Keynotes (z. B. SWARM London, Black Sex Worker Collective New York) rundeten das Programm der von Sponsor*innen wie Deutsche Aids-Hilfe und kaufmich.com unterstützten Messe ab.





























